Zehn Jahre Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“

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Ein Ort der Begegnung, der praktischen Hilfe und der gelebten christlichen Verantwortung in Neugablonz

Kaufbeuren-Neugablonz 28.09.2026 – Im Herbst feiert die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ ihr zehnjähriges Bestehen. Die Stiftung wurde am 10. September 2016 errichtet und hat sich seither in Neugablonz zu einem festen Bestandteil des sozialen Lebens entwickelt. Viele Menschen kennen die Stiftung, weit über die Stadtgrenzen von Kaufbeuren hinweg, vor allem durch den großen Family Store in der Hüttenstraße. Doch hinter dem Secondhand-Kaufhaus steht von Anfang an ein viel größerer Gedanke: ein Family Center, in dem Menschen praktische Unterstützung finden, einander begegnen, Gemeinschaft erleben und im Alltag gestärkt werden.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens möchte die Stiftung im Oktober auch den vielen Kundinnen und Kunden danken, die den Family Store seit Jahren besuchen, unterstützen und weiterempfehlen. Deshalb gewährt die Stiftung im Oktober zehn Prozent Rabatt auf alle Waren im Family Store. Der Jubiläumsrabatt soll ein kleines Zeichen der Dankbarkeit sein — und zugleich eine Einladung, das Family Center neu oder wieder einmal zu besuchen.

Die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ knüpft an eine lange Geschichte christlich motivierter Hilfe an, die in Neugablonz eng mit humedica verbunden ist. Über Jahrzehnte entstand aus Kaufbeuren heraus weltweite humanitäre Hilfe für Menschen in Not. Mit der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ wurde dieser Gedanke bewusst auch auf die Situation vor der eigenen Haustür übertragen. Hilfe soll nicht nur dort geschehen, wo Katastrophen und Krisen weit entfernt sichtbar werden, sondern ebenso dort, wo Menschen in der eigenen Stadt Unterstützung, Ermutigung und Zuwendung brauchen.

Die christliche Motivation der Stiftung lässt sich einfach beschreiben: Jeder Mensch besitzt eine von Gott geschenkte Würde. Deshalb sollen Menschen nicht übersehen, vorschnell beurteilt oder auf ihre Not reduziert werden. Nächstenliebe bedeutet für die Stiftung, Menschen in ihrer konkreten Lebenssituation wahrzunehmen, ihnen mit Respekt zu begegnen und dort praktisch zu helfen, wo Hilfe möglich ist. Diese Haltung prägt die Arbeit im Family Store ebenso wie die sozialen Angebote im Family Center.

„Nächstenliebe beginnt nicht erst am anderen Ende der Welt. Sie beginnt dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen“, beschreibt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, den Grundgedanken. „Unsere Stiftung möchte dazu beitragen, dass Menschen nicht übersehen werden — ganz gleich, ob sie praktische Hilfe, ein offenes Ohr, soziale Begegnung oder einfach einen Ort brauchen, an dem sie willkommen sind.“

Der sichtbarste Teil der Stiftungsarbeit ist der Family Store. Gut erhaltene Kleidung, Möbel, Haushaltswaren, Bücher, Spielzeug, Geschirr und viele andere Dinge werden dort angenommen, geprüft, sortiert, präsentiert und zu günstigen Preisen weitergegeben. Was der eine nicht mehr benötigt, kann für einen anderen eine große Unterstützung sein. Auf diese Weise verbindet der Family Store soziale Hilfe mit Nachhaltigkeit. Dinge werden nicht vorschnell entsorgt, sondern erhalten eine zweite Chance. Familien mit kleinem Budget, Seniorinnen und Senioren, Alleinstehende, Menschen mit Migrationsgeschichte und viele weitere Kundinnen und Kunden finden hier bezahlbare Waren für den Alltag.

Dass der Family Store in dieser Form entstehen und über viele Jahre wachsen konnte, ist in besonderer Weise mit dem Leitungsteam verbunden. Matthias Malzkorn leitet den Family Store gemeinsam mit seiner Frau Sylvia mit großem persönlichen Einsatz, Erfahrung, Herz und praktischer Tatkraft. Auch Jürgen Jakoby, Mitglied des Stiftungsvorstands, hat die Arbeit der Stiftung von Anfang an wesentlich mitgetragen. Ohne dieses Leitungsteam, ohne die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre nicht möglich gewesen.

Matthias Malzkorn beschreibt die Arbeit so: „Für uns ist der Family Store nicht einfach ein Laden. Natürlich verkaufen wir Kleidung, Möbel und viele Dinge für den Alltag. Aber dahinter stehen Menschen — Menschen, die etwas spenden, Menschen, die günstig einkaufen müssen oder möchten, und Menschen, die hier mitarbeiten. Besonders schön ist es, wenn aus einem Einkauf oder einer Sachspende eine Begegnung entsteht. Dann merkt man: Diese Arbeit hat einen Sinn, der weit über den Verkauf hinausgeht.“

Doch der Family Store ist mehr als ein Kaufhaus. Er ist der wirtschaftliche und organisatorische Anker eines umfassenderen sozialen Konzeptes. Im Family Center kommen Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen miteinander in Kontakt: Kundinnen und Kunden, Spenderinnen und Spender, hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende, Nachbarn aus dem Stadtteil, Familien, ältere Menschen und Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen Unterstützung suchen. Aus vielen einzelnen Begegnungen entsteht etwas, das für eine Stadtgesellschaft kostbar ist: Zusammenhalt.

In den vergangenen Jahren ist das Family Center Schritt für Schritt gewachsen. Neben dem Secondhand-Angebot entstanden Begegnungsmöglichkeiten, soziale Aktivitäten und praktische Hilfen. Dazu gehören unter anderem Angebote für Seniorinnen und Senioren, Gesprächs- und Begegnungsformate, Unterstützung im Alltag, Veranstaltungen, spontane Hilfen in schwierigen Lebenssituationen sowie die Nutzung von Räumen für soziale und gemeinnützige Zwecke. Immer wieder zeigt sich dabei: Wo Menschen zusammenkommen, entstehen Gespräche. Wo Gespräche entstehen, kann Vertrauen wachsen. Und wo Vertrauen wächst, werden konkrete Hilfen möglich.

Ein besonderes Merkmal der Stiftung ist die Verbindung von praktischer Hilfe und menschlicher Nähe. Es geht nicht nur um Waren, Räume oder Angebote. Es geht um Würde. Menschen sollen nicht als „Fälle“ oder „Bedürftige“ wahrgenommen werden, sondern als Personen mit einer eigenen Geschichte, mit Fähigkeiten, Sorgen, Hoffnungen und Fragen. Genau darin liegt der besondere Charakter des Family Centers: Es verbindet materielle Unterstützung mit Wertschätzung und Begegnung.

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen unter steigenden Lebenshaltungskosten, Einsamkeit, Unsicherheit oder persönlichen Belastungen leiden, sind solche Orte wichtig. Ein Family Center kann staatliche Hilfen nicht ersetzen. Aber es kann etwas tun, das keine Behörde und kein Formular leisten kann: menschliche Nähe schenken, unkomplizierte Hilfe ermöglichen und Menschen miteinander verbinden. Oft beginnt Hilfe nicht mit einem großen Programm, sondern mit einem Gespräch, einer Tasse Kaffee, einer helfenden Hand oder der einfachen Erfahrung: Hier werde ich gesehen.

Unverzichtbar für diese Arbeit sind die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne ihr Engagement wäre vieles nicht möglich. Sie helfen im Family Store, nehmen Sachspenden an, sortieren Waren, bereiten Möbel und Haushaltsgegenstände auf, gestalten Verkaufsflächen, beraten Kundinnen und Kunden, unterstützen bei Transporten, helfen bei Veranstaltungen, begrüßen Gäste, schenken Kaffee aus, hören zu und packen dort mit an, wo gerade Hilfe gebraucht wird.

Viele dieser Dienste geschehen im Hintergrund. Von außen ist oft kaum sichtbar, wie viel Arbeit nötig ist, damit der Family Store funktioniert und das Family Center eine freundliche, einladende Atmosphäre behält. Regale werden eingeräumt, Waren gereinigt, Möbel bewegt, Räume vorbereitet, Lager geordnet, Gespräche geführt und kleine praktische Probleme gelöst. Gerade diese vielen unscheinbaren Aufgaben tragen wesentlich dazu bei, dass sich Menschen willkommen fühlen.

Ehrenamt bedeutet bei der Stiftung nicht, sich zu überfordern. Niemand muss täglich da sein. Manche helfen einmal in der Woche, andere an einem festen Vormittag oder Nachmittag, wieder andere gelegentlich bei besonderen Aktionen. Entscheidend ist nicht die Zahl der Stunden, sondern die Bereitschaft, Teil einer gemeinsamen Aufgabe zu werden. Dabei können ganz unterschiedliche Begabungen eingebracht werden: Freude am Umgang mit Menschen, handwerkliches Geschick, organisatorisches Talent, ein Auge für Dekoration, die Fähigkeit zuzuhören oder einfach die Bereitschaft, praktisch anzupacken.

Viele Ehrenamtliche erleben ihren Dienst nicht nur als Hilfe für andere, sondern auch als Bereicherung für sich selbst. Sie erfahren: Meine Zeit ist wertvoll. Meine Fähigkeiten werden gebraucht. Ich kann etwas Sinnvolles tun. Gerade Menschen im Ruhestand, aber auch Berufstätige, Jugendliche, Menschen in Übergangszeiten oder Personen, die neue Kontakte suchen, können im Family Center eine Aufgabe finden, die zu ihnen passt.

„Wir sind sehr dankbar für alle Menschen, die sich in den vergangenen Jahren mit Zeit, Kraft, Ideen, Sachspenden, finanzieller Unterstützung und Gebet eingebracht haben“, sagt Wolfgang Groß. „Das zehnjährige Bestehen unserer Stiftung ist für uns deshalb nicht in erster Linie ein Anlass, auf eine Organisation zu blicken, sondern auf Menschen. Auf Menschen, die geholfen haben. Auf Menschen, die Hilfe erfahren haben. Und auf viele Begegnungen, in denen Nächstenliebe ganz praktisch geworden ist.“

Auch das Gebäude in der Hüttenstraße hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen sozialen Ort entwickelt. Neben dem Family Store gehören zum Stiftungshaus auch weitere Räume und Wohnungen. So ist ein lebendiger Ort entstanden, an dem Einkaufen, Begegnung, Wohnen, soziale Verantwortung und Nachbarschaft miteinander verbunden sind. Die Stiftung möchte damit zeigen, dass soziales Engagement nicht abstrakt bleiben muss. Es kann mitten im Stadtteil sichtbar werden — offen, praktisch und nah bei den Menschen.

Der Name der Stiftung ist dabei bewusst gewählt. „Nächstenliebe in Aktion“ soll ausdrücken, dass Liebe zum Nächsten nicht nur ein schönes Wort ist, sondern konkrete Gestalt annimmt. Sie zeigt sich in Zeit, die jemand schenkt. In Möbeln, die weitergegeben werden. In Kleidung, die eine Familie entlastet. In einer Einladung zum Gespräch. In Geduld an einem anstrengenden Tag. In einem respektvollen Umgangston. In einer helfenden Hand. Und manchmal auch darin, dass jemand einfach da ist.

Zum zehnjährigen Bestehen blickt die Stiftung dankbar zurück — aber auch nach vorne. Die sozialen Herausforderungen in der Stadt und in der Region werden nicht kleiner. Viele Menschen geraten finanziell oder persönlich unter Druck. Andere leiden unter Einsamkeit oder fehlenden sozialen Kontakten. Familien stehen vor steigenden Kosten. Ältere Menschen brauchen Begegnung und Unterstützung. Menschen mit Migrationsgeschichte suchen Orientierung und Anschluss. Für all diese Situationen möchte die Stiftung auch künftig ein verlässlicher Ort sein.

Damit diese Arbeit auch in Zukunft möglich bleibt, ist die Stiftung neben Sachspenden und ehrenamtlichem Engagement dringend auch auf Geldspenden angewiesen. Der Betrieb eines Family Centers, soziale Hilfen, Begegnungsangebote, Räume, Fahrzeuge, Energie, Personal und viele praktische Dienste verursachen laufende Kosten, die nicht allein durch den Verkauf im Family Store gedeckt werden können. Wer die Arbeit der Stiftung finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Website unter www.nia-stiftung.org/spenden tun.

Deshalb sucht die Stiftung weiterhin Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Gesucht werden Helferinnen und Helfer für den Family Store, für das Sachspendenlager, für Möbel- und Transportdienste, für Begegnungsangebote, Veranstaltungen, Gästebetreuung, praktische Arbeiten im Haus und viele weitere Aufgaben. Auch wer zunächst nur unverbindlich hineinschnuppern möchte, ist willkommen.

Denn Ehrenamt beginnt nicht immer mit einem großen Entschluss. Manchmal beginnt es mit einer einfachen Frage: „Wo kann ich helfen?“ Aus dieser Frage kann ein regelmäßiger Dienst entstehen, eine neue Aufgabe, eine wertvolle Begegnung — und vielleicht auch ein Stück neue Lebensfreude.

Das zehnjährige Jubiläum der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ ist deshalb mehr als ein Rückblick. Es ist ein Dank an alle, die diesen Weg mitgegangen sind. Es ist eine Einladung an neue Unterstützerinnen und Unterstützer. Und es ist ein Zeichen dafür, dass Zusammenhalt nicht nur ein Wort bleiben muss, sondern gelebt werden kann — mitten in Neugablonz, mitten im Alltag, mitten unter uns.

Jubiläumsaktion im Oktober

Zum zehnjährigen Bestehen gewährt die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ im gesamten Monat Oktober zehn Prozent Rabatt auf alle Waren im Family Store. Damit möchte die Stiftung ihren Kundinnen und Kunden danken und zugleich viele Menschen einladen, das Family Center in der Hüttenstraße zu besuchen.

Infokasten: Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“

Die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ wurde am 10. September 2016 errichtet und betreibt in Kaufbeuren-Neugablonz das Family Center mit dem integrierten Family Store in der Hüttenstraße. Der Family Store ist ein großes Secondhand-Kaufhaus für Kleidung, Möbel, Haushaltswaren, Bücher, Spielzeug und vieles mehr. Zugleich versteht sich das Family Center als Ort der Begegnung, praktischen Hilfe und sozialen Verantwortung.

Die Arbeit wird getragen von einem engagierten Leitungsteam, hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vielen Ehrenamtlichen sowie Unterstützerinnen und Unterstützern, die sich mit Zeit, Sachspenden, Geldspenden und praktischer Hilfe einbringen.

Ehrenamtlich mithelfen

Die Stiftung freut sich über Menschen, die sich ehrenamtlich im Family Center und im Family Store engagieren möchten — regelmäßig oder gelegentlich.

Mögliche Einsatzbereiche sind zum Beispiel:

* Mithilfe im Sachspendenlager
* Möbel- und Transportdienste
* Unterstützung im Family Store
* Mithilfe bei Begegnungsangeboten
* Unterstützung bei Veranstaltungen
* Gästebetreuung, zum Beispiel beim Seniorenfrühstück oder bei besonderen sozialen Angeboten
* praktische Arbeiten im Haus
* kleinere handwerkliche Tätigkeiten
* Unterstützung bei saisonalen Aktionen
* Hausaufgabenhilfe
* und vieles mehr

Interessierte können sich bei Wolfgang Groß unter der E-Mail-Adresse w.gross@nia-stiftung.org melden.

Spenden

Die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ ist für ihre sozialen Aufgaben dringend auch auf Geldspenden angewiesen. Spenden sind möglich über www.nia-stiftung.org/spenden.

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