Neuer Platz für Kaiser-Willhelm und Brettacher

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Foto: AELF

Mit der Neuanpflanzung von Obstbäumen auf seiner Wiese hat Landwirt Hermann Specht aus Großried im Landkreis Ostallgäu dieses Frühjahr den Grundstein für einen wertvollen Lebensraum für Insekten und Vögel geschaffen

Alte Streuobstbestände mit höhlen- und totholzreichen Altbäumen bieten hochwertigen Lebensraum für Vögel und Insekten und haben einen stark positiven Effekt auf die Artenvielfalt. Die Bäume leisten aktiven Boden-, Gewässer und Klimaschutz und zeichnen ein schönes Landschaftsbild.

Hier sind einige Punkte, die die Bedeutung von Streuobstwiesen für die Biodiversität verdeutlichen:

Aus der Not heraus und der Notwendigkeit zur Selbstversorgung hatte früher jedes Anwesen Obstbäume im Garten. Durch Nachverdichtung der Bebauung und den Verlust des Nutzens von eigenem Obst sind Streuobstwiesen selten geworden.

Um dem Trend entgegenzuwirken und einen artenreichen Lebensraum zu schaffen hat Landwirt Hermann Specht aus Großried im Landkreis Ostallgäu dieses Frühjahr den ersten Schritt unternommen. Mit der Neuanpflanzung von Obstbäumen auf seiner Wiese legt er den Grundstein für einen wertvollen Lebensraum für Insekten und Vögel. Wichtig ist die Auswahl passender Sorten zum heimischen Klima. Weil auch heimische Obstsorten vor dem Aussterben bewahrt werden sollen fiel die Wahl auf die Sorten Kaiser-Willhelm, Brettacher Stäubling, „Jakob Fischer“ und Wildbirne.

Als Pflanzhilfe ist nun ein Bagger angerückt, der großzügige Pflanzlöcher vorbereitet. Bei der Pflanzung selbst ist Handarbeit gefragt. Der Wurzelballen muss sorgfältig eingesetzt werden und der Baum auf senkrechen Stand ausgelotet werden. Wichtig ist auch der Verbissschutz gegen Mäuse, die sonst die Wurzeln abnagen und der Baum abstirbt. Zuletzt bekommen die angepflanzten Obstbäume eine Stütze aus Holzpfählen, die sie gegen Wind und Wetter stabilisiert. „Besonders wichtig ist, dass man das Gießen in dem ersten Standjahr nicht vergisst“, so Franziska Mitzdorf, Beraterin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren. Ein ausgewachsener Streuobstbaum benötigt ca. 10 x 10 Meter Standraum Auf der 600 qm großen Wiese haben die Bäume ausreichend Platz. „Bei uns steht die ganze Specht hinter der neuen Streuobstwiese und freut sich schon auf den ersten selbstgemachten Apfelsaft. Denn die Bäume bleiben nur gesund und werden alt durch die richtige und regelmäßige Pflege.“, so Susanne Specht.

Generationenaufgabe

Eine prächtig erhaltene Streuobstwiese befindet sich auf dem Althof von Josef Mayr in Ingenried. Sein ganzes Leben lang begleiten die alten Bäume den 83-jährigen schon. Über 40 verschiedene Sorten von Birnen, Äpfeln und Zwetschgen pflegt der rüstige Rentner. Dazu gehört der Zuschnitt der Bäume, das Abmähen der Wiese unter den Bäumen und die Ernte des Obstes. Die Bäume von Josef Mayr tragen reiche Ernte im Herbst auch weil 25 Bienenvölker bei der Bestäubung helfen. Hauptsächlich werden die Früchte zu Saft oder bei Zwetschgen auch zu Brand verarbeitet. Obst und Honig von der Obstblüte werden am jährlichen Ingenrieder Herbstmarkt vermarktet. „Einen Baum zu pflanzen ist eine Generationenaufgabe. Es wäre schön, wenn die alten Bäume auch nach mir weiter erhalten werden“ so der Wunsch.

Wer sich zum Thema Streuobst weiter informieren möchte, kann sich bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege in Marktoberdorf oder dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren melden.
 

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