Schreinernachwuchs zeigt Kreativität und handwerkliches Können

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Die Preisträgerinnen und Preisträger der „Guten Form 2026“ gemeinsam mit Landrat Bernd Stapfner, Vertretern der Jury sowie der Schreinerinnung Kaufbeuren–Marktoberdorf. Foto: Claus Tenambergen

„Die Gute Form 2026“: Schreinerinnung Kaufbeuren–Marktoberdorf zeichnet die besten Gesellenstücke aus

Zehn außergewöhnliche Gesellenstücke, viel Kreativität und großes handwerkliches Können standen am Montagabend bei der Prämierung des Wettbewerbs „Die Gute Form 2026“ im Mittelpunkt. Die Schreinerinnung Kaufbeuren–Marktoberdorf zeichnete im Foyer des Landratsamtes die besten Gesellenstücke des aktuellen Jahrgangs aus. Moderator Claus Tenambergen führte durch den Abend und begrüßte zahlreiche Gäste aus dem Handwerk, der Berufsschule sowie die Familien und Ausbildungsbetriebe der Nachwuchsschreiner.

Landrat Bernd Stapfner würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des Schreinerhandwerks für die Region und sprach den jungen Gesellinnen und Gesellen seine Anerkennung aus. „Ihr habt einen ganz tollen Beruf gewählt. Ihr könnt kreativ sein, euch handwerklich austoben und andere Menschen mit euren Werken glücklich machen.“ Gerade in Zeiten der Digitalisierung bleibe das Handwerk unverzichtbar. Künstliche Intelligenz könne zwar bei vielen Aufgaben unterstützen, am Werkstück selbst und an der Kreativität werde sie den Menschen jedoch nicht ersetzen.

Auch Bernhard Galster, Obermeister der Schreiner-Innung Kaufbeuren-Marktoberdorf, hob die besondere Bedeutung der Gesellenstücke hervor. Nach drei Jahren Ausbildung erhielten die angehenden Schreinerinnen und Schreiner die Möglichkeit, ein Werkstück vollständig nach eigenen Vorstellungen zu entwerfen und zu fertigen. „Das ist euer Entwurf, eure Idee, eure Fähigkeit. Das habt ihr gemacht. Und das sind eure Stärken – die kann euch keiner mehr nehmen.“ Gleichzeitig dankte Galster den Ausbildungsbetrieben, der Berufsschule, den Eltern sowie der gesamten Vorstandschaft der Schreinerinnung für die Unterstützung während der Ausbildung und den Sponsoren für ihr Engagement.

Jury beeindruckt vom hohen Niveau

Wie hoch das Niveau der diesjährigen Arbeiten war, machte der stellvertretende Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Gerhard Stärk, deutlich. Die unabhängige Jury, bestehend aus Stefan Kirsch (Firma Klöpfer), Tobias Grotz (Firma Layer) und Alfred Jörg (Jörg Bauunternehmen) nahm sich mehr als zweieinhalb Stunden Zeit, um die zehn Gesellenstücke zu bewerten. Stärk: „Die Entscheidung war wirklich Spitz auf Knopf, weil das Niveau so hoch ist.“ Mehrere
Werkstücke hätten bis zuletzt realistische Chancen auf einen Spitzenplatz gehabt. Prüfungsvorsitzender Florian Echtler bestätigte nach der Prämierung diese Einschätzung: „Es war wirklich ein anspruchsvoller Wettbewerb mit bemerkenswerten Gesellenstücken.“

Die Preisträger 2026

Eine Belobigung erhielt Roman Reichart von der Schreinerei Horst Herbein. Sein neu interpretierter Werkzeugschrank überzeugte die Jury durch den Mut, bewusst kein klassisches Möbelstück zu gestalten. Besonders hervorgehoben wurden die nahezu spielfrei laufenden Schiebetüren, das durchdachte Farbspiel sowie die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten in der Werkstatt.

Der 3. Preis ging an Laura Holik von der Schreinerei Markus Sirch. Ihr Möbelstück überzeugte mit einer gelungenen Interpretation des Designs der 1950er- und 1960er-Jahre. Die Jury würdigte insbesondere den mutigen Materialmix aus verschiedenen Holzarten und Glas sowie die harmonische Gesamtgestaltung.

Den 2. Preis erhielt Elias Gilg von der Schreinerei Rauh. Ausschlaggebend waren das schlichte äußere Erscheinungsbild, die stimmige Beleuchtung des Innenraums, die gelungene Kombination aus Barfunktion und Stauraum sowie die hochwertige Verarbeitung.

Den 1. Preis sicherte sich Felix Frick von der Schreinerei Demmler KG. Sein modernes Sideboard überzeugte die Jury durch den gelungenen Materialmix aus Holz, Metall und Linoleum, eine außergewöhnliche Türmechanik sowie eine klare und zugleich zeitlose Gestaltung. Besonders beeindruckte die selbst entwickelte Mechanik der Türen. Nachdem Felix Frick auf Instagram auf eine vergleichbare Konstruktion aufmerksam geworden war und der Urheber ihm keine Unterstützung geben wollte, entwickelte er die Mechanik eigenständig weiter und setzte sie erfolgreich in seinem Gesellenstück um. Dieses handwerkliche und konstruktive Können wurde bei der Preisverleihung mit großem Applaus gewürdigt.

Preise dank zahlreicher Unterstützer

Die Preisgelder und Sachpreise wurden durch die Unterstützung mehrerer Sponsoren ermöglicht. So stellte die Firma Klöpfer Preisgelder für die Erst- und Zweitplatzierten zur Verfügung. Die Firma Layer spendete ein DeWalt-Baustellenradio für den Sieger, weitere Gutscheine kamen von Holz Greiter sowie der Schreinerinnung Kaufbeuren–Marktoberdorf.

Im Anschluss an die Preisverleihung nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Gesellenstücke aus nächster Nähe zu betrachten und mit den jungen Schreinerinnen und Schreinern sowie ihren Ausbildungsbetrieben ins Gespräch zu kommen. Beim anschließenden geselligen Beisammensein bot sich zudem Zeit für den persönlichen Austausch.

Die Preisträger

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