Quelle: Abgeordnetenbüro Stephan Stracke, MdB, CSU

"Das Personal in unseren Kitas muss bestmöglich geschützt werden!"

Stephan Stracke im Austausch mit Kindertagesstätten zur aktuellen Pandemie-Situation - Mehr Sicherheit im Arbeitsalltag gewünscht

Im Rahmen dreier Videokonferenzen mit Kitas aus seinem Wahlkreis sprach Stracke auch mit acht Einrichtungen aus dem Ostallgäu. Bildquelle: Abgeordnetenbüro Stephan Stracke
Im Rahmen dreier Videokonferenzen mit Kitas aus seinem Wahlkreis sprach Stracke auch mit acht Einrichtungen aus dem Ostallgäu. Bildquelle: Abgeordnetenbüro Stephan Stracke

Ostallgäu. Über die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie tauschte sich der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) im Rahmen dreier Videokonferenzen mit den Leitungen der Kindertageseinrichtungen in seinem Wahlkreis aus. Insgesamt 25 Kitas nahmen an den virtuellen Runden teil, acht davon aus dem Ostallgäu. Anlass für das Gespräch waren Hilferufe mehrerer Einrichtungen aus dem Unter- und Ostallgäu, die sich mit den Herausforderungen durch die Pandemie alleingelassen fühlen und die Beschäftigten vor Infektionen nicht ausreichend geschützt sehen.

„Die Kindertagesbetreuung ist eine wichtige Säule der Gesellschaft und neben der Familie der erste Bildungsort für unsere Kinder. Dies wird gerade jetzt in der Pandemie mit Schließung der Einrichtungen und Notbetreuungen mehr als sichtbar. Dabei leisten die Erzieherinnen und Erzieher auch unter derzeit deutlich erschwerten Bedingungen eine großartige Arbeit", betonte Stracke zum Auftakt des Gesprächs. „Ich weiß, dass die Verunsicherung derzeit groß ist und die Sorge besteht, sich mit Corona zu infizieren. Deshalb müssen wir alles daran setzen, den Schutz für die Kinder und das Fachpersonal so gut wie möglich zu organisieren“, erklärte der Abgeordnete, der in Berlin der gesundheits- und familienpolitische Sprecher der CSU ist.

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Anders als im Frühjahr, als die Notbetreuung nur systemrelevanten Berufen offen stand, blieben die Kitas dieses Mal für alle Berufsgruppen offen. Bei den Ostallgäuer Kitas lag die Auslastung in der Notbetreuung nach den Angaben der Gesprächsteilnehmer Anfang Februar im Schnitt bei 20 bis 50 Prozent. Der bayernweite Durchschnitt lag Mitte Januar bei knapp über 20 Prozent. Größtenteils hätten die Eltern die Notbetreuung verantwortungsvoll genutzt und ihre Kinder zum Teil auch nur an einzelnen Tagen gebracht, stellten die Erzieherinnen fest. Ein klares Ärgernis ist für die Einrichtungsleitungen, dass die Entscheidungen der Staatsregierung in der Pandemie meist kurzfristig gelten würden. Dies habe viele Elternanfragen zur Folge, die häufig gar nicht so schnell durch die Leitungen verbindlich beantwortet werden könnten. Denn das Familienministerium oder das Ostallgäuer Landratsamt würde die konkrete Umsetzung der Beschlüsse erst Tage später den Kitas an die Hand geben. „Dieser Zeitverzug verursacht viel Unmut auf allen Seiten. Der Kommunikationsweg muss schneller werden“, brachte es Stracke auf den Punkt und erntete dafür allseitige Zustimmung aus der Teilnehmerrunde. Bemängelt wurde zudem, dass es zentraler Ansprechpartner beim Landratsamt und dem Gesundheitsamt bedürfe, um zügig Auskünfte und Unterstützung zu erhalten.

Von den am Gespräch teilnehmenden Kitas musste bislang keine coronabedingt komplett schließen. Allerdings kam es vereinzelt durchaus vor, dass vorübergehend Gruppen geschlossen und Beschäftigte in Quarantäne geschickt wurden. Bei allen Wortmeldungen wurde jedoch deutlich, wie tief die Sorge vor einer Infektion ist. Denn im Gegensatz zu der Situation an Schulen ist bei Kleinkindern Abstand und das Einhalten von Hygieneregeln nahezu unmöglich. Stracke betonte, dass nach der aktuellen Studienlage Kinder und Jugendliche sehr wohl am Infektionsgeschehen teilnehmen und deshalb der Schutz von besonderer Bedeutung sei. Für den Arbeitsschutz der Beschäftigten sei grundsätzlich der Arbeitgeber verantwortlich, sagte der Abgeordnete. Dennoch habe der Freistaat Bayern beispielsweise die Anschaffung von FFP2-Masken, CO2-Sensoren und mobilen Luftreinigungsgeräten in Kindertageseinrichtungen mit Förderprogrammen unterstützt.

Die Kitas bestätigten, dass Masken in ausreichender Zahl zur Verfügung stünden. Allerdings würden FFP2-Masken im Arbeitsalltag nur vereinzelt zum Einsatz kommen, da diese nicht dauerhaft getragen werden dürfen. Grundsätzlich seien Masken in der pädagogischen Arbeit nach Meinung der Erzieherinnen ohnehin schwierig, da sie Sprache und Mimik einschränken. Stracke machte deutlich, dass das Tragen zumindest von medizinischen Masken, auch OP-Masken genannt, sehr empfehlenswert sei und der Freistaat 20 Masken je Beschäftigten kostenfrei zur Verfügung stellen will. Ein äußerst gemischtes Bild ergab sich beim Einsatz von technischen Lösungen zur Absenkung des Infektionsrisikos. Während CO2-Sensoren in einigen Einrichtungen bereits im Gebrauch sind oder angeschafft werden sollen, wurden bislang nur in einer Einrichtung mobile Luftreinigungsgeräte aufgestellt. „Regelmäßiges Lüften ist eine sehr gute Präventionsmaßnahme und funktioniert besonders im Winter durch den Temperaturunterschied gut. CO2-Sensoren helfen dabei als eine Art Weckruf“, erklärte der Abgeordnete. „Allerdings wird der Nutzen von mobilen Luftreinigungsgeräten deutlich unterschätzt, wenn es darum geht, das indirekte Infektionsrisiko zu verringern. Die Empfehlungen aus der Wissenschaft sind hier doch recht klar“, meinte Stracke. Jedoch schreckten die recht hohen Anschaffungskosten ab. Eine Abfrage bei den Trägern der Kindertageseinrichtungen, die Stracke durchgeführt hat, ergab zudem, dass die Förderbedingungen des Freistaats viel zu restriktiv und bürokratisch seien und deshalb kaum genutzt wurden. „Bei der Förderpolitik des Freistaats besteht sicherlich noch deutlich Luft nach oben“, ist sich auch Stracke bewusst. 

Für mehr Trittsicherheit im Arbeitsalltag wünschten sich ausnahmslos alle Erzieherinnen den Einsatz von Schnelltests in den Kitas. Zwar besteht in Bayern die Möglichkeit, kostenfrei einen PCR-Test durchzuführen. Im Regelfall seien die Arbeitgeber bereit, dass auch während der Arbeitszeit getestet werden dürfe. Bis das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt, dauert es oft länger. Bei Antigen-Schnelltests ist das Ergebnis hingegen innerhalb von 15 Minuten da. „Das ist ein klarer Pluspunkt“, erklärte Stracke. Allerdings müssten die Träger diese Schnelltests bislang auf eigene Kosten beschaffen und die Anwendung bedürfe besonders geschulten Personals. „Das ist in der Praxis ein großes Hindernis. Voraussichtlich im März sollen Schnelltests für den Hausgebrauch auf den Markt kommen, die wesentlich einfacher in der Anwendung sind. Diese Tests können den Beschäftigten einfach und schnell mehr Sicherheit geben. Deshalb muss das Familienministerium solche Tests dann auch für jeden Arbeitstag und kostenlos den Kitas zur Verfügung zu stellen“, unterstrich der Bundestagsabgeordnete, wobei er deutlich machte, dass ein PCR-Test im Vergleich zu einem Schnelltest weiterhin am besten ist. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt war den Erzieherinnen, beim Impfen eine höhere Priorisierung als bisher zu erhalten. „Ich unterstütze die Forderung nachdrücklich, denn der Eigenschutz durch Abstand und Hygiene ist in der Kita nur ganz eingeschränkt möglich“, betonte Stracke. Einig waren sich die Gesprächspartner auch, dass die Impfung weiterhin freiwillig bleiben solle. 

Die Ostallgäuer Kitas dankten zum Abschluss der Runde dem Bundestagsabgeordneten für seine Gesprächsinitiative. Erstmals seit Langem habe sich ein Politiker Zeit genommen, zuzuhören. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindertageseinrichtungen stehen täglich vor erheblichen Herausforderungen und meistern diese mit großem Engagement“, sagte Stracke. „Mir ist es ein Anliegen, die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher viel stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken“, bekräftigte der Abgeordnete und bot an, den Austausch weiterzuführen. Dieses Angebot nahmen die Gesprächspartner sehr gerne an.

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