Seit 40 Jahren Impulsgeber in der Wärmewelt – varmeco

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Siegfried Schmölz, Geschäftsführer von varmeco: „Unsere kommende Reglerfamilie wird die Komplexität von Wärmeanlagen deutlich reduzieren. Ich bin sicher, dass künstliche Intelligenz in wenigen Jahren auch im Heizungskeller ihren festen Platz hat – wir arbeiten daran.“ Foto: Ralf Dunker

Seit ihrer Firmengründung 1983 gibt die varmeco aus Kaufbeuren der Heizungswelt Impulse. Das bessere Nutzen von Sonnenwärme, die hygienischere Bereitung von Warmwasser sowie die Steigerung nutzbarer Wärme mit der eXergiemaschine sind einige der Highlights

Seit 40 Jahren Impulsgeber in der Wärmewelt – varmeco

Seit ihrer Firmengründung 1983 gibt die varmeco aus Kaufbeuren der Heizungswelt Impulse. Das bessere Nutzen von Sonnenwärme, die hygienischere Bereitung von Warmwasser sowie die Steigerung nutzbarer Wärme mit der eXergiemaschine sind einige der Highlights aus der Firmengeschichte. Und die nächsten Innovationen lassen nicht lange auf sich warten

Der Slogan „wärme.nutzen“ verpflichtet. Vielleicht ist er aus heutiger Sicht sogar schon zu kurz formuliert, denn das mittelständische Unternehmen varmeco mit Hauptsitz in Kaufbeuren bietet nicht nur Erzeugnisse, um die Wärme zu nutzen. Im Fokus stehen seit der Firmengründung im Jahr 1983 solche Produkte, mit denen sich die Wärme besser nutzen lässt.

Die 1980er-Jahre: Solare Wärme effektiver nutzen

„Wertvolle Ressourcen schonen, Kosten senken, das Klima schützen – das war bereits in den 1980er-Jahren das Ziel“, berichtet varmeco-Geschäftsführer Siegfried Schmölz. Durch die geschickte Kombination von Solarkollektoren, Speichern, Hydraulikmodulen und Regelungstechnik gelang es damals, Sonnenwärme effektiver für die Heizung und die Warmwasserbereitung einzusetzen und so den Verbrauch an fossilen Energieträgern zu senken.

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Wasser hygienisch im Durchfluss erwärmen

Im Jahr 1988 wird der erste „Leitwerkschichtspeicher“ zum Patent angemeldet und zwei Jahre später gab varmeco der Wärmewelt einen weiteren Impuls, als die Firma ihre sogenannten Frischwassermodule vorstellte. Sie erhitzen frisches, kühles Trinkwasser im Durchflussprinzip und machen Trinkwarmwasser-Speicher überflüssig. Der Doppelnutzen: Warmwasser wird nur bei Bedarf hergestellt, was weniger Energie erfordert, und gleichzeitig wird das Legionellenrisiko deutlich gesenkt. Heute ist diese Art der Warmwasserbereitung ein Quasi-Standard.

Reglerfamilie für das Wärmemanagement

In den Folgejahren hat das Allgäuer Unternehmen sich intensiver mit der Regelungstechnik beschäftigt. Herausgekommen ist eine Reglerfamilie, die das Wärmemanagement insgesamt optimiert: Erneuerbare Energien werden bevorzugt, Wärmequellen bedarfsgerecht eingesetzt und Speicher optimal eingebunden, um einen zeitlichen Versatz von Erzeugung und Bedarf zu überbrücken. Gleichzeitig schaffen die Schichtspeicher die Möglichkeit, Wärme auf mehreren Temperaturniveaus einzulagern und bereitzustellen. Dadurch können Niedertemperaturquellen und -heizkreise (wie Fußbodenheizungen) sowie Hochtemperaturquellen und -verbraucher (wie herkömmliche Heizkörper und die Warmwasserbereitung) optimal eingebunden werden.

Was die Technik noch nicht vermeiden konnte, war ein Durchmischen der Temperaturniveaus, wenn zum Beispiel im Sommer lange kein Warmwasser benötigt wird und eine Warmwasser-Zirkulation aktiv ist. (Die Zirkulation ist sinnvoll, um stets Warmwasser im Haus parat zu haben – eine Komfortfunktion – und das warme Wasser im Fluss zu halten. Letzteres beugt der Legionellenvermehrung vor.) Doch 2019 hat varmeco auch hierfür eine Lösung präsentiert – und zugleich die Lösung für weitere Probleme in der Heizungstechnik: die eXergiemaschine.

Wärmenutzen steigern, Energieverbrauch senken mit der eXergiemaschine

Die sogenannte eXergiemaschine, eine Gemeinschaftsentwicklung von varmeco und der Schweizer BMS-Energietechnik, stellt eine ideale Temperaturschichtung im Heizspeicher her, und zwar unabhängig vom jeweiligen Betriebszustand. Zirkuliert das Warmwasser lange, heizt die eXergiemaschine einen Teil auf und sichert so das Bereitstellen bei hygienischen 60 °C oder mehr. Zugleich kühlt sie einen Teil des Wassers ab und stellt einen kühlen Rücklauf zur Wärmequelle sicher. Das führt zu einem höheren Wirkungsgrad bei den Wärmequellen, also zu einer Energieeinsparung.

„Die eXergiemaschine macht heiß und kalt zugleich“, bringt Schmölz es auf den Punkt. „Davon profitiert nicht nur die Warmwasserbereitstellung. Mit der eXergiemaschine lässt sich Abwärme von Kälteanlagen auf ein gut nutzbares Temperaturniveau heben, Solaranlagen liefern einen höheren Ertrag und Wärmepumpenheizungen arbeiten in Kombination mit der eXergiemaschine viel stromsparender.“

Wärmepumpenheizungen stromsparender betreiben

Derzeit befinde sich varmeco im „Exergie-Fieber“, meint Geschäftsführer Schmölz: „Jetzt, wo die Wärmewende in Schwung kommt, kann die eXergiemaschine ihr Potenzial entfalten. Denn sie ist eine ideale Ergänzung für die Heizungswärmepumpe. Sie nimmt der Wärmepumpe die Arbeit ab, hohe Temperaturen für die Warmwasserbereitung zu erzeugen. Dadurch benötigen Wärmepumpen so viel weniger Strom, dass sich die eXergiemaschine binnen kurzer Zeit amortisiert hat, manchmal schon nach zwei Jahren.“

Kommende Reglergeneration soll Energiesparen noch einfacher machen

Innovationen hervorzubringen und diese auch in den Markt zu tragen, liegt den mittlerweile fast 100 Mitarbeitenden bei varmeco im Blut. „Heute sind viele Komponenten der Heizungs- und Warmwassertechnik so ausgereift, dass kaum noch Verbesserungspotenzial besteht, aber im Bereich der Regelungstechnik lässt sich noch vieles machen“, ist Schmölz überzeugt und berichtet, dass varmeco an einer neuen Reglerserie arbeitet. „Unser Ziel ist es, die Regelung und die Heizungstechnik leichter bedienbar zu machen.“ Ob in der Industrie, im Gewerbe und im Wohnungsbau: Um Wärmeanlagen optimal zu betreiben, müssen viele „Stellschrauben“ im Blick gehalten und gedreht werden. „Das fordert die Spezialisten aus dem Heizungshandwerk – und überfordert manchen Ein- und Mehrfamilienhausbesitzer. Unsere kommende Reglergeneration wird dies ändern; sie wird die Komplexität deutlich verringern und die Versorgungssicherheit erhöhen“, kündigt er an.

Künstliche Intelligenz im Heizungskeller

Das Entwicklungsteam von varmeco denkt schon einen Schritt weiter: Die Bedienung der Regelungstechnik soll nicht nur einfacher werden, eventuell sind nachträgliche Einstellungen bald überflüssig. Schmölz: „Künstliche Intelligenz ist in vielen Bereichen schon präsent und wird auch in der Wärmewelt von Bedeutung sein. Im Idealfall müssen Systeme dann nur noch bei der Inbetriebnahme eingerichtet werden und justieren sich anschließend selbst passend zu den aktuellen Betriebsbedingungen. KI könnte dies jederzeit erledigen und mit einer höheren Präzision als jeder Mensch.“

Es lohne sich, die Ankündigungen von varmeco zu beobachten, sagt der Geschäftsführer. „Die Basis für diese neue Technik werden wir bald legen.“ Fachleute sind daher eingeladen, im Herbst am Symposium „Hygiene & Energie“ teilzunehmen. Die Hybridveranstaltung findet am 26. Oktober 2023 statt und wird von varmeco und dem Partner BMS-Energietechnik ausgerichtet.

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