ODEON Jugendsinfonieorchester München gestaltet Festabend – „Petruschka“ von Igor Strawinsky bildet den Höhepunkt nach der Pause
Mit einem Konzert des ODEON Jugendsinfonieorchesters München hat der Kulturring Kaufbeuren e. V. am Samstagabend, 26. September 2026, sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Mitglieder des Vereins und weitere geladene Gäste kamen im Kaufbeurer Stadtsaal zusammen. Unter der Leitung von Julio Doggenweiler Fernández präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker Werke von Camille Saint-Saëns, Maurice Ravel und Igor Strawinsky.
Für den Kulturring war der Abend die zentrale Jubiläumsveranstaltung des Jahres. Die 1. Vorsitzende Birgit Pfeifer erinnerte an sechs Jahrzehnte Kulturarbeit in Kaufbeuren. Seit seiner Gründung sei es das Ziel des Vereins, den Bürgerinnen und Bürgern Kultur näherzubringen. Sie dankte den Vorständen der vergangenen Jahrzehnte, den ehrenamtlich Engagierten, den Mitarbeitenden, Mitgliedern und nicht zuletzt dem Publikum, das die Arbeit des Kulturrings über viele Jahre begleitet habe. Bewusst habe sich der Kulturring entschieden, seine Mitglieder zu diesem Konzert einzuladen – als Dank für ihre Unterstützung und für das vielfach über Jahre gewachsene Miteinander.
Die Bilder des Konzerts


















Junge Musikerinnen und Musiker prägen den Jubiläumsabend
Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse würdigte das 60-jährige Bestehen. Die Entscheidung für ein junges Orchester bezeichnete er als passenden Blick zugleich auf Gegenwart und Zukunft. Live-Kultur lebe von der unmittelbaren Begegnung zwischen Bühne und Publikum und sei ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens einer Stadt. Zugleich dankte er dem Kulturring für dessen kontinuierliches Engagement und die Fähigkeit, sein Programm über Jahrzehnte immer wieder weiterzuentwickeln. Besonders hob Bosse die jungen Musikerinnen und Musiker hervor. Das Jubiläum mit einem hochmotivierten Nachwuchsorchester zu feiern, sei eine Hommage an Gegenwart und Zukunft zugleich.
Das Konzert zeigte dabei die musikalische Bandbreite des Orchesters. Zu hören waren zunächst Camille Saint-Saëns‘ „Danse macabre“ op. 40 sowie Maurice Ravels „Ma mère l’oye“. Nach der Pause folgte mit Igor Strawinskys „Petruschka“ in der revidierten Fassung von 1947 das umfangreichste Werk des Abends.
„Petruschka“ als besondere Herausforderung
Vor dem zweiten Teil führte Lydia Menckhaus vom ODEON Jugendsinfonieorchester in Strawinskys Ballettmusik ein. Für das Ensemble sei „Petruschka“ ein Meilenstein, erklärte sie. Das vielschichtige und rhythmisch anspruchsvolle Werk verlange den jungen Musikerinnen und Musikern einiges ab.
Anschaulich stellte sie dem Publikum die Figuren und musikalischen Motive der vier Bilder vor. Strawinskys Musik führt auf einen Jahrmarkt im alten St. Petersburg und erzählt die Geschichte der drei Puppen Petruschka, Ballerina und Mohr. Einzelne Instrumentengruppen übernehmen dabei charakteristische Rollen – vom Klavier und den Klarinetten über Trompete und Flöte bis hin zu tiefen Holzbläsern.
Das ODEON Jugendsinfonieorchester hatte dabei selbst Grund zum Feiern: Das Münchner Nachwuchsensemble begeht 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Bereits vor drei Jahren war das Orchester in Kaufbeuren zu Gast.
Birgit Pfeifer im Klar.Text-Podcast zum Jubiläum des Kulturrings. Gastgeber: Claus Tenambergen
Sechs Jahrzehnte Kulturarbeit in Kaufbeuren
Der Kulturring Kaufbeuren wurde 1966 gegründet und prägt seitdem mit Theater, Konzerten, Literatur, Ausstellungen und besonderen Veranstaltungsformaten das kulturelle Angebot der Stadt. Sein Anspruch, Kultur möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, stand auch beim Jubiläum im Mittelpunkt.
Das Konzert im Stadtsaal verband diesen Rückblick mit einem Blick nach vorne: Junge Musikerinnen und Musiker, ein anspruchsvolles Programm und die Begegnung zwischen Publikum und Bühne machten den Festabend zum musikalischen Mittelpunkt und zu einem würdigen Highlight des 60-jährigen Jubiläums.
Programm des Jubiläumskonzerts
- Camille Saint-Saëns: „Danse macabre“, op. 40
- Maurice Ravel: „Ma mère l’oye“
- Igor Strawinsky: „Petruschka“, revidierte Fassung von 1947
- ODEON Jugendsinfonieorchester München
- Leitung: Julio Doggenweiler Fernández



















