Wegbereiter der Mobilität aus Böhmen und Mähren
„Nicht die Technik macht Geschichte, sondern die Menschen, die sie erfunden haben.“
Ferdinand Porsche (1875-1951), geboren in Maffersdorf im Isergebirge
Ferdinand Porsche, der Vater des legendären VW-Käfer, gehört zu den Technik-Pionieren aus Böhmen und Mähren, die Geschichte schrieben und zu Wegbereitern unserer heutigen Mobilität wurden. Sein 150. Geburtstag war 2025 für das Sudetendeutsche Museum München und das Isergebirgs-Museum Neugablonz Anlass, sich auf die Spuren dieser Pioniere zu begeben.
Die Spurensuche beginnt bei der Eisenbahn, dem ersten Massenverkehrsmittel. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt jedoch auf den „Selbstbewegern“, dem Fahrrad, dem Motorrad und dem Automobil. Sie brachten individuelle Bewegungsfreiheit. Hinter all diesen Fortbewegungsmitteln standen, nicht nur in Böhmen und Mähren, findige Techniker und kreative Konstrukteure. Neben Ferdinand Porsche, dem bekanntesten unter ihnen, präsentiert die Ausstellung Franz von Gerstner und die erste Pferdeeisenbahn Mitteleuropas. Eine von Vaclav Laurin und Vaclav Klement 1895 gegründete Fahrradfabrik wurde 1925 zum Autohersteller Škoda. Auch so skurrile Kreationen wie das Meter lange Böhmerland-Motorrad von Albin Liebisch sind zu sehen. Das Sudetendeutsche Museum präsentiert einen Tatra DELTA aus dem Jahr 1927. Er wurde von Hans Ledwinka konstruiert. Bewundern kann man auch den VW-Käfer von 1954, der sich in der Dauerausstellung des Museums befindet. „Neugablonzer“ können sich sicher an den rot-schwarzen Tatra 57 B erinnern, der von Kurt Wenzel restauriert wurde. Auch dieser wird im Erdgeschoß des Gablonzer Hauses präsentiert.
Weitere attraktive Leihgaben stellen unter anderem das Porsche-Museum in Stuttgart, das Škoda-Museum in Jungbunzlau/Mladá Boleslav, das Deutsche Museum München, der PS.Speicher Einbeck, das Deutsche Fahrradmuseum Bad Brückenau, das Egerland-Museum in Marktredwitz und das Technikmuseum Sinsheim zur Verfügung.
So selbstverständlich Autofahren heute ist, so abenteuerlich waren die Anfänge. Baron Theodor von Liebieg aus Reichenberg war einer dieser Abenteurer. Er testete mit der ersten mehrtägigen Fernfahrt der Automobilgeschichte 1894 die Alltagstauglichkeit der neuen Technik. Die Ausstellung erzählt die Geschichte seiner Pionierfahrt. Als Begleitpublikation erscheinen Liebiegs handschriftliche Reise-Tagebücher erstmals in gedruckter Form. Sie ergänzen den reich bebilderten Ausstellungskatalog.
Für die Sonderausstellung des Sudetendeutschen Museum München und des Isergebirgs-Museums Neugablonz gibt am 22.02.2026 um 15:00 Uhr Oberbürgermeister Stefan Bosse den Startschuss. Danach ist sie bis zum 20. September 2026 jeweils dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.


















