Schülerinnen und Schüler bei der Eröffnung der Ausstellung „Demokratie braucht Freiheit“ in der Aula der FOSBOS
FOSBOS Kaufbeuren präsentiert Ausstellung zum bundesweiten Aktionstag der Demokratiegeschichte
Wie wichtig ist uns Demokratie? Welche Rechte genießen wir täglich, ohne darüber nachzudenken? Und wo auf der Welt werden diese Rechte bedroht? Mit diesen Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen der FOSBOS Kaufbeuren intensiv auseinandergesetzt. Anlässlich des ersten bundesweiten Aktionstags „Tag der Demokratiegeschichte“ am 18. März präsentierten sie ihre Ergebnisse in der Ausstellung „Demokratie braucht Freiheit“.
Die Initiative ging von den Fachschaften Geschichte sowie Politik und Gesellschaft aus. Ihr Ziel: Demokratie in der Schule sichtbarer zu machen und bei den Jugendlichen das Bewusstsein dafür zu stärken, wie wichtig es ist, für demokratische Werte einzustehen und sich aktiv einzusetzen. „Demokratie ist kein Zuschauersport. Die Demokratie, das sind Sie“ – mit diesen Worten wandte sich der US-amerikanische Demokrat Bernie Sanders im Jahr 2017 an Studierende der Freien Universität Berlin. Sanders rief die jungen Menschen damals dazu auf, für die Demokratie einzustehen und aktiv zu werden: „In dieser kritischen Zeit, da der rechte Extremismus in Europa und den Vereinigten Staaten zunimmt, können wir unsere Augen nicht vor dem verschließen, was auf der Welt geschieht, wie bequem das auch erscheinen mag.“ Eben aus diesem Grund ist es in den Augen der Lehrkräfte wichtig, den Schülern zu zeigen: Demokratie ist nichts Selbstverständliches. Sie muss immer wieder verteidigt werden – und das fängt bei jedem Einzelnen an.
Die thematische Bandbreite der Ausstellung reichte von den historischen Bauernkriegen im Allgäu bis zu aktuellen Verstößen gegen die Menschenrechte in verschiedenen Ländern. Damit spannten die Schülerinnen und Schüler einen weiten Bogen. Besonders nachdenklich stimmte einige ein Vergleich zwischen den Grundrechten in der Bundesrepublik und der DDR. „Ich war total überrascht, dass es in der DDR auf dem Papier fast die gleichen Grundrechte gab wie bei uns“, berichtet eine Schülerin aus der 12. Klasse der BOS. „Aber weil es keine unabhängige Kontrolle gab, waren sie praktisch wertlos. Das hat mir gezeigt, wie wichtig Gewaltenteilung und Rechtsstaat wirklich sind.“
Neben informativen Plakaten und Präsentationen wartete die Ausstellung auch mit interaktiven Elementen auf: Bei einem Privilegien-Check, den die „Schule ohne Rassismus“- AG zur Verfügung stellte, konnten die Besucher herausfinden, welche Vorteile sie im Leben genießen und ihre Situation reflektieren. Selbst entworfene Brettspiele setzten sich mit dem Thema Flucht auseinander und machten dadurch die Herausforderungen von Geflüchteten erfahrbar. Besonders rege genutzt wurde auch die Möglichkeit, ein persönliches Ranking zu erstellen: Welches der 30 Rechte aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist am wichtigsten? Das Ergebnis: Auf Platz eins landete Artikel 30, der besagt, dass die Menschenrechte unwiderruflich sind. Knapp dahinter folgte das Recht auf Leben und Freiheit.
Dass die Ausstellung aufgrund des regen Interesses um eine Woche verlängert wurde, zeigt: Der Wunsch nach Auseinandersetzung mit demokratischen Werten ist groß – ein ermutigendes Signal in Zeiten, in denen Demokratien weltweit unter Druck stehen.



















