Der neu gewählte Bezirksvorsitzende kündigt an, dass sich die IG BAU auch weiterhin in politische Debatten einmischen werde
Wechsel an der Spitze der IG BAU in der Region: Karl Bauer ist zum Vorsitzenden des Bezirksverbands Schwaben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gewählt worden. Damit kümmert sich der 64-Jährige ab sofort vier Jahre lang um die Interessen von Bauarbeitern, Reinigungskräften und von Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft. Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiten in Kaufbeuren alleine rund 690 Menschen im Bauhauptgewerbe und 250 in der Gebäudereinigung. Auch Karl Bauer ist vom Fach: Er ist gelernter Maurer. Als neuer Bezirksvorsitzender der IG BAU Schwaben übernimmt Karl Bauer die Nachfolge von Michael Jäger.
„Ob auf der Baustelle, im Garten- und Landschaftsbau, in der Reinigungsfirma, im Maler- oder Dachdeckerbetrieb – gerade am Arbeitsplatz kommt es darauf an, dass die Menschen an einem Strang ziehen. Gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel“, sagt Karl Bauer. Der Gewerkschafter appelliert an die Beschäftigten in der Region, sich für ihre Interessen einzusetzen. Das sei besonders in unsicheren Zeiten wichtig. Dabei stehe die IG BAU Schwaben auch zukünftig fest an der Seite der Beschäftigten. „Das gilt nicht nur, wenn es um faire Bezahlung, gute Job-Bedingungen oder die Mitsprache im Betrieb geht, sondern gerade auch dann, wenn es Zoff mit dem Chef gibt“, so Bauer.
Der neu gewählte Bezirksvorsitzende kündigt an, dass sich die IG BAU auch weiterhin in politische Debatten einmischen werde: „Viele Vorhaben der Berliner Koalition haben direkte Auswirkungen für unsere Region und die Beschäftigten. Ein typisches Beispiel ist hier der Wohnungsbau. Da geht es um bezahlbare Wohnungen und um mehr Sozialwohnungen. Hier ist dringend mehr Unterstützung vom Bund notwendig.“ Auch für die Stärkung der Tarifbindung fordert Bauer ein klares Signal von der Bundesregierung: „Der Tariflohn sollte endlich zur Regel werden. Denn davon würden auch die Beschäftigten in der Region profitieren.“
Ein klares „Stoppschild“ fordert Karl Bauer für die Versuche, insbesondere den arbeitenden Menschen immer neue Belastungen aufzubürden. „Ob Kürzungen bei der Lohnfortzahlung, die Abschaffung des 8-Stunden-Tags oder eine Erhöhung des Renteneintrittsalters – so dreiste Forderungen sind respektlos und gehen völlig an der Realität der Beschäftigten vorbei. So ist beispielsweise gerade auf dem Bau und im Handwerk schon heute für viele die Rente mit 65, 66 oder 67 nicht erreichbar“, so Bauer. Statt über soziale Einschnitte und den Abbau des Sozialstaats zu diskutieren, seien sinnvolle Reformvorschläge notwendig. Vor allem eine „ordentliche, sichere und gerechte Rente“ müsse her.



















