Jahresrückblick 2018 von Oberbürgermeister Stefan Bosse

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ...

Oberbürgermeister Stefan Bosse. Foto: Stadt Kaufbeuren
Oberbürgermeister Stefan Bosse. Foto: Stadt Kaufbeuren

Adventskränze, Weihnachtskalender und Lichterketten kündigen wieder einmal die schönste Zeit des Jahres an. Viele Menschen blicken zurück und schmieden Pläne für das neue Jahr. Ich finde ein Zitat des irischen Dichters George Bernard Shaw in diesem Zusammenhang sehr treffend: „Ein Jahr zählt mit so vielen Tagen, wie man genutzt hat.“ Für Ihre Rückschau wünsche ich Ihnen, dass Sie wirklich jeden Tag des Jahres für sich und Ihre Familie nutzen konnten und zufrieden sind. Ich hoffe für Sie, dass Sie bestärkt durch gute Erinnerungen ins neue Jahr aufbrechen können.

Für diesen Jahresrückblick habe ich mir vorgenommen, mit einigen Zahlen zu überraschen. Beispielsweise tragen rund 350 Christbäume aus unseren eigenen städtischen Wäldern zum weihnachtlichen Charme auf öffentlichen Plätzen und an Gebäuden bei. Das verkraften unsere Wälder auch, denn dort wachsen bei vorsichtiger Schätzung rund 1,5 Millionen Bäume.

Für mich als Oberbürgermeister geht das Jahresende stets mit Feierstunden einher, in welchen wir Menschen aus unserer Stadt von Herzen Danke sagen: Beispielsweise beim Blaulichtempfang oder bei der Verleihung der Kaufbeuren-aktiv Medaille. Hier werden Menschen und Organisationen geehrt, die sich Tag für Tag und Jahre bis Jahrzehnte für andere Menschen einsetzen oder mit ganz langem Atem ehrenamtlich für die Gesellschaft wirken. Ihnen allen, und auch jenen, denen ich heuer vielleicht nicht bei solchen Anlässen begegnet bin, danke ich im Namen unserer Stadt.

Große Investitionen in 2018

Ich hatte Ihnen ja einige Zahlen versprochen: Die nächste Zahl betrifft eine der kleineren Investitionen im vergangenen Jahr. Sie hatte nichtsdestotrotz weitreichende Auswirkungen. Anfang 2018 wurden im Rathaus über 500 Telefonapparate ersetzt. Dazu kamen rund 30 neue Telefonanlagen in den Außenstellen und städtischen Einrichtungen. Die alte Telefonanlage der Stadtverwaltung war in die Jahre gekommen und nicht mehr ausbaufähig. Dabei ist die leitungsgebundene Kommunikation, die nun auch Telefone mit Computern verknüpft, unverzichtbar für eine moderne Stadtverwaltung. Wir wollen ja schließlich  gut erreichbar sein für Ihre Anliegen und Fragen. Ein großer Vorteil für Sie ist, dass nun die komplette Verwaltung unter der Telefonnummer 437- plus Nebenstelle erreichbar ist.

Digitalisierung schreitet voran

Ich freue mich, dass die Digitalisierung in Kaufbeuren insbesondere auch für Privathaushalte weiter voranschreitet. Anfang November teilte ein Telekommunikationsanbieter der Stadt mit, dass ab sofort rund 35.000 Haushalte in Kaufbeuren und Umgebung mit bis zu 1.000 Megabit (Download) im Kabel-Glasfasernetz surfen können. Dies geschieht über Leitungen, die früher nur für Fernsehprogramme gedacht waren.

Auch bei den Schulen gibt es erfreuliche Nachrichten: 90 Prozent der rund 450 Unterrichtsräume in Kaufbeuren sind bereits digitale Klassenzimmer. Das heißt, sie verfügen über Beamer, Lautsprecher, Dokumenten-Kamera und einen mit Internetanschluss ausgestatteten Computer am Lehrerpult. Die Stadt Kaufbeuren hat bereits frühzeitig damit angefangen, die Unterrichtsräume entsprechend zu modernisieren. Ein aktueller Förderbescheid der Regierung von Schwaben mit einer Zusage über 600.000 Euro unterstützt diese Investitionen weiter.

Mit drei Klicks zum Suchergebnis

Viel Mühe steckt auch in unserer neuen Website www.kaufbeuren.de. War der bisherige Seitenaufbau von der internen Verwaltungsstruktur geprägt, so wurden die neuen Seiten nach Ihren Anliegen und Lebenslagen aufgebaut. Das neue Angebot ist übersichtlicher und moderner und passt sich flexibel an die Bildschirmgröße von verschiedenen Geräten an, zum Beispiel von Tablets oder Smartphones. Ein schneller Zugriff auf alle Informationen ist über ein großes Suchfenster an zentraler Stelle möglich, wie Sie es vielleicht vom großen Suchmaschinenanbieter Google kennen. Ziel war auch, dass Sie mit nur drei Klicks zum Ergebnis kommen.

Schule der Zukunft wird Realität

Deutlich kostenintensiver sind die beiden derzeit größten Einzelinvestitionen in Bildung und Sicherheit in Kaufbeuren: Beim Jakob-Brucker-Gymnasium bewegen wir uns mit dem Neubau eines Fachklassentrakts und der Sanierung eines der bestehenden Gebäude mit großen Schritten in Richtung Schule der Zukunft. Die Gebäude werden im Energieeffizienz-Standard „Plus“ errichtet oder saniert. Das heißt, dass sie mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Dieser Ansatz soll für die jungen Menschen, die hier zur Schule gehen, richtungsweisend für den Umgang mit unseren Ressourcen sein. Der neue Fachklassentrakt für Naturwissenschaften hat schon deutlich Gestalt angenommen, sogar die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist bereits montiert. Im Inneren entsteht eine offene Lernlandschaft nach neuesten Schulkonzepten. Zudem ist das Gebäude behindertengerecht. Die Generalsanierung soll im September 2020 abgeschlossen sein.

Neue Hauptfeuerwache berücksichtigt viele Wünsche

Für die Feuerwehrhauptwache wurde mit langem Vorlauf eine Planung entwickelt, die allen Beteiligten mit ihren Wünschen am nächsten kam. Diese ergab, dass der zweigeschossige Kopfbau erhalten bleibt. Alle übrigen Gebäudeteile wurden abgerissen. Durch den Neubau einer Fahrzeughalle entlang der Neugablonzer Straße und einem Hauptgebäude mit angegliederter Fahrzeughalle auf der östlichen Seite des Geländes entsteht ein von der Straße abgetrennter Innenhof. Auch dieses Projekt nimmt schon Gestalt an. Ende November konnte mit den am Bau beteiligten Handwerkern Richtfest gefeiert werden. Nicht zu übersehen ist der neue Schlauchturm, der mit seinen 22 Metern Höhe über den Baufortschritt der anderen Gebäude zu wachen scheint. In diesem Turm üben die Feuerwehrleute künftig das Vordringen in verrauchte Treppenhäuser. Über den Fortschritt der Projekte können Sie sich übrigens auf der Website www.kaufbeuren-baut.de informieren.

Einkaufszentren stärken die Einkaufsstadt Kaufbeuren

Zweistellige Millioneninvestitionen repräsentieren auch die Fachmarktzentren im Forettle und am Märzenbach, die im Frühjahr eröffnet wurden. An beiden Stellen wurden bauliche Defizite behoben oder Brachflächen belebt. Der Wettbewerbsdruck im Handel wird dadurch nicht geringer. Aus Sicht der Kundinnen und Kunden steigt aber die Attraktivität von Kaufbeuren als Einkaufsstadt im Ganzen. Beim Übergang vom Forettle-Center in die Altstadt laufen derzeit die Arbeiten. Der Weg zwischen Schwanenweiher und Parkhaus soll ein ansprechender Durchgang in Richtung Altstadt werden. Großflächige Infotafeln sollen die Passanten künftig vom Einkaufszentrum in die Altstadt leiten. Sie können sich die Umgestaltung schon bald selbst ansehen. Die Fertigstellung ist für die erste Jahreshälfte 2019 geplant.

Hocheffiziente Abwasserreinigung dank künstlicher Intelligenz

Eine Leistung, die sich im Untergrund verbirgt und die permanenter Betreuung und laufender Investitionen bedarf, ist unsere Abwasserentsorgung. Das städtische Kanalnetz erstreckt sich über rund 200 Kilometer und ist über ca. 4.800 Kanaldeckel erreichbar. Einer davon schaffte es heuer sogar ins Kanaldeckelmuseum unserer italienischen Partnerstadt Ferrara. 29 Millionen volle Badewannen bzw. 5,8 Millionen Kubikmeter war die Abwassermenge, welche die Kaufbeurer Kläranlage im letzten Jahr zu reinigen hatte. Der Wirkungsgrad unserer Abwasserbehandlung wurde durch mehr als 1.500 Abwasseranalysen permanent bestätigt. Die dynamische Anpassung der komplexen Anlage an die stark schwankenden Abwassermengen und an die unterschiedliche Zusammensetzung des Abwassers geschieht heute bereits mit künstlicher Intelligenz.

Spitzenreiter bei Müllverwertung

5.400 Tonnen Hausmüll fielen heuer im Stadtgebiet an. Unser Müllaufkommen bleibt damit seit einigen Jahren konstant. Mit einer Verwertungsquote von rund 80 Prozent liegen wir über dem bayernweiten Durchschnitt. Darauf können wir stolz sein, und dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken! Wenn Sie mehr über diese Themen erfahren wollen empfehle ich Ihnen die Spezialausgabe unserer Rathaus-Post in diesem Monat: Den Abfallplaner 2019, der heuer zum ersten Mal von uns herausgegeben wird. Mit vielen wichtigen Informationen rund um Entsorgung und Mülltrennung sowie wichtigen Terminen soll Sie dieser Abfallplaner auch 2019 motivieren, den Müll weiter zu reduzieren und ihn so zu trennen, dass er bestmöglich verwertet werden kann.

Leidenschaftliche Diskussionen zum Straßenausbau

Die Stadt Kaufbeuren war wie alle Kommunen in Bayern aufgefordert, Straßen, deren Bau vor mehr als 25 Jahren begonnen worden war, bis zum 01.04.2021 erstmalig herzustellen und die Kosten hierfür größtenteils auf die Anlieger umzulegen. Nur wenn eine Kommune im Einzelfall nachweisen konnte, dass sie Straßen aus technischen oder anderen Gründen nicht herstellen kann, konnte auf die Herstellung verzichtet werden. Natürlich führte dies zu leidenschaftlichen Diskussionen, und die Anlieger hatten sich gegen die in Aussicht stehende Zahlungspflicht nicht nur in Kaufbeuren zur Wehr gesetzt. Alle unsere Versuche, staatliche Erleichterungen und Entlastungen bei diesem Thema zu erreichen, waren in der Vergangenheit leider gescheitert.

Nun wurde das Thema durch die neue Staatsregierung aufgenommen. Offenbar sollen diese „alten“ Straßen den gleichen Regelungen unterworfen werden, wie sie seit kurzem für die Sanierung von bestehenden Straßen gelten. Ich hoffe, dass die neuen Regelungen dazu führen werden, dass die Anlieger nichts mehr bezahlen müssen. Sollte dies gelingen, würde damit ein schwieriges Streitthema in Kaufbeuren befriedet werden.

Kaufbeurer Kultur in vielen Facetten gefördert

Es ist nicht einfach, die Vielzahl der gesellschaftlichen Ereignisse des nun endenden Jahres zu würdigen, ohne Wichtiges unerwähnt zu lassen oder nur in eine bloße Aufzählung zu geraten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal Zahlen aus dem Kulturbereich darstellen. Rund 460.000 Euro kommunale Fördergelder haben 30 Kulturakteure der freien Szene in unserer Zuständigkeit im Jahr 2018 erhalten. Das reicht von großen Beträgen, zum Beispiel für unsere Volkshochschule, bis zu überschaubaren dreistelligen Summen für die Allgäuer Jazz-Initiative. Wir fördern Kultur damit in der Breite und in ihrer örtlichen Ausprägung. Dazu kommen städtische bzw. stadtnahe Kultureinrichtungen wie Stadtbücherei, Musikschule, Kulturwerkstatt und viele mehr.

Seniorentreffs feierten Jubiläen

Beim Jahresrückblick denke ich zwangsläufig auch an zwei Einrichtungen für ältere Menschen in unserer Stadt, die heuer jeweils Jubiläum feierten: Es handelt sich um unsere Seniorentreffs Koffejtippl und Baumgärtle. Die Unterhaltung, persönliche Begegnung und menschliche Wärme, die viele Senioren an diesen Orten erfahren, empfinde ich als großartig. Anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Seniorentreffs Koffejtippl wurde ausgerechnet, dass in dieser Zeit schon gut 8 Tonnen Kartoffeln verarbeitet worden sind – das Gewicht von zwei Nilpferden. In den 25 Jahren, die der Seniorentreff Baumgärtle besteht, wurden dort rund 30 Badewannen voll Wein ausgeschenkt – und wohl auch getrunken.

Bürgerentscheid schlug hohe Wogen

Im Sommer hat der Bürgerentscheid zur Vergabe eines Grundstücks für eine Moschee hohe Wellen geschlagen. Die hohe Wahlbeteiligung hat gezeigt, dass die Menschen von dem Thema sehr berührt worden sind. Viele gehen davon aus, dass die Diskussion bei uns überlagert war von größeren Themen wie dem Verhältnis zur Türkei und der Migrationsproblematik. Vor einem Jahr bat ich an dieser Stelle, fair im Umgang miteinander zu bleiben - unabhängig davon, welche Entscheidung letztlich getroffen wird. Das ist wohl nicht immer gelungen. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass durch diese demokratische Entscheidung kein Bruch in der Stadtgesellschaft entstanden ist. Nach wie vor ist es aller Ehren wert, sich für Integration, gegenseitiges Verständigung und Austausch einzusetzen.

Das kommende Jahr

Für die Jahre 2018 bis 2021 hat die Stadt Kaufbeuren Investitionen in Höhe von 124 Millionen Euro geplant. In dieser enormen Zahl stecken Vorhaben, die Sie oft kaum sehen, aber täglich brauchen. Beispiele sind Kanal- und Straßenbaumaßnahmen, Feuerwehrgerätehäuser und Schulmodernisierungen, aber auch der Neubau der Kindertagesstätte Am Leinauer Hang oder der geplante Umbau des Kindergartens in der Grünwalder Straße.

Mobilität bewegt uns

Öffentlich derzeit noch nicht erkennbar wird hinter den Kulissen intensiv an unseren Mobilitätsthemen gearbeitet. Ich denke an den lange erkämpften und herbeigesehnten Ausbau der B 12. Eine Maßnahme, die gerade auch für die Verkehrssicherheit von Berufspendlern in unserer Region unverzichtbar ist. Über die geplanten zusätzlichen Bahnhalte der Deutschen Bahn im Haken und in Neugablonz freue ich mich ebenfalls sehr. Mir ist es sehr wichtig, den Personennahverkehr in Kaufbeuren attraktiver zu machen und weiter zu verbessern.

Neue Wege für die Altstadt

Unsere Altstadt ist wunderschön und die neu gestaltete Fußgängerzone lädt zum Bummeln und Verweilen ein. Der fortschreitende Wandel im Einzelhandel setzt aber auch die Händler in unserer Innenstadt weiter unter Druck. Dabei haben die Menschen großes Interesse an unserer Innenstadt: Das zeigt die Zahl von rund 500 Stadtführungen. Knapp 6.500 Menschen ließen sich so das Herz von Kaufbeuren zeigen. Und auch die Märkte und verschiedenen Aktionen wie etwa die ARTigen Samstage oder das Candle-Light-Shopping locken Besucher aus Nah und Fern in unsere Innenstadt. In 2019 möchte die Stadtverwaltung die Digitalisierung in der Altstadt weiter voranbringen. Wir arbeiten dazu mit mehreren jungen Unternehmen zusammen, die kreative Ideen haben. Lassen Sie sich überraschen!

Ganz schön was geboten…

Zum Abschluss möchte ich Sie mit einer letzten Zahl beeindrucken: Die Kaufbeurer Kulturabteilung hat im Rahmen einer jährlichen Terminkoordination bereits 396 Veranstaltungstermine verbindlich eingetragen - für das Jahr 2020! Noch dichter - da näherliegend - ist der Terminkalender für 2019 gefüllt. Getreu unserem Kulturmotto „In meiner Stadt findet jede Kunst eine Heimat“ wünsche ich beim Genuss der verschiedensten Angebote viel Freude. Ich würde mich sehr freuen, Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung im kommenden Jahr in unserer schönen Stadt antreffen zu dürfen.

Für das Jahr 2019 wünsche ich Ihnen viel Energie, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Und zuvor ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr

Stefan Bosse
Oberbürgermeister

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