Fraktionsinitiativen im Landtag bringen Fördermittel für Kultur, Forschung und Infrastruktur
Mit sogenannten Fraktionsinitiativen ergänzen CSU und FREIE WÄHLER den bayerischen Staatshaushalt 2026. Mehr als 110 Millionen Euro sollen bayernweit in rund 600 Projekte fließen. Auch die Region Kaufbeuren sowie Gemeinden im Ostallgäu und Unterallgäu profitieren davon. Die beiden Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler) und Peter Wachler (CSU) sehen darin wichtige Impulse für Kultur, Wissenschaft, Infrastruktur und gesellschaftliches Engagement vor Ort.
Fraktionsinitiativen als Instrument für regionale Projekte
Die Mittel wurden im Rahmen der Haushaltsverhandlungen im Bayerischen Landtag vorbereitet. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses Josef Zellmeier (CSU) und sein Stellvertreter Bernhard Pohl (Freie Wähler) hatten zuvor ein Gesamtvolumen von 110 Millionen Euro vereinbart. Bernhard Pohl betont die Bedeutung dieser Initiativen:
Fraktionsinitiativen seien kein Sondervermögen der Regierungsfraktionen, sondern ergänzende Vorschläge für Projekte, die anschließend im Haushaltsausschuss beraten und beschlossen werden. „Mit diesem Instrument können wir regionale Projekte direkt im Haushaltsgesetz verankern. Damit stärken wir die Regionen des Freistaats und leisten einen Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Bayern“, so Pohl.
Wachler sieht in den Förderungen ein deutliches Signal für die Region: „Unser Einsatz für die Region hat sich gelohnt. Mit den Fraktionsinitiativen unterstützen wir Projekte, die das Leben vor Ort stärken – von Kultur über Sport bis hin zum Ehrenamt.“
Kaufbeuren im Mittelpunkt der Förderung
Ein Schwerpunkt der Förderungen liegt in der Stadt Kaufbeuren. So stellt der Freistaat 400.000 Euro für erste Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Martinskirche bereit. Das historische Gotteshaus gilt als Denkmal von nationaler Bedeutung. In den kommenden Jahren stehen umfangreiche Arbeiten an, unter anderem zur Stabilisierung der Statik.
Auch das Crescentiakloster erhält Unterstützung. Für die Planung eines sozialraumorientierten Wohnangebots für Menschen mit Behinderung im Gebäude Crescentiaplatz 11 werden 335.000 Euro bereitgestellt. Das Projekt soll sowohl sozialen Bedarf decken als auch einen städtebaulichen Impuls im Klosterareal setzen.
Weitere 50.000 Euro gehen an die Kulturwerkstatt Kaufbeuren, die seit Jahrzehnten Kinder und Jugendliche an Kunst und Theater heranführt.
Kultur und Erinnerungskultur
Auch kulturelle Projekte profitieren von den Initiativen.
Der Klarinettist Klaus Hampel, Kulturpreisträger der Stadt Kaufbeuren, erhält 50.000 Euro für eine Auftragskomposition, die sich mit den Verbrechen der NS-Diktatur auseinandersetzt. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der israelischen Organisation „Violins of Hope“.
Darüber hinaus wird das Jewish Chamber Orchestra Munich mit 300.000 Euro unterstützt. Geplant ist eine Konzertreihe zwischen Bayern und Rom mit dem Werk „Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz“, die den interreligiösen Dialog fördern soll.
Forschung und große Veranstaltungen in der Region
Auch wissenschaftliche Projekte finden Berücksichtigung. Für die Fortsetzung der archäologischen Grabungen in der Hammerschmiede bei Pforzen stellt der Freistaat 550.000 Euro bereit. Die Forschungen unter Leitung von Professorin Madelaine Böhme haben in den vergangenen Jahren international beachtete Funde hervorgebracht.
Ein kulturelles Großereignis ist außerdem zum 100-jährigen Jubiläum des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) geplant. In der Energie-Schwaben-Arena in Kaufbeuren soll ein internationales Blasmusik-Tattoo mit Musikkorps verschiedener Streitkräfte stattfinden. Dafür sind 110.000 Euro vorgesehen.
Weitere Projekte im Stimmkreis Kaufbeuren
Dazu gehören unter anderem:
- 100.000 Euro für Flutlichtanlagen im Waldstadion Neugablonz
- 60.000 Euro für mobile Bäume auf dem Bürgerplatz in Neugablonz
- 60.000 Euro für die Sanierung des Römerturms in Kaufbeuren
Entscheidung im Landtag steht noch aus
Die Fraktionsinitiativen werden nun im Haushaltsausschuss beraten. Eine endgültige Entscheidung des Bayerischen Landtags über den Haushalt 2026 wird im April erwartet. Zu beachten ist, dass sich im Haushaltsvollzug die eingeplanten Mittel aufgrund einer allgemeinen Haushaltssperre um rund zehn Prozent reduzieren können.


















