Erste Kreishandwerksmeisterin im Bereich der Handwerkskammer für Schwaben – nach 22 Jahren übergibt Robert Klauer das Amt
Ein historischer Moment für das Handwerk im Ostallgäu und in ganz Schwaben: Sandra Gareiß ist die erste Frau, die im Bereich der Handwerkskammer für Schwaben das Amt der Kreishandwerksmeisterin übernimmt. Nach 22 Jahren an der Spitze der Kreishandwerkerschaft Ostallgäu/Kaufbeuren gibt Robert Klauer das Amt ab und übergibt die Verantwortung an eine Frau, die das Handwerk seit Jahrzehnten kennt und mitgestaltet.
Mit der Wahl von Sandra Gareiß bekommt die Kreishandwerkerschaft nicht nur ein neues Gesicht, sondern auch ein starkes Zeichen für Frauenpower im Handwerk. Die neue Kreishandwerksmeisterin steht für Erfahrung, Engagement und einen Wandel, der längst auch im Handwerk angekommen ist. Gareiß ist in der Region keine Unbekannte. Mehr als 20 Jahre stand sie als Obermeisterin an der Spitze der Friseurinnung Ostallgäu. Sie kennt damit die Arbeit der Innungen, die Herausforderungen der Betriebe und die Strukturen der Handwerkskammer aus eigener langjähriger Erfahrung.
Ihre Wahl ist deshalb weit mehr als ein Wechsel an der Spitze. Sie ist ein Zeichen dafür, dass sich das Handwerk verändert – ohne dabei seine Traditionen aufzugeben. Frauen übernehmen Verantwortung, gestalten mit und stehen zunehmend auch an der Spitze handwerklicher Organisationen.
Ein starkes Signal für das Ostallgäu
Gerade für die Region Ostallgäu und Kaufbeuren ist die Wahl von Sandra Gareiß ein besonderer Schritt. Über Jahrzehnte waren Führungspositionen im Handwerk überwiegend männlich geprägt. Nun übernimmt erstmals eine Frau im Bereich der HWK Schwaben das Amt einer Kreishandwerksmeisterin. Dabei bringt Gareiß nicht nur die notwendige Erfahrung mit, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Anliegen der Handwerksbetriebe. Ihre langjährige Tätigkeit als Obermeisterin hat sie ebenso geprägt wie ihr Engagement in der Vollversammlung der Handwerkskammer.
Mit ihrer Wahl verbindet sich damit die Hoffnung auf neue Impulse, neue Perspektiven und eine moderne Interessenvertretung des Handwerks. Das Ostallgäu zeigt: Handwerk hat Zukunft – und diese Zukunft wird auch von Frauen gestaltet.
Nach 22 Jahren: Robert Klauer übergibt das Amt
Mit der Wahl von Sandra Gareiß geht gleichzeitig eine außergewöhnlich lange Amtszeit zu Ende. 22 Jahre lang stand Robert Klauer an der Spitze der Kreishandwerkerschaft Ostallgäu/Kaufbeuren. Für Klauer war das Ehrenamt weit mehr als eine Funktion. „Das Handwerk war und ist für mich eine Herzensangelegenheit“, so beschreibt er seine langjährige Verbundenheit mit der Branche. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2004 hat Klauer die Entwicklung des regionalen Handwerks entscheidend mitgeprägt. Eines seiner wichtigen Projekte war die Einrichtung der Außenstelle der HWK in Kaufbeuren, die er gemeinsam mit der Kammer auf den Weg brachte.
Auch über die Kreishandwerkerschaft hinaus engagierte sich Klauer über viele Jahre für das Handwerk. 20 Jahre gehörte er der Vollversammlung der Handwerkskammer für Schwaben an. Seit 2003 steht er zudem als Obermeister an der Spitze der Bauinnung Kaufbeuren. Eine besondere Rolle spielte die Fusion der Kreishandwerkerschaften Füssen und Kaufbeuren im Jahr 2019. Klauer gehörte zu den treibenden Kräften hinter dem Zusammenschluss und setzte sich maßgeblich dafür ein, die beiden Organisationen zusammenzuführen. Darüber hinaus ist Klauer Vorsitzender der Stiftung Haus des Handwerks.
Goldene Ehrennadel als besondere Würdigung
Wie hoch sein jahrzehntelanges Engagement geschätzt wird, zeigte sich erst im März dieses Jahres: Robert Klauer wurde mit der Goldenen Ehrennadel der Handwerkskammer für Schwaben ausgezeichnet. Die Goldene Ehrennadel ist die höchste Auszeichnung der HWK Schwaben und wird nur in besonderen Fällen verliehen. Sie würdigte Klauers jahrzehntelangen Einsatz für das Handwerk und seine besonderen Verdienste um die berufliche Organisation.
Nun übergibt er den Staffelstab – allerdings nicht vollständig. Klauer bleibt der Kreishandwerkerschaft als stellvertretender Kreishandwerksmeister erhalten und wird das neue Führungsteam weiterhin unterstützen. Auch Alfred Jörg, der bereits im Januar zum zweiten Stellvertreter gewählt wurde, bleibt Teil der Führung.
Ein Staffelstab für die Zukunft
Damit treffen bei der Kreishandwerkerschaft Vergangenheit, Erfahrung und Zukunft aufeinander: 22 Jahre Robert Klauer gehen zu Ende – und mit Sandra Gareiß beginnt gleichzeitig ein neues Kapitel. Für Klauer ist die Nachfolge gut gewählt. „Sandra Gareiß weiß, wie das Handwerk funktioniert“, ist er überzeugt.
Und so ist die Übergabe mehr als ein Abschied. Sie ist ein Wechsel mit Symbolkraft. Ein erfahrener Handwerker übergibt das Steuer an eine erfahrene Handwerkerin. Die Tradition bleibt – doch an der Spitze steht künftig eine Frau. Sandra Gareiß schreibt damit Handwerksgeschichte in Schwaben. Und das Ostallgäu setzt ein deutliches Zeichen: Frauenpower gehört zum Handwerk – und zur Zukunft des Handwerks.
Text: Kreishandwerkerschaft Ostallgäu/Kaufbeuren



















