Stephan Stracke vor Ort – Austausch über aktuelle Herausforderungen im Bäderbetrieb
Kaufbeuren-Neugablonz – Zum Ende einer besucherstarken Freibadsaison hat sich der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) im Erlebnisbad Neugablonz über die aktuelle Situation des Bäderbetriebs informiert. Im Mittelpunkt standen die Sicherheit im Badebetrieb, die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen sowie die Anforderungen an Personal, Wasser- und Energieversorgung. Am Gespräch nahmen Betriebsleiter Thorsten Schaper, Schwimmmeister Benedikt Huber, die Leiterin des Liegenschaftsamts Angelika Huber sowie der Vorsitzende der Wasserwacht Kaufbeuren Elmar Gailhofer teil.
„Das Neugablonzer Erlebnisbad ist eine echte Kaufbeurer Institution und eine Perle unter den Freibädern unserer Region“, betonte Stracke. Das 1962 eröffnete und 2004 umfassend modernisierte Bad zählt mit Riesenrutsche, Strömungskanal und Sprungturm zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Stadt. Rund zwei Drittel der Kaufbeurer Freibadgäste entscheiden sich nach Angaben der Verantwortlichen für Neugablonz.
„Mit rund 62.000 Badegästen gehört dieses Jahr zu den besten Freibadsaisons der vergangenen Jahre“, berichtete Huber. Begünstigt worden seien die hohen Besucherzahlen insbesondere durch die langanhaltend sommerliche Witterung nach schwierigem Start an Pfingsten.
Gut aufgestellt sieht sich das Bad auch bei Wasser- und Energieversorgung. Pro Saison werden rund 14.000 Kubikmeter Wasser benötigt. Einen wichtigen Vorteil bietet der eigene Tiefbrunnen, der gerade während der Trockenheit für stabile Badevoraussetzungen sorgte. Bei der Beheizung der Becken setzt das Bad auf eine Solarthermieanlage. „Damit können wir jährlich rund 30.000 m³ Erdgas einsparen“, erläuterte Schaper.
Verändert habe sich in den vergangenen Jahren auch das Freibadpublikum, berichteten die Verantwortlichen. Mangelnde Aufsicht durch Eltern, die sich eher mit ihrem Mobiltelefon als mit ihren Kindern beschäftigten, sei immer wieder ein Thema. Zugenommen hätten auch Regelverstöße. Dabei gehe es vor allem um Verhaltensweisen, durch die andere gefährdet oder gestört werden könnten – etwa das Springen vom Beckenrand an ungeeigneten Stellen, das Hochlaufen auf der Rutsche oder Gruppen, die wiederholt andere Gäste störten. „Wir stellen fest, dass wir häufiger eingreifen müssen als noch vor einigen Jahren“, berichtete Huber. Bei störenden Gruppen gehe das Bad gezielt gegen diejenigen vor, die das Geschehen maßgeblich bestimmten. Würden diese des Bades verwiesen, beruhige sich die Situation erfahrungsgemäß schnell. Die große Mehrheit zeige sich nach einer Ermahnung einsichtig. Bei wiederholten Verstößen werde ein Platzverweis ausgesprochen; längerfristige Hausverbote seien die Ausnahme. Besondere Sicherheitsprobleme, wie sie aus einzelnen anderen Bädern berichtet werden, seien in Neugablonz dagegen kein Thema. Ein externer Sicherheitsdienst sei deshalb nicht erforderlich.
Mit Sorge beobachten die Verantwortlichen vor allem die nachlassende Schwimmfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen. Als Gründe nannten sie unter anderem ausgefallene Schwimmkurse während der Corona-Pandemie sowie unterschiedlichen Nachholbedarf beim Schwimmenlernen. Das Erlebnisbad wird auch von der Gustav-Leutelt-Schule für den Schwimmunterricht genutzt. Wasserwacht und DLRG übernehmen mit eigenen Kursangeboten vornehmlich in der Wintersaison im Hallenbad eine wichtige Rolle in der Schwimmausbildung. „Das Seepferdchen ist ein wichtiger erster Schritt. Entscheidend ist aber, dass Kinder anschließend weiter üben und wirklich sicher schwimmen lernen“, betonte Gailhofer. Die Stadt überlegt, das Angebot durch eigene Schwimmkurse zu ergänzen.
Die gestiegenen Anforderungen prägen den Arbeitsalltag der Beschäftigten. In Neugablonz sorgen neben dem Schwimmmeister zwei Rettungsschwimmer für die Sicherheit der Gäste. Die dreijährige Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe umfasst neben der Badeaufsicht auch Schwimmen, Rettungstechniken sowie technische und naturwissenschaftliche Inhalte. „Ich bin seit fast zehn Jahren Schwimmmeister und würde mich jederzeit wieder für diesen Beruf entscheiden“, so Huber.
Stracke dankte den Beschäftigten des Erlebnisbads für ihren Einsatz im laufenden Bäderbetrieb. Zugleich würdigte er das Engagement von Wasserwacht und DLRG in der Schwimmausbildung.
„Unsere Bäder sind weit mehr als Freizeiteinrichtungen. Hier lernen Kinder schwimmen, Vereine leisten wichtige Arbeit und Menschen aller Generationen kommen zusammen. Damit das auch künftig möglich ist, brauchen die Kommunen verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend qualifiziertes Personal und eine leistungsfähige Bäderinfrastruktur. Mit der Sportmilliarde unterstützt der Bund die Kommunen gezielt bei der Sanierung ihrer Sportstätten. Allein für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder stehen in einer eigenen Förderrunde 250 Millionen Euro bereit. Damit stärken wir die Kommunen dabei, ihre Bäder zu modernisieren und langfristig zu erhalten. Der Besuch hier in Neugablonz zeigt mir, wie wichtig dieses Angebot für eine Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger ist“, so Stracke abschließend.



















