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Der erste klare Frostmorgen zeigt meist sehr schnell, in welchem Zustand die Wischerblätter sind. Die Scheibe ist frei gekratzt, die Wischer laufen an, und statt einer klaren Fläche bleiben feine Streifen zurück oder das Blatt springt mit einem trockenen Rattern über das Glas. Im Sommer fällt ein gealtertes Blatt kaum auf, bei Schneeregen und tief stehender Sonne dagegen sehr deutlich.
Bevor Sie neue Blätter kaufen, lohnt ein Blick darauf, welche Bauart und welches Befestigungssystem Ihr Fahrzeug verwendet. Hersteller setzen je nach Modell auf unterschiedliche Adapter, und nicht jedes Blatt passt auf jeden Arm. Eine gute Grundlage für diese Entscheidung bietet die AUTODOC-Übersicht zu Scheibenwischer-Bauarten, Adaptern und typischen Fehlerbildern, in der auch die Servicestellung bei versenkt liegenden Wischern erklärt wird.
Die Gummilippe verträgt Kälte schlechter als Regen
Für Wasser ist ein Wischerblatt gebaut, für Minusgrade nur bedingt. Mit sinkender Temperatur wird das Gummi steifer und folgt der gewölbten Scheibe weniger genau. Friert die Lippe über Nacht am Glas fest, genügt ein einziger Wischvorgang, um die empfindliche Kante einzureißen. Ein Schaden dieser Art ist mit bloßem Auge oft nicht zu erkennen und zeigt sich erst als Streifen im Sichtfeld.
Auf gestreuten Straßen kommt eine zweite Belastung hinzu. Vorausfahrende Fahrzeuge wirbeln Salzlake, feinen Splitt und Straßenschmutz auf die Frontscheibe. Dieser Film reibt bei jedem Durchgang an der Lippe und nutzt sie mit der Zeit ab, ähnlich wie sehr feines Schleifpapier. Im Voralpenland, wo zwischen Herbst und Frühjahr viele Tage mit nasser Fahrbahn und Streudienst zusammenkommen, summiert sich das über die Saison.
Schlieren haben nicht immer mit dem Blatt zu tun
Ein schlechtes Wischbild verleitet dazu, sofort das Blatt verantwortlich zu machen. Häufig liegt die Ursache jedoch auf der Scheibe selbst, etwa in Wachsresten aus der Waschanlage oder einem öligen Straßenfilm. Es empfiehlt sich daher, zuerst Glas und Gummilippe gründlich zu reinigen und das Ergebnis danach erneut zu beurteilen.
Bleiben die Probleme bestehen, sprechen folgende Anzeichen für ein verschlissenes Blatt:
- Streifen oder unbewischte Bereiche trotz sauberer Scheibe,
- sichtbare Risse, ausgefranste Stellen oder eine verhärtete Lippe,
- Rattern und Quietschen, das auch bei nasser Scheibe auftritt.
Rattern kann allerdings auch auf einen verstellten Anstellwinkel des Wischerarms hinweisen. Steht die Anlage vollständig still, liegt der Fehler eher bei Sicherung, Relais oder Motor als beim Gummi.
Morgens vor der Abfahrt und abends nach dem Parken
Viele Schäden entstehen in wenigen Sekunden und lassen sich mit etwas Routine vermeiden. Bei angekündigtem Frost können die Wischerarme über Nacht hochgeklappt oder die Scheibe abgedeckt werden. Bei Fahrzeugen mit verdeckt liegenden Wischern ist dafür meist die Servicestellung nötig, damit die Arme nicht gegen die Motorhaube stoßen.
Am Morgen gilt eine einfache Reihenfolge. Zuerst wird die Scheibe vollständig enteist, erst danach werden die Wischer eingeschaltet. Ein feuchtes Tuch, mit dem die Lippe gelegentlich von Salz befreit wird, gehört im Winter ebenso ins Handschuhfach wie der Eiskratzer. Im Herbst sammeln sich zudem Blätter und Nadeln im Wasserkasten unter der Scheibe, die den Abfluss behindern und die Arme blockieren können.
Der Behälter mit dem Wischwasser
Ein trocken laufendes Blatt verschleißt deutlich schneller als eines, das auf einem Wasserfilm gleitet. Spätestens vor den ersten Nächten unter null Grad sollte daher Winterkonzentrat mit Frostschutz im Behälter sein, gemischt nach Herstellerangabe und passend zu den erwarteten Tiefstwerten. In höher gelegenen Orten ist eine etwas kräftigere Mischung sinnvoll. Auf salznassen Straßen steigt der Verbrauch erheblich, weshalb der Füllstand im Winter öfter kontrolliert werden sollte. Verstopfte oder verdrehte Düsen fallen bei dieser Gelegenheit ebenfalls auf.
Länge, Adapter und Bauart beim Kauf
Neue Blätter lassen sich bei den meisten Fahrzeugen ohne Werkzeug in wenigen Minuten montieren. Entscheidend ist die Auswahl. Fahrer- und Beifahrerseite haben häufig unterschiedliche Längen, und das Blatt muss zum Befestigungssystem des Arms passen. Flachbalkenwischer ohne offenes Gestänge verteilen den Druck gleichmäßig und bieten Schnee und Eis wenig Angriffsfläche, während klassische Bügelwischer vor allem an älteren Modellen verbaut sind.
Der Heckwischer wird oft vergessen, obwohl bei Kombis, SUV und Kleinwagen gerade die Heckscheibe im Winter stark verschmutzt. Ist er ab Werk vorhanden, muss er bei der Hauptuntersuchung funktionieren. Stark verschlissene Frontwischer können dort ebenfalls als Mangel vermerkt werden.



















