FOS Kaufbeuren/Die Redaktion des „FOBOSSO Postboten“ bei der Preisverleihung der Hanns-Seidel-Stiftung in München
Die Schülerzeitung der FOSBOS Kaufbeuren holt zum wiederholten Mal den Schülerzeitungspreis der Hanns-Seidel-Stiftung, diesmal in der Kategorie „Kreativität und Gestaltung“
Die Schülerzeitung der FOSBOS Kaufbeuren hat es wieder geschafft: Der „FOBOSSO Postbote“ ist erneut mit dem Schülerzeitungspreis „Die Raute“ der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet worden. Zur Preisverleihung in München reiste die Redaktion gemeinsam mit ihrer Lehrerin Mareike Schmidt. Auch Kaufbeurens 2. Bürgermeisterin Julia von Stillfried trafen sie dort. Diese dankte den jungen Leuten und ihrer Lehrerin nach dem offiziellen Teil noch einmal persönlich für ihr Engagement neben dem regulären Unterricht.
Zur Begrüßung würdigte Professor Klaus Holetschek, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, den Einsatz der jungen Journalistinnen und Journalisten auf mehreren Ebenen: für die Schulgemeinschaft, draußen bei der Recherche und bei der Verantwortung für die eigenen Inhalte. Gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz, Deep Fakes und der Frage, was Fiktion und was Wahrheit ist, seien Engagement und das Prüfen von Fakten für die Demokratie unverzichtbar.
Besonders überzeugt hat die Jury das ungewöhnliche Format des „FOBOSSO Postboten“. „Die Zeitung kann man nicht übersehen, man stolpert quasi darüber“, sagte Holetschek bei der Preisverleihung. Anders als die übrigen Schulen setzten die Redakteurinnen des „FOBOSSO Postboten“ nicht auf ein klassisches Heft, sondern platzierten Artikel und Fotos auf einem Plakat, das in jedem Klassenzimmer aushing. Über einen QR-Code gelangten die Leserinnen und Leser zu weiteren Artikeln und Beiträgen auf der Homepage der Schule.
Die prämierte Ausgabe stand unter dem Thema „Freiheit und Grenzen“. Lilli Braun steuerte eine Fotocollage über spektakuläre Gefängnisausbrüche bei, ein weiterer Artikel beschäftigte sich mit der Einschränkung individueller Freiheit durch Kleidervorschriften an manchen Schulen, und ein Podcast widmete sich der Kunstfreiheit. In ihrem Beitrag „Demokratie braucht Haltung“ setzte sich Franziska Gabler mit dem Neutralitätsgebot im Politikunterricht auseinander und mit der Aufgabe von Lehrkräften, für die Demokratie einzustehen.
Dieser Artikel passte besonders gut zur Laudatio von Christian Nitsche, Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks. „Ihr seid die nächste Generation und die Pfeiler dieser Demokratie“, sagte er den Schülerinnen und Schülern. „Seid wachsam, seid kritisch, seid diejenigen, auf die sich die Menschen verlassen können.“ Nitsche ermutigte die jungen Leute, hartnäckig zu sein und ihr Ding zu machen, und erzählte von seiner eigenen Laufbahn, die ebenfalls in der Redaktion einer Schülerzeitung an einem Nürnberger Gymnasium begann. Den Unterschied zwischen gutem Journalismus und Influencern erklärte er mit einem Vergleich: Wer backen kann, ist noch lange kein Bäcker. „Man muss sagen, was Sache ist, auch wenn es keine Likes einbringt.“ Als Journalist sei man Diener eines Gemeinwesens, das für Freiheit und Gleichheit einsteht. Zum Abschluss appellierte er: „Bewahrt euch eure Neugier und arbeitet am Erhalt der Demokratie.“
Der Großteil der Redakteurinnen will auch künftig weiter am „FOBOSSO Postboten“ arbeiten, obwohl die meisten inzwischen die 13. Klasse besuchen und damit viel Arbeit vor sich haben. An der FOSBOS ist die Kontinuität ohnehin eine Herausforderung: Die Schülerinnen und Schüler sind meist nur ein bis zwei Jahre an der Schule, und der Unterricht ist stark von der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen geprägt. Hoffnung macht, dass für die kommende Ausgabe zwei neue Mitglieder aus den 11. Klassen dazugekommen sind, die der Redaktion hoffentlich noch ein weiteres Jahr erhalten bleiben.



















