Nach fünf Aufführungen endet eine Musicalproduktion, die Publikum und Mitwirkende gleichermaßen bewegt hat
Mit der letzten Aufführung von HERILO – Das Rad dreht sich weiter ist am Sonntagabend eine außergewöhnliche Musicalproduktion zu Ende gegangen. Was viele Monate zuvor seinen Anfang genommen hatte, fand mit fünf Aufführungen in der energie schwaben arena einen ebenso emotionalen wie würdigen Schlusspunkt.
Knapp 5.000 Besucherinnen und Besucher verfolgten die fünf Aufführungen von HERILO 2. Auch wenn die Auslastung hinter den Erwartungen blieb, ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Ausschlaggebend dafür seien die außergewöhnlich positiven Reaktionen des Publikums, die große Resonanz in den Medien sowie die vielen anerkennenden Rückmeldungen.
„Natürlich hätten wir uns etwas mehr Besucher gewünscht. Aber wenn ich sehe, wie begeistert die Menschen waren und welche Zustimmung wir erhalten haben, dann überwiegt einfach die Freude“, betont Produzent Wolfgang Wiedemann. Für ihn waren vor allem die letzten Minuten jeder Vorstellung die bewegendsten Augenblicke der gesamten Produktion. „Jedes Mal, wenn das Publikum aufgestanden ist und den Mitwirkenden mit Standing Ovations gedankt hat, hat mich das zutiefst glücklich gemacht.“
Eine große Bedeutung habe für Wiedemann auch die Botschaft des Musicals. „HERILO greift Themen auf, die aktueller kaum sein könnten – Krieg und Frieden, Liebe und Verrat, Hoffnung und Menschlichkeit. Mir gefällt besonders, dass das Musical diese Themen nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt. Es erzählt seine Geschichte und zeigt dabei, dass am Ende das Gute gewinnt. Gerade in der heutigen Zeit halte ich das für eine wichtige Botschaft.“
Auch Produktionsleiter Markus Mölzer zieht eine positive Bilanz. Für ihn bestätigt HERILO 2 vor allem den Weg, den das Team nach der ersten Produktion eingeschlagen hat. „HERILO 2025 war unsere Grundlage. Wir haben die Erfahrungen intensiv ausgewertet und die Produktion in vielen Bereichen weiterentwickelt – von der Geschichte über die Musik bis hin zu Bühne, Technik und Inszenierung. Unser Anspruch war es, ein noch stärkeres Musical auf die Bühne zu bringen. Dass diese Weiterentwicklung von Publikum und Medien so wahrgenommen wurde, freut uns besonders.“
Neben dem Ergebnis auf der Bühne bleibt den Verantwortlichen vor allem der außergewöhnliche Zusammenhalt in Erinnerung, der die vergangenen Monate geprägt hat. Mölzer: „Es ist eine Gemeinschaft entstanden, wie ich sie nur selten erlebt habe. So viele Menschen haben mit Herzblut, Leidenschaft und außergewöhnlichem Engagement an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet. Dafür empfinde ich große Dankbarkeit.“
Wirtschaftlich werde HERILO 2 die Kosten nicht vollständig decken. Für Wolfgang Wiedemann sei das bei einer Musicalproduktion dieser Größenordnung jedoch keine Überraschung. „Für meine Frau und mich ist HERILO ein großes Herzensanliegen. Entscheidend ist für uns, dass wir dieses Musical verwirklichen konnten und so viele Menschen erreicht haben.“
Auch über Kaufbeuren hinaus führte HERILO zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region in die Wertachstadt. Die verstärkte Werbung im gesamten Allgäu habe sich aus Sicht der Verantwortlichen gelohnt und gleichzeitig den Kulturstandort Kaufbeuren noch sichtbarer gemacht. „HERILO hat gezeigt, dass auch außerhalb der großen Musicalstandorte Produktionen auf hohem Niveau entstehen können und sich Kaufbeuren mit HERILO nicht verstecken muss“, betont Wolfgang Wiedemann.
Der aufwendige Umbau der energie schwaben arena kommt nun unmittelbar auch dem ASM-Marsch-Tattoo am 18. Juli zugute. Für Wolfgang Wiedemann ist das ein schönes Zeichen dafür, wie Kultur funktionieren kann. „Kultur lebt vom Miteinander. Wenn unsere Arbeit gleichzeitig einer anderen Veranstaltung zugutekommt, freut mich das ganz besonders. Als Gemeinschaft können wir den Kulturstandort Kaufbeuren stärken.“
Nach den Worten von Wolfgang Wiedemann wird HERILO eine Fortsetzung erhalten. Wann das Musical auf die Bühne zurückkehrt, steht derzeit allerdings noch nicht fest. Wolfgang und Katharina Wiedemann beschäftigen sich bereits mit den nächsten Schritten. „Meine Frau und ich machen uns bereits konkrete Gedanken darüber, wie es weitergehen kann. Mit HERILO ist etwas Besonderes entstanden, das wir gerne weiterführen möchten. Wann das möglich sein wird, werden die kommenden Monate zeigen. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal über das, was wir gemeinsam erreicht haben.“
Am Sonntagabend wurde es zum Abschluss noch einmal emotional. Nach zwei Zugaben versammelten sich Darsteller, Musiker, Tänzerinnen und Tänzer sowie die gesamte Produktion gemeinsam auf der Bühne und präsentierten sich als großes Team dem Publikum. Minutenlanger Applaus begleiteten diesen besonderen Moment. Die Freude über das gemeinsam Erreichte war allen Beteiligten deutlich anzusehen und bildete einen bewegenden Schlusspunkt unter viele Monate intensiver Arbeit.



















