Dr. Daniela Sandner spricht am 8. Oktober in Kaufbeuren über Einflussversuche auf Vereine und die politische Vereinnahmung des Heimatbegriffs
Welche Rolle spielen Vereine und ehrenamtliches Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und was geschieht, wenn politische Akteure versuchen, diese Strukturen für ihre Ziele zu nutzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Vortrags- und Diskussionsabend am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 19.30 Uhr im Matthias-Lauber-Haus, Bismarckstraße 7 in Kaufbeuren.
Unter dem Titel „Zivilgesellschaft unter Druck – ‚Heimat‘ in Gefahr?“ spricht Dr. Daniela Sandner vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V. über aktuelle Entwicklungen in Vereinen und lokalen Gemeinschaften.
Einflussnahme auf Vereine und lokale Gemeinschaften
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie rechte und rechtsextreme Akteure nach Einschätzung der Referentin versuchen, Einfluss auf Vereine und lokale Gemeinschaften zu nehmen. Dabei gehe es weniger um eine systematische Übernahme von Vereinen als um einzelne Personen, die durch ehrenamtliches Engagement Vertrauen aufbauen und politische Positionen schrittweise etablieren.
Sandner geht in ihrem Vortrag insbesondere darauf ein, wie Begriffe wie Heimat, Tradition und Identität politisch vereinnahmt und mit ausgrenzenden Vorstellungen verbunden werden können. Anhand von Beispielen aus Vereinen und der Heimatpflege will sie solche Strategien erläutern und Möglichkeiten zum Umgang damit aufzeigen.
Was bedeutet „Heimat“ in einer offenen Gesellschaft?
Eine Grundlage für die Auseinandersetzung bildet die 2019 veröffentlichte Erklärung „Haltung zeigen für die Heimat“ des Bundes Heimat und Umwelt in Deutschland und seiner Landesverbände, zu denen auch der Bayerische Landesverein für Heimatpflege gehört. Darin sprechen sich die beteiligten Verbände für ein demokratisches, solidarisches und pluralistisches Verständnis von Heimat aus und wenden sich gegen eine ausgrenzende politische Vereinnahmung des Begriffs.
Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege beteiligte sich 2019 an dieser Erklärung und greift die darin behandelten Fragen bis heute in seiner Arbeit auf.
Dr. Daniela Sandner beschäftigt sich mit aktuellen Heimatdiskursen
Dr. Daniela Sandner studierte Volkskunde/Europäische Ethnologie an der Universität Bamberg und sammelte unter anderem am Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt, am Germanischen Nationalmuseum und an der Kunstkammer in St. Petersburg berufliche Erfahrungen.
2014 übernahm sie die wissenschaftliche Leitung des Deutschen Fastnachtmuseums in Kitzingen. Seit 2020 ist sie für den Bayerischen Landesverein für Heimatpflege tätig. Zu ihren fachlichen Schwerpunkten gehören unter anderem Fragen der Heimatpflege und gegenwärtige Heimatdiskurse. Seit März 2026 ist sie stellvertretende Geschäftsführerin des Landesvereins.
Diskussion und Gespräche im Anschluss
Nach dem Vortrag besteht Gelegenheit, Fragen an die Referentin zu stellen und das Thema gemeinsam zu diskutieren. Anschließend sind die Besucherinnen und Besucher zu weiterführenden Gesprächen bei einem kleinen Imbiss und Getränken eingeladen.
Termin: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Ort: Matthias-Lauber-Haus, Bismarckstraße 7, Kaufbeuren
Referentin: Dr. Daniela Sandner, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e. V.



















