„Weg mit den Stolperfallen“: Grüne fordern echte Barrierefreiheit und informieren sich beim Weltmarktführer ALUMAT

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von links nach rechts: Christian Rager, Assistenz der Geschäftsführung, Geschäftsführerin Claudia Rager-Frey, Stephanie Schuhknecht, MdL, Bürgermeister Oliver Schill, Sabine Eichinger (vorne). Foto: Luca Gaurieder

Schill kritisiert drohenden Wegzug von Kaufbeurer Vorzeigeunternehmen. Stellungnahme von Oberbürgermeister Stefan Bosse

Barrierefreiheit ist mehr als nur ein Schlagwort. Sie entscheidet darüber, ob Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können oder in den eigenen vier Wänden isoliert werden. Barrierefreie Übergänge ohne Stolperfallen stand daher im Mittelpunkt eines Unternehmensbesuchs der Grünen beim Kaufbeurer Traditionsunternehmen ALUMAT-Frey GmbH. Zweiter Bürgermeister und Oberbürgermeisterkandidat Oliver Schill informierte sich gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht und Stadtratskandidatin Sabine Eichinger über innovative Lösungen für schwellenlose Türsysteme.

Zwei Zentimeter als „Gefängnismauer“

Für Sabine Eichinger, die für den Stadtrat kandidiert und selbst Rollstuhlfahrerin ist, ist das Thema eine Herzensangelegenheit. „Das Bild, dass eine Rollstuhlfahrerin eine zwei Zentimeter hohe Schwelle problemlos überwinden kann, ist schlichtweg falsch“, betont Eichinger. „In der Regel ist man auf Hilfe angewiesen. Solche Schwellen an Balkon- oder Terrassentüren machen eine Wohnung für Betroffene zum Gefängnis.“

Ein „Hidden Champion“ aus der Nachbarschaft

Wie das technisch geht, zeigt der „Hidden Champion“ ALUMAT seit über 30 Jahren. Während bei Außentüren bislang Schwellen von mindestens zwei Zentimetern als Standard gelten, setzt das Unternehmen auf schwellenlose Magnet-Doppeldichtungen. „Es gibt im Neubau keine technischen Gründe mehr, an zwei Zentimetern festzuhalten“, betonte Geschäftsführerin Claudia Rager-Frey. „Da die Technik auch im Bestand funktioniert, ließen sich Stolperfallen fast überall beseitigen.“

Politischer Handlungsbedarf in Bayern

Auch Stephanie Schuhknecht sieht politischen Handlungsbedarf. In Bayern könne Wohnraum bislang noch als barrierefrei gelten, selbst wenn Balkon oder Terrasse nur über eine bis zu 15 Zentimeter-Schwelle erreichbar seien. „Wenn in den meisten anderen Bundesländern längst menschenfreundlichere Regelungen gelten, darf Bayern hier nicht hintenanstehen. Das darf einem eben nicht ‚Wurst‘ sein!“, so die Abgeordnete.

Kaufbeuren als Vorbild

Oliver Schill sieht die Stadt Kaufbeuren in der Pflicht, hier voranzugehen. Für ihn ist der Besuch bei ALUMAT ein klares Signal für seine Ziele als möglicher Chef im Rathaus: „Wir müssen weg von Scheinlösungen, die den Betroffenen im Alltag nicht helfen. Ich will, dass Kaufbeuren unter meiner Führung zum Vorbild wird. In allen städtischen Gebäuden und bei Projekten, die wir fördern, muss echte Barrierefreiheit zum Standard werden.“ Mit innovativer Technik aus der eigenen Stadt, so der Tenor des Besuchs, ließen sich Stolperfallen für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen gleichermaßen beseitigen.

Politischer Paukenschlag: Abwanderung wegen Platzmangel

Am Rande des Besuchs wurde jedoch eine Entwicklung bekannt, die Bürgermeister Oliver Schill sichtlich irritierte: Das expandierende Unternehmen ALUMAT plant, den Standort Kaufbeuren zu verlassen. Hintergrund ist der wachsende Flächenbedarf. Nach Angaben des Unternehmens bemüht sich ALUMAT seit circa sechs Jahren um den Erwerb eines geeigneten Grundstücks. „Bis heute haben wir keine verbindliche Zusage und damit keine Planungssicherheit“, erklärte die Geschäftsführung. Oliver Schill zeigt sich über diese Entwicklung und die Informationspolitik der Verwaltung unter Oberbürgermeister Stefan Bosse fassungslos: „Dass ich erst durch den Zufall eines Unternehmensbesuchs vom drohenden Wegzug eines solchen Vorzeigeunternehmens erfahre, ist unverständlich. Es kann nicht sein, dass die Verwaltung den Stadtrat über einen so bedeutsamen wirtschaftspolitischen Vorgang im Unklaren lässt.“

Besonders kritisch sieht Schill die Vergabe von Flächen im angrenzenden Gewerbegebiet „Im Hart“, das der Stadtrat neu auf den Weg gebracht hat. „Dass hier tatenlos zugeschaut wird, wie ein Hidden Champion unsere Stadt verlassen möchte, während direkt nebenan neue Flächen entstehen, wäre mit mir als Oberbürgermeister nicht passiert“, stellt Schill klar. Unter seiner Führung müsse die Wirtschaftsförderung zur Chefsache werden, um innovative Betriebe und Arbeitsplätze langfristig in Kaufbeuren zu halten.

Wahlwerbung zur Kommunalwahl 2026

Dieser Beitrag ist Wahlwerbung.

Verantwortlich: Grüne Stadtverband Kaufbeuren, vertreten durch Elitsa Stambolova und Maren Levin, 87600 Kaufbeuren. Der Beitrag wurde von den genannten Verantwortlichen zur Veröffentlichung bereitgestellt. Für den Inhalt sind ausschließlich die genannten Verantwortlichen verantwortlich.

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