Diskussionsabend zur Zukunft der Rente in Kaufbeuren 

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Stephan Stracke und Gundula Roßbach standen im Kolpingsaal zu Fragen rund um die Zukunft der Rentenversicherung Rede und Antwort. Foto: Abgeordnetenbüro/Andrea Friebel

Präsidentin Gundula Roßbach auf Einladung von Stephan Stracke zu Gast

Kaufbeuren/Ostallgäu – Auf Einladung des Allgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU) fand im Kolpingsaal in Kaufbeuren eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Zukunft der Rente statt. Zu Gast war Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, die Einblicke in aktuelle Entwicklungen und die langfristigen Herausforderungen des Rentensystems gab.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die gesetzliche Rentenversicherung. In den letzten zwanzig Jahren gelang es, den Beitragssatz stabil zu halten. Mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand verschiebt sich jedoch nun das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern dauerhaft. Dies führt zu einem erheblichen Beitragssatzsprung von fast 3 Prozentpunkten, von derzeit 18,6 Prozent auf 21,2 Prozent bis 2040. Roßbach betonte, dass die Rentenversicherung ein sehr anpassungsfähiges System ist. „Wir befinden uns entgegen landläufiger Meinung mitten auf dem Pfad, den die letzte Rentenreform Anfang 2000 beschrieben hat“, erklärte Roßbach. Damals sei ein Beitragssatz von 22 Prozent als Höchstwert gesetzt worden. „Aufgabe der Politik ist es nun, festzulegen, ob dieser Höchstwert weiterhin Gültigkeit habe“, so Roßbach.

Vor diesem Hintergrund ordnete Stracke das Rentenpaket der Bundesregierung ein, das im Dezember letzten Jahres im Deutschen Bundestag beschlossen wurde. Die Stabilisierung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bis zum Jahr 2031 und die Gleichstellung aller Mütter bei der Anerkennung von Kindererziehungszeiten koste die Rentenversicherung bis 2040 zusätzlich rund 200 Mrd. Euro. Allerdings habe dies keine Auswirkung auf die Beitragssätze, da die Mehrkosten der Rentenversicherung durch Steuermittel ausgeglichen werde.

In der lebhaften Diskussion mit dem Publikum spielten vor allem die Rente in Österreich, die zusätzliche Altersversorgung und die Rentenkommission eine Rolle. Roßbach betonte, dass es erhebliche Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland gebe. So seien die Beiträge dort mit 22,8 Prozent um rund 4 Prozentpunkte höher als in Deutschland, die Bevölkerung jünger und Selbständige und Beamte in die Rente mit einbezogen. Allerdings würden die Beamten in ein eigenes System einzahlen und nicht in den Topf der österreichischen Rentenversicherung. Bei der Zusatzversorgung durch eine betriebliche oder private Absicherung gebe es einen bedenklichen Trend zu immer weniger Vorsorge. So hätten mehr als ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland keinerlei Zusatzversorgung. „Wir müssen vor allem kleinere Einkommen beim Sparen besser unterstützen“, machte Roßbach deutlich. Stracke unterstrich in der Diskussion, dass Rentenpolitik langfristig und generationengerecht gedacht werden müsse. „Die gesetzliche Rente ist ein zentrales Versprechen unseres Sozialstaats. Dieses Versprechen kann nur gehalten werden, wenn Leistungszusagen und Finanzierung langfristig zusammengehen. „Der Bundeszuschuss und weitere Bundesmittel in die Rente betragen jetzt schon 120 Mrd. Euro. Durch steigende Beitragssätze und das Rentenpaket erhöht sich dieser zukünftig massiv. Dadurch kommt der Bundeshaushalt immer mehr unter Druck“, erklärte Stracke. Diese Entwicklung müsse die neu eingesetzte Rentenkommission im Blick haben.

Roßbach hob zum Abschluss der Diskussion die Bedeutung von Information und Transparenz bei der Alterssicherung hervor: „Wichtig ist, dass sich die Bürgerinnen und Bürger gut über ihre Altersvorsorge informieren. Die digitale Rentenübersicht ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel.“ Damit habe jeder einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Absicherung durch die Rente und die betriebliche und private Zusatzversorgung.

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