Wie Märchen Mut machen – und warum Anderssein eine Stärke sein kann
Stress, Angst, Mühsal und Verluste gehören für viele Menschen zum Alltag. Umso größer ist oft der Wunsch, für einen Moment in andere Welten einzutauchen. Manche gehen noch weiter – sie erschaffen diese Welten selbst. Einer von ihnen war Hans Christian Andersen. Unter dem Titel „Hans Christian Andersen: Sein Leben, seine Märchen“ widmete sich die Kinderuni der Bürgerstiftung Kaufbeuren am 23. April 2026 genau dieser besonderen Persönlichkeit. In der neuen Kulturwerkstatt erhielten kleine und große Besucher Einblicke in das Leben und Werk des dänischen Schriftstellers.
Ein Vortrag, der Geschichten lebendig macht
Durch den Nachmittag führte Thomas Garmatsch, Leiter der Kulturwerkstatt, der für diesen Anlass in die Rolle eines Professors schlüpfte. Unterstützt von Herrn Finn, Herrn Licht und Frau Sonne gelang es ihm, Andersens Lebensgeschichte anschaulich zu vermitteln. Auch Schirmherrin Eva Schwemmer war vor Ort und brachte sich als „Märchentante“ in die Veranstaltung ein.
Zwischen Armut, Ablehnung und Durchhaltevermögen
Zu Beginn erfuhren die Kinder mehr über Andersens Kindheit. Sie hörten von schwierigen Lebensumständen, vom frühen Tod seines Vaters und davon, dass seine Träume oft belächelt wurden. Gleichzeitig wurde deutlich: Andersen ließ sich davon nicht aufhalten. Mit Ausdauer und Selbstvertrauen ging er seinen eigenen Weg. Seine Geschichten erreichten viele Menschen – damals wie heute.
Märchen, die bis heute berühren
Dass Andersens Werke nichts an Aktualität verloren haben, zeigte sich schnell. Aus dem Publikum wurden Titel wie „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, „Des Kaisers neue Kleider“ und „Die Schneekönigin“ genannt. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie persönliche Erfahrungen in seine Märchen einflossen. Ein Junge brachte es auf den Punkt, als er über „Das hässliche Entlein“ nachdachte: Auch Andersen sei zunächst ausgelacht worden, habe aber später seinen Platz gefunden.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Die Kinder wurden aktiv in das Geschehen einbezogen. Sie erzählten Märchen nach, ordneten Symbole den richtigen Geschichten zu und arbeiteten gemeinsam an Lösungen. So erklärte ein Kind schüchtern den Inhalt von „Die Prinzessin auf der Erbse“ – und zeigte damit, wie präsent die Geschichten noch immer sind.
Märchen im Original entdecken
Zum Abschluss ermutigte Thomas Garmatsch die Kinder, Märchen auch im Original zu lesen. Verfilmungen seien zwar unterhaltsam, gäben die ursprünglichen Geschichten aber oft verändert wieder. Sein Fazit: Anders zu sein ist keine Schwäche, sondern eine Stärke – eine Botschaft, die sich durch Andersens Leben und Werk zieht.
Dank an die Unterstützer
Ein besonderer Dank gilt Thomas Garmatsch für den engagierten Vortrag sowie Frau Jehl von der Bürgerstiftung. Ihr Einsatz ermöglicht es, dass die Kinderuni regelmäßig solche Einblicke in spannende Themen bietet.



















