Ein Angebot für alle, die Angehörige in der letzten Lebensphase begleiten möchten
Wenn ein Mensch am Ende seines Lebens angekommen ist, fühlen sich Angehörige oft überfordert. Was ist jetzt wichtig? Was hilft wirklich? Und wie kann man einfach da sein, ohne etwas falsch zu machen? Antworten auf diese Fragen gibt der Letzte Hilfe Kurs, den die BLICKLICHT gGmbH am 12. November 2026 von 15.00 bis 18.00 Uhr in der Momm Villa, Am Bleichanger 33 in Kaufbeuren veranstaltet.
Wissen wiederentdecken – Hilfe im Abschied
Der Kurs richtet sich an alle, die sich mit dem Thema Sterbebegleitung auseinandersetzen möchten – unabhängig von Vorkenntnissen oder persönlicher Erfahrung. Ziel ist es, Grundwissen zu vermitteln und das Gefühl von Hilflosigkeit zu reduzieren. Denn vieles von dem, was früher selbstverständlich zum Familien- und Gemeinschaftsleben gehörte, ist heute kaum noch präsent. Dabei lässt sich dieses Wissen neu erlernen.
Inhalte des Letzte Hilfe Kurses
Der Kurs behandelt in kompakter Form vier zentrale Themenbereiche:
Grundwissen über das Sterben und über Vorsorge
Orientierung und Sicherheit im Umgang mit der letzten Lebensphase
Praktische Handgriffe für die Begleitung zu Hause
Mut und Zuversicht, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen
Das Angebot will nicht nur informieren, sondern auch ermutigen – und zeigt Möglichkeiten auf, wie man einem sterbenden Menschen mit Nähe und Zuwendung begegnen kann.
Teilnahme und Anmeldung
Die Teilnahme am Letzte Hilfe Kurs ist offen für alle Interessierten. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei der BLICKLICHT gGmbH.
Dr. Tobias Güthner bei der Eröffnung der Ausstellung „Himmel, Holz & Heilige“ im Juni 2026 (Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren)
Vortrag von Dr. Tobias Güthner – Kooperation Stadtmuseum und Heimatverein Kaufbeuren e.V.
Am Mittwoch, den 23.09.2026 um 19 Uhr, lädt der Heimatverein und das Stadtmuseum Kaufbeuren zum Vortrag mit Dr. Tobias Güthner in die Kolping-Akademie (Adolph-Kolping-Str. 2a) ein. Unter dem Titel „Barock macht Schule!“ beleuchtet er die Bildhauer der „Weilheimer Schule“. Ausgewählte Stücke dieser Künstler sind derzeit in der Sonderausstellung „Himmel, Holz und Heilige. Die Weilheimer Schule und der Beginn der bayerischen Barockskulptur“ im Stadtmuseum Kaufbeuren zu sehen.
Weilheim als Zentrum der süddeutschen Bildhauerkunst
Die bayerische Stadt Weilheim entwickelte sich ab dem späten 16. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der süddeutschen Bildhauerkunst. Die dort ansässigen Werkstätten und ihre Künstler werden unter dem Begriff der „Weilheimer Schule“ zusammengefasst. Begünstigt durch die Lage der Stadt, die Nähe zu München und Augsburg sowie durch zahlreiche Klöster und Kirchen als Auftraggeber, entstanden in Weilheim leistungsfähige Werkstätten, die auch umfangreiche Ausstattungen ganzer Kirchen realisieren konnten.
Georg Petel, der „deutscher Michelangelo“
Zu den bedeutendsten Werkstätten zählten jene von Adam Krumpper, Hans Degler und Bartholomäus Steinle. Weitere wichtige Vertreter der Weilheimer Schule sind Hans Krumpper, Christoph Angermair und Georg Petel, die teils am Münchner Hof tätig waren oder eigene Werkstätten etwa in Augsburg gründeten. Über ihre Schüler verbreitete sich der Stil der Weilheimer Schule weit über die Region hinaus. Georg Petel wurde sogar als „deutscher Michelangelo“ gefeiert.
Zum Referenten
Dr. Tobias Güthner ist in Kaufbeuren aufgewachsen. Nach einem Studium der Alten Geschichte, klassischen Archäologie und Kunstgeschichte in Regensburg, München und Rom war er Mitarbeiter an der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom). Im Anschluss promovierte er in Kunstgeschichte an der LMU München zum Thema „Florentiner Kaufleute und Bankiers in Rom. Auftraggeberschaft und Repräsentation im 15. und 16. Jahrhundert.“ 2008 bis 2010 absolvierte Dr. Tobias Güthner ein Volontariat im Stadtmuseum Kaufbeuren, wo er die Neukonzeption des Hauses unter der Leitung von Astrid Pellengahr begleitete. Seit 2010 leitet er das Stadtmuseum Weilheim, das sich derzeit in einem Prozess des Umbaus und der Modernisierung befindet. Im Zuge der Ausstellung „Himmel, Holz & Heilige“ werden im Stadtmuseum Kaufbeuren die moderne Ausstellungsgestaltung sowie die mediale Vermittlung der wertvollen frühbarocken Skulpturen für die neue Dauerausstellung erprobt.
Dachsanierung und Leitungsarbeiten sorgen ab Mitte September für Behinderungen
Die Stadt Kaufbeuren informiert über zwei bevorstehende Verkehrseinschränkungen. Betroffen sind der Hausnerweg sowie die Frauenschuhstraße.
Halbseitige Sperrung im Hausnerweg
Der Hausnerweg ist von Mittwoch, 16. September, bis Freitag, 2. Oktober 2026 auf Höhe der Hausnummer 4 halbseitig für den Verkehr gesperrt. Grund für die Einschränkung ist eine Dachsanierung.
Frauenschuhstraße mehrere Monate gesperrt
Die Frauenschuhstraße ist von Donnerstag, 17. September, bis Mittwoch, 23. Dezember 2026 auf Höhe der Hausnummern 11 bis 37 für den Verkehr gesperrt. Grund für die Sperrung ist die Neuverlegung von Strom und Wasser.
Sperrung Zum Grund
Die Straße Zum Grund ist ab Montag, 21. September bis Mittwoch, 30. September auf Höhe der Hausnummer 3a bis 5 für den Verkehr gesperrt. Grund für die Sperrung ist eine Kanalsanierung.
Das Generationenhaus Kaufbeuren in der historischen Altstadt. Foto: Claus Tenambergen
Ob klassische Brettspiele, Kartenspiele oder moderne Gesellschaftsspiele – für eine abwechslungsreiche Auswahl ist gesorg
Spielen verbindet Generationen: Am Sonntag, 20.09.2026 lädt das Generationenhaus Kaufbeuren herzlich zu einem Spielenachmittag für Jung und Älter ein. Von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr sind Menschen jeden Alters willkommen, gemeinsam zu spielen, zu lachen und Zeit miteinander zu verbringen.
Ob klassische Brettspiele, Kartenspiele oder moderne Gesellschaftsspiele – für eine abwechslungsreiche Auswahl ist gesorgt. Eigene Lieblingsspiele dürfen gerne mitgebracht werden. Ziel der Veranstaltung ist es, Begegnungen zwischen den Generationen zu fördern und in entspannter Atmosphäre Gemeinschaft zu erleben.
Der Spielenachmittag findet im Generationenhaus Kaufbeuren, Hafenmarkt 6-8, statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Für Getränke/Kaffee und Kuchen ist gesorgt.
Wir bitten nach Möglichkeit um Anmeldung im Generationenhaus Kaufbeuren e.V. unter Tel.-08341-9080898 oder info@generationenhaus-kf.de
Trotz zweier früher Treffer von Kapitän Robin Conrad verliert die SVK mit 2:3 – Alexander Schwarz erzielt alle drei Tore für die Gäste
Die SpVgg Kaufbeuren hat am Sonntag, 13. September 2026, ihr Heimspiel gegen den TSV Legau mit 2:3 verloren. Dabei erwischte die SVK zunächst einen starken Start und lag bereits nach 14 Minuten mit 2:0 in Führung. Doch noch vor der Pause gelang den Gästen der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit übernahm Legau zunehmend die Kontrolle und entschied die Partie durch einen verwandelten Elfmeter.
Conrad bringt die SVK früh mit 2:0 in Führung
Bereits in der 2. Minute brachte SVK-Kapitän Robin Conrad die Kaufbeurer mit 1:0 in Führung. Die Vorarbeit kam von Martin Lekaj. In der 14. Minute erhöhte Conrad auf 2:0, diesmal nach Zuspiel von Samy Fischer.
Doch der TSV Legau fand schnell zurück in die Partie. Alexander Schwarz verkürzte in der 20. Minute auf 1:2 und sorgte sieben Minuten später mit seinem zweiten Treffer für den 2:2-Ausgleich.
Conrad zeigte sich nach dem Spiel entsprechend enttäuscht: „wir haben super angefangen, das Spiel kontrollier und zwei Tore schöne rausgespielt. Dann vor der Halbzeit schlecht verteidigt und billig zwei Tore kassiert. In Halbzeit zwei sind wir dann nicht mehr richtig ins Spiel gekommen, alles war hektisch und haben komplett den Faden verloren. Am Ende dann verdient verloren.“
Legau bestimmt die zweite Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste spielbestimmend und erspielten sich mehrere Möglichkeiten. SVK-Torwart Sahan Bahtiyar, der den verletzten Harald Killimann ersetzte, verhinderte zunächst weitere Gegentreffer.
Schließlich entschied eine Elfmeterentscheidung die Partie zugunsten des TSV Legau. Bahtiyar war mit der Entscheidung nicht einverstanden: „ ich spiel klar den Ball beim Luftduell, anschließend war der Kontakt da, das war kein Elfmeter.“
Auch dem Legauer Ausgleich zum 2:2 war aus Kaufbeurer Sicht eine umstrittene Situation vorausgegangen. Laut SVK ging dem Treffer eine Abseitsentscheidung voraus.
Alexander Schwarz ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht nehmen und erzielte mit seinem dritten Treffer des Tages den 3:2-Endstand für Legau.
„Wir sind so tief in einem Loch“
Luca Wollens, der krankheitsbedingt noch pausieren musste, fasste die derzeitige Situation der Kaufbeurer knapp zusammen: „Wir sind so tief in einem Loch“.
Legaus Trainer Andreas Betz sah den Erfolg seiner Mannschaft vor allem aufgrund der zweiten Halbzeit als verdient an: „ Wir haben verdient gewonnen. Nach der frühen Führung der Kaufbeurer haben wir schnell wieder ins Spiel gefunden und konnten noch vor der Halbzeit ausgleichen. Zweite Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft, und haben genug Möglichkeiten gehabt, haben uns zum Schluss durch das Elfmetertor auch belohnt.“
Mann des Spiels war Alexander Schwarz. Der Legauer erzielte alle drei Treffer seiner Mannschaft und hatte damit entscheidenden Anteil am Auswärtssieg.
Festakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt Kaufbeuren
Im Gablonzer Haus würdigen Redner aus Deutschland und Tschechien die Aufbauleistung der Vertriebenen – Geschichte, Gablonzer Industrie und europäische Verständigung stehen im Mittelpunkt
Kaufbeuren-Neugablonz. 80 Jahre Neugablonz, 80 Jahre Neubeginn nach Flucht und Vertreibung – und zugleich der Blick auf eine Zukunft, die Deutsche und Tschechen heute gemeinsam gestalten: Beim Festakt am Sonntag, 13. September 2026, im Gablonzer Haus standen die Geschichte des Stadtteils, die Aufbauleistung seiner Gründerinnen und Gründer sowie Versöhnung und europäische Verständigung im Mittelpunkt.
Die Europahymne eröffnete den Festakt. Es folgten die Begrüßung durch Oberbürgermeister Stefan Bosse, Stadt Kaufbeuren, sowie Grußworte von Petr Beitl, in Vertretung für Primátor Miloš Vele aus der Partnerstadt Jablonec nad Nisou/Gablonz an der Neiße, Dr. Martin Posselt vom Gablonzer Archiv und Museum e. V., Petra Laurin vom Haus der tschechisch-deutschen Verständigung und Peter Seibt vom Bundesverband der Gablonzer Industrie. Die Festrede hielt Eric Beißwenger, Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales und Mitglied des Bayerischen Landtags. Der offizielle Ablauf sah genau diese Reihenfolge vor.
Bilder der Veranstaltung
Festakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt KaufbeurenFestakt am 13.09.2026 im Gablonzer Haus zum Jubiläum 80 Jahre Neugablonz. Foto: Peter Igel, Stadt Kaufbeuren
Stefan Bosse: Neugablonz als Teil der Seele Kaufbeurens
Oberbürgermeister Stefan Bosse erinnerte daran, unter welchen Bedingungen Neugablonz ab 1946 entstand. Die aus Gablonz an der Neiße vertriebenen Menschen fanden hier keine fertige neue Stadt vor. Sie kamen auf ein vom Krieg gezeichnetes Gelände mit Baracken und Trümmern. Was sie jedoch mitbrachten, seien handwerkliches Können, Unternehmergeist, Fleiß und der Wille gewesen, sich eine neue Heimat aufzubauen.
Sie gründeten Werkstätten und Betriebe, bauten Wohnungen, riefen Vereine ins Leben und füllten Kirchen und Schulen mit Leben. Aus diesen Anfängen entwickelte sich ein Stadtteil mit einer eigenen Identität. Bosse bezeichnete Neugablonz deshalb als einen unverzichtbaren Teil der Seele Kaufbeurens.
„Neugablonz ist ein Glücksfall für Kaufbeuren“, erinnerte der Oberbürgermeister an eine Aussage, die er bereits vor Jahren getroffen hatte. 80 Jahre nach der Gründung gelte dieser Satz mehr denn je. Kaufbeuren wäre ohne Neugablonz nicht die Stadt, auf die man heute gemeinsam stolz sei.
Bosse verwies zugleich auf die wirtschaftliche Entwicklung. Aus kleinen Familienbetrieben sei ein industrielles Netzwerk entstanden. Schmuck, Glas, Metall- und Kunststoffverarbeitung hätten den Stadtteil geprägt. Heute stünden rund 70 Unternehmen mit etwa 2.000 Arbeitsplätzen für die wirtschaftliche Bedeutung Neugablonz‘.
Erinnerung und Versöhnung gehören zusammen
Der Oberbürgermeister erinnerte aber auch an das Leid, das am Anfang dieser Geschichte stand. Millionen Menschen verloren durch die Vertreibung ihre Heimat, viele auch Angehörige und ihre gesamte Existenz. Dieses Leid dürfe nicht relativiert und nicht vergessen werden. Gerade deshalb seien Worte und Gesten der Versöhnung von besonderer Bedeutung.
Bosse erinnerte in diesem Zusammenhang an Petr Beitl und dessen Worte beim Jubiläum vor zehn Jahren. Aus einer schmerzhaften gemeinsamen Geschichte sei inzwischen eine vertrauensvolle Partnerschaft entstanden. Begegnungen zwischen Schulen, Vereinen, Musikgruppen und Bürgerinnen und Bürgern zeigten für Bosse, dass Versöhnung möglich sei.
Eine wichtige Rolle bei der Weitergabe der Geschichte komme dem Isergebirgs-Museum zu. Die Generation der Gründerinnen und Gründer werde kleiner. Umso wichtiger sei es, ihre Geschichte zu bewahren und für junge Menschen verständlich zu machen. „Erinnerung ist Orientierung für die Zukunft“, betonte Bosse.
Petr Beitl: Die gemeinsame Geschichte als Auftrag
Petr Beitl richtete seinen Blick bewusst nicht nur zurück. Vor zehn Jahren habe er beim 70. Jubiläum vor allem über Krieg, Vertreibung, Heimatverlust und die Kraft der Menschen gesprochen, sich eine neue Heimat aufzubauen. Beim 80. Jubiläum wolle er auch über die Zukunft sprechen.
Die Zusammenarbeit zwischen den Menschen und den Städten habe sich über viele Jahre entwickelt. Heute befinde man sich in einer Phase einer gefestigten Gemeinschaft. Tschechien und Bayern seien nicht mehr durch eine physische oder mentale Grenze voneinander getrennt, sondern Nachbarn, Verbündete und Partner in Europa.
Beitl stellte vier Begriffe heraus, die für ihn eine tragfähige Beziehung ausmachen: Vertrauen, Toleranz, Respekt und anständiges Verhalten. Die deutsch-tschechische Verständigung werde dabei nicht allein von der Politik getragen. Er verwies ausdrücklich auf Familien und Freunde, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Kirchen, Sportler und Musiker.
Die nächste Aufgabe bestehe darin, die gewonnenen Erfahrungen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Dabei stellte Beitl auch einen Bezug zum Krieg seit Februar 2022 her. Die Erfahrungen der Vergangenheit müssten sich gerade dann bewähren, wenn Menschen erneut Leid erfahren und ihre Heimat verlieren.
Zum Ende seiner Rede unterstrich Beitl, dass gute Beziehungen zwischen Völkern nicht in politischen Büros beginnen, sondern unter den Menschen.
Dr. Martin Posselt: Das Gablonzer Haus als Ort der Begegnung
Dr. Martin Posselt vom Gablonzer Archiv und Museum e. V. rückte ein weiteres Jubiläum in den Mittelpunkt: Vor 50 Jahren wurde das Gablonzer Haus eröffnet und der Saal eingeweiht, in dem nun der Festakt stattfand.
Posselt erinnerte an die bei der Grundsteinlegung eingemauerte Urkunde. Darin wurde der Auftrag formuliert, den Weg der Gablonzer und Isergebirgler zu dokumentieren, über das Leben und die Leistungen der Landsleute in alter und neuer Heimat zu berichten und die aus der verlorenen Heimat geretteten kulturellen Werte zu erhalten. Das Gablonzer Haus sollte dabei eine Stätte der Begegnung, ein Mittelpunkt des kulturellen Lebens und ein zentraler Ort heimatlicher Verbundenheit werden.
Aus kleinen Anfängen sei das Isergebirgs-Museum aufgebaut worden. Zum Jahresende soll mit der Verlegung des Museumseingangs vom Untergeschoss ins Erdgeschoss ein weiterer Entwicklungsschritt abgeschlossen werden. Das Gablonzer Haus solle weiterhin ein Ort der Begegnung und zugleich Zeugnis der Verbundenheit mit der Herkunftsheimat im Isergebirge sein.
„Wie zwei Pfeiler einer Brücke“
Posselt stellte dieser Einrichtung das Haus der tschechisch-deutschen Verständigung gegenüber. Beide Häuser seien „wie zwei Pfeiler einer Brücke“.
Dabei erinnerte er an Franz Rieger, der sich nach 1989 dafür eingesetzt hatte, das letzte erhaltene Haus in Rýnovice vor dem Abriss zu retten und daraus einen Ort der Verständigung und Bildung im europäischen Geist zu machen.
Posselt würdigte außerdem ausdrücklich die langjährige Arbeit von Petra Laurin und gratulierte ihr zu ihrer Auszeichnung beim Sudetendeutschen Tag.
Petra Laurin: Aus Hindernissen wurde eine gemeinsame Aufgabe
Petra Laurin vom Haus der tschechisch-deutschen Verständigung knüpfte an diese Gedanken an. Sie erinnerte an die fast 30-jährige Zusammenarbeit und daran, dass der gemeinsame Weg nach der politischen Wende keineswegs selbstverständlich gewesen sei.
Am Anfang hätten Zweifel, Vorurteile, Wissenslücken und teilweise fehlendes Verständnis für die historischen Zusammenhänge auf beiden Seiten gestanden. Gerade diese Hindernisse seien jedoch zu einer Herausforderung geworden. Zunächst sei ein gemeinsamer Raum notwendig gewesen – ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und miteinander sprechen konnten.
Heute verbinde beide Seiten weit mehr. Laurin sprach von einer gemeinsamen Aufgabe: das Erbe und die Kultur der Deutschen aus dem Isergebirge zu bewahren und den heutigen Bewohnerinnen und Bewohnern der Region einen Einblick in die gemeinsame deutsch-tschechische Geschichte zu ermöglichen.
Diese Aufgabe betreffe nicht nur die heutige Generation, sondern auch Kinder und Enkelkinder und damit das Zusammenleben in Europa. Schulen, Vereine und Musiker trügen ebenso dazu bei, diesen Gedanken weiterleben zu lassen.
Für Laurin zeigen die Jubiläen, dass Erinnerung bewahrt, Brücken gebaut und die gemeinsame Geschichte weitergetragen werden kann. Zu diesem Anlass überreichte sie ein Buch über Jablonec nad Nisou, in dem auch die gemeinsame Geschichte eine Rolle spielt.
Peter Seibt zeichnet den Weg der Gablonzer Industrie nach
Mit Peter Seibt vom Bundesverband der Gablonzer Industrie rückte anschließend die wirtschaftliche Geschichte in den Mittelpunkt. Er erinnerte daran, dass 2026 mehrere Jubiläen zusammentreffen – darunter 80 Jahre Neugablonz, 80 Jahre Bundesverband der Gablonzer Industrie und 50 Jahre Gablonzer Haus.
Seibt spannte den historischen Bogen zurück zur Gablonzer Industrie im Isergebirge. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten sich sowohl die Menschen als auch die Industrie, von der sie lebten, eine neue Heimat suchen. Diese fanden sie ab 1946 im heutigen Neugablonz.
Eine wichtige Rolle beim wirtschaftlichen Neubeginn spielte die damalige Glas- und Schmuckwarengenossenschaft. Sie beschaffte unter anderem Rohmaterialien, Maschinen, Werkzeuge und Energie. Seibt griff dazu auf ein Notizbuch seines Großvaters aus dem Jahr 1948 zurück und nannte Zahlen aus einer damaligen Genossenschafts-Hauptversammlung. Sie verdeutlichten, wie schnell sich nach dem Krieg wieder zahlreiche Betriebe entwickelten.
Heute sei der Bundesverband der Gablonzer Industrie ein Arbeits- und Wirtschaftsverband für kleine und mittelständische Unternehmen. Seit 20 Jahren betreibe er zudem die Erlebnisausstellung als Schaufenster und Verkaufsplattform für die Industrie. Hinzu komme seit mehr als zehn Jahren das Kreativzentrum. Eine Sonderausstellung gibt derzeit einen Einblick in 80 Jahre Produktion.
Eric Beißwenger: Aus einem Ort des Krieges wurde ein Ort des Neubeginns
Die Festrede hielt Eric Beißwenger, Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales und Mitglied des Bayerischen Landtags. Auch er stellte die außergewöhnlichen Bedingungen heraus, unter denen Neugablonz entstand.
Die ersten Vertriebenen seien 1946 nicht freiwillig gekommen. Bei der Betrachtung von Flucht und Vertreibung müsse sowohl das Wissen um die deutschen Verbrechen des Nationalsozialismus als auch das Leid berücksichtigt werden, das Deutsche nach dem Krieg erfahren hätten. Beides gehöre zusammen und dürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Die Menschen kamen auf ein Gelände, das von den Schrecken des Krieges geprägt war. Auf dem Areal einer ehemaligen Munitions- und Sprengstofffabrik entstand ein Ort des Neubeginns. Die Vertriebenen hätten zwar nur wenig materiellen Besitz mitbringen können, dafür aber ihre Fähigkeiten, ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Handwerkskunst, ihre Kultur, ihre Traditionen und ihre Erinnerungen.
Darauf habe der Wiederaufbau der Gablonzer Industrie basiert. Aus kleinen Anfängen entstanden Werkstätten, Betriebe und Unternehmen; Wohnungen, Straßen und Häuser wurden gebaut.
Mut, Fleiß und Tatkraft
Hinter diesem Aufbau standen für Beißwenger Menschen, die trotz des Verlustes ihrer alten Heimat nicht aufgegeben hätten. Sie hätten Verantwortung für ihre Familien, ihre Nachbarschaft und ihre neue Heimat übernommen. Die Geschichte Neugablonz‘ sei deshalb auch eine Geschichte von Mut, Fleiß und Tatkraft und ein wichtiger Teil der bayerischen Wirtschaftsgeschichte.
Die Sudetendeutschen hätten Bayern dabei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell bereichert. Integration bedeute nicht, die eigene Herkunft aufzugeben. Man könne in einer neuen Heimat ankommen, sich vollständig in die Gesellschaft einbringen und gleichzeitig die eigene Geschichte kennen und weitergeben.
Neugablonz als Beispiel deutsch-tschechischer Versöhnung
Von der Geschichte Neugablonz‘ schlug Beißwenger den Bogen nach Europa. Die zu Beginn erklungene Europahymne stehe für Frieden und das Zusammenleben der europäischen Völker. Europa sei auch die Geschichte von Menschen, die nach Krieg und Zerstörung wieder aufeinander zugegangen seien.
Gerade Neugablonz sei eng mit Jablonec nad Nisou/Gablonz an der Neiße verbunden. Diese Verbindung liege inzwischen nicht mehr ausschließlich in der Vergangenheit, sondern sei eine Verbindung der Gegenwart und Zukunft. Die Städtepartnerschaft verbinde zwei Städte, deren Geschichte durch Krieg, Nationalsozialismus, Flucht und Vertreibung auf besondere Weise miteinander verknüpft sei.
Heute könnten Deutsche und Tschechen gemeinsam in Neugablonz feiern – in Freundschaft und Verbundenheit.
Beißwenger weitete den Blick schließlich auf die Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien. Heute verbänden beide Länder zahlreiche Hochschul-, Schul- und kommunale Partnerschaften sowie enge wirtschaftliche Beziehungen. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit sei ein starkes Europa von Bedeutung. Die Europäische Union bezeichnete er in diesem Zusammenhang als Friedensprojekt.
Ein Signal der Freundschaft und des Friedens
Am Ende führte Beißwenger seine Gedanken wieder nach Neugablonz zurück. Der Stadtteil sei für ihn auch ein Symbol der Versöhnung – ein Beispiel dafür, wie aus Trennung wieder Verbindungen entstehen können.
Von dem Festtag solle ein Signal des Miteinanders, der Freundschaft und vor allem des Friedens ausgehen. Die Geschichte Neugablonz‘ zeige, dass Menschen Schweres erleben und dennoch neue Brücken bauen können. Seine Rede beendete Beißwenger mit dem Wunsch für die kommenden Jahrzehnte und für die deutsch-tschechische Freundschaft: „In diesem Sinne, auf die nächsten 80 Jahre Neugablonz, auf die bayerisch-tschechische Freundschaft und vor allem auch auf ein starkes, vereintes und friedliches Europa.“
Festakt endet mit deutscher und tschechischer Nationalhymne
Zum Programm gehörte auch das Theaterstück „Feierabend“ des Theaters im Turm. Nach den Grußworten erklang das Musikstück „Muzne vpred“ (Mutig voran). Im Anschluss an seine Festrede trug sich Staatsminister Eric Beißwenger in das Goldene Buch der Stadt Kaufbeuren ein.
Den Abschluss bildeten die tschechische Nationalhymne und die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland, gespielt von der Musikvereinigung Neugablonz mit der Partnerkapelle Mladá Dechovka. Damit endete ein Festakt, der die Erinnerung an Vertreibung und Neubeginn mit dem Blick auf Versöhnung, Freundschaft und die gemeinsame Zukunft in Europa verband.
Demenzgottesdienst für alle Interessierten, alle Konfessionen und jeden Alters offen
Rund um den Welt-Alzheimertag findet wieder die Bayerische Demenzwoche mit dem diesjährigen Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ in ganz Bayern statt. Das Seniorenbüro und das Netzwerk Pflege organisieren gemeinsam mit den evangelischen, katholischen und altkatholischen Gemeindevertretern am Mittwoch, den 23.09.2026 um 15:00 Uhr einen Demenzgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche. Der Gottesdienst ist für alle Interessierten, ob „jung“ oder „alt“ und für alle Konfessionen offen. Der Gottesdienst wird ca. 20 Min. dauern. Demenzbetroffene und Angehörige sind herzlich eingeladen. Bei Fragen können Sie sich gerne ans Seniorenbüro unter Tel. 08341/437203 wenden.
Tag der offenen Tür am 26. September in Kaufbeuren mit Bühnenprogramm, Mitmachaktionen und Latin-Jazz-Konzert
Wie funktioniert humanitäre Hilfe hinter den Kulissen? Wer begleitet Projekte, bringt Hilfsgüter auf den Weg oder rückt nach einer Katastrophe zum Einsatz aus? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt humedica am Samstag, 26. September 2026, bei einem Tag der offenen Tür am Hauptsitz in Kaufbeuren.
Von 11:00 bis 18:00 Uhr können Besucherinnen und Besucher in der Goldstraße 8 die Arbeit der Hilfsorganisation kennenlernen, mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ins Gespräch kommen und Einblicke in verschiedene Bereiche der weltweiten humanitären Hilfe erhalten. Die Schirmherrschaft übernimmt Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse.
Von der Katastrophenhilfe bis zu Projekten in Nepal
Das Bühnenprogramm beginnt um 11:00 Uhr mit der Begrüßung durch Vorstand Heinke Rauscher und Oberbürgermeister Stefan Bosse. Für die musikalische Begleitung sorgen die Undergrounds der Musikschule Kaufbeuren.
Um 11:45 Uhr folgt die Talkrunde „Wenn Begeisterung Leben verändert“ mit Johannes Peter, Vorstandsvorsitzender, Dieter Schmidt, Aufsichtsrat, und ehrenamtlichen Einsatzkräften.
Wie die Hilfe nach einem Erdbeben anläuft, erläutert ab 12:15 Uhr Dr. Steffi Gentner, Leiterin des Bereichs Emergency Preparedness and Response bei humedica. Um 12:35 Uhr zeigt Alex Schwarz seine Zauberkünste, bevor Andreas Dürr um 13:00 Uhr über das Engagement von humedica in Afghanistan berichtet.
Um 14:15 Uhr stehen die medizinische und psychologische Hilfe im Libanon und in Syrien im Mittelpunkt. Darüber sprechen Projektmanagerin Anke Hofmann und Vorstandsvorsitzender Johannes Peter. Anschließend präsentiert Percussionist Magnus Dauner ab 14:45 Uhr mit Konnakol Musik, Rhythmik und Instrumente Südindiens.
Ab 15:15 Uhr geht es um Katastrophen- und Gesundheitsvorsorge in Nepal. Projektmanagerin Paula Weik und Thomas Meier von der Partnerorganisation HDCS geben Einblicke in die Arbeit vor Ort. Um 15:40 Uhr folgen nepalesische Tänze mit SIYUN.
Wie Hilfsgüter ihren Weg zu den Menschen finden
Einen weiteren Blick hinter die Kulissen ermöglicht um 16:15 Uhr Anastasia Rotecker. Die Projektmanagerin Versorgungshilfe zeigt unter dem Titel „Vom Weihnachtspäckchen bis zum Wasserfilter“, wie humedica Hilfsgüterlieferungen auf den Weg bringt.
Zum Abschluss des Bühnenprogramms spricht Vorstandsvorsitzender Johannes Peter ab 17:15 Uhr über die Auswirkungen weltweiter Krisen und politischer Herausforderungen auf die Arbeit von humedica.
Katastrophenhilfe zum Anfassen
Neben dem Bühnenprogramm gibt es auf dem Gelände verschiedene Informations- und Mitmachangebote. Besucherinnen und Besucher können unter anderem das Einsatzzelt des Emergency Medical Teams kennenlernen und sich über Gesundheitsversorgung im ländlichen Afrika sowie die Arbeit in Afghanistan informieren.
Weitere Stationen widmen sich einer afrikanischen Kaffeezeremonie sowie Sri Lanka mit Tee und Zimt. Vorgestellt werden außerdem die Mitmachaktionen „Geschenk mit Herz“ und „humedica-Nothilfesets“ sowie Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement.
Zum Angebot gehören zudem Torwandschießen zugunsten von Menschen in Not und ein Familienprogramm mit Hilfsparcours, Wasserfilterexperimenten und Kinderschminken. Speisen und Getränke werden ebenfalls angeboten.
Latin Jazz zum Abschluss
Nach dem Tag der offenen Tür beginnt um 18:30 Uhr ein Konzert von Clave Raetia. Das Ensemble um Percussionist Magnus Dauner besteht aus fünf Musikern mit Wurzeln aus Kuba, Venezuela, Chile und Deutschland. Das rein instrumentale Quintett verbindet lateinamerikanische Traditionen mit Elementen des Jazz.
Termin und Anfahrt
Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 26. September 2026, von 11:00 bis 18:00 Uhr bei humedica, Goldstraße 8, 87600 Kaufbeuren, statt. Das Konzert mit Clave Raetia beginnt um 18:30 Uhr.
Parkmöglichkeiten gibt es in den angrenzenden Straßen sowie beim Erlebnisbad Neugablonz in der Gewerbestraße (rund 15 Minuten Fußweg), bei der Seba Hydrometrie GmbH Co KG und an der Dreifachturnhalle Neugablonz in der Turnerstraße (rund zehn Minuten Fußweg).
2 Euro oben drauf: 250 Reinigungskräfte halten Kaufbeuren sauber und sollen dafür mehr verdienen
Für saubere Büros, Kitas und Klassenzimmer: Wer Kaufbeuren in Schuss hält, soll dafür auch mehr verdienen. Dafür macht sich die IG BAU Schwaben stark. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert 2 Euro mehr pro Stunde. „Und das für alle, die professionell im Gebäudereiniger-Handwerk arbeiten – drinnen in Altenheimen oder Betrieben genauso wie draußen an der Fensterfassade“, sagt der Vorsitzende der IG BAU Schwaben, Karl Bauer, zur aktuellen Tarifforderung seiner Gewerkschaft für das Gebäudereiniger-Handwerk.
Der Mindestlohn für die Gebäudereinigung würde dann auf 17 Euro pro Stunde steigen. Für die Glas- und Fassadenreinigung fordert die Gewerkschaft einen Stundenlohn von künftig 20,40 Euro. Insgesamt arbeiten rund 250 Beschäftigte in 18 Unternehmen der Gebäudereiniger-Branche in Kaufbeuren.
„Die Inflation ist jetzt wieder nach oben gegangen. Die Preise ziehen an: Mieten, Sprit, Lebensmittel. Das trifft die Reinigungskräfte härter als die meisten anderen, weil sie viel zu wenig verdienen – vor allem auch für die harte Arbeit, die sie machen. Es wird deshalb Zeit, beim Lohn in der Gebäudereinigung aufzuholen“, so Karl Bauer. Die Verhandlungen dazu starten nach Angaben der IG BAU noch im September.
Gesunde Gewohnheiten entstehen oft schon in den ersten Schuljahren. Genau dort setzt das Präventionsprogramm Klasse2000 an. Mit neuen Patenschaften für diese kindgerechte Gesundheitsförderung ermöglicht die AOK auch im kommenden Schuljahr zahlreichen Grundschulklassen aus der Region die Teilnahme. Vom 17. September bis zum 9. Oktober können sich die Grundschulen für eine Patenschaft bewerben. Die AOK trägt für die vierjährige Patenschaft die Kosten pro Klasse und Schuljahr. „Gesunde Gewohnheiten entstehen nicht von heute auf morgen, deshalb begleiten wir Kinder mit Klasse2000 über die gesamte Grundschulzeit hinweg und stärken ihre Gesundheitskompetenz dort, wo sie einen großen Teil ihres Alltags verbringen“, betont Susanne Hasel, Gesundheitsexpertin der AOK Kaufbeuren-Ostallgäu.
Gesundheitskompetenz nachhaltig verankern
Die Kinder lernen im Programm, wie eine gesunde Ernährung aussieht, dass sie ausreichend Bewegung, aber auch Erholungsphasen brauchen und wie sie Konflikte konstruktiv lösen können. „Klasse2000 bindet Gesundheitsförderung aktiv in den Stundenplan und somit in den Schulalltag ein“, so Susanne Hasel. Bei den rund 15 Unterrichtseinheiten pro Jahrgangsstufe unterstützen speziell geschulte Klasse2000-Gesundheitsförderer und -förderinnen die Lehrkräfte. Ergänzt werden die Unterrichtsinhalte digital durch die Lern-Website Klaro-Labor. Hier finden die Kinder und ihre Eltern Vorschläge für sportliche Aktivitäten, Entspannungsgeschichten und weitere Tipps aus dem Klasse2000-Programm, die sie interaktiv und spielerisch bearbeiten können.
Größter Einzelpate in Bayern
Klasse2000 ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung in der Grundschule und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. In diesem Jahr belegte Klasse2000 den ersten Platz beim IBK-Preis (Internationale Bodensee-Konferenz) für Gesundheitsförderung und Prävention in der Kategorie „stabil und etabliert“. „Die AOK Bayern fördert zusammen mit den neuen 500 Patenschaften zukünftig mehr als 1.850 Grundschulklassen im Rahmen des Schulprogramms Klasse2000 – damit sind wir nicht nur in Bayern, sondern bundesweit der größte Einzelpate“, so Susanne Hasel. Das Programm startet stets in der ersten und endet nach der vierten Klasse. Pro Grundschule fördert die AOK in Bayern bis zu zwei weitere Klassen. Mit der Patenschaft werden der Einsatz von Gesundheitsförderer oder -förderin, die Entwicklung und Herstellung der Unterrichtsmaterialien plus interaktiven Lern-Website sowie die Organisation des Programms finanziert.
Die Ausschreibungsunterlagen der AOK Bayern stehen im Bewerbungszeitraum (17.09. bis 09.10.) zur Verfügung unter www.klasse2000.de -> Aktuelles -> Fördermöglichkeit für Schulen 2026/27.
Lokal. Lebendig. Aktuell. Für Kaufbeuren und das Umland
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