Elektroporation heißt das neue Verfahren, das die Kardiologie am Klinikum Kaufbeuren seit diesem Sommer durchführt. Bei der auch als Pulsed Field Ablation bekannten Technik veröden elektrische Impulse gezielt die Herzzellen, die Herzrhythmusstörungen wie etwa Vorhofflimmern auslösen
Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern gehören zu den häufigsten Herzerkrankungen überhaupt. Betroffene leiden unter Herzstolpern, rasendem Herzschlag, Atemnot und Leistungsminderung – und tragen ohne Behandlung ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall.
Seit August setzt die Kardiologie am Klinikum Kaufbeuren ein neues Behandlungsverfahren ein, die sogenannte Elektroporation, auch bekannt als Pulsed Field Ablation – und hat damit bereits einige Patientinnen und Patienten mit Herzrhythmusstörungen erfolgreich und komplikationslos behandelt.
Bei einer Ablation werden gezielt diejenigen Herzzellen verödet, die die krankhaften elektrischen Erregungen im Herzen auslösen. Bisher kamen dafür meist Verfahren mit Hitze oder Kälte zum Einsatz. Bei der Elektroporation wird stattdessen mit kurzen, hochenergetischen elektrischen Impulsen gearbeitet: Sie öffnen die Zellwände der Herzzellen, sodass diese absterben – während umliegende Strukturen wie die Speiseröhre, Nerven oder Blutgefäße weitgehend geschont werden. Die Behandlung ist dadurch für die Patientinnen und Patienten schonender, typische Komplikationen der herkömmlichen Verfahren treten deutlich seltener auf.
Privatdozent Dr. Marcus Koller zeigt sich erfreut über die ersten Erfahrungen mit der neuen Methode. „Mit der Elektroporation können wir Herzrhythmusstörungen noch präziser und schonender behandeln als bisher“, betont der Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Kaufbeuren. „Die ersten Eingriffe an unserem Haus sind ausgezeichnet verlaufen – alle Patientinnen und Patienten konnten wir erfolgreich und ohne Komplikationen behandeln.“
Bislang werde dieses innovative Verfahren nur an wenigen Zentren angeboten, so Koller weiter. Für die betroffenen Menschen im Ostallgäu und der umliegenden Region ist das ein enormer Gewinn an Lebensqualität.
Tag der offenen Tür: Vortrag zum Thema Vorhofflimmern
Wer mehr über Herzrhythmusstörungen erfahren möchte, kann sich auf dem Tag der offenen Tür am Klinikum Kaufbeuren persönlich informieren: PD Dr. Koller hält dort einen Vortrag mit dem Titel „Vorhofflimmern: Wenn das Herz aus dem Takt gerät“ und erläutert, wie die Volkskrankheit entsteht, welche Warnsignale ernst genommen werden sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten – vom Medikament bis zur modernen Elektroporation – heute zur Verfügung stehen.
Mehr Informationen zum Tag der offenen Tür finden Sie unter kliniken-oal-kf.de/events.
Mehr Informationen zur Kardiologie und Elektrophysiologie der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren


















