Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren – Ein engagiertes Team für ambitionierte Projekte

|

Image
Durch den Abend der Jahreshauptversammlung führten Markus Knab und Tobias Bachschneider, die beiden Vorsitzenden des Werkstattrats der Wertachtal-Werkstätten. Foto: Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren e.V.

Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren gibt Ausblick bei Jahreshauptversammlung. Mitgliedbeiträge werden angepasst.

Mit rund 1.400 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zählt die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren mit den Wertachtal-Werkstätten, dem hundertprozentigen Tochterunternehmen, zu einem der größten gemeinnützigen Träger im Allgäu. Grundlage allen Schaffens ist dabei der Verein, der aus 725 Mitgliedern besteht und dessen Jahreshauptversammlung in Marktoberdorf zeigte, wie vielfältig die Arbeit der Einrichtungen in der Region ist. „Wir im Vorstand, aber auch innerhalb der Lebenshilfe sind ein starkes Team,“ hob Wolfgang Neumayer, 1. Vorsitzender des Vereins, zu Beginn hervor. Einstimmig wurde in der Versammlung das neue Beitragsmodell verabschiedet. Zukünftig können auch Kinder Mitglied in der Lebenshilfe werden, bislang mögliche Partnermitgliedschaften werden als Einzelmitgliedschaften weitergeführt.

In Form von kurzweiligen Fragerunden führten Markus Knab und Tobias Bachschneider, die beiden Vorsitzenden des Werkstattrats der Werkstätten, durch den Abend. Als Interviewpartner fungierten die drei Geschäftsführer Ralf Grath, Claudia Kintrup und Klaus Prestele sowie Wolfgang Neumayer. Deutlich wurde dabei, dass der Weg hin zu mehr inklusiven und sozialraumorientierten Angeboten oftmals mit Hürden verbunden ist. Claudia Kintrup hob speziell die Bereiche des inklusiven Sports und der inklusiven Freizeiten hervor. „Mit viel Engagement entstehen super Programme, die aber noch mehr in die Breite kommen müssen. Das Ziel ist, mehr externe Menschen dafür zu begeistern. Als Teilnehmer sowie auch Vereine, die mitwirken.“

Große Baumaßnahmen

Ralf Grath, der in seiner Funktion als Geschäftsführer die Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit verantwortet, ging auf zwei Mammutprojekte der kommenden Jahre ein. Zum einen werde die Ludwig-Reinhard-Schule, das Kaufbeurener Förderzentrum mit dem Schwerpunkt der geistigen Entwicklung, ab dem kommenden Jahr umfassend saniert. Von 200 Schüler*innen besuchen rund 130 nach dem Unterricht die benachbarte Heilpädagogische Tagesstätte der Lebenshilfe und nutzen das große Therapieangebot vor Ort. Was bislang Tür an Tür gut funktioniere, werde für mindestens 3,5 Jahre womöglich nur mit Einschränkungen umsetzbar sein, beschreibt Ralf Grath. Denn der Schulbetrieb wird während der Umbauphase nach Friesenried verlagert. Das zweite große Projekt im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wird die neue Kindertagesstätte in Neugablonz sein. Bis 2025 soll dort gemeinsam mit dem Gablonzer Siedlungswerk eine Einrichtung für ca. 150 Kinder entstehen.

In Füssen werden seit fünf Jahren Kinder in der Lebenshilfe-Kita auf dem Gelände der Wertachtal-Werkstätten betreut, bislang in Containern, die zukünftig aber ebenfalls einem Neubau weichen sollen. Dass Füssen ein Schwerpunkt für bauliche Maßnahmen der Lebenshilfe sein wird, verdeutlicht Claudia Kintrup. Denn dort soll ab dem kommenden Jahr ein neues Wohnheim mit 24 Plätzen entstehen. Darunter auch spezielle Wohnangebote für Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung wie zum Beispiel durch Unfälle oder Schlaganfälle. „Hier gibt es bislang kein Angebot im Ostallgäu, die Nachfrage ist dementsprechend hoch.“

Einblicke in Standortkonzepte und Trends im Bereich der Werk- und Förderstätten gaben Klaus Prestele und Ralf Grath. Letzterer beschrieb, dass klassische Werkstätten-Arbeitsplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung – ausgenommen die Förderstätten für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf – weniger werden. Das liege zum einen am Renteneintritt vieler Mitarbeiter*innen und dem gleichzeitig geringer vorhandenen Nachwuchs. Zum anderen sind in den letzten Jahren über 30 Außenarbeitsplätze entstanden. „Das ist ein Feld, das wir weiter ausbauen möchten. Auch wenn wir hier zum Teil Pionierarbeit leisten müssen.“ Grath beschreibt, dass Kostenträger zum Beispiel das Entstehen einer ganzen Außenarbeitsgruppe vor Ort bei einem Unternehmen bislang nicht fördern. Ein deutschlandweiter Investitionsstau bei gleichzeitig hohem Bedarf skizzierte Klaus Prestele. Die Modernisierungsmaßnahmen ab 2024 für das ehemalige Kinoton-Gebäude in Kaufbeuren habe man noch genehmigt bekommen. Ab dem kommenden Jahr werden Werkstätten aber nicht mehr durch die Ausgleichsabgabe gefördert. Wie dann zukünftig die Förderrichtlinien in Bayern aussehen, stehe noch nicht fest. „Aktuell versuchen wir, das Standortkonzept für die Werkstätten in Marktoberdorf noch in diesem Jahr abzuschließen.“

Hohes Spendenaufkommen für Ukraine-Kooperation

Einen Überblick über das Spendenaufkommen im vergangenen Jahr gab Klaus Prestele. Dabei wurde deutlich, dass die Spendenkampagne für die Ukraine-Kooperation der Lebenshilfe besonders stark angenommen wurde. Auch die eigene Stiftung Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil. „Die Stiftung wirkt dort, wo oftmals keine Förderungen oder Kostensätze greifen. Betroffene Familien sind aber zum Beispiel auf spezielle Therapiegeräte angewiesen, die bezuschusst werden.“
Der abschließende Blick auf das Vereinsgeschehen sowie die Entwicklung der Mitgliederzahlen zeigen, dass die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren für die anstehenden Projekte finanziell und personell solide aufgestellt ist. „Wir wollen aber mehr Menschen mit einer Beeinträchtigung und allgemein mehr Nachwuchs für unseren Verein begeistern,“ so der Vorsitzende Wolfgang Neumayer. Ein Vorstandsbeirat mit Menschen mit einer Beeinträchtigung soll daher zukünftig installiert werden, das Interesse dafür sei hoch. Um Barrieren der Kommunikation abzubauen und die Teilhabe dieser Zielgruppe einfacher zu ermöglichen, wurde vor kurzem mit Lucas Ruf eine Fachstelle für Selbstvertreter*innen bei der Lebenshilfe geschaffen.

Das neue Beitragsmodell der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren e.V. (ab 01.01.2024):
Kinder und Jugendliche (bis 21 Jahre): 5 Euro
Einzelpersonen: 35 Euro
Menschen mit einer Beeinträchtigung: 15 Euro

Zurück


Newsletter

JETZT KEINE NACHRICHTEN MEHR VERPASSEN!
Hier für den kostenlosen Online-Newsletter von Wir sind Kaufbeuren anmelden.


Weitere Nachrichten
Begegnungen, die bewegen
28. Februar 2026

Begegnungen, die bewegen

Schülerinnen und Schüler der Sophie-la-Roche-Realschule besuchen die „Fazenda da Esperança“ …

Eine völlig außergewöhnliche Schulstunde im JBG
28. Februar 2026

Eine völlig außergewöhnliche Schulstunde im JBG

Eine französische Schulklasse mit 18 Schüler*innen und ihrer Lehrerin als…

Kabarett von und mit Anne Vodg: „Gegendert wird, was auf den Tisch kommt“
28. Februar 2026

Kabarett von und mit Anne Vodg: „Gegendert wird, was auf den Tisch kommt“

 Zum internationalen Frauentag – Samstag, den 07.03.2026, Beginn 20 Uhr,…

Glückliche Gewinnerin der Schulranzenparty bei Schreibwaren Eselsohr in Marktoberdorf
28. Februar 2026

Glückliche Gewinnerin der Schulranzenparty bei Schreibwaren Eselsohr in Marktoberdorf

Die AOK Kaufbeuren-Ostallgäu unterstützt die Schulranzenparty von Schreibwaren Eselsohr in…

Grüne Kaufbeuren laden zum Familiencafé ein
28. Februar 2026

Grüne Kaufbeuren laden zum Familiencafé ein

Am Mittwoch, 5. März, ab 10 Uhr  Zu einem offenen Frühstücksformat…

Fünfte Klasse der Gustav-Leutelt-Schule beim Wettbewerb „Schreib für Hanau“ in Berlin
28. Februar 2026

Fünfte Klasse der Gustav-Leutelt-Schule beim Wettbewerb „Schreib für Hanau“ in Berlin

Auszeichnung für die Gustav-Leutelt-Schule: Erfolgreiche Teilnahme am Schreibwettbewerb „Schreib für…


Weitere Nachrichten
5.500 Euro für den guten Zweck: Hirschzell zeigt Zusammenhalt
28. Februar 2026

5.500 Euro für den guten Zweck: Hirschzell zeigt Zusammenhalt

Beim Helferfest werden Spenden aus Weihnachtsmarkt und „Hirschzell leuchtet“ übergeben…

ESVK gegen den Tabellenführer: Viel Leidenschaft, viel Kampf aber leider keine Punkte
28. Februar 2026

ESVK gegen den Tabellenführer: Viel Leidenschaft, viel Kampf aber leider keine Punkte

Über 2.500 Zuschauer in der Arena honorierten immer wieder den…

Historischer Vortrag: Gold aus den Fingern
27. Februar 2026

Historischer Vortrag: Gold aus den Fingern

Ein historischer Film über Neugablonz und seine Entstehungsgeschichte am 17./18./19.…


Weitere News
Staffelübergabe in der Radiologie: Dr. Annette Ruffer folgt auf Dr. Wolfgang Beinborn
27. Februar 2026

Staffelübergabe in der Radiologie: Dr. Annette Ruffer folgt auf Dr. Wolfgang Beinborn

Zum 1. März steht die Radiologie der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren unter…


Veranstaltungen

Weitere News
Geschichte, Geist & Gaumen – mit Genuss das Stadtmuseum entdecken
27. Februar 2026

Geschichte, Geist & Gaumen – mit Genuss das Stadtmuseum entdecken

Neue Themen und Preiserhöhung ab März 2026 Jeden zweiten Mittwoch…

Jobsuche anders gedacht: Das 1. Allgäuer Jobfestival am 13.05.2026 in Kaufbeuren
27. Februar 2026

Jobsuche anders gedacht: Das 1. Allgäuer Jobfestival am 13.05.2026 in Kaufbeuren

82 Aussteller und weiter wachsend: Das Allgäuer Jobfestival nimmt Fahrt…


Angebote

Aktionswochen bei JOAS

JOAS-Haustür ab 3.090 € | JOAS-Garagentor ab 1.390 €

Kaufen Sie bis 31.03.2026 ein maßgefertigtes JOAS-Produkt zum Preis aus 2025 und lassen Sie dieses bis Ende 2026 an Ihrem Wunschtermin einbauen.

Jetzt noch Preise aus 2025 sichern!

Bis 31.3.26

Sie planen schon für die sonnige Zeit Ihren neuen Lieblingsplatz auf der Terrasse, Balkon, Pool oder gastronomische Außenfläche, dann bieten unsere Pergolen in verschiedenen Ausführungen die optimale Lösung. Ob in gerader oder schräger Ausführung – mit Stoff, Plane, Lamelle oder Glas – immer perfekt an Ihre Immobilie und an Ihre Wünsche angepasst.

Besuchen Sie uns in der regional größten Ausstellung für Sonnenschutzlösungen zu attraktiven Preisen in bester Qualität. Finden Sie den passenden Regen- oder Sonnenschutz, mit verschiedenen Sonnensegeln oder Markisen, über Lamellendächer bis zum Glasdach.

JOAS-Glasdach ab 3.990,- €  ——- el. Markise ab 1.990,- €

Letzte Plätze beim Job-Festival KF sichern

13. Mai 2026 · Eisstadion Kaufbeuren

Das 1. Allgäuer Job-Festival bringt Unternehmen und Bewerbende direkt zusammen.

Letzte Ausstellerflächen sichern oder als Sponsor sichtbar werden.

31.03.2026

Am 13. Mai 2026 findet im Eisstadion Kaufbeuren das 1. Allgäuer Job-Festival statt.

Ausbildungsmesse (12–16 Uhr)
Jobmesse mit Event-Charakter (16–20 Uhr)

Erwartet werden Besucher & Firmen aus dem gesamten Raum
Kaufbeuren · Buchloe · Bad Wörishofen · Mindelheim · Marktoberdorf · Obergünzburg · Kempten · Füssen

Zwei Möglichkeiten für Unternehmen:

1. Als Aussteller teilnehmen
– Bewerbungen direkt vor Ort
– Sichtbarkeit vor Ort
– Präsenz auf der Jobbörse „Wir Allgäuer Connecten“
–  Exklusives Netzwerk-Event für Aussteller
–  Fachvorträge nur für Firmen, sowie B2B Bereich

2. Als Sponsor sichtbar werden
– Arbeitgebermarke stärken
– Präsenz ohne Standpersonal
– Logo-Sichtbarkeit auf Eventgelände & Kommunikation
– Regionale Haltung zeigen

Die Anzahl der Ausstellerflächen und Sponsoring-Pakete ist begrenzt.

Wer jetzt dabei ist, ist sichtbar.
Wer wartet, schaut zu.

Jetzt unverbindlich informieren und Platz sichern.


Stellenanzeigen

Benachrichtung

Abonnieren Sie, um Benachrichtigungen zu erhalten, wenn neue Stellenangebote veröffentlicht werden

Preloader Logo
Lokal. Lebendig. Aktuell. Für Kaufbeuren und das Umland