Grafik: KI generiert
Eine junge Mutter findet mit ihrem Baby Schutz vor Gewalt – doch ohne Wohnung bleibt der Neuanfang ungewiss.
Eine 24-jährige Mutter lebt mit ihrem zehn Monate alten Baby derzeit im Frauenhaus. Noch vor wenigen Monaten hatte sie eine Wohnung, einen Alltag und die Hoffnung auf ein gemeinsames Familienleben. Nach außen wirkte ihr Partner freundlich, hilfsbereit und zugewandt. Doch hinter verschlossenen Türen zeigte sich ein anderes Bild.
Die junge Frau erlebte Demütigungen, Beschimpfungen und massiven psychischen Druck. Sie wurde kontrolliert, eingeschüchtert und immer weiter verunsichert. Mit der Geburt des Kindes verschärfte sich die Situation spürbar. Statt Unterstützung und Geborgenheit erlebte sie Abwertung, Misstrauen und ständige Vorwürfe. Nichts schien gut genug zu sein. Selbst alltägliche Dinge wurden zum Anlass für Kritik und Erniedrigung. Ihr Handy wurde kontrolliert, ihr Standort überprüft, jeder Schritt misstrauisch hinterfragt.
Besonders alarmierend wurde die Lage, als sich auch das Verhalten des Mannes gegenüber dem Baby veränderte. Aus einem unguten Gefühl wurde bei der Mutter die tiefe Gewissheit, dass sie handeln musste. Als sie ihre Sorgen ansprach, reagierte der Partner mit Wut, Drohungen und weiterer Einschüchterung. Er versuchte, ihr die eigene Wahrnehmung abzusprechen, und redete ihr ein, niemand werde ihr glauben. So wie viele Betroffene häuslicher Gewalt geriet auch sie in einen Zustand aus Angst, Ohnmacht und innerer Isolation.
Schließlich blieb nur ein Ausweg: die Flucht.
Die junge Mutter verließ die gemeinsame Wohnung mit dem Nötigsten – einigen Unterlagen, etwas Kleidung und ihrem Kind auf dem Arm. Im Frauenhaus fanden Mutter und Tochter Schutz, Ruhe und Menschen, die ihnen zuhören, sie ernst nehmen und sie auf dem Weg in ein neues Leben begleiten. Für Frauen in solch einer Situation ist ein Frauenhaus oft ein rettender Ort. Doch es bleibt ein Schutzraum auf Zeit.
Denn Sicherheit allein genügt nicht, wenn danach kein Zuhause folgt.
Was die junge Mutter jetzt dringend braucht, ist eine eigene Wohnung. Einen Ort, an dem sie mit ihrer Tochter ankommen kann. Einen Ort, an dem sie nicht mehr in Angst leben muss. Einen Ort, an dem ihr Kind sicher aufwachsen kann und ein Alltag ohne Bedrohung möglich wird. Doch genau daran scheitert der Neuanfang.
Obwohl die Voraussetzungen für einen Umzug gegeben wären, obwohl die Mietkosten abgesichert sind und obwohl auch nach dem Auszug weitergehende Unterstützung bereitsteht, findet sich kein passender Wohnraum. Die wenigen Wohnungen, die überhaupt infrage kommen, sind oft schon vergeben, bevor es überhaupt zu einem persönlichen Kontakt kommt. Für Frauen mit Kind, für Alleinerziehende und für Menschen mit Gewalterfahrung ist es auf dem angespannten Wohnungsmarkt noch schwieriger, eine Chance zu bekommen.
So bleibt eine junge Mutter mit ihrem kleinen Kind in einer belastenden Übergangssituation gefangen, obwohl sie den schwersten Schritt bereits gegangen ist. Sie hat sich aus Gewalt gelöst. Sie hat Schutz gesucht. Sie ist bereit, neu anzufangen. Doch ohne Wohnung bleibt dieser Weg versperrt.
Dieser Fall zeigt auf eindringliche Weise, was Wohnungsnot für Menschen in einer ohnehin existenziellen Krise bedeutet. Es geht nicht nur um fehlende Quadratmeter. Es geht um Schutz, Würde und die reale Chance auf ein Leben ohne Angst. Für Frauen und Kinder, die häuslicher Gewalt entkommen sind, ist eine Wohnung weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie ist der entscheidende Schritt in ein sicheres und selbstbestimmtes Leben.
—–
Infobox: Frauenhaus Kaufbeuren-Ostallgäu / Second Stage
Das Frauenhaus Kaufbeuren-Ostallgäu des SkF Augsburg e.V. bietet Frauen und ihren Kindern Schutz, Beratung und Unterstützung in Situationen häuslicher Gewalt. Mit dem Projekt Second Stage werden Menschen mit Gewalterfahrung auf dem Weg in ein sicheres und selbstbestimmtes Leben begleitet.
Wenn Sie Menschen mit Gewalterfahrung eine Wohnung anbieten können, melden Sie sich gerne beim:
Projekt Second Stage
Frauenhaus Kaufbeuren-Ostallgäu
SkF Augsburg e.V.
Telefon: 08341 9993227
E-Mail: secondstage@skf-augsburg.de
Wenn Sie selbst von häuslicher Gewalt betroffen sind, bietet die Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt KF-OAL kostenlos und niederschwellig Unterstützung an.
Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt KF-OAL
Telefon: 08341 9993227
Das Frauenhaus Kaufbeuren ist rund um die Uhr erreichbar unter:
Telefon: 08341 16616


















