Große Nachfrage: Zusatzvorstellung für „Der Tatortreiniger“

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Foto: Theater Kaufbeuren

Theater Kaufbeuren spielt am Donnerstag, 22. Oktober, zusätzlich

Aktualisierung vom 30. September 2026

Noch vor der Premiere stößt „Der Tatortreiniger“ auf großes Interesse: Aufgrund der hohen Nachfrage erweitert das Theater Kaufbeuren e. V. seinen Spielplan um eine Zusatzvorstellung am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19 Uhr im Stadttheater Kaufbeuren. Damit möchte der Verein möglichst vielen Interessierten die Gelegenheit geben, die Bühnenfassung der Kultserie zu erleben.

Das große Vorab-Interesse sorgt beim Ensemble und allen Beteiligten für zusätzliche Motivation in der Vorbereitung. Der Verein freut sich über die positive Resonanz und blickt mit Spannung und Vorfreude auf die Premiere am 16. Oktober.

Unter der Regie von Holger Jankovsky kommen vier Episoden auf die Bühne, die schwarzen Humor, skurrile Begegnungen und gesellschaftskritischen Tiefgang verbinden. Jürgen Richter verkörpert den Tatortreiniger als eigenständige Figur mit fein dosiertem Allgäuerisch. Zwischen Schreibblockaden, Unternehmensdruck, spiritueller Reinigung und den Absurditäten des Kunstbetriebs wird schnell klar: Die hartnäckigsten Spuren hinterlassen oft die Menschen selbst.

Neben der Premiere am 16. Oktober und der Zusatzvorstellung am 22. Oktober stehen Aufführungen am 17., 23., 24. und 25. Oktober auf dem Programm. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, am Sonntag, 25. Oktober, bereits um 18 Uhr.


Das Theater Kaufbeuren bringt im Oktober vier Episoden der Kultserie „Der Tatortreiniger“ ins Stadttheater. Jürgen Richter übernimmt die Hauptrolle, Holger Jankovsky feiert seine Regiepremiere.
Vier Tatorte, vier völlig unterschiedliche Begegnungen und ein Hauptdarsteller, der rund die Hälfte des gesamten Textes zu bewältigen hat: Mit „Der Tatortreiniger“ wagt sich das Theater Kaufbeuren im Oktober an eine ebenso unterhaltsame wie anspruchsvolle Bühnenproduktion. Premiere ist am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Stadttheater Kaufbeuren. Der Vorverkauf läuft seit dem 10. August.

Die Fernsehserie aus der Feder von Mizzi Meyer, hinter deren Pseudonym die Theaterautorin Ingrid Lausund steht, entwickelte sich mit ihrem trockenen Humor, ihren präzisen Dialogen und ungewöhnlichen Geschichten schnell zum Kult. 2012 wurde „Der Tatortreiniger“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, weitere Auszeichnungen folgten. Eine besondere Qualität der Serie liegt darin, dass sich hinter den skurrilen Situationen immer wieder ernste gesellschaftliche Fragen verbergen. Die für den Kaufbeurer Theaterabend ausgewählte Episode „Sind Sie sicher?“ erhielt 2018 sogar den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis in der Kategorie Bildung.

Genau diese Mischung hat Regisseur Holger Jankovsky an der Serie gereizt. „Ich fand sie ungeheuer unterhaltsam. Gleichzeitig ist der Tatortreiniger eine Figur, die von großer Menschlichkeit und Schlagfertigkeit geprägt ist“, erklärt er. Mit Humor ließen sich gesellschaftliche Kritik und ernste Themen transportieren, ohne dabei den Unterhaltungswert für das Publikum aus den Augen zu verlieren.

Aus den insgesamt 31 Fernsehfolgen hat Jankovsky vier persönliche Favoriten ausgewählt, die sich zugleich als Kammerspiele auf der Bühne umsetzen lassen. Den Auftakt bildet „Spuren“: Rupert Waldmüller spielt darin einen Schriftsteller, der nach einer rätselhaften Explosion weniger mit dem Tod seiner Tante als mit seiner Schreibblockade beschäftigt ist. Evelyn Ammersinn ist in einer kleinen Rolle als Preisverleiherin zu erleben.

Anschließend führt „Currywurst“ in eine Kunstgalerie. Dort stellen Kathrin Zajicek als Galeriebesitzerin und Andrea Esdohr als Erna gemeinsam mit dem Tatortreiniger die Frage, was Kunst eigentlich wert ist – und wer darüber entscheidet. In „Auftrag aus dem Jenseits“ trifft die gründliche Beseitigung realer Spuren auf eine ganz andere Art der Reinigung: Thomas Kramer tritt als Schamane auf, der den Schauplatz spirituell säubern möchte. Den Abschluss bildet „Sind Sie sicher?“ mit Dr. Rochus Höhne als Consulting-Manager. Die Episode beschäftigt sich mit Leistungsdruck, Kontrolle, psychologischer Manipulation und der Frage, wie viel Würde ein Mensch für seinen Arbeitsplatz aufzugeben bereit ist.

In allen vier Episoden steht Jürgen Richter als Tatortreiniger auf der Bühne. Dem Kaufbeurer Publikum ist er seit Jahrzehnten als Schauspieler, Regisseur und Komödiant bekannt – insbesondere als langjähriger „Hausl Richter“ bei Aufbruch-Umbruch und durch seine Auftritte bei „Schwaben weissblau“. Im vergangenen Jahr wurde er außerdem für 30 Jahre Mitgliedschaft beim Theater Kaufbeuren geehrt.

Wer nun allerdings den bekannten „Hausl“ im Schutzanzug erwartet, dürfte überrascht werden. Für die Inszenierung ist eine vollkommen neue Figur entstanden. Richter bringt zwar seine besondere Stärke als „Native Speaker“ des Allgäuerischen mit, der Dialekt wird jedoch nur fein dosiert eingesetzt. „Wir wollen keinen Allgäuer Dialekt-Klamauk“, betont Jankovsky. Auch eine Kopie der norddeutsch geprägten Fernsehfigur soll es ausdrücklich nicht werden.

Die Rolle verlangt Richter einiges ab. Neben der enormen Textmenge muss er innerhalb eines Abends zwischen leisen, tiefgründigen Gesprächen, präziser Wortkomik und gelegentlichem Slapstick wechseln. „Die Brücke zu finden, eben nicht nur komisch und nicht nur ernst zu sein, ist durchaus schwierig“, sagt Jankovsky. Jede der vier Episoden steht für sich, gespielt wird jedoch in einem gemeinsamen Bühnenbild, dessen Elemente sich zwischen den Geschichten verwandeln.

Geprobt wird bereits seit April. Dabei entschied sich das Ensemble bewusst für einen ungewöhnlichen Weg: Niemand schaute sich die ausgewählten Fernsehfolgen zur Vorbereitung noch einmal an. „Wir sind mit einer Carte blanche in die Proben gegangen und haben versucht, wirklich unser eigenes Ding aufzubauen“, berichtet Jankovsky. Abläufe, Regieideen und zusätzliche Gags seien gemeinsam entwickelt worden. Inzwischen steht die Inszenierung, nach einer kurzen Sommerpause beginnen die Auffrischungsproben.

Foto: Theater Kaufbeuren

Für Jankovsky ist die Produktion zugleich eine persönliche Premiere: Er führt erstmals beim Theater Kaufbeuren und erstmals auf der Bühne des Stadttheaters Regie. Seine bislang einzige eigene Inszenierung, das Drei-Personen-Stück „Eine Nacht im Februar“, entstand während seines Zivildienstes in der Kulturwerkstatt, als er 18 oder 19 Jahre alt war. Erst vor rund sechs Jahren fand er wieder zum Amateurtheater zurück.

Warum er nun erneut auf dem Regiestuhl sitzt, fasst Jankovsky mit einem persönlichen Grundsatz zusammen: „Einfach machen, nicht lange fragen, sondern Dinge selbst ausprobieren.“ Besonders schätze er die gemeinsame Entwicklungsarbeit mit dem Ensemble. Im Laufe der Proben sei ein gegenseitiges Verständnis entstanden, bei dem nicht mehr alles mit vielen Worten erklärt werden müsse.

Unterstützt wird die Produktion von einem engagierten Team vor und hinter der Bühne. Jutta Kletschka behält als organisatorische „Seele“ den Überblick über Bestellungen, Requisiten und Abläufe. Sepp Eichhorn ist für das Bühnenbild verantwortlich. Alina Ammersinn übernimmt die Intendanz und arbeitet als Inspizientin hinter der Bühne; zugleich organisiert sie den Online-Kartenvorverkauf. Michael Zindath von den Moskitoldies unterstützt das Theater Kaufbeuren bei der technischen Umsetzung. Unterschiedliche Lichtstimmungen und das wandelbare Bühnenbild sollen die vier Schauplätze jeweils in eine eigene Welt verwandeln.

Karten und Termine

Premiere ist am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Stadttheater Kaufbeuren. Weitere Vorstellungen finden am 17., 23. und 24. Oktober jeweils um 19 Uhr sowie am Sonntag, 25. Oktober, um 18 Uhr statt.

Karten kosten zwischen 13 und 16 Euro. Ermäßigungen gibt es für Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Seniorinnen und Senioren. Der Link zum Vorverkaufsportal ist unter www.theater-kaufbeuren.de zu finden.


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