Ein beleuchteter Elektro-LKW, hunderte blinkende und leuchtende Inlineskater und Radfahrer und dazwischen immer wieder gezückte Handys am Straßenrand
Wer am vergangenen Samstagabend zufällig an der Buronstraße unterwegs war, dürfte sich möglicherweise kurz gefragt haben, was da eigentlich auf ihn zukommt: Ein beleuchteter Elektro-LKW, hunderte blinkende und leuchtende Inlineskater und Radfahrer und dazwischen immer wieder gezückte Handys am Straßenrand. Bei bestem Spätsommerwetter ging am vergangenen Samstag die mittlerweile dritte Buron Blade Night von Hockey for Hope e. V. und dem Rotary Club Kaufbeuren-Ostallgäu an den Start – und konnte bei den Teilnehmerzahlen erneut deutlich zulegen.
Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer rollten in diesem Jahr durch Kaufbeuren. Mehr als 200 davon auf Inlineskates, weitere rund 100 auf dem Fahrrad. Damit kamen noch einmal rund 100 Teilnehmer mehr als im Vorjahr zusammen. Und während 2025 schon von einer Verdoppelung gesprochen werden konnte, zeigt die Entwicklung inzwischen deutlich, dass sich die Buron Blade Night immer mehr zu einer festen Veranstaltung im Kaufbeurer Kalender entwickelt.
Mitgespielt hat diesmal auch das Wetter. Bei sehr angenehmen Spätsommertemperaturen hätte es für eine Veranstaltung auf Skates und Rädern kaum bessere Bedingungen geben können. Mit zunehmender Dämmerung zeigte sich dann auch, warum die Beleuchtung der Teilnehmer ausdrücklich erwünscht war: Zahlreiche Skater und Radfahrer hatten sich und ihre Gefährte mit LEDs, Lichterketten und blinkenden Elementen ausgestattet.
Gemeinsam mit dem beleuchteten Elektro-LKW der Spedition Ansorge und dem Mondlicht ergab sich so stellenweise ein Bild, das man auf Kaufbeurens Straßen eher selten sieht.
Ansorge stellte wie bereits im vergangenen Jahr einen E-LKW samt Fahrer zur Verfügung, auf dem unter anderem die Technik für die musikalische Begleitung untergebracht war. Den benötigten Strom für Licht und Ton lieferte erneut ein Batteriespeicher von Buron Energy. Damit konnte die Veranstaltung auch in diesem Jahr ohne klassisches Dieselaggregat beschallt und beleuchtet werden.
Für die passende Musik sorgte DJ Feliksen – und der schaffte es stellenweise sogar, neben den ohnehin notwendigen Laufbewegungen noch die eine oder andere Tanzbewegung bei den Teilnehmern hervorzurufen bzw. bei kurzen Stops die Straße zur Tanzfläche wurde.
Auch abseits des eigentlichen Feldes war einiges los. Zahlreiche Zuschauer hatten sich entlang der Strecke eingefunden. Einige warteten bereits vorab auf der Brücke über die Buronstraße auf den vorbeiziehenden Tross. Andere wurden eher zufällig von mehreren hundert leuchtenden Skatern und Radfahrern überrascht und griffen spontan zum Handy, um das ungewöhnliche Bild festzuhalten.
Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung steht neben Spaß und guter Stimmung natürlich vor allem die Sicherheit im Vordergrund. SkateMunich, deren erfahrene Ordner bereits aus den vergangenen Jahren bekannt waren, unterstützte die Veranstaltung mit insgesamt zehn Ordnern. Ergänzt wurden diese durch Helferinnen und Helfer von Hockey for Hope sowie dem Rotary Club Kaufbeuren-Ostallgäu.
Auch Polizei und Rotes Kreuz begleiteten die Veranstaltung. Aus organisatorischer Sicht verlief der Abend dabei genau so, wie man es sich wünscht: ohne nennenswerte Zwischenfälle und reibungslos. Entsprechend zufrieden zeigten sich nach der Veranstaltung auch die beteiligten Einsatzkräfte.
Finanziell stand wie immer der gute Zweck im Mittelpunkt. Die Teilnahme an der Buron Blade Night war kostenlos, stattdessen wurde um Spenden für bedürftige Kinder und Jugendliche gebeten. Insgesamt kamen dabei über 2.300 Euro zusammen.
Damit liegt das Ergebnis zwar knapp unter dem Vorjahreswert. Allerdings fehlten in diesem Jahr zwei größere Einzelspenden, die 2025 noch einen entsprechenden Anteil an der Gesamtsumme ausgemacht hatten. Umso erfreulicher war dafür die deutlich höhere Zahl kleinerer Spenden direkt von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die breite Unterstützung des Laufs ist damit gegenüber dem Vorjahr noch einmal gewachsen.
Möglich wurde die dritte Buron Blade Night zudem durch die Unterstützung der Sparkasse Allgäu und der AOK als Sponsoren der Veranstaltung sowie durch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer und Partner, die bei Organisation und Durchführung unterstützten.
Wie gut der Abend bei den Teilnehmern ankam, zeigte sich schließlich noch einmal ganz zum Schluss. Als Hauptorganisator Alexander Uhrle die Buron Blade Night offiziell für beendet erklärte, ertönten aus den Reihen der Teilnehmer prompt scherzhafte „Zugabe, Zugabe“-Rufe. So gerne die Organisatoren diesem Wunsch vermutlich nachgekommen wären – eine spontane dritte Runde durch Kaufbeuren war natürlich nicht mehr möglich.
„Ich bin überglücklich, dass diese Idee nicht nur von unseren Helfern, Unterstützern und Partnern mitgetragen wird, sondern jedes Jahr auch immer mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gefallen daran finden“, freut sich Alexander Uhrle. „Über 300 Teilnehmer sind eine ordentliche Zahl, auf die wir alle stolz sein können. Gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass wir bei der nächsten Ausgabe noch einmal ein paar mehr Menschen gemeinsam auf die Straßen von Kaufbeuren bekommen.“
Nach rund 100 Teilnehmern bei der Premiere 2024, über 200 im vergangenen Jahr und nun mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern setzt sich damit eine durchaus auffällige Serie fort. Eine erneute Verdoppelung, wie sie nach der Ausgabe 2025 noch augenzwinkernd als Ziel ausgegeben wurde, hat zwar nicht ganz funktioniert – aber irgendwann dürfte selbst Kaufbeuren zu klein werden, wenn sich das jedes Jahr wiederholt.
Und wer weiß: Vielleicht ist die lautstark geforderte „Zugabe“ dann einfach die Buron Blade Night 2027, deren Planung bereits anfing.


















