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Soziales

Wenn Hilfe, Klarheit und Geduld ein Zuhause retten

Grafik: KI generiert

Wie durch das Zusammenspiel von Vermieter, sozialer Betreuung und klaren Vereinbarungen eine drohende Kündigung verhindert und einem Menschen in schwieriger Lebenssituation sein Zuhause bewahrt werden konnte.

Nicht jeder Mensch, der in Wohnungsnot gerät, steht von heute auf morgen auf der Straße. Manchmal beginnt der Verlust eines Zuhauses viel leiser: hinter einer Wohnungstür, die sich immer seltener öffnen lässt, in Räumen, die zunehmend verwahrlosen, in einem Alltag, der einem Menschen langsam entgleitet. Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterfahrungen geraten oft schleichend in Situationen, die sie aus eigener Kraft kaum noch bewältigen können. Umso wichtiger ist es, dass Vermieter in solchen Fällen nicht nur Probleme sehen, sondern auch die Chance, gemeinsam mit sozialen Diensten Lösungen zu finden.

So auch in einem Fall aus der Region: Ein Handwerksbetrieb, der wegen einer Reparatur beauftragt worden war, informierte den Vermieter darüber, dass sich die Wohnung eines Mieters in einem stark vermüllten und hygienisch kritischen Zustand befinde. Bei der anschließenden Wohnungsbesichtigung bestätigte sich der Eindruck. Schnell wurde deutlich, dass hier nicht Gleichgültigkeit oder Böswilligkeit vorlagen, sondern eine tiefe persönliche Überforderung.

Der Mieter, Jahrgang 1983, steht unter gesetzlicher Betreuung und erhält zusätzlich Unterstützung durch das ambulant betreute Wohnen. Die zuständigen Betreuerinnen berichteten, dass bereits seit längerer Zeit versucht worden sei, gemeinsam mit ihm Verbesserungen zu erreichen. Doch eine psychische Erkrankung und ein ausgeprägter Drogenkonsum machten es ihm bislang kaum möglich, seine Wohnung eigenständig in einem Zustand zu halten, der den mietvertraglichen Anforderungen entsprach.

Für Vermieter ist eine solche Situation belastend. Die Sorge um die Wohnung, mögliche Schäden und steigende Kosten ist real. Und doch zeigt gerade dieser Fall, dass es sich lohnen kann, nicht vorschnell aufzugeben. Statt sofort nur an Kündigung zu denken, wurde zunächst das Gespräch gesucht. Vermieter und soziale Betreuung stimmten sich eng miteinander ab, vereinbarten regelmäßige Kontrollen und versuchten, gemeinsam einen Weg zu finden, wie der Wohnraum erhalten werden kann.

Als sich trotz aller Bemühungen zunächst keine nachhaltige Verbesserung zeigte, musste die Situation klar benannt werden. Der Mieter erhielt eine formelle Abmahnung mit dem Hinweis, dass bei weiterem Verstoß gegen seine mietvertraglichen Pflichten auch eine fristlose Kündigung drohen könne. Diese Grenze war notwendig. Denn Hilfe braucht Verbindlichkeit – und manchmal auch einen deutlichen Weckruf.

Tatsächlich kam danach Bewegung in die festgefahrene Lage. Der Mieter erklärte sich bereit, ein professionelles Räumungs- und Reinigungsunternehmen in die Wohnung zu lassen. Die Entrümpelung und Reinigung wurden durchgeführt. Die Kosten trug er selbst. Dass diese dennoch überschaubar blieben, war auch der engen Begleitung durch die Betreuerinnen zu verdanken, die organisatorisch unterstützten und den Prozess mitgetragen haben.

Entscheidend war aber, dass es nicht bei einer einmaligen Aktion blieb. Im Anschluss wurde über das ambulant betreute Wohnen zusätzlich eine Haushaltshilfe eingerichtet. Seitdem erhält der Mieter regelmäßige Unterstützung dabei, die Wohnung in Ordnung zu halten und ein erneutes Abgleiten frühzeitig zu verhindern.

Dieser Fall ist mehr als eine Einzelfallgeschichte. Er zeigt, dass Vermietung an Menschen mit Unterstützungsbedarf nicht automatisch ein unkalkulierbares Risiko sein muss. Wo soziale Hilfen verlässlich eingebunden sind, Probleme frühzeitig angesprochen werden und alle Beteiligten zusammenarbeiten, können Lösungen entstehen, die sowohl menschlich als auch praktisch tragfähig sind.

Gerade in Zeiten knappen Wohnraums braucht es diesen Blickwechsel. Nicht nur die Frage, was schiefgehen kann, sollte im Vordergrund stehen, sondern auch die Frage, was gelingen kann. Denn manchmal braucht es nur ein wenig mehr Zusammenarbeit, Klarheit und Geduld, damit aus einer drohenden Kündigung kein Wohnungsverlust wird – sondern die Chance, ein Zuhause zu bewahren.

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Infobox: Gablonzer Siedlungswerk Kaufbeuren eG

Das Gablonzer Siedlungswerk Kaufbeuren eG ist eine Wohnungsbaugenossenschaft mit dem Ziel, seine Mitglieder durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung zu fördern. Mit rund 1.500 Wohnungen ist das GSW der größte Anbieter von Wohnraum in Neugablonz.

Jährlich investiert das GSW mehrere Millionen Euro in die Instandhaltung seiner Wohnanlagen. Darüber hinaus stärkt die Genossenschaft den sozialen Zusammenhalt durch gemeinsame Veranstaltungen, Ausflüge und regelmäßige Mieterfeste in den Quartieren.

Im Arbeitskreis Wohnraum ist das GSW seit Jahren Mitglied. Die Vernetzung und der Austausch helfen allen Beteiligten — und nicht zuletzt den Mitgliedern, wenn es einmal zu Schwierigkeiten im Mietverhältnis kommt.

Gablonzer Siedlungswerk Kaufbeuren eG
vertreten durch
Sarah Lillot
Telefon: 08341 96 36-0
E-Mail: s.lil
lot@gsw-kaufbeuren.de
WEB: www.gsw-kaufbeuren.de

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Jugend Kinder Soziales Veranstaltung

Begeisternder Auftakt der Royal Rangers in Kaufbeuren

Foto: Wolfgang Groß

36 Kinder beim ersten Pfadfindertreffen

Mit einem Lagerfeuer, Stockbrotbacken, Spielen und jeder Menge Spaß startete am Freitag, 9. Oktober, erneut die Royal Ranger Arbeit in Neugablonz. Gleich zum ersten Gruppennachmittag kamen 36 Kinder – eine Teilnehmerzahl, die alle Erwartungen übertraf.

Auf der großen Gemeindewiese der Immanuel Gemeinde herrschte ausgelassene Stimmung sodass die Kinder einen abwechslungsreichen Nachmittag verbringen konnten und dabei neue Freundschaften schlossen. Auch die anwesenden Eltern zeigten sich begeistert und dankbar für das große Engagement des ehrenamtlichen Leiterteams, das das Programm mit viel Liebe und Kreativität vorbereitet hatte.

Besonders erfreulich zu sehen war die internationale Zusammensetzung der Gruppe: Etwa die Hälfte der Kinder stammte aus afrikanischen Familien. Damit wurde bereits beim ersten Treffen deutlich, welch wertvollen Beitrag die Royal Rangers zur Begegnung und Integration leisten können.

„Wir sind überwältigt, dass gleich zu unserem ersten Treffen 36 Kinder gekommen sind. Besonders schön war es, zu erleben, wie selbstverständlich Kinder unterschiedlicher Herkunft miteinander gespielt und gelacht haben. Wir wünschen uns, dass unser Stamm ein Ort wird, an dem sich jedes Kind willkommen und wertgeschätzt fühlt“, freut sich die angehende Stammleiterin Rebecca Groß.

Die Royal Rangers sind eine internationale christliche Pfadfinderarbeit, bei der Naturerlebnisse, Abenteuer, Gemeinschaft und die persönliche Entwicklung der Kinder im Mittelpunkt stehen. Neben praktischen Fähigkeiten und einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur werden christliche Werte wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Respekt und Zusammenhalt vermittelt.

Auch Stefan Ostrowski, Teil des Leitungsteams, blickt voller Zuversicht auf die kommenden Wochen: „Unser Ziel ist es, Kindern echte Gemeinschaft und spannende Abenteuer zu ermöglichen. Sie sollen Freundschaften schließen, Selbstvertrauen entwickeln und lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Der großartige Zuspruch beim ersten Treffen ist für unser gesamtes Leiterteam eine wunderbare Ermutigung.“

Mit den Royal-Ranger-Treffen entsteht ein weiteres wertvolles Freizeitangebot für Kinder unterschiedlicher Herkunft. Die Initiative verbindet christliche Kinder- und Jugendarbeit mit gelebter Integration und wird daher u.a. auch gerne von der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ unterstützt.

Interessierte Kinder und ihre Eltern sind herzlich eingeladen, die Royal Rangers kennenzulernen und bei einem der kommenden Gruppennachmittage dabei zu sein. Treffpunkt: Freitags (außer in den Ferien) von 16:00 – 18:00 Uhr an der Immanuel Gemeinde Kaufbeuren (Dessestraße 5, 87600 Kaufbeuren)

Für weitere Informationen können Sie sich auch an rr248@immanuel-kf.de wenden

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Senioren Soziales Top

Gemeinsam statt einsam wohnen

Grafik: KI generiert

Ein Dach, zwei Leben, ein Gewinn

Wenn Frau Meier* morgens die Treppe hinuntergeht, ist es still geworden in ihrem Haus. Still auf eine Weise, die manchmal wohltuend sein kann – oft aber auch schmerzlich spürbar macht, dass sich das Leben verändert hat. Räume, in denen früher einmal Alltag, Stimmen und Bewegung waren, bleiben heute ungenutzt. Türen werden kaum noch geöffnet, manche Zimmer sind längst zu stillen Zeugen vergangener Jahre geworden. Was bleibt, ist der Alltag – und der fällt mit zunehmendem Alter oft schwerer: Einkaufen, Arztbesuche, der Haushalt oder kleine Besorgungen kosten mehr Kraft als früher. Dazu kommt nicht selten das Gefühl, vieles alleine bewältigen zu müssen.

Zur gleichen Zeit sucht Anna*, 22 Jahre alt und Auszubildende in der Pflege, dringend eine bezahlbare Unterkunft. Doch wie für viele junge Menschen ist es auch für sie alles andere als leicht, passenden Wohnraum zu finden. Die Mieten sind hoch, freie Zimmer oder kleine Wohnungen selten. Gerade Auszubildende mit begrenztem Einkommen stehen oft vor einer fast unlösbaren Aufgabe: Sie möchten in der Nähe ihres Ausbildungsortes wohnen, eigenständig leben und ihren Berufsweg mit Engagement gehen – und scheitern doch immer wieder an den realen Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt.

Was Frau Meier und Anna zunächst nicht wissen: Ihre Lebenssituationen könnten erstaunlich gut zusammenpassen. Genau hier setzt das Projekt „Wohnen für Hilfe“ an, das Anfang 2025 vom Netzwerk Pflege Kaufbeuren gemeinsam mit dem Altenheim der Hospitalstiftung ins Leben gerufen wurde.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie menschlich: Menschen, die in ihrem Haus oder ihrer Wohnung ein freies Zimmer haben, stellen dieses einer jungen Person zur Verfügung. Im Gegenzug unterstützt diese im Alltag – etwa beim Einkaufen, im Haushalt oder bei kleinen Erledigungen. Anstelle einer regulären Miete werden lediglich die Nebenkosten übernommen; alles Weitere wird individuell, fair und passend für beide Seiten vereinbart.

So könnte es auch bei Frau Meier und Anna aussehen: Anna zieht in eines der leerstehenden Zimmer ein. Dafür hilft sie Frau Meier einige Stunden in der Woche bei den Dingen, die alleine zunehmend schwerfallen. Vielleicht bringt sie einmal den Einkauf mit, begleitet zu einem Arzttermin oder hilft dabei, Ordnung im Haushalt zu halten. Vielleicht sitzen beide aber auch einfach ab und zu bei einer Tasse Kaffee zusammen. Und genau darin liegt der eigentliche Wert dieses Modells: Aus einer praktischen Unterstützung kann echte Verlässlichkeit wachsen. Aus einem leerstehenden Zimmer wird wieder ein bewohnter, lebendiger Raum. Und aus zwei zunächst fremden Menschen kann ein vertrauensvolles Miteinander entstehen.

Für ältere Menschen bedeutet ein solches Wohnmodell weit mehr als nur Hilfe im Alltag. Es kann Sicherheit schenken, Einsamkeit lindern und neue Lebensfreude bringen. Die eigene Wohnung oder das eigene Haus bleibt ein vertrauter Ort – und wird zugleich wieder ein Stück lebendiger. Für junge Menschen in Pflegeberufen wiederum ist „Wohnen für Hilfe“ oft eine der wenigen realistischen Möglichkeiten, überhaupt vor Ort wohnen zu können. Gerade in sozialen und pflegerischen Berufen, in denen engagierte Nachwuchskräfte dringend gebraucht werden, kann dieses Modell eine echte Entlastung sein.

„Wohnen für Hilfe“ verbindet damit zwei Herausforderungen unserer Zeit auf bemerkenswert kluge Weise: die zunehmende Einsamkeit und Überforderung älterer Menschen auf der einen Seite und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum für junge Menschen auf der anderen. Was auf den ersten Blick nach zwei völlig unterschiedlichen Problemen aussieht, kann durch dieses Projekt zu einer Lösung werden, von der beide Seiten profitieren.

Vielleicht gibt es auch bei Ihnen ein freies Zimmer, das bisher ungenutzt ist. Vielleicht könnte genau dieser Raum für einen anderen Menschen zu einem neuen Zuhause werden – und zugleich Ihnen selbst Unterstützung, Gemeinschaft und neue Begegnungen schenken. Denn manchmal braucht es gar nicht viel, um das Leben zweier Menschen positiv zu verändern: ein offenes Zimmer, ein wenig Vertrauen und die Bereitschaft, miteinander statt nebeneinander zu leben.

*Namen geändert

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Infobox: Netzwerk Pflege Kaufbeuren

Das Netzwerk Pflege Kaufbeuren ist ein Zusammenschluss verschiedener Akteure aus dem Pflege- und Sozialbereich in Kaufbeuren. Ziel ist es, die Versorgung und Unterstützung pflegebedürftiger Menschen vor Ort zu stärken, bestehende Angebote besser zu vernetzen und neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Dazu gehört auch das Projekt „Wohnen für Hilfe“, das Wohnraum und Unterstützung im Alltag auf innovative Weise miteinander verbindet.

Weitere Informationen zum Projekt „Wohnen für Hilfe“ erhalten Sie beim

Netzwerk Pflege Kaufbeuren
Telefon: 08341 437-208
E-Mail: senioren@kaufbeuren.de
WEB: www.hospitalstiftung.kaufbeuren.de/seniorenbuero/

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Jugend Soziales

Wenn der Start ins Leben an der Wohnung scheitert

Grafik: KI generiert

Mit 20 Jahren obdachlos – mitten unter uns!


Mit 20 Jahren sollte das Leben eigentlich vor einem liegen. Doch für manche junge Menschen beginnt das Erwachsenenleben nicht mit Hoffnung und Aufbruch, sondern mit der bangen Frage, wo sie die nächste Nacht schlafen sollen. Die Wohnungsnot in Kaufbeuren und im Ostallgäu trifft längst nicht mehr nur Familien oder Menschen in klassischen Notlagen. Sie trifft zunehmend auch junge Erwachsene, die trotz Ausbildung, Einsatz und dem Wunsch nach einem geregelten Leben keinen Platz zum Wohnen finden.

Ein aktueller Fall aus der Region zeigt auf bedrückende Weise, wie schnell ein junger Mensch in existenzielle Not geraten kann. Eine 20-jährige Auszubildende aus schwierigen familiären Verhältnissen hatte über längere Zeit keinen festen Wohnsitz. Die Eltern leben getrennt, verlässlichen Rückhalt aus der Familie gab es nicht. Vorübergehend kam sie bei einer älteren Angehörigen unter, die selbst in einer betreuten Wohnform lebte. Dort schlief sie auf dem Sofa – ohne eigenen Raum, ohne Sicherheit und ohne eine feste Adresse.

Doch selbst diese fragile Notlösung hielt nicht dauerhaft. Als sich der Gesundheitszustand der älteren Frau verschlechterte, musste diese in eine Pflegeeinrichtung umziehen. Für die junge Auszubildende brach damit von einem Tag auf den anderen der letzte provisorische Halt weg.

Was folgte, war die verzweifelte Suche nach einem Zimmer oder einer kleinen Wohnung. Zahlreiche Anfragen bei Vermietern, sozialen Trägern und Beratungsstellen blieben ohne Erfolg. Kleine Wohnungen sind knapp, die Mieten hoch, und wer jung ist, wenig verdient und keine finanziellen Sicherheiten vorweisen kann, hat auf dem angespannten Wohnungsmarkt oft kaum eine Chance. Am Ende blieb der 20-Jährigen nur der Weg in eine städtische Notunterkunft.

Gerade für junge Menschen ist das ein erschütternder Einschnitt. Während andere in diesem Alter Pläne schmieden, Freundschaften pflegen und Schritt für Schritt in ein selbstständiges Leben hineinwachsen, geraten Betroffene in einen Alltag voller Angst, Unsicherheit und Scham. Es geht dann nicht mehr um Zukunftsträume, sondern um das nackte Bedürfnis nach Schutz und einem sicheren Ort.

Fachstellen berichten, dass solche Schicksale längst keine Ausnahme mehr sind. Besonders junge Erwachsene ohne familiären Rückhalt geraten immer häufiger zwischen alle Systeme. Sozialverbände fordern deshalb seit Jahren mehr kleine, bezahlbare Wohnungen und gezielte Hilfen für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen.

Denn Wohnungsnot ist nie nur ein Mangel an Quadratmetern. Sie raubt Halt, Würde und Perspektive – und sie trifft immer öfter Menschen, die eigentlich erst am Anfang ihres Lebens stehen.

Infobox: JUST BEst – Jugend stärken, Brücken in die Eigenständigkeit

Das Projekt JUST BEst unterstützt junge Menschen auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben. Gerade beim Übergang in Ausbildung, Beruf und eigene Wohnung brauchen Jugendliche und junge Erwachsene verlässliche Begleitung, praktische Unterstützung und ermutigende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.

Wenn Sie jungen Menschen eine Wohnung anbieten können, melden Sie sich gerne bei:

Elisabeth Sosonow
Seminarleitung SIU – Koordinierungsstelle JUST Best
bfz gGmbH Kempten, Aussenstelle Marktoberdorf
Telefon: 08342 9689-12
E-Mail:
elisabeth.sosonow@bfz.de
WEB: www.ke.bfz.de

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Bildung Jugend Kultur Soziales Veranstaltung

Die Bibel entdecken – eine faszinierende Reise durch Geschichte, Glauben und Kultur

Im Nachbau der historischen Gutenberg-Druckpresse veranschaulicht eine der bedeutendsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte. Auch bei der Bibelausstellung vom 24. bis 31. Oktober 2026 in Kaufbeuren können Besucher die historische Drucktechnik kennenlernen und selbst einen Bibelvers drucken. Symbolbild. Foto: International Printing Museum / Wikimedia Commons, Lizenz

Große Bibelausstellung vom 24. bis 31. Oktober in Kaufbeuren – Historische Schätze, spannende Einblicke und eine Gutenberg-Druckerpresse zum Mitmachen

Die Bibel ist das meistverbreitete Buch der Welt und hat wie kaum ein anderes Werk die Geschichte, Kultur und Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg geprägt. Doch wie ist dieses außergewöhnliche Buch eigentlich entstanden? Wie wurden seine Texte über Jahrtausende überliefert? Und weshalb ist die Bibel bis heute für Milliarden Menschen eine Quelle des Glaubens, der Hoffnung und der Orientierung?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen bietet eine besondere Bibelausstellung unter dem Motto „Den Weltbestseller entdecken“, zu der die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ gemeinsam mit vier evangelisch-freikirchlichen Gemeinden vom 24. bis 31. Oktober 2026 in die Kirche im alten Kino, Gartenweg 6 in Kaufbeuren, einlädt. Die Ausstellung richtet sich an Menschen aller Generationen – an Gläubige ebenso wie an alle, die sich für Geschichte, Kultur und die Entstehung eines der bedeutendsten Bücher der Menschheit interessieren. Der Eintritt ist frei, ebenso die angebotenen Führungen.

Auf zehn professionell gestalteten Schautafeln und anhand zahlreicher interessanter Ausstellungsstücke können die Besucher eine spannende Zeitreise von den Anfängen der Schrift über die Entstehung der biblischen Texte bis hin zur digitalen Bibel unserer Zeit unternehmen. Dabei erfahren sie unter anderem, auf welchen Materialien die Menschen früher schrieben, wie biblische Handschriften vervielfältigt und überliefert wurden und welche Bedeutung die Erfindung des Buchdrucks für die weltweite Verbreitung der Bibel hatte. Anschauliche Darstellungen, historische Exponate und informative Filmbeiträge vermitteln einen lebendigen Eindruck von der außergewöhnlichen Geschichte dieses Buches. Auch die Entstehung der Bibel und die Bedeutung ihrer verschiedenen Bücher werden verständlich erläutert.

Ein besonderer Höhepunkt ist der funktionsfähige Nachbau einer historischen Gutenberg-Druckerpresse. Hier können die Besucher erleben, wie mühsam und aufwendig die Herstellung gedruckter Texte vor rund 570 Jahren war. Die Besucherinnen und Besucher dürfen auf Wunsch auch selbst Hand anlegen, einen Bibelvers drucken und diesen als persönliche Erinnerung mit nach Hause nehmen. Damit wird Geschichte nicht nur erzählt, sondern unmittelbar erlebbar. Ergänzt wird die Ausstellung durch interessante Filmbeiträge und einen Informationsbereich mit ausgewählter Literatur rund um die Bibel.

Nach den erfreulichen Erfahrungen mit der letztjährigen Ausstellung „Weltreligionen“, die auf großes Interesse stieß, möchte die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ auch in diesem Jahr möglichst vielen Schülerinnen und Schülern einen lebendigen Zugang zu einem bedeutenden Teil unserer Geschichte und Kultur ermöglichen. Deshalb sind die Vormittage vom 26. bis 30. Oktober, jeweils von 9 bis 12 Uhr, ausschließlich für angemeldete Schulklassen reserviert. Besonders angesprochen sind Lehrkräfte der Fächer Religion, Ethik und Geschichte. Die Ausstellung bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Unterricht und lädt dazu ein, historische Zusammenhänge zu entdecken, Fragen zu stellen und sich mit der Bedeutung der Bibel auseinanderzusetzen. Für die anschließende Nachbereitung im Unterricht steht den Lehrkräften außerdem ein eigens vorbereitetes Bibelquiz zur Verfügung. Die Anmeldung für Schulklassen erfolgt über die Internetseite der Stiftung unter www.nia-stiftung.org/bibelausstellung.

„Die Bibel ist weit mehr als ein historisches Dokument. Für uns Christen ist sie Gottes Wort, das auch heute noch Menschen anspricht, Hoffnung schenkt und Orientierung für das Leben gibt“, erklärt Wolfgang Groß, Vorsitzender der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“. „Mit dieser Ausstellung möchten wir Menschen unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung herzlich einladen, die Bibel neu oder vielleicht zum ersten Mal kennenzulernen. Besonders am Herzen liegt uns, dass auch junge Menschen entdecken können, welchen außergewöhnlichen Einfluss dieses Buch auf unsere Geschichte, unsere

Kultur und unser gesellschaftliches Zusammenleben genommen hat. Gleichzeitig möchten wir dazu ermutigen, sich persönlich mit der Botschaft der Bibel auseinanderzusetzen, deren Mittelpunkt die Liebe Gottes zu uns Menschen ist.“

Die Veranstalter verstehen die Ausstellung deshalb nicht nur als einen interessanten Streifzug durch die Geschichte, sondern auch als Einladung, sich mit den großen Fragen des menschlichen Lebens zu beschäftigen. Was gibt unserem Leben Sinn und Orientierung? Was bedeuten Nächstenliebe, Vergebung und Hoffnung? Und weshalb hat die Botschaft von Jesus Christus bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren? Die Ausstellung möchte zum Nachdenken anregen, neue Perspektiven eröffnen und Menschen unterschiedlicher Überzeugungen miteinander ins Gespräch bringen.

Besonders freuen sich die Veranstalter darüber, dass Johannes Singhammer, ehemaliger Vizepräsident des Deutschen Bundestages, erneut die Schirmherrschaft übernommen hat. Bereits im vergangenen Jahr hatte er die Ausstellung „Weltreligionen“ als Schirmherr begleitet und damit seine Verbundenheit mit diesem besonderen Bildungsangebot zum Ausdruck gebracht. Auch bei der diesjährigen Bibelausstellung wird Johannes Singhammer persönlich anwesend sein und an der feierlichen Eröffnungsveranstaltung teilnehmen, die am Freitag, 23. Oktober, um 19 Uhr im Rahmen einer Vernissage für geladene Gäste stattfindet.

Für die Öffentlichkeit ist die Bibelausstellung vom 24. bis 31. Oktober 2026 geöffnet. Die regulären Besuchszeiten sind sonntags bis freitags jeweils von 14 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 19 Uhr. Veranstaltungsort ist die Kirche im alten Kino, Gartenweg 6 in Kaufbeuren, unmittelbar hinter dem Stadtsaal. Der Besuch der Ausstellung einschließlich der Führungen ist kostenlos. Eine Anmeldung ist für Einzelbesucher und Familien nicht erforderlich.

Die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ und die beteiligten evangelisch-freikirchlichen Gemeinden freuen sich auf zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher aus Kaufbeuren und der gesamten Region. Sie laden herzlich dazu ein, sich auf eine Entdeckungsreise durch die faszinierende Geschichte der Bibel zu begeben und dabei vielleicht auch ganz persönlich neue Zugänge zu einem Buch zu finden, das seit Jahrtausenden Menschen bewegt und bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat.

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Soziales

Wenn das Zuhause plötzlich verloren geht

Grafik: KI generiert

Schwanger, alleingelassen und ohne Wohnung: Wie eine junge Frau trotz Vollzeitbeschäftigung um ein sicheres Zuhause für sich und ihr ungeborenes Kind kämpfen muss.

Für Frau P. änderte sich das Leben von einem Tag auf den anderen radikal. Die 28-Jährige ist in der 22. Schwangerschaftswoche, als sie ihrem Partner mitteilt, dass sie ein Kind erwartet. Was eigentlich ein Moment sein sollte, in dem Verantwortung, Zusammenhalt und gemeinsame Zukunft gefragt sind, endet für sie in einem Schock: Ihr Partner trennt sich von ihr. Und damit verliert sie nicht nur ihre Beziehung, sondern auch ihre Wohnung. Denn die gemeinsame Wohnung gehört ihm.

Plötzlich steht Frau P. vor einer Situation, die viele sich kaum vorstellen können: schwanger, allein und ohne eigene Bleibe. Vorerst kommt sie bei ihren Eltern unter. Doch schnell wird deutlich, dass dies keine dauerhafte Lösung sein kann. Die Wohnung ist zu klein, der Platz reicht schon jetzt kaum aus – und erst recht nicht für ein Neugeborenes. Was als kurzfristige Hilfe gedacht ist, wird für die werdende Mutter zunehmend zu einer belastenden Notlage.

Dabei tut Frau P., was gesellschaftlich immer wieder eingefordert wird: Sie arbeitet in Vollzeit, hat ein eigenes Einkommen und bemüht sich, ihr Leben selbst zu tragen. Doch auf dem angespannten Wohnungsmarkt schützt selbst das nicht vor existenzieller Unsicherheit. Viele Wohnungen sind für sie schlicht nicht bezahlbar. Und dort, wo ein Angebot grundsätzlich passen würde, stößt sie häufig auf eine andere, schmerzhafte Form der Ausgrenzung.

Denn sobald sie offen anspricht, dass sie schwanger ist und das Kind nach der Geburt bei ihr leben wird, folgen nicht selten Absagen. Die Begründung bleibt meist unausgesprochen oder wird nur vorsichtig angedeutet: Eine werdende oder spätere alleinerziehende Mutter gilt vielen Vermietern als unsicher. Das Einkommen nach der Geburt sei schwer einschätzbar, das Risiko aus ihrer Sicht zu hoch.

Für Frau P. ist das eine bittere Erfahrung. Sie sucht keine große Wohnung, keinen besonderen Komfort, keinen Luxus. Sie sucht schlicht einen sicheren Ort, an dem sie mit ihrem Kind leben kann. Einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen, die Geburt vorbereiten und ihrem Baby ein Zuhause geben kann. Doch genau dieser bescheidene Wunsch wird auf dem Wohnungsmarkt zur Hürde.

Mit jeder Woche wächst der Druck. Der Geburtstermin rückt näher, die Sorge wird größer, die Absagen zermürben. Irgendwann steht sogar die Frage im Raum, ob es nicht besser wäre, die Schwangerschaft bei Wohnungsanfragen lieber zu verschweigen. Allein dieser Gedanke zeigt, wie belastend die Situation geworden ist. Denn wer aus Angst vor Ablehnung seine Lebensrealität verbergen muss, erlebt Wohnungsnot nicht nur als Mangel an Raum, sondern auch als Verlust von Würde und Sicherheit.

Schließlich hat Frau P. doch noch Glück. Über den Bekannten einer Freundin findet sie eine kleine, bezahlbare und passende Wohnung. Die Erleichterung ist groß. Noch vor der Geburt umziehen zu können, bedeutet für sie weit mehr als nur einen neuen Mietvertrag. Es bedeutet Stabilität in einer Zeit, die von Unsicherheit geprägt war. Es bedeutet die Chance, ihrem Kind einen geschützten Start ins Leben zu ermöglichen.

Der Fall von Frau P. zeigt, wie schnell Menschen in Wohnungsnot geraten können – selbst dann, wenn sie berufstätig sind und Verantwortung übernehmen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende. In Bayern müssen rund 40 Prozent von ihnen mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Wohnkosten ausgeben. Gleichzeitig begegnen ihnen auf dem Wohnungsmarkt oft Vorbehalte und Misstrauen. Das verschärft ihre Lage zusätzlich.

Wohnungsnot ist deshalb weit mehr als ein Problem aus Zahlen, Statistiken und Bauprojekten. Sie trifft Menschen in besonders verletzlichen Lebensphasen. Sie entscheidet darüber, ob Hoffnung wachsen kann oder Existenzangst den Alltag bestimmt. Der Fall von Frau P. macht deutlich: Wohnraum ist kein Nebenthema. Wohnraum ist die Grundlage für Schutz, Würde und Zukunft – und damit ein Menschenrecht.

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Infobox: DONUM VITAE Kaufbeuren

DONUM VITAE Kaufbeuren begleitet und unterstützt schwangere Frauen, Alleinerziehende und Familien in herausfordernden Lebenssituationen. Gerade für alleinerziehende Personen ist bezahlbarer und verlässlicher Wohnraum eine wichtige Grundlage für Stabilität, Sicherheit und einen guten Start in die Zukunft.

Wenn Sie alleinerziehenden Personen eine Wohnung anbieten können, melden Sie sich gerne bei:


Mirjam Schäffler
Leiterin der Beratungsstelle
DONUM VITAE Kaufbeuren
Telefon: 08341 9993650
E-Mail:
kaufbeuren@donum-vitae-bayern.de
WEB: www.kaufbeuren.donum-vitae-bayern.de

oder bei der

Familienbildungsstelle der Stadt Kaufbeuren
Telefon: 08341 437-9251
E-Mail: familie@kaufbeuren.de

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Jugend Kinder Soziales Weihnachten

Weihnachtsfreude beginnt schon jetzt – Weihnachtsmarkt im Family Store eröffnet!

Foto: Wolfgang Groß

Festlicher Weihnachtsschmuck, liebevolle Geschenkideen und 10 % Jubiläumsrabatt im Oktober – doch im Mittelpunkt steht die wahre Bedeutung von Weihnachten

Weihnachten ist zwar noch einige Wochen entfernt, doch im Family Store der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ ist bereits festliche Stimmung eingekehrt. Funkelnde Sterne, wunderschöner Christbaumschmuck, weihnachtliche Dekorationen und viele kleine Geschenkideen verwandeln einen Teil des beliebten Secondhand-Kaufhauses in einen liebevoll gestalteten Weihnachtsmarkt.

Mit viel Engagement und Freude haben die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer eine große Auswahl an weihnachtlichen Artikeln zusammengestellt, die schon jetzt zum Stöbern und Entdecken einladen.

„Wir haben unseren Weihnachtsmarkt bewusst frühzeitig eröffnet, damit unsere Kundinnen und Kunden genügend Zeit haben, in aller Ruhe schöne Dekorationen und kleine Geschenke für ihre Lieben auszusuchen“, erklärt Matthias Malzkorn, Geschäftsleiter des Family Store. „Denn die Adventszeit sollte nicht von Hektik und Einkaufsstress geprägt sein, sondern eine Zeit der Vorfreude, der Besinnung und der Begegnung.“

Weihnachten ist mehr als Geschenke und festlicher Glanz

Bei aller Freude über geschmückte Weihnachtsbäume, leuchtende Sterne und liebevoll ausgesuchte Geschenke möchte die christlich geprägte Stiftung auch an den eigentlichen Grund des Weihnachtsfestes erinnern: die Geburt Jesu Christi.

„Weihnachten feiern wir, weil Gott uns in Jesus Christus seine Liebe geschenkt hat. Dieses Geschenk ist unendlich viel wertvoller als alles, was wir kaufen oder unter den Weihnachtsbaum legen können“, betont Vorstandsvorsitzender Wolfgang Groß. „Jesus kam in unsere Welt, um den Menschen Hoffnung, Frieden und Gottes Liebe nahezubringen. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen von Sorgen, Einsamkeit oder Zukunftsängsten belastet sind, ist diese Botschaft aktueller denn je.“

Dieser Gedanke prägt auch die Arbeit der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“: Menschen mit Liebe und Wertschätzung begegnen, ihnen praktische Hilfe anbieten und Hoffnung weitergeben.

Weihnachtsfreude zum kleinen Preis – mit 10 % Jubiläumsrabatt

Der Weihnachtsmarkt bietet eine vielfältige Auswahl an gut erhaltenen, gespendeten Weihnachtsartikeln zu besonders günstigen Preisen. Damit verbindet der Family Store die Freude am Schenken mit Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung gibt es im Oktober außerdem eine besondere Aktion: Alle Kundinnen und Kunden erhalten 10 % Rabatt auf ihre Einkäufe – selbstverständlich auch auf sämtliche Artikel des Weihnachtsmarktes.

Der Family Store ist dabei weit mehr als ein Secondhand-Kaufhaus. Er ist ein Ort der Begegnung, des ehrenamtlichen Engagements und der gelebten Nächstenliebe. Jeder Einkauf trägt dazu bei, die vielfältige soziale Arbeit der Stiftung zu unterstützen.

Eine herzliche Einladung

„Wir wünschen uns, dass unsere Besucherinnen und Besucher nicht nur etwas Schönes für ihr Zuhause finden, sondern vielleicht auch einen Gedanken mitnehmen, der über Weihnachten hinaus Bestand hat“, sagt Matthias Malzkorn. „Denn die wertvollsten Geschenke sind oft diejenigen, die man nicht kaufen kann: Liebe, Zeit füreinander, Hoffnung und ein offenes Herz für unsere Mitmenschen.“

So möchte die Stiftung mit ihrem Weihnachtsmarkt nicht nur Vorfreude auf das Fest wecken, sondern auch daran erinnern, worauf es an Weihnachten wirklich ankommt: Gott wurde Mensch – in Jesus Christus. Und seine Liebe dürfen wir an andere Menschen weitergeben.

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Jugend Kinder Soziales

Royal Rangers Pfadfinderstamm 248 wird reaktiviert

Foto: Wolfgang Groß – Stiftung Nächstenliebe in Aktion

Erstes Treffen am Freitag, 9. Oktober

Kaufbeuren-Neugablonz. Nach einer langen Pause wird der Royal-Rangers-Pfadfinderstamm 248 in Neugablonz wieder aktiv. Interessierte Eltern sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit ihren Kindern vorbeizukommen und die christliche Pfadfinderarbeit kennenzulernen.

Der Stammposten musste seine Arbeit aufgrund fehlender Leitungskräfte zunächst einstellen. In den vergangenen zwölf Monaten starteten bereits die Vorbereitungen für den Neustart dieser Royal Ranger Arbeit, indem das angehende Leitungsteam zusammen mit zwölf eritreischen Kindern regelmäßig an den wöchentlichen Treffen des benachbarten Royal-Rangers-Stammes in Marktoberdorf teilnahmen. Organisiert und begleitet wurde dies insbesondere von Rebecca Groß sowie von Stefan Ostrowski, Regionalleiter der Royal Rangers für Schwaben, wobei die Stiftung Nächstenliebe in Aktion zwei Kleinbusse für die Fahrten kostenlos zur Verfügung stellte.

Nun hat sich Rebecca Groß bereit erklärt, gemeinsam mit Stefan Ostrowski und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Royal-Ranger-Stamm 248 in Neugablonz neu aufzubauen. „Uns ist wichtig, dass Kinder einen Ort finden, an dem sie Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen, die Natur entdecken und zugleich christliche Werte ganz praktisch kennenlernen können“, erklärt Rebecca Groß. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt wieder direkt in Neugablonz weitergehen kann.“

Das Interesse ist bereits groß: Rund 40 Kinder werden am kommenden Freitag für das erste Treffen erwartet.

Die Royal Rangers sind eine christliche Pfadfinderarbeit, bei der Kinder und Jugendliche in altersgerechten Teams von ehrenamtlichen Leiterinnen und Leitern begleitet werden. Neben klassischen Pfadfinderaktivitäten wie Naturerlebnissen, Camps, Wandern, Feuer machen und praktischen Fertigkeiten spielen Gemeinschaft, gegenseitige Verantwortung und der christliche Glaube eine wichtige Rolle.

Wie lebendig diese Arbeit sein kann, konnten vier Kinder aus Neugablonz bereits in diesem Sommer erleben. Sie nahmen am Royal-Rangers-Sommercamp „Exodus“ in Schwangau teil. Das Camp fand vom 10. bis 15. August 2026 statt. Insgesamt 220 Ranger aus den Stämmen Senden, Füssen/Marktoberdorf, Landsberg, Günzburg und Neu-Ulm verbrachten dort eine Woche voll mit Spiel, Spaß und Abenteuer und begaben sich auf eine Reise in das alte biblische Ägypten.

Das erste Treffen findet am Freitag, 9. Oktober 2026, um 16:00 Uhr auf dem Gelände der Immanuelgemeinde, Dessestraße 5 in Neugablonz, statt.

Neben den bereits angemeldeten Kindern sind auch ausdrücklich weitere interessierte Familien willkommen. Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern vorbeikommen und die Royal Rangers kennenlernen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an rr248@immanuel-kf.de

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Soziales Wirtschaft

Family Store erweitert seine Öffnungszeiten

Secondhand-Kaufhaus der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ reagiert auf steigende Kundenzahlen und Wünsche der Besucher

Kaufbeuren-Neugablonz – 01.10.2026. Der Family Store, das Secondhand-Kaufhaus der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“, hat seit dem 1. Oktober 2026 seine Öffnungszeiten deutlich erweitert. Damit reagiert die Stiftung auf die stetig wachsende Zahl an Kundinnen und Kunden und zugleich auf vielfach geäußerte Wünsche nach längeren und durchgängigen Einkaufsmöglichkeiten.

Künftig ist der Family Store von Montag bis Freitag durchgehend von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die bisherige Mittagspause von 12:00 bis 14:00 Uhr entfällt. Damit möchte die Stiftung insbesondere auch Menschen entgegenkommen, die ihre Mittagspause für einen Einkauf nutzen möchten.

Auch am Samstag wurden die Öffnungszeiten verlängert: Statt wie bisher bis 14:00 Uhr ist der Family Store künftig von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

„Wir haben in den vergangenen Monaten erlebt, dass immer mehr Menschen unseren Family Store besuchen. Gleichzeitig kamen gerade zur Mittagszeit und an Samstagnachmittagen immer wieder Anfragen nach längeren Öffnungszeiten. Darauf möchten wir gerne reagieren“, erklärt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“.

Der Family Store bietet ein umfangreiches Sortiment gut erhaltener Secondhand-Waren zu günstigen Preisen. Dabei verbindet das Kaufhaus Nachhaltigkeit mit einem sozialen Anliegen: Gut erhaltene Dinge bekommen ein zweites Leben, Ressourcen werden geschont und Menschen können zu erschwinglichen Preisen einkaufen.

Gleichzeitig möchte der Family Store auch ein Ort der Begegnung sein. Den Besucherinnen und Besuchern steht deshalb ein kleines Bistro zur Verfügung, in dem sie sich vom Einkauf ausruhen, bei einer Tasse Kaffee oder Tee miteinander ins Gespräch kommen oder gemeinsam spielen können. Gerade diese Möglichkeit zur Begegnung und zum persönlichen Austausch wird von vielen Gästen gerne angenommen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Zusammenarbeit mit der Foodsharing-Gruppe Kaufbeuren. Regelmäßig werden im Family Store Lebensmittel angeboten, die von Geschäften und anderen Betrieben “gerettet” wurden und ansonsten möglicherweise vernichtet worden wären. Diese Lebensmittel können von den Besucherinnen und Besuchern kostenlos mitgenommen werden. Damit leistet das gemeinsame Angebot zugleich einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und für einen verantwortungsvollen Umgang mit wertvollen Ressourcen.

Die neuen Öffnungszeiten gelten ab sofort:

Montag bis Freitag: 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 bis 16:00 Uhr

Weitere Informationen zum Family Store gibt es unter www.family-store.org.

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Bildung Kinder Soziales

10 Jahre Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“

Grafik KI generiert

Ein Ort der Begegnung, der praktischen Hilfe und der gelebten christlichen Verantwortung in Neugablonz

Kaufbeuren-Neugablonz 28.09.2026 – Im Herbst feiert die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ ihr zehnjähriges Bestehen. Die Stiftung wurde am 10. September 2016 errichtet und hat sich seither in Neugablonz zu einem festen Bestandteil des sozialen Lebens entwickelt. Viele Menschen kennen die Stiftung, weit über die Stadtgrenzen von Kaufbeuren hinweg, vor allem durch den großen Family Store in der Hüttenstraße. Doch hinter dem Secondhand-Kaufhaus steht von Anfang an ein viel größerer Gedanke: ein Family Center, in dem Menschen praktische Unterstützung finden, einander begegnen, Gemeinschaft erleben und im Alltag gestärkt werden.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens möchte die Stiftung im Oktober auch den vielen Kundinnen und Kunden danken, die den Family Store seit Jahren besuchen, unterstützen und weiterempfehlen. Deshalb gewährt die Stiftung im Oktober zehn Prozent Rabatt auf alle Waren im Family Store. Der Jubiläumsrabatt soll ein kleines Zeichen der Dankbarkeit sein — und zugleich eine Einladung, das Family Center neu oder wieder einmal zu besuchen.

Die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ knüpft an eine lange Geschichte christlich motivierter Hilfe an, die in Neugablonz eng mit humedica verbunden ist. Über Jahrzehnte entstand aus Kaufbeuren heraus weltweite humanitäre Hilfe für Menschen in Not. Mit der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ wurde dieser Gedanke bewusst auch auf die Situation vor der eigenen Haustür übertragen. Hilfe soll nicht nur dort geschehen, wo Katastrophen und Krisen weit entfernt sichtbar werden, sondern ebenso dort, wo Menschen in der eigenen Stadt Unterstützung, Ermutigung und Zuwendung brauchen.

Die christliche Motivation der Stiftung lässt sich einfach beschreiben: Jeder Mensch besitzt eine von Gott geschenkte Würde. Deshalb sollen Menschen nicht übersehen, vorschnell beurteilt oder auf ihre Not reduziert werden. Nächstenliebe bedeutet für die Stiftung, Menschen in ihrer konkreten Lebenssituation wahrzunehmen, ihnen mit Respekt zu begegnen und dort praktisch zu helfen, wo Hilfe möglich ist. Diese Haltung prägt die Arbeit im Family Store ebenso wie die sozialen Angebote im Family Center.

„Nächstenliebe beginnt nicht erst am anderen Ende der Welt. Sie beginnt dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen“, beschreibt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, den Grundgedanken. „Unsere Stiftung möchte dazu beitragen, dass Menschen nicht übersehen werden — ganz gleich, ob sie praktische Hilfe, ein offenes Ohr, soziale Begegnung oder einfach einen Ort brauchen, an dem sie willkommen sind.“

Der sichtbarste Teil der Stiftungsarbeit ist der Family Store. Gut erhaltene Kleidung, Möbel, Haushaltswaren, Bücher, Spielzeug, Geschirr und viele andere Dinge werden dort angenommen, geprüft, sortiert, präsentiert und zu günstigen Preisen weitergegeben. Was der eine nicht mehr benötigt, kann für einen anderen eine große Unterstützung sein. Auf diese Weise verbindet der Family Store soziale Hilfe mit Nachhaltigkeit. Dinge werden nicht vorschnell entsorgt, sondern erhalten eine zweite Chance. Familien mit kleinem Budget, Seniorinnen und Senioren, Alleinstehende, Menschen mit Migrationsgeschichte und viele weitere Kundinnen und Kunden finden hier bezahlbare Waren für den Alltag.

Dass der Family Store in dieser Form entstehen und über viele Jahre wachsen konnte, ist in besonderer Weise mit dem Leitungsteam verbunden. Matthias Malzkorn leitet den Family Store gemeinsam mit seiner Frau Sylvia mit großem persönlichen Einsatz, Erfahrung, Herz und praktischer Tatkraft. Auch Jürgen Jakoby, Mitglied des Stiftungsvorstands, hat die Arbeit der Stiftung von Anfang an wesentlich mitgetragen. Ohne dieses Leitungsteam, ohne die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre nicht möglich gewesen.

Matthias Malzkorn beschreibt die Arbeit so: „Für uns ist der Family Store nicht einfach ein Laden. Natürlich verkaufen wir Kleidung, Möbel und viele Dinge für den Alltag. Aber dahinter stehen Menschen — Menschen, die etwas spenden, Menschen, die günstig einkaufen müssen oder möchten, und Menschen, die hier mitarbeiten. Besonders schön ist es, wenn aus einem Einkauf oder einer Sachspende eine Begegnung entsteht. Dann merkt man: Diese Arbeit hat einen Sinn, der weit über den Verkauf hinausgeht.“

Doch der Family Store ist mehr als ein Kaufhaus. Er ist der wirtschaftliche und organisatorische Anker eines umfassenderen sozialen Konzeptes. Im Family Center kommen Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen miteinander in Kontakt: Kundinnen und Kunden, Spenderinnen und Spender, hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende, Nachbarn aus dem Stadtteil, Familien, ältere Menschen und Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen Unterstützung suchen. Aus vielen einzelnen Begegnungen entsteht etwas, das für eine Stadtgesellschaft kostbar ist: Zusammenhalt.

In den vergangenen Jahren ist das Family Center Schritt für Schritt gewachsen. Neben dem Secondhand-Angebot entstanden Begegnungsmöglichkeiten, soziale Aktivitäten und praktische Hilfen. Dazu gehören unter anderem Angebote für Seniorinnen und Senioren, Gesprächs- und Begegnungsformate, Unterstützung im Alltag, Veranstaltungen, spontane Hilfen in schwierigen Lebenssituationen sowie die Nutzung von Räumen für soziale und gemeinnützige Zwecke. Immer wieder zeigt sich dabei: Wo Menschen zusammenkommen, entstehen Gespräche. Wo Gespräche entstehen, kann Vertrauen wachsen. Und wo Vertrauen wächst, werden konkrete Hilfen möglich.

Ein besonderes Merkmal der Stiftung ist die Verbindung von praktischer Hilfe und menschlicher Nähe. Es geht nicht nur um Waren, Räume oder Angebote. Es geht um Würde. Menschen sollen nicht als „Fälle“ oder „Bedürftige“ wahrgenommen werden, sondern als Personen mit einer eigenen Geschichte, mit Fähigkeiten, Sorgen, Hoffnungen und Fragen. Genau darin liegt der besondere Charakter des Family Centers: Es verbindet materielle Unterstützung mit Wertschätzung und Begegnung.

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen unter steigenden Lebenshaltungskosten, Einsamkeit, Unsicherheit oder persönlichen Belastungen leiden, sind solche Orte wichtig. Ein Family Center kann staatliche Hilfen nicht ersetzen. Aber es kann etwas tun, das keine Behörde und kein Formular leisten kann: menschliche Nähe schenken, unkomplizierte Hilfe ermöglichen und Menschen miteinander verbinden. Oft beginnt Hilfe nicht mit einem großen Programm, sondern mit einem Gespräch, einer Tasse Kaffee, einer helfenden Hand oder der einfachen Erfahrung: Hier werde ich gesehen.

Unverzichtbar für diese Arbeit sind die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne ihr Engagement wäre vieles nicht möglich. Sie helfen im Family Store, nehmen Sachspenden an, sortieren Waren, bereiten Möbel und Haushaltsgegenstände auf, gestalten Verkaufsflächen, beraten Kundinnen und Kunden, unterstützen bei Transporten, helfen bei Veranstaltungen, begrüßen Gäste, schenken Kaffee aus, hören zu und packen dort mit an, wo gerade Hilfe gebraucht wird.

Viele dieser Dienste geschehen im Hintergrund. Von außen ist oft kaum sichtbar, wie viel Arbeit nötig ist, damit der Family Store funktioniert und das Family Center eine freundliche, einladende Atmosphäre behält. Regale werden eingeräumt, Waren gereinigt, Möbel bewegt, Räume vorbereitet, Lager geordnet, Gespräche geführt und kleine praktische Probleme gelöst. Gerade diese vielen unscheinbaren Aufgaben tragen wesentlich dazu bei, dass sich Menschen willkommen fühlen.

Ehrenamt bedeutet bei der Stiftung nicht, sich zu überfordern. Niemand muss täglich da sein. Manche helfen einmal in der Woche, andere an einem festen Vormittag oder Nachmittag, wieder andere gelegentlich bei besonderen Aktionen. Entscheidend ist nicht die Zahl der Stunden, sondern die Bereitschaft, Teil einer gemeinsamen Aufgabe zu werden. Dabei können ganz unterschiedliche Begabungen eingebracht werden: Freude am Umgang mit Menschen, handwerkliches Geschick, organisatorisches Talent, ein Auge für Dekoration, die Fähigkeit zuzuhören oder einfach die Bereitschaft, praktisch anzupacken.

Viele Ehrenamtliche erleben ihren Dienst nicht nur als Hilfe für andere, sondern auch als Bereicherung für sich selbst. Sie erfahren: Meine Zeit ist wertvoll. Meine Fähigkeiten werden gebraucht. Ich kann etwas Sinnvolles tun. Gerade Menschen im Ruhestand, aber auch Berufstätige, Jugendliche, Menschen in Übergangszeiten oder Personen, die neue Kontakte suchen, können im Family Center eine Aufgabe finden, die zu ihnen passt.

„Wir sind sehr dankbar für alle Menschen, die sich in den vergangenen Jahren mit Zeit, Kraft, Ideen, Sachspenden, finanzieller Unterstützung und Gebet eingebracht haben“, sagt Wolfgang Groß. „Das zehnjährige Bestehen unserer Stiftung ist für uns deshalb nicht in erster Linie ein Anlass, auf eine Organisation zu blicken, sondern auf Menschen. Auf Menschen, die geholfen haben. Auf Menschen, die Hilfe erfahren haben. Und auf viele Begegnungen, in denen Nächstenliebe ganz praktisch geworden ist.“

Auch das Gebäude in der Hüttenstraße hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen sozialen Ort entwickelt. Neben dem Family Store gehören zum Stiftungshaus auch weitere Räume und Wohnungen. So ist ein lebendiger Ort entstanden, an dem Einkaufen, Begegnung, Wohnen, soziale Verantwortung und Nachbarschaft miteinander verbunden sind. Die Stiftung möchte damit zeigen, dass soziales Engagement nicht abstrakt bleiben muss. Es kann mitten im Stadtteil sichtbar werden — offen, praktisch und nah bei den Menschen.

Der Name der Stiftung ist dabei bewusst gewählt. „Nächstenliebe in Aktion“ soll ausdrücken, dass Liebe zum Nächsten nicht nur ein schönes Wort ist, sondern konkrete Gestalt annimmt. Sie zeigt sich in Zeit, die jemand schenkt. In Möbeln, die weitergegeben werden. In Kleidung, die eine Familie entlastet. In einer Einladung zum Gespräch. In Geduld an einem anstrengenden Tag. In einem respektvollen Umgangston. In einer helfenden Hand. Und manchmal auch darin, dass jemand einfach da ist.

Zum zehnjährigen Bestehen blickt die Stiftung dankbar zurück — aber auch nach vorne. Die sozialen Herausforderungen in der Stadt und in der Region werden nicht kleiner. Viele Menschen geraten finanziell oder persönlich unter Druck. Andere leiden unter Einsamkeit oder fehlenden sozialen Kontakten. Familien stehen vor steigenden Kosten. Ältere Menschen brauchen Begegnung und Unterstützung. Menschen mit Migrationsgeschichte suchen Orientierung und Anschluss. Für all diese Situationen möchte die Stiftung auch künftig ein verlässlicher Ort sein.

Damit diese Arbeit auch in Zukunft möglich bleibt, ist die Stiftung neben Sachspenden und ehrenamtlichem Engagement dringend auch auf Geldspenden angewiesen. Der Betrieb eines Family Centers, soziale Hilfen, Begegnungsangebote, Räume, Fahrzeuge, Energie, Personal und viele praktische Dienste verursachen laufende Kosten, die nicht allein durch den Verkauf im Family Store gedeckt werden können. Wer die Arbeit der Stiftung finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Website unter www.nia-stiftung.org/spenden tun.

Deshalb sucht die Stiftung weiterhin Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Gesucht werden Helferinnen und Helfer für den Family Store, für das Sachspendenlager, für Möbel- und Transportdienste, für Begegnungsangebote, Veranstaltungen, Gästebetreuung, praktische Arbeiten im Haus und viele weitere Aufgaben. Auch wer zunächst nur unverbindlich hineinschnuppern möchte, ist willkommen.

Denn Ehrenamt beginnt nicht immer mit einem großen Entschluss. Manchmal beginnt es mit einer einfachen Frage: „Wo kann ich helfen?“ Aus dieser Frage kann ein regelmäßiger Dienst entstehen, eine neue Aufgabe, eine wertvolle Begegnung — und vielleicht auch ein Stück neue Lebensfreude.

Das zehnjährige Jubiläum der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ ist deshalb mehr als ein Rückblick. Es ist ein Dank an alle, die diesen Weg mitgegangen sind. Es ist eine Einladung an neue Unterstützerinnen und Unterstützer. Und es ist ein Zeichen dafür, dass Zusammenhalt nicht nur ein Wort bleiben muss, sondern gelebt werden kann — mitten in Neugablonz, mitten im Alltag, mitten unter uns.

Jubiläumsaktion im Oktober

Zum zehnjährigen Bestehen gewährt die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ im gesamten Monat Oktober zehn Prozent Rabatt auf alle Waren im Family Store. Damit möchte die Stiftung ihren Kundinnen und Kunden danken und zugleich viele Menschen einladen, das Family Center in der Hüttenstraße zu besuchen.

Infokasten: Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“

Die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ wurde am 10. September 2016 errichtet und betreibt in Kaufbeuren-Neugablonz das Family Center mit dem integrierten Family Store in der Hüttenstraße. Der Family Store ist ein großes Secondhand-Kaufhaus für Kleidung, Möbel, Haushaltswaren, Bücher, Spielzeug und vieles mehr. Zugleich versteht sich das Family Center als Ort der Begegnung, praktischen Hilfe und sozialen Verantwortung.

Die Arbeit wird getragen von einem engagierten Leitungsteam, hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vielen Ehrenamtlichen sowie Unterstützerinnen und Unterstützern, die sich mit Zeit, Sachspenden, Geldspenden und praktischer Hilfe einbringen.

Ehrenamtlich mithelfen

Die Stiftung freut sich über Menschen, die sich ehrenamtlich im Family Center und im Family Store engagieren möchten — regelmäßig oder gelegentlich.

Mögliche Einsatzbereiche sind zum Beispiel:

* Mithilfe im Sachspendenlager

* Möbel- und Transportdienste

* Unterstützung im Family Store

* Mithilfe bei Begegnungsangeboten

* Unterstützung bei Veranstaltungen

* Gästebetreuung, zum Beispiel beim Seniorenfrühstück oder bei besonderen sozialen Angeboten

* praktische Arbeiten im Haus

* kleinere handwerkliche Tätigkeiten

* Unterstützung bei saisonalen Aktionen

* Hausaufgabenhilfe

* und vieles mehr

Interessierte können sich bei Wolfgang Groß unter der E-Mail-Adresse w.gross@nia-stiftung.org melden.

Spenden

Die Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ ist für ihre sozialen Aufgaben dringend auch auf Geldspenden angewiesen. Spenden sind möglich über www.nia-stiftung.org/spenden.

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Kinder Soziales

Selams Weg: Flucht, Mut und ein neues Zuhause in Kaufbeuren

Teil 2 der Artikelserie „Wohnraum ist ein Menschenrecht“ – Grafik: KI generiert

Nach Flucht und Jahren der Unsicherheit findet eine junge Mutter aus Eritrea mit ihren Kindern in Kaufbeuren ein Zuhause. Ihre Geschichte zeigt, warum eine eigene Wohnung weit mehr bedeutet als nur ein Dach über dem Kopf.

Eine junge Mutter aus Eritrea erzählt, warum eine eigene Wohnung für sie mehr bedeutet als nur ein Dach über dem Kopf.

Menschen aus Eritrea verlassen ihre Heimat meist nicht freiwillig. Das ostafrikanische Land gilt seit Jahren als eines der repressivsten Regime der Welt. Es gibt keine freien Wahlen, keine unabhängigen Medien und kaum Möglichkeiten, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. Der sogenannte Nationaldienst ist zeitlich unbegrenzt und kann sich über Jahrzehnte erstrecken. Wer sich widersetzt, riskiert Gefängnis oder Gewalt. Besonders junge Menschen und Frauen leben in ständiger Unsicherheit.

Auch Selam – ihr Name wurde zum Schutz ihrer Privatsphäre geändert – sah für sich und ihr Kind keine Zukunft mehr in diesem System. Als alleinerziehende Mutter entschied sie sich, ihre Heimat zu verlassen.

„Ich wollte nur, dass mein Kind ohne Angst aufwachsen kann“, sagt sie heute.

Ihre Flucht führte sie zunächst in den Sudan. Doch auch dort fand sie keinen dauerhaften Schutz. Viele Geflüchtete aus Eritrea leben in Khartum ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, ohne Zugang zu regulärer Arbeit und ohne soziale Absicherung. Für alleinstehende Frauen mit Kindern ist die Situation besonders schwierig.

Als sich die Lage weiter verschlechterte, entschied sich Selam für den gefährlichsten Schritt ihrer Reise: die Überfahrt über das Mittelmeer. Mit ihrem kleinen Kind bestieg sie ein Boot Richtung Europa.

„Ich hatte große Angst auf dem Meer. Aber ich wusste, dass wir sonst keine Zukunft haben.“

Nach ihrer Ankunft in Deutschland führte ihr Weg schließlich nach Kaufbeuren. Doch auch hier begann zunächst eine Zeit voller Unsicherheit. Neben Sprachbarrieren und komplizierten Behördenwegen stellte sich vor allem die Suche nach bezahlbarem Wohnraum als große Herausforderung heraus – ein Problem, das viele Geflüchtete, aber auch zahlreiche Einheimische betrifft.

Durch die Unterstützung der Stiftung Nächstenliebe in Aktion fand sie Begleitung im Alltag: Hilfe bei Behördenangelegenheiten, Arztterminen und Anträgen sowie Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung. Im Family Center Neugablonz besuchte sie außerdem das Sprachangebot „Wir sprechen Deutsch“, lernte neue Menschen kennen und konnte erste Schritte in der neuen Gesellschaft gehen.

Ein entscheidender Wendepunkt kam mit der Zusage für eine eigene Wohnung. Nach langer Suche fand Selam schließlich ein Zuhause, in dem sie und ihre Kinder zur Ruhe kommen konnten.

„Als ich den Schlüssel für unsere Wohnung bekommen habe, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.“

Heute lebt Selam mit ihren beiden Kindern in Kaufbeuren und arbeitet als Reinigungskraft in einem Pflegeheim. Schritt für Schritt baut sie sich ein neues Leben auf. Sie besucht weiterhin Begegnungsangebote im Family Center, lernt Deutsch und bleibt in engem Kontakt mit der Stiftung, die sie seit mehreren Jahren begleitet.

Selams Geschichte zeigt, welche zentrale Rolle Wohnraum für Integration spielt. Ohne eine eigene Wohnung bleibt vieles provisorisch: Arbeit, Kinderbetreuung, soziale Kontakte und das Gefühl von Sicherheit. Ein Zuhause ist mehr als ein Dach über dem Kopf – es ist die Grundlage für Stabilität und Zukunftsperspektiven.

Gerade in Städten wie Kaufbeuren, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp ist, wird diese Herausforderung besonders deutlich – für Geflüchtete ebenso wie für viele andere Menschen auf Wohnungssuche.

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Infobox: Stiftung Nächstenliebe in Aktion

Die Stiftung Nächstenliebe in Aktion engagiert sich in Neugablonz und Umgebung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Mit dem Family Center, dem Family Store und verschiedenen sozialen Angeboten schafft sie Orte der Begegnung, praktischen Hilfe und Ermutigung.

Wenn Sie eine Wohnung anbieten können, melden Sie sich gerne bei::

Wolfgang Groß

Vorstandsvorsitzender

Stiftung Nächstenliebe in Aktion

Telefon: 0151 71993474

E-Mail: wohnraumangebot@icloud.com

WEB: www.nia-stiftung.org

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Kinder Soziales Veranstaltung

Ein Versprechen wird wahr: „Cinderella“ begeistert 48 Gäste der Stiftung

Vorfreude auf einen besonderen Musicalnachmittag: Kinder, Familien und ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ vor dem Festspielhaus Neuschwanstein. Die Einladung zu „Cinderella“ schenkte den Gästen nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sondern auch wertvolle gemeinsame Erinnerungen. Foto: Nächstenliebe in Aktion

Das Festspielhaus Neuschwanstein lud von der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ begleitete Familien mit Migrationsgeschichte und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zu zwei kostenlosen Vorstellungen des Familienmusicals „Cinderella“ ein.

Was im vergangenen Jahr mit einer herzlichen Zusage begann, wurde in diesem Sommer Wirklichkeit: Am 22. und 29. August 2026 waren insgesamt 48 von der Stiftung Nächstenliebe in Aktion begleitete Menschen – Familien mit Migrationsgeschichte sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer – zu einem kostenlosen Besuch des Familienmusicals „Cinderella“ im Festspielhaus Neuschwanstein eingeladen.

Die Einladung kam erneut von der Geschäftsführerin des Festspielhauses, Birgit Karle. Bereits nach dem gemeinsamen Besuch des Musicals „Der Geist der Weihnacht“ im vergangenen Jahr hatte sie angesichts der großen Begeisterung der Kinder spontan versprochen, die Gruppe im Sommer zu „Cinderella“ wieder einzuladen.

Schon die besondere Lage des Festspielhauses direkt am Forggensee macht einen Besuch zu einem Erlebnis. Im Theatersaal wartete dann eine märchenhafte Welt auf die Kinder und Erwachsenen: „Cinderella“ erzählt die bekannte Geschichte von Ella, Prinz André und dem verlorenen Schuh als großes Familienmusical. Das Festspielhaus beschreibt die Inszenierung als „magisch – romantisch – faszinierend“. Die Musik stammt von Ephraim Peise, das Buch von Benjamin Sahler.

Mit Musik, Tanz, fantasievollen Kostümen und eindrucksvollen Bühnenbildern nahm die Aufführung die Gäste für einige Stunden mit in eine Welt voller Hoffnung, Träume und überraschender Wendungen. Gerade für die Kinder war es bewegend zu erleben, wie aus einer vertrauten Märchengeschichte ein großes Bühnenerlebnis wird.

Für die Stiftung bedeutet eine solche Einladung jedoch weit mehr als einen schönen Ausflug. Viele der von ihr begleiteten Familien haben ihre Heimat verlassen müssen und bauen sich in Deutschland ein neues Leben auf. Neben Sprachförderung, Unterstützung im Alltag und ganz praktischer Hilfe gehört für uns auch gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe zu einem guten Ankommen.

Gemeinsame Erlebnisse können dabei Brücken bauen. Wenn Kinder und Eltern zusammen mit ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern staunen, lachen und sich von einer Geschichte berühren lassen, treten Herkunft, Sprachkenntnisse und die Herausforderungen des Alltags für einige Stunden in den Hintergrund. Es entstehen gemeinsame Erinnerungen – und manchmal sind gerade solche Erinnerungen ein wichtiger Teil davon, sich in einer neuen Heimat zuhause zu fühlen.

Besonders erfreulich war, dass die Einladung auch den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern galt, die die Arbeit der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ mit großem Engagement unterstützen. Sie schenken ihre Zeit, begleiten Familien, helfen bei alltäglichen Fragen, übernehmen Fahrdienste und stehen Menschen ganz praktisch zur Seite. Dieses verlässliche ehrenamtliche Engagement ist eine wichtige Grundlage für viele Angebote und Aktivitäten der Stiftung. Der gemeinsame Besuch des Musicals war daher nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern zugleich ein herzliches Dankeschön und Zeichen der Wertschätzung für ihren Einsatz.

„Wir sind Birgit Karle und dem gesamten Team des Festspielhauses Neuschwanstein außerordentlich dankbar“, sagt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“. „48 Menschen zu zwei Vorstellungen einzuladen, ist eine sehr großzügige Geste. Besonders berührt uns, dass aus der spontanen Zusage im vergangenen Jahr ein Versprechen wurde, das nun tatsächlich eingelöst worden ist. Für viele unserer Kinder und Familien sind solche Erlebnisse keineswegs selbstverständlich.“

Die beiden Nachmittage werden deshalb sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Unser herzlicher Dank gilt auch Frau Renate Böck sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Festspielhauses Neuschwanstein, die diese besonderen Erlebnisse ermöglicht haben.

Weitere Informationen zu „Cinderella – Das Musical“: Festspielhaus Neuschwanstein – Cinderella

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Soziales

Ein Zuhause kann Leben verändern

„Wohnraum ist ein Menschenrecht“ – eine Artikelserie über Menschen aus Kaufbeuren und dem Ostallgäu, ihre Schicksale und die Bedeutung eines sicheren Zuhauses. Grafik: KI generiert

Wie ein sicheres Zuhause einer geflüchteten Familie neue Hoffnung und Zukunft schenkte

Als Familie A. mit ihren vier Kindern vor Krieg und Bomben aus Syrien fliehen musste, hatte sie fast alles verloren: ihre Heimat, ihr vertrautes Umfeld, ihre Sicherheit und die Hoffnung auf ein normales Familienleben. In Kaufbeuren fand die Familie zunächst Schutz in einer Gemeinschaftsunterkunft. Dort hatten sie im Vergleich zu vielen anderen sogar noch Glück: Statt eines einzelnen Zimmers mit Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsbad bekamen sie eine kleine abgeschlossene Wohnung mit 68 Quadratmetern.

Für die Familie war das zunächst ein großer Trost. Endlich ein Ort, an dem sie zusammen sein konnten. Zwar war die Wohnung nur sehr einfach eingerichtet – mit Blechschränken, Stockbetten und schlichten Stahlrohrstühlen –, doch mit Hilfe engagierter Menschen wurde aus der nüchternen Unterkunft Schritt für Schritt etwas Wohnlicheres. Teppiche, Vorhänge und ein Sofa schenkten der Familie ein wenig Wärme und Geborgenheit. Nach allem, was sie erlebt hatte, war das von unschätzbarem Wert.

Doch die Grenzen dieses Lebens auf engem Raum wurden schnell sichtbar. Wegen strenger Brandschutzauflagen in dem Haus, in dem rund 160 Flüchtlinge untergebracht waren, musste die Familie viele dieser persönlichen Dinge wieder entfernen. Schweren Herzens blieb am Ende fast nur die spartanische Grundausstattung zurück. Was andere vielleicht nur als Einrichtungsgegenstände sehen, war für diese Familie viel mehr: ein kleines Stück Würde, ein Versuch, nach Flucht und Angst wieder so etwas wie Zuhause zu spüren.

Mit sechs Personen auf 68 Quadratmetern wurde der Alltag immer belastender. Die Eltern mussten für ihre Integrationskurse lernen, die beiden ältesten Kinder brauchten Ruhe für die Schule, während die kleineren Geschwister in der Enge kaum zur Ruhe kommen konnten. Es gab keinen Rückzugsraum, keinen Ort zum Durchatmen, keinen Platz, an dem man einmal allein sein konnte. Alles spielte sich gleichzeitig auf engstem Raum ab: Lernen, Leben, Hoffen, Verarbeiten.

Besonders schwer wog das für die Kinder. Eine Psychologin stellte fest, dass drei der vier Kinder unter posttraumatischen Belastungsstörungen litten. Krieg und Flucht hatten tiefe Spuren hinterlassen. Die Wohnsituation half nicht dabei, diese Wunden zu heilen – im Gegenteil. Wo Ruhe, Schutz und Geborgenheit fehlen, können Kinder Erlebtes oft kaum verarbeiten.

Als der Vater endlich eine Arbeit fand, begann die Familie mit neuer Hoffnung nach einer eigenen Wohnung zu suchen. Doch der Weg dorthin war steinig. Eine syrische Familie mit vier Kindern – für viele Vermieter war das offenbar schon ein Grund, abzuwinken. Die Suche zog sich hin. Immer wieder standen Vorurteile und der angespannte Wohnungsmarkt zwischen dieser Familie und der Chance auf einen Neuanfang.

Dann kam über den Arbeitskreis Asyl das Angebot für ein Reihenmittelhaus. Die Familie konnte die Miete bezahlen und endlich aus der Unterkunft ausziehen. Dieser Umzug war weit mehr als ein Wohnungswechsel. Er war ein Wendepunkt.

Schon bald zeigte sich, wie sehr ein echtes Zuhause Menschen stabilisieren kann. Die Kinder fanden mehr Ruhe, ihr Zustand besserte sich spürbar. Die älteste Tochter macht inzwischen ihren Abschluss an der Realschule, auch die anderen Kinder besuchen die Realschule. Beide Eltern haben Arbeit gefunden. Die Mutter engagiert sich zusätzlich ehrenamtlich in Projekten des Arbeitskreises Asyl und gibt damit etwas von der Hilfe zurück, die ihre Familie selbst erfahren hat.

Diese Geschichte macht deutlich: Wohnraum ist nicht einfach nur eine Frage von Quadratmetern. Wohnraum bedeutet Schutz, Würde, Entwicklung und Zukunft. Besonders für Kinder kann ein sicheres Zuhause darüber entscheiden, ob sie an Erlebtem zerbrechen – oder ob sie heilen und ihren Weg finden.

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Infobox: Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren

Der Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren begleitet und unterstützt Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung beim Ankommen und Einleben in Kaufbeuren. Dabei spielen ehrenamtliches Engagement, persönliche Begegnung und praktische Hilfe im Alltag eine wichtige Rolle.

Wenn Sie für neuzugewanderte Menschen eine Wohnung anbieten können, melden Sie sich gerne bei::

Dr. Cornelia Paulus
Integrationslotsin und Ehrenamtskoordinatorin
Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren
Telefon: 08341 9081052
E-Mail: paulus@arbeitskreis-asyl-kaufbeuren.de
WEB: www.arbeitskreis-asyl-kaufbeuren.de

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Jugend Kinder Kultur Soziales

Mit neuem VW-Bus ins Deutsche Museum

21 Kinder, Erwachsene und ehrenamtliche Begleiter der Stiftung Nächstenliebe in Aktion besuchten das Verkehrszentrum in München. Mit dabei: Familien aus Eritrea und der Ukraine sowie erstmals der neue, durch eine Stiftung finanzierte VW-Bus.

Stiftung Nächstenliebe in Aktion besucht mit Familien aus Eritrea und der Ukraine das Verkehrszentrum des Deutschen Museums

Kaufbeuren/München. Einen erlebnisreichen Tag in München verbrachten 21 Kinder, Erwachsene und Begleitpersonen der Stiftung Nächstenliebe in Aktion bei einem gemeinsamen Ausflug am 19. August in das Verkehrszentrum des Deutschen Museums. Mit dabei waren Familien aus Eritrea und der Ukraine, die von der Stiftung in Neugablonz begleitet werden.

Vor allem die Kinder waren von den zahlreichen historischen und modernen Autos, großen Lokomotiven, Fahrrädern und weiteren Exponaten begeistert. Das Verkehrszentrum vermittelt anschaulich die Geschichte und Entwicklung der Mobilität und macht Technik unmittelbar erlebbar.

„Für viele der von uns begleiteten Familien sind solche Ausflüge keineswegs selbstverständlich“, erklärt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Nächstenliebe in Aktion. „Uns ist wichtig, dass gerade Kinder Neues kennenlernen, gemeinsam etwas Schönes erleben und mit anderen Menschen in Kontakt kommen.“

Die Stiftung begleitet in ihrem Family Center in der Neugablonzer Hüttenstraße Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen. Neben praktischer Unterstützung stehen Begegnung, Integration und gesellschaftliche Teilhabe im Mittelpunkt.

Neuer VW-Bus erstmals im Einsatz

Eine besondere Premiere gab es bei diesem Ausflug: Erstmals kam neben den beiden Caddys der kürzlich angeschaffte VW-Bus mit langem Radstand zum Einsatz. Dadurch konnten deutlich mehr Personen gemeinsam mitfahren.

Finanziert wurde der Bus durch die großzügige Spende einer Münchner Stiftung, die nicht namentlich genannt werden möchte. Er erweitert die Möglichkeiten der sozialen Arbeit erheblich und soll künftig für Aktivitäten mit Kindern und Familien, Angebote für Seniorinnen und Senioren sowie den neuen Kaufbeurer Pfadfinderstamm Royal Rangers eingesetzt werden.

„Wir sind der Münchner Stiftung für diese außergewöhnliche Unterstützung von Herzen dankbar“, betont Groß. „Der Bus ist weit mehr als ein Fahrzeug. Er ermöglicht ganz praktisch Teilhabe und gibt uns die Möglichkeit, Menschen mitzunehmen, die sonst möglicherweise zu Hause bleiben müssten.“

Schon bei seinem ersten größeren Einsatz zeigte sich, welchen Unterschied diese zusätzliche Mobilität macht. Beim gemeinsamen Entdecken und Staunen spielten Herkunft und Sprache für die Kinder schnell kaum noch eine Rolle.

Nach vielen Stunden zwischen Autos, Eisenbahnen und anderen Fahrzeugen kehrte die Gruppe mit zahlreichen neuen Eindrücken nach Kaufbeuren zurück. Für die Kinder war es ein besonderer Ferientag – und für die Stiftung ein schönes Beispiel dafür, wie aus einer Spende ganz konkret Mobilität, Begegnung und Teilhabe entstehen können.

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Kinder Senioren Soziales

Erneute Hitzewarnung für Kaufbeuren

Im Hitzeschutzraum ist noch Platz

Hitzeschutzraum im Family Center Neugablonz erneut geöffnet

Neugablonz, 3. August 2026. Aufgrund der erneuten Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes für Kaufbeuren hat die Stiftung Nächstenliebe in Aktion ihren Hitzeschutzraum im Family Center wieder geöffnet.

Der klimatisierte Raum ist heute, Montag, 3. August, sowie morgen, Dienstag, 4. August 2026, jeweils von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Während der gesamten Öffnungszeit ist der Hitzeschutzraum durch Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Stiftung betreut.

Das kostenlose Angebot richtet sich an alle Menschen, denen die hohen Temperaturen zu schaffen machen. Besonders eingeladen sind ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden, Alleinlebende, Familien mit kleinen Kindern sowie Menschen, deren Wohnung sich stark aufheizt.

Der Hitzeschutzraum befindet sich im Stumpesaal des Family Centers der Stiftung Nächstenliebe in Aktion, Hüttenstraße 10, 87600 Kaufbeuren-Neugablonz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Den Besucherinnen und Besuchern stehen Sitzgelegenheiten, kostenloses Trinkwasser, Bücher, Lesematerial und Spiele zur Verfügung. Wer möchte, kann sich dort ausruhen, abkühlen, miteinander ins Gespräch kommen oder einfach einige Stunden der großen Hitze entgehen.

Obwohl die Stiftung bereits mehrfach über den Hitzeschutzraum informiert und zu jeder Hitzewarnung eine Pressemitteilung herausgegeben hat, ist dieses neue Hilfsangebot in der Bevölkerung noch immer nicht ausreichend bekannt.

„Uns ist bewusst, dass es Zeit braucht, bis sich ein neues Angebot herumspricht“, erklärt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Nächstenliebe in Aktion. „Gerade bei einer Hitzewarnung ist es jedoch wichtig, dass besonders gefährdete Menschen möglichst schnell erfahren, wo sie kostenlos Schutz und Abkühlung finden. “

Die Stiftung bittet außerdem Angehörige, Nachbarn, Hausärzte, Pflegedienste, Apotheken, Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen, auf dieses kostenlose Angebot aufmerksam zu machen.

„Niemand sollte während extremer Hitze allein in einer überhitzten Wohnung bleiben müssen“, betont Wolfgang Groß. „Im Family Center steht ein kühler, geschützter und betreuter Ort offen. Man darf einfach vorbeikommen.“

Grundsätzlich gilt: Immer wenn der Deutsche Wetterdienst für Kaufbeuren eine amtliche Hitzewarnung herausgibt, öffnet die Stiftung Nächstenliebe in Aktion ihren Hitzeschutzraum – jeweils von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr.

Öffnungszeiten: Montag, 3. August, und Dienstag, 4. August 2026, jeweils von 10:00 bis 16:00 Uhr.

Ort: Stiftung Nächstenliebe in Aktion, Stumpesaal im Family Center, Hüttenstraße 10, 87600 Kaufbeuren-Neugablonz.

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Gesundheit Kinder Senioren Soziales

Hitzewarnung für Kaufbeuren

Hitzeschutzraum im Stumpesaal des Family Centers

Hitzeschutzraum im Family Center wieder geöffnet

Neugablonz, 30. Juli 2026. Aufgrund der aktuellen Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes für Kaufbeuren hat die Stiftung Nächstenliebe in Aktion ihren Hitzeschutzraum im Family Center in Neugablonz erneut geöffnet.

Der klimatisierte Raum ist am heutigen Donnerstag, 30. Juli, seit 10:00 Uhr und noch bis 16:00 Uhr geöffnet. Auch am morgigen Freitag, 31. Juli 2026, steht der Hitzeschutzraum von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr zur Verfügung. Während der gesamten Öffnungszeit ist eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Stiftung anwesend.

Das kostenlose Angebot richtet sich an alle Menschen, denen die hohen Temperaturen zu schaffen machen. Besonders eingeladen sind ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden, Alleinlebende, Familien mit kleinen Kindern sowie Menschen, deren Wohnung sich stark aufheizt. Der Hitzeschutzraum befindet sich im Stumpesaal des Family Centers der Stiftung Nächstenliebe in Aktion in der Hüttenstraße 10 in Neugablonz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Den Besucherinnen und Besuchern stehen Sitzgelegenheiten, kostenloses Trinkwasser, Bücher, Lesematerial und Spiele zur Verfügung. Sie können sich dort ausruhen, abkühlen, miteinander ins Gespräch kommen oder einfach einige Stunden der großen Hitze entgehen.

Obwohl der Hitzeschutzraum bereits mehrfach geöffnet war, ist dieses neue Hilfs­angebot in der Bevölkerung noch nicht ausreichend bekannt.

„Uns ist bewusst, dass es Zeit braucht, bis sich ein solches Angebot herumspricht“, erklärt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Nächstenliebe in Aktion. „Gerade bei einer Hitzewarnung ist es jedoch wichtig, dass besonders gefährdete Menschen schnell erfahren, wo sie kostenlos Schutz und Abkühlung finden. Deshalb bitten wir Angehörige, Nachbarn, Hausärzte, Pflegedienste, Apotheken, Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen, auf unseren Hitzeschutzraum hinzuweisen.“

Die Stiftung möchte insbesondere auch Menschen erreichen, die selbst keine sozialen Medien nutzen oder von den bisherigen Veröffentlichungen noch nichts erfahren haben. „Niemand sollte während extremer Hitze allein in einer überhitzten Wohnung bleiben müssen. Im Family Center steht ein kühler, geschützter und betreuter Ort offen. Man darf einfach vorbeikommen“, betont Wolfgang Groß.

Öffnungszeiten: Donnerstag, 30. Juli 2026, von 10:00 bis 16:00 Uhr sowie Freitag, 31. Juli 2026, von 10:00 bis 16:00 Uhr. Ort: Stiftung Nächstenliebe in Aktion, Stumpesaal im Family Center, Hüttenstraße 10, 87600 Kaufbeuren-Neugablonz.

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Senioren Soziales

Stiftungsausflug führte in die Südsee-Sammlung nach Obergünzburg

Seniorinnen und Senioren der Stiftung Nächstenliebe in Aktion bei der Führung durch die Südsee-Sammlung im Historischen Museum Obergünzburg.

Gemeinsamer Nachmittag mit Kultur, Begegnung und gemütlichem Ausklang

Neugablonz/Obergünzburg 25. Juni 2026. Einen besonderen und zugleich sehr bereichernden Ausflug haben am Donnerstag, 25. Juni 2026, acht Seniorinnen und Senioren sowie eine Ehrenamtliche der Stiftung Nächstenliebe in Aktion unternommen. Ziel war die Südsee-Sammlung im Historischen Museum Obergünzburg, wo die Gruppe im Rahmen einer Führung spannende Einblicke in eine außergewöhnliche Sammlung erhielt.

Ursprünglich hatten noch weitere Teilnehmerinnen mitfahren wollen. Aufgrund der großen Hitze mussten jedoch drei Personen kurzfristig absagen. Die Seniorinnen und Senioren, die dabei sein konnten, zeigten sich umso begeisterter von dem Besuch.

Die Südsee-Sammlung Obergünzburg, über die man sich unter www.suedseesammlung.de näher informieren kann, macht auf besondere Weise erfahrbar, wie die Südsee ins Allgäu gekommen ist. Im Mittelpunkt steht der gebürtige Obergünzburger Kapitän Karl Nauer, der von 1874 bis 1962 lebte und dem Norddeutschen Lloyd angehörte. Aus seinen Reisen und seiner Tätigkeit im pazifischen Raum entstand eine beeindruckende ethnographische Sammlung, die er seinem Heimatort stiftete.

Während der Führung erhielten die Besucherinnen und Besucher interessante Informationen über die Geschichte der Sammlung, über Alltags- und Kultgegenstände aus dem pazifischen Raum sowie über die Verbindung zwischen Obergünzburg und der Südsee. Dabei wurde deutlich, dass das Museum nicht nur historische Objekte zeigt, sondern auch zum Nachdenken über Begegnung, Kultur, Geschichte und Verantwortung einlädt.

Nach dem Museumsbesuch ließ die Gruppe den Nachmittag im nahegelegenen Eiscafé Venezia ausklingen, das nur wenige Schritte vom Historischen Museum entfernt liegt. Bei Eis, Kaffee und Kuchen blieb noch ausreichend Zeit für Gespräche, Erinnerungen und ein gemütliches Beisammensein.

Die Stiftung Nächstenliebe in Aktion bietet regelmäßig Begegnungs- und Unterstützungsangebote für Seniorinnen und Senioren an. Dazu gehören unter anderem gemeinsame Treffen, Ausflüge, das samstägliche Frühstück im Family Center und Möglichkeiten, Gemeinschaft zu erleben. Der Ausflug nach Obergünzburg war ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig kleine Höhepunkte im Alltag sein können — gerade für Menschen, die sich über persönliche Begegnung und liebevolle Gemeinschaft besonders freuen.

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Wenn die Hitze zur Belastung wird

Das Angebot der Hitzeschutzraum ist in der Bevölkerung bislang noch nicht ausreichend bekannt

Hitzeschutzraum im Family Center Neugablonz wieder geöffnet – Stiftung hofft auf Nachahmer in Kirchengemeinden und sozialen Einrichtungen

Neugablonz 23. Juni 2026. Die Stiftung Nächstenliebe in Aktion hat in den vergangenen Tagen erstmals ihren Hitzeschutzraum im Family Center in Neugablonz geöffnet. Das neue Angebot richtet sich insbesondere an ältere Menschen, gesundheitlich belastete Personen, Familien mit kleinen Kindern sowie alle Bürgerinnen und Bürger, die während heißer Sommertage einen kühlen und geschützten Aufenthaltsort suchen.

Aktuelle Öffnungszeiten und Kontakt

Wegen der anhaltenden extremen Hitze ist der Hitzeschutzraum in dieser Woche wieder täglich von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Darüber hinaus soll der Raum künftig immer dann geöffnet werden, wenn der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen für Kaufbeuren und Umgebung ausgibt.

Wer unsicher ist, ob der Hitzeschutzraum geöffnet ist, kann gerne telefonisch unter 0151-71993474 oder per E-Mail an w.gross@nia-stiftung.org nachfragen.

Bekanntheit bislang noch gering

Die ersten Erfahrungen zeigen jedoch, dass das Angebot in der Bevölkerung bislang noch nicht ausreichend bekannt ist. Obwohl bereits vor der Eröffnung eine Pressemitteilung veröffentlicht wurde, haben bislang nur wenige Menschen den Weg in den klimatisierten Schutzraum gefunden.

„Das überrascht uns nicht völlig“, erklärt Stiftungsvorstand Wolfgang Groß. „Der Hitzeschutzraum ist ein neues Angebot in Kaufbeuren. Viele Menschen wissen vermutlich noch gar nicht, dass sie während extremer Hitzezeiten kostenlos einen kühlen Aufenthaltsort nutzen können. Deshalb müssen wir die Information noch deutlich intensiver verbreiten.“

Was Besucherinnen und Besucher erwartet

Der Hitzeschutzraum befindet sich im Family Center der Stiftung Nächstenliebe in Aktion in der Hüttenstr. 10 in Neugablonz. Besucherinnen und Besucher finden dort eine angenehme Raumtemperatur, Sitzgelegenheiten, kostenloses Trinkwasser sowie die Möglichkeit, sich auszuruhen, Kontakte zu pflegen oder einfach einige Stunden den hohen Außentemperaturen zu entkommen. Darüber hinaus stehen den Gästen Bücher, Lesematerial und verschiedene Spiele zur Verfügung, sodass sie sich die Zeit angenehm vertreiben können. Die Betreuerinnen und Betreuer des Hauses stehen außerdem gerne für Gespräche bereit.

Besonders wichtig für gefährdete Gruppen

Besonders für ältere Menschen und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen können längere Hitzeperioden eine erhebliche Belastung darstellen. Auch Familien mit Kleinkindern sowie Menschen, die in schlecht gekühlten Wohnungen leben, profitieren von einem solchen Angebot.

Weitere Informationskampagne geplant

Die Stiftung plant deshalb, in den kommenden Wochen verstärkt über den Hitzeschutzraum zu informieren. Neben weiteren Veröffentlichungen in den sozialen Medien sollen auch lokale Informationsplattformen und Netzwerke genutzt werden, damit möglichst viele Menschen von diesem Angebot erfahren und es bei zukünftigen Hitzewellen rechtzeitig in Anspruch nehmen können.

Dank an Unterstützer und Ausblick

Wolfgang Groß betont zugleich seine Dankbarkeit gegenüber allen Unterstützern: „Wir sind sehr dankbar, dass dieses Projekt durch das Zusammenwirken vieler engagierter Menschen und die Unterstützung unserer Partner überhaupt möglich geworden ist. Vielleicht braucht es einfach etwas Zeit, bis sich die Information in der Bevölkerung etabliert hat. Unser Wunsch ist es, dass jeder Mensch in Kaufbeuren weiß: Wenn die Temperaturen zu hoch werden, steht im Family Center ein kühler und geschützter Ort offen. Gerne können sich noch Bürgerinnen und Bürger bei uns melden, die den Hitzeschutzraum stundenweise betreuen möchten.“

Wolfgang Groß verbindet mit dem Projekt noch einen weiteren Wunsch: „Wir würden uns freuen, wenn unser Hitzeschutzraum auch andere Kirchengemeinden, soziale Einrichtungen und Organisationen inspiriert. Angesichts zunehmender Hitzeperioden könnten vielerorts Räume geöffnet werden, in denen Menschen kostenlos Schutz, Abkühlung und Gemeinschaft finden. Wenn aus einer guten Idee viele gute Ideen werden, profitieren letztlich die Menschen, die Unterstützung am dringendsten benötigen.“

Die Stiftung Nächstenliebe in Aktion wird über zukünftige Öffnungszeiten des Hitzeschutzraums jeweils rechtzeitig informieren.

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Hitzeschutzraum der Stiftung Nächstenliebe in Aktion ist geöffnet

KI-generierte Grafik

Aufgrund der angekündigten hohen Temperaturen und der zunehmenden Hitzebelastung öffnet die Stiftung Nächstenliebe in Aktion an vier Tagen ihren Hitzeschutzraum

Der Hitzeschutzraum der Stiftung Nächstenliebe in Aktion ist diese Woche aufgrund der hohen Temperaturen am Donnerstag noch bis 16:00 Uhr sowie Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Er steht allen Menschen offen, die während der heißen Tagesstunden eine kühle, geschützte und ruhige Aufenthaltsmöglichkeit suchen.

Besonders eingeladen sind ältere Menschen, gesundheitlich beeinträchtigte Personen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Alleinlebende, Familien mit kleinen Kindern sowie alle Bürgerinnen und Bürger, denen die Hitze zu schaffen macht. Der Hitzeschutzraum bietet Platz für maximal 40 Personen und befindet sich im Stumpesaal des Family Centers der Stiftung Nächstenliebe in Aktion, Hüttenstraße 10 in Neugablonz. Die Nutzung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Während der Öffnungszeiten steht kostenloses Trinkwasser zur Verfügung. Besucherinnen und Besucher können sich in dem klimatisierten Raum ausruhen, abkühlen und für einige Zeit der großen Hitze entgehen. „Gerade an sehr heißen Tagen brauchen besonders gefährdete Menschen Orte, an denen sie sich unkompliziert aufhalten und erholen können. Mit unserem Hitzeschutzraum möchten wir ein niedrigschwelliges Angebot schaffen und ganz praktisch helfen“, erklärt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Nächstenliebe in Aktion.

Die Stiftung weist darauf hin, dass anhaltende Hitze insbesondere für ältere Menschen, Kinder, chronisch kranke Personen und Menschen ohne ausreichend kühle Wohnräume belastend sein kann. Daher bittet die Stiftung auch Angehörige, Nachbarn und Bekannte, auf gefährdete Personen in ihrem Umfeld zu achten und gegebenenfalls auf das Angebot hinzuweisen.

Der Hitzeschutzraum ist ein weiteres praktisches Hilfsangebot der Stiftung Nächstenliebe in Aktion, die sich in Neugablonz unter anderem für Senioren, Familien, Menschen mit geringem Einkommen, Geflüchtete und sozial benachteiligte Personen engagiert.

Öffnungszeiten des Hitzeschutzraums:

Donnerstag: 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Freitag: 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Samstag: 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Sonntag: 10:00 Uhr buis 16:00 Uhr

Ort:

Stiftung Nächstenliebe in Aktion
Stumpesaal im Family Center
Hüttenstraße 10
87600 Kaufbeuren-Neugablonz

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Soziales Wirtschaft

Großzügige Sachspende der Firma GRUMA Nutzfahrzeuge

Anlieferung des Linde-Elektrohochhubwagens auf dem Gelände des Family Centers. Foto: Stiftung Nächstenliebe in Aktion

Beweglicher Elektrohochhubwagen erleichtert künftig die Lagerarbeit im Family Store

Kaufbeuren-Neugablonz, 15. Juni 2026 – Die Stiftung Nächstenliebe in Aktion freut sich über eine besonders wertvolle und praktische Unterstützung für ihre Arbeit im Family Center und Family Store in Kaufbeuren-Neugablonz: Die Firma GRUMA Nutzfahrzeuge GmbH hat der Stiftung einen beweglichen Linde-Elektrohochhubwagen als großzügige Sachspende zur Verfügung gestellt. Die Anlieferung des Geräts erfolgte am 2. Juni 2026.

Für die tägliche Arbeit im Family Store bedeutet diese Spende eine große Erleichterung. Im Lager des sozialen Secondhand-Kaufhauses werden regelmäßig Möbel, Haushaltswaren, Kleidung, Kartons, Paletten und viele weitere Sachspenden bewegt, sortiert, zwischengelagert und für den Verkauf vorbereitet. Gerade schwere oder sperrige Gegenstände stellen dabei immer wieder eine körperliche Herausforderung für Mitarbeitende und Ehrenamtliche dar. Der Elektrohochhubwagen hilft künftig dabei, Arbeitsabläufe sicherer, effizienter und deutlich rückenschonender zu gestalten.

„Wir sind der Firma GRUMA außerordentlich dankbar für diese großzügige Sachspende“, erklärt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Nächstenliebe in Aktion. „Ein solches Gerät ist für unsere tägliche Arbeit kein Luxus, sondern eine sehr konkrete Hilfe. Es unterstützt unsere Mitarbeitenden, entlastet unsere Ehrenamtlichen und trägt dazu bei, dass wir die vielen Sachspenden, die uns anvertraut werden, noch besser und verantwortungsvoller einsetzen können.“

Die Verbundenheit zur Firma GRUMA reicht bereits viele Jahre zurück. Schon zu Zeiten der internationalen Hilfsorganisation humedica, deren langjähriger Geschäftsführer Wolfgang Groß war, unterstützte das Unternehmen humanitäre Arbeit und soziales Engagement. Auch die Stiftung Nächstenliebe in Aktion durfte in der Vergangenheit bereits Unterstützung erfahren. Die aktuelle Sachspende knüpft damit an eine lange Tradition der Hilfsbereitschaft und gesellschaftlichen Verantwortung an.

„Es ist für uns sehr bewegend zu erleben, dass Unternehmen aus der Region nicht nur wirtschaftlich erfolgreich arbeiten, sondern auch ein Herz für Menschen in schwierigen Lebenssituationen haben“, so Wolfgang Groß weiter. „GRUMA-Geschäftsführer Hans Gruber und dessen Tochter Sophie zeigen mit dieser Spende, dass soziale Verantwortung ganz praktisch werden kann. Genau solche Partnerschaften machen es möglich, dass wir als Stiftung unbürokratisch und wirksam helfen können.“

Der Family Store der Stiftung Nächstenliebe in Aktion ist weit mehr als ein Secondhand-Laden. Er ist Teil des Family Centers in Neugablonz und verbindet praktische Hilfe, nachhaltige Wiederverwendung, Begegnung und soziale Unterstützung. Menschen mit geringem Einkommen finden dort gut erhaltene Kleidung, Möbel, Haushaltswaren und vieles mehr zu erschwinglichen Preisen. Gleichzeitig werden durch Sachspenden Ressourcen geschont und Gegenstände weitergegeben, die andernfalls möglicherweise entsorgt würden.

Neben dem Verkauf im Family Store versteht sich das Family Center als Ort der Begegnung, Unterstützung und gelebten Nächstenliebe. Unterschiedliche Angebote für Seniorinnen und Senioren, Familien, Menschen mit Migrationsgeschichte und Menschen in besonderen Lebenssituationen gehören ebenso zur Arbeit wie persönliche Gespräche, konkrete Einzelfallhilfe und die Vernetzung mit anderen sozialen Akteuren.

Die neue technische Ausstattung im Lager trägt dazu bei, diese Arbeit auch organisatorisch und logistisch weiter zu stärken. Gerade weil viele Abläufe im Hintergrund stattfinden, ist eine funktionierende Lagerstruktur für den Family Store von großer Bedeutung. Der Elektrohochhubwagen wird künftig dabei helfen, Sachspenden sicher zu bewegen, Lagerflächen besser zu nutzen und die körperliche Belastung der Mitarbeitenden zu reduzieren.

Die Stiftung Nächstenliebe in Aktion bedankt sich herzlich bei der Firma GRUMA für diese wertvolle Unterstützung und das damit verbundene Vertrauen in die Arbeit der Stiftung.

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Blaulicht Soziales Veranstaltung

Erfahrungen aus internationalen Katastropheneinsätzen für den Bevölkerungsschutz in Deutschland

Vortrag im BRK-Zentrum für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Hersbruck über Lehren aus 40 Jahren internationaler humedica-Arbeit

Vortrag im BRK-Zentrum für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Hersbruck

Was können wir in Deutschland von internationalen Katastropheneinsätzen lernen? Um diese Frage ging es bei einer Veranstaltung zum Thema Bevölkerungsschutz, zu der Wolfgang Groß, Gründer und Vorstand der Stiftung Nächstenliebe in Aktion und langjähriger Geschäftsführer der internationalen Hilfsorganisation humedica, als einer von drei Referenten eingeladen war.

Die Veranstaltung fand am 7. Mai 2026 im BRK-Zentrum für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Hersbruck statt. Unter den Gästen waren auch der Landrat des Landkreises Nürnberger Land, Armin Kroder, sowie der Erste Bürgermeister der Stadt Hersbruck, Robert Ilg.

Wolfgang Groß sprach unter dem Titel „Bevölkerungsschutz: Erfahrungen aus internationalen Krisenregionen – Was können wir daraus lernen?“ über zentrale Erkenntnisse aus rund vier Jahrzehnten internationaler humanitärer Hilfe. Von 1979 bis 2019 leitete er als Geschäftsführer die in Kaufbeuren gegründete Hilfsorganisation humedica, deren Schwerpunkt auf internationaler Katastrophen- und Nothilfe liegt. In dieser Zeit war humedica nach Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürmen, Epidemien, Kriegen und Fluchtbewegungen in zahlreichen Krisenregionen der Welt im Einsatz.

Dabei machte Groß gleich zu Beginn deutlich, dass sein persönlicher Weg in den sozialen und humanitären Dienst nicht erst mit humedica begann. Bereits 1970, im Alter von 16 Jahren, besuchte er beim BRK-Kreisverband Ostallgäu in Marktoberdorf einen Sanitätskurs. Anschließend half er im Rahmen seiner damaligen Möglichkeiten in der damals noch als Sanitätskolonnebezeichneten Gruppe mit. „Wenn man es so nennen möchte, begann dort meine soziale Karriere“, so Groß. Rückblickend sei dies für ihn ein prägender erster Schritt gewesen: die Erfahrung, dass Hilfe nicht abstrakt bleibt, sondern ganz konkret wird, wenn Menschen bereit sind, sich ausbilden zu lassen, Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein.

In seinem Vortrag machte Groß deutlich, dass gute Hilfe nicht erst im Katastrophengebiet beginnt. Wer in einer Krise wirksam helfen will, brauche Vorbereitung, klare Strukturen, verlässliche Partner, geschulte Einsatzkräfte und eine belastbare Logistik. Gerade internationale Einsätze zeigten immer wieder, dass guter Wille allein nicht ausreiche. Mitgefühl müsse mit Professionalität, Planung und Verantwortungsbewusstsein verbunden werden.

Ein besonderer Schwerpunkt seines Beitrags lag auf der Bedeutung von Logistik und Koordination. Medikamente, Verbandsmaterial, Zelte, Stromversorgung, Wasser, Funk, Dokumentation und Schutzmaterial seien keine Nebensächlichkeiten, sondern entscheidende Voraussetzungen dafür, dass Hilfe tatsächlich bei den betroffenen Menschen ankomme. Diese Erfahrung lasse sich auch auf den Bevölkerungsschutz in Deutschland übertragen: Zuständigkeiten, Vorräte, Kommunikationswege und Entscheidungsstrukturen müssten vor einer Krise geklärt sein – nicht erst, wenn Menschen bereits unmittelbar betroffen seien.

Groß erinnerte auch daran, dass Katastrophen trotz unterschiedlicher Ursachen oft ähnliche Auswirkungen haben: Infrastruktur bricht zusammen, Kommunikation wird schwierig, Behörden und Gesundheitssysteme geraten unter Druck, Menschen verlieren Orientierung, Sicherheit, Angehörige, Wohnung oder Lebensgrundlage. In solchen Situationen dürfe Hilfe nicht zusätzlich Unordnung schaffen. Gute Hilfe müsse in einer chaotischen Lage Ordnung, Vertrauen und Entlastung bringen.

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte von humedica war die Zertifizierung als Emergency Medical Team durch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Am 18. September 2018 konnte Wolfgang Groß in Rom das entsprechende Zertifikat aus den Händen von WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus entgegennehmen. Für Groß war dies nicht nur eine Auszeichnung, sondern die Bestätigung eines langen Entwicklungsweges: Internationale Katastrophenhilfe brauche fachliche Standards, trainierte Teams, klare Abläufe und die Fähigkeit, sich in internationale Koordinationsstrukturen einzufügen.

Dabei blieb sein Vortrag nicht bei organisatorischen und fachlichen Fragen stehen. Groß machte deutlich, dass Bevölkerungsschutz immer auch eine Frage von Menschlichkeit und Beziehung ist. In Krisen gehe es nicht um Strukturen um ihrer selbst willen, sondern um verletzte Kinder, verängstigte Familien, ältere Menschen, Menschen mit Behinderung, Kranke, Einsame und um Einsatzkräfte, die geschützt und gut geführt werden müssten.

Aus den internationalen Erfahrungen leitete Groß mehrere Grundsätze für den Bevölkerungsschutz in Deutschland ab: Vorbereitung entscheidet. Zuständigkeiten müssen vor der Krise klar sein. Kommunikation muss auch dann funktionieren, wenn Technik ausfällt oder Informationen unsicher sind. Ehrenamt braucht Ausbildung, Begleitung und Wertschätzung. Und besonders wichtig: Menschen und Organisationen, die sich vor einer Krise kennen, arbeiten in einer Krise schneller, vertrauensvoller und wirksamer zusammen.

Diese Erkenntnisse verbindet Groß heute auch mit der Arbeit der Stiftung Nächstenliebe in Aktion in Kaufbeuren/Neugablonz. Dort betreibt die Stiftung unter anderem das Family Center mit dem integrierten Secondhand-Kaufhaus Family Store. Was auf den ersten Blick wie ein soziales Kaufhaus erscheint, versteht Groß auch als eine Form praktischer Krisenvorsorge im Alltag: Menschen werden unterstützt, Ressourcen werden geteilt, Begegnung entsteht, und in besonderen Notlagen kann schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Als Beispiel nannte Groß eine Fluthilfeaktion im Jahr 2024 im Unterallgäu. Menschen, die durch Wassereinbruch Möbel und Haushaltsgegenstände verloren hatten, konnten durch gesammelte und gut erhaltene Gebrauchtwaren aus dem Family Store konkret unterstützt werden. Auch solche Erfahrungen zeigten, dass Bevölkerungsschutz nicht erst mit großen Einsatzplänen beginnt, sondern mit tragfähigen Strukturen vor Ort: mit Lagermöglichkeiten, Kontakten, Fahrzeugen, Helferinnen und Helfern, Vertrauen und der Bereitschaft, im richtigen Moment Verantwortung zu übernehmen.

Sehr persönlich wurde Groß, als er über die geistliche Motivation seiner jahrzehntelangen Arbeit sprach. Seit rund 40 Jahren stehe ein Bibelvers aus Sprüche 3,27 auf seinem Schreibtisch: „Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.“ Dieser Satz habe ihn in seiner Arbeit tief geprägt. Für ihn sei er nie nur ein schöner Gedanke gewesen, sondern eine Art Lebensauftrag. Sein Vertrauen in Gottes Führung und Schutz habe ihm in vielen schwierigen Situationen geholfen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Zum Abschluss brachte Groß seine Erfahrungen in einem Satz auf den Punkt: „Mitgefühl ohne Vorbereitung bleibt oft hilflos. Vorbereitung ohne Mitgefühl bleibt kalt. Bevölkerungsschutz braucht beides.“

Gerade deshalb beginne Bevölkerungsschutz nicht erst dann, wenn Sirenen heulen oder Einsatzkräfte alarmiert werden. Er beginne heute – mit Vorbereitung, Verantwortung, verlässlichen Beziehungen und der Bereitschaft, füreinander einzustehen.

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Gesundheit Senioren Soziales

Ein kühler Ort an heißen Tagen

Stiftung Nächstenliebe in Aktion richtet Hitzeschutzraum im Family Center in Neugablonz ein

Hitzeschutzraum im Family Center. Foto: Nächstenliebe in Aktion

Kaufbeuren-Neugablonz 21. Mai 2026. Die Sommer werden heißer, und für viele Menschen sind außergewöhnlich hohe Temperaturen längst mehr als nur unangenehm. Besonders ältere Menschen, gesundheitlich belastete Personen, Familien mit kleinen Kindern oder Menschen, deren Wohnungen sich stark aufheizen, leiden an Hitzetagen oft besonders. Für sie möchte die Stiftung Nächstenliebe in Aktion künftig einen geschützten, kühlen und einladenden Ort anbieten.

Im Stumpesaal des Family Centers in Neugablonz, in dem auch das integrierte Second-Hand-Kaufhaus Family Store beheimatet ist und jeden Samstag das beliebte Seniorenfrühstück stattfindet, wurde nun ein Hitzeschutzraum eingerichtet. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der Kaufbeurer Firma Kälte Riefler, die den Einbau einer Klimaanlage im Stumpesaal übernommen hat.

„Dieses Anliegen ist uns in den vergangenen Monaten immer wieder sehr nahegegangen“, erklärt Wolfgang Groß, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Nächstenliebe in Aktion. „Gerade an sehr heißen Sommertagen denken wir an Menschen, die kaum eine Möglichkeit haben, der Hitze auszuweichen. Für sie möchten wir mit unseren Möglichkeiten einen Ort schaffen, an dem sie willkommen sind, sich ausruhen können und gut aufgehoben fühlen.“

Der neue Hitzeschutzraum soll künftig an besonders heißen Tagen für maximal 40 Personen geöffnet sein. Neben angenehmeren Temperaturen steht dort auch ein Wasserspender zur Verfügung. Darüber hinaus möchte die Stiftung einfache Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten bereithalten. Der Raum soll damit nicht nur ein kühler Aufenthaltsort sein, sondern auch ein Platz, an dem Menschen Gemeinschaft, Ruhe und Entlastung erleben können.

Eine besondere Verbindung ergibt sich dabei auch zur vorhandenen Energieversorgung des Family Centers: Der Strom für die Klimatisierung kann zu einem erheblichen Teil über die Photovoltaikanlage der Stiftung gewonnen werden. „Die Sonne, die draußen für die große Hitze sorgt, hilft uns damit zugleich, drinnen einen kühlen Schutzraum zu ermöglichen“, so Groß. „Das ist für uns ein schönes und zugleich sehr praktisches Zeichen dafür, wie soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit zusammenwirken können.“

Die Stiftung betont, dass ein Hitzeschutzraum nur ein einzelner Baustein im Umgang mit den zunehmenden Belastungen durch Hitze sein kann. Dennoch könne gerade ein solches niedrigschwelliges Angebot für einzelne Menschen an einem schwierigen Tag einen spürbaren Unterschied machen. „Wir wollen nicht nur über Nächstenliebe sprechen, sondern sie im Alltag konkret werden lassen“, sagt Wolfgang Groß. „Manchmal beginnt Hilfe genau dort: mit einem offenen Raum, einem Glas Wasser, einem freundlichen Gespräch und der Möglichkeit, für einige Stunden der Hitze zu entkommen.“

Das Family Center mit dem Family Store versteht sich seit seiner Eröffnung als Ort der Begegnung, Unterstützung und praktischen Hilfe. Neben dem Second-Hand-Kaufhaus gehören dazu verschiedene soziale Angebote wie das Seniorenfrühstück, Begegnungsformate, Sprach- und Integrationsangebote sowie weitere niedrigschwellige Hilfen für Menschen in Neugablonz und Kaufbeuren.

Sobald die organisatorischen Details abschließend festgelegt sind, wird die Stiftung darüber informieren, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten der Hitzeschutzraum geöffnet sein wird.

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Kinonachmittag mit Herz

Ein besonderer Moment nach dem Film: Einige Kinder aus eritreischen Familien mit Schauspieler Luis Vorbach. Foto: Nächstenliebe in Aktion

Rotaract Kempten lädt in die Filmburg Marktoberdorf ein – Schauspieler Luis Vorbach beantwortet Fragen

Ein ganz besonderer Nachmittag liegt hinter zwölf Kindern aus eritreischen Familien, die von unserer Stiftung betreut werden: Auf Einladung von Rotaract Kempten Allgäu durften sie am Mittwoch, 8. April 2026, in der Filmburg Marktoberdorf kostenlos den Film „Die Schule der magischen Tiere 4“ anschauen.

Schon die Einladung zu diesem Kinobesuch war für die Kinder eine große Freude. Für viele von ihnen ist ein solcher Ausflug alles andere als selbstverständlich. Umso größer war die Begeisterung darüber, gemeinsam mit anderen Kindern einen fröhlichen, unbeschwerten Nachmittag im Kino erleben zu dürfen. Dass dabei nicht nur der Eintritt, sondern auch ein Getränk und ein Snack für jedes Kind übernommen wurden, war eine besonders schöne und großzügige Geste von Rotaract Kempten.

Der Film selbst nahm die Kinder mit hinein in eine fantasievolle und spannende Geschichte rund um die Wintersteinschule und ihre magischen Tiere. Im Mittelpunkt steht diesmal unter anderem Miriam, die vorübergehend an die Wintersteinschule kommt, ohne zu ahnen, dass dort eine ganz besondere Gemeinschaft lebt. Neue magische Tiere treten auf, und zugleich geht es um Freundschaft, Zusammenhalt, alte Verletzungen und die Frage, ob es gelingt, die Schule in einer entscheidenden Herausforderung zu retten. Gerade diese Mischung aus Humor, Abenteuer und gefühlvollen Momenten macht die Filmreihe für Kinder so ansprechend. 

Für die eingeladenen Kinder war der Kinobesuch aber nicht nur wegen des Films ein Highlight. Ein ganz besonderer Moment wartete am Ende der Vorstellung auf sie: Schauspieler Luis Vorbach, der auch in „Die Schule der magischen Tiere 4“ mitspielt, stellte sich persönlich den jungen Kinobesuchern vor und beantwortete ihre Fragen. Dass ein echter Darsteller aus dem Film plötzlich leibhaftig vor ihnen stand, sorgte für große Aufregung und echte Begeisterung. Für die Kinder war das ein Erlebnis, das sie so schnell sicher nicht vergessen werden.

Besonders schön war dabei auch die Nähe zu ihrer eigenen Lebenswelt: Luis Vorbach wohnt wie die Kinder in Kaufbeuren und hatte deshalb keinen weiten Weg nach Marktoberdorf. Gerade das machte die Begegnung für viele noch greifbarer und persönlicher. Der Gedanke, dass jemand aus der eigenen Region in einem so bekannten Kinofilm mitspielt und dann auch noch Zeit für die Kinder mitbringt, war etwas ganz Besonderes. Seine Mitwirkung an „Die Schule der magischen Tiere 4“ ist in Besetzungsangaben zum Film dokumentiert. 

Unsere Stiftung ist für diese liebevolle Aktion sehr dankbar. Solche Erlebnisse schenken Kindern nicht nur Freude für einen Nachmittag. Sie vermitteln auch das Gefühl: Wir werden gesehen. Wir sind wichtig. Jemand denkt an uns. Gerade für Kinder, deren Familien in ihrem Alltag oft mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind, haben solche Zeichen der Wertschätzung einen hohen Wert.

Ein herzlicher Dank gilt deshalb dem Rotaract Club Kempten Allgäu für die großzügige Einladung, die hervorragende Organisation und das große Herz für Kinder. Unter dem Motto „Lernen – Helfen – Feiern“ engagiert sich Rotaract mit vielen sozialen Projekten für die Gesellschaft; das Projekt „Kinderkino“ soll ausdrücklich Kindern in finanziell, sozial oder anderweitig schwierigen Lebenslagen einen besonderen Kinobesuch ermöglichen. 

Für unsere zwölf Kinder war dieser Nachmittag in der Filmburg Marktoberdorf weit mehr als nur ein Kinobesuch. Er war ein Geschenk, eine Ermutigung und ein Erlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Family Store feiert 5-jähriges Jubiläum

Über den ganzen November bietet Second-Hand-Kaufhaus über 5 % Rabatt auf alle Produkte

Das gemeinnützige Second-Hand-Kaufhaus „Family Store„, eine Einrichtung der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“, feiert im November 2023 sein 5-jähriges Bestehen.

Aus diesem Anlass gibt es den gesamten Monat über einen großzügigen Rabatt von 5 % auf alle Produkte im Geschäft.

Der „Family Store“ in der Neugablonzer Hüttenstraße wurde vor fünf Jahren mit dem klaren Ziel gegründet, eine nachhaltige und soziale Initiative in Kaufbeuren und Umgebung zu etablieren. Seit seiner Eröffnung im November 2018 haben über 135.000 Kundinnen und Kunden mehr als 800.000 hochwertige Gebrauchtwaren, angefangen von Kleidung, Haushaltswaren, Kinderspielzeug und Sportartikeln bis hin zu Möbeln aller Art erworben. Dies zeigt nicht nur die Beliebtheit des „Family Stores“, sondern auch das wachsende Bewusstsein für Umweltschutz, Müllvermeidung, CO2-Reduzierung und Resourcenschonung.

Der besondere Zweck des „Family Stores“ liegt darin, eine Win-Win-Situation für die Gemeinschaft zu schaffen. Einerseits ermöglicht das Geschäft Menschen den Zugang zu qualitativ hochwertigen Produkten zu erschwinglichen Preisen oder auch zu einem Plausch bei einer Tasse Kaffee oder Tee im Bistro des Kaufhauses. Andererseits hilft der Reinerlös, der durch den Verkauf der Waren erzielt wird, dabei, die sozialen Aktivitäten und Projekte der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ zu finanzieren. Diese umfassen beispielsweise die Unterstützung für bedürftige Familien, insbesondere mit Migrationshintergrund, sowie Angebote, wie das samstägliche Seniorenfrühstück oder die Spiele- und Handarbeitsnachmittage, die dazu beitragen, das Leben in unserer Gemeinschaft zu verbessern und der weit verbreiteten Einsamkeit entgegenzuwirken.

Ein aktuelles Projekt der Stiftung ist seit Oktober die Einrichtung einer Stelle für „Leerstandsmanagement Wohnraum“, gemeinsam mit Partnerorganisationen des „Arbeitskreises bezahlbarer Wohnraum“. Gerne können Informationen über bekannten Leerstand per eMail an die Mitarbeiterin Patricia Hopp (p.hopp@nia-stiftung.org) gemeldet werden oder telefonisch bzw. per SMS an Stiftungsvorstand Wolfgang Groß (0151-71993474).

Der Erfolg des „Family Stores“ wäre jedoch ohne die großartige Unterstützung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewesen. Diese engagierten Menschen haben unermüdlich daran gearbeitet, den „Family Store“ zu dem zu machen, was er heute ist.

„Unser Team leistet Tag für Tag großartige Arbeit, und wir sind zutiefst dankbar für ihren Einsatz und ihre bewundernswerte Hingabe, die unseren aufrichtigen Dank verdienen“, betont Matthias Malzkorn, der Geschäftsleiter des „Family Store“. „Durch ihr Engagement ermöglichen sie es uns, einen bedeutenden Unterschied in unserer Gesellschaft zu machen, und wir sind stolz darauf, gemeinsam an einer nachhaltigen und sozialen Zukunft zu arbeiten.“

Wer mehr über den „Family Store“ erfahren möchte, findet Informationen auf der offiziellen Website unter www.family-store.org. Dort erfahren Besucher mehr zu den Öffnungszeiten, aktuellen Aktionen und wie man sich am Erfolg dieses bemerkenswerten gemeinnützigen Projekts beteiligen kann.

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