Kaufbeuren packt an – Söder und der Biergarten. Die neue Kolumne des Kaufbeurer Wirtschaftsreferenten Andreas Bauer

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Andreas Bauer, berufsmäßiger Stadtrat und Leiter des Referats Wirtschaft, Kultur, Personal und Digitalisierung. Foto: Claus Tenambergen

Andreas Bauer ist neuer Kolumnist von Wir sind Kaufbeuren. Lesen Sie hier seine zweite Ausgabe mit dem Titel „Kaufbeuren packt an – Söder und der Biergarten im Jordanpark“

Griaß Euch!

„Kaufbeuren ist mir lieb und teuer!“ mit diesen Worten hat sich Ministerpräsident Markus Söder am Empfang zum Tänzelfest im Goldenen Buch der Stadt verewigt. Gut gelaunt und mit viel Wertschätzung würdigte unser Landesvater in seiner Ansprache die lange, eigenständige Stadtgeschichte Kaufbeurens als freie Reichsstadt sowie die Tradition des Tänzelfestes. Und natürlich fehlte eine süffisante Passage zur Gemeinsamkeit und zur Verbundenheit des gebürtigen Franken nicht, denn sowohl Franken als auch Schwaben und damals freie Kaufbeurer kamen ja 1806 nicht ganz freiwillig zum Königreich Bayern. Während der Passage hatte ich den Eindruck, dass sogar der „Kini“ (König Ludwig II, auch als Märchenkönig verehrt), der in einem schönen Gemälde über den Alten Sitzungssaal im Rathaus wacht, leicht schmunzeln musste. Natürlich schlug Söder auch den Bogen in die heutige Zeit, betonte den Wert der vielfältigen kulturellen Wurzeln des heutigen Freistaats und seiner Menschen und löste die Vergangenheit in dem großen Schatz der Menschen in der heutigen Zeit, nämlich einem echten, gelebten Heimatgefühl auf. Das Tänzelfest, als größtes Kinderfest sei dafür der beste Beweis. Zweifelsohne, das Tänzelfest war ein in Worte kaum zu fassendes rundum gelungenes Stadtfest. DANKE an alle Beteiligten, die ehrenamtlich dieses Fest auf die Beine gestellt haben!

Zurück zum Empfang, der insgesamt sehr würdig war. Die Wertschätzung des Ministerpräsidenten allein durch seine Schirmherrschaft und seine Worte für das Tänzelfest und alle Beteiligten waren echt und auch angemessen. Doch warum die Passage und Betonung einer Rivalität zu Bayern? Warum im Jahr 2024 immer noch die Neckereien mit Oberbayern? Als gebürtiger Münchner, mit fränkischen, niederbayerischen, oberpfälzer und böhmischen Familienwurzeln und nun in Bayerisch-Schwaben zuhause habe ich mich in dieser Situation gefragt: Ist das nur ein besonderes Faible unseres Ministerpräsidenten? Oder ist in Kaufbeuren die alte Rivalität mit Bayern immer noch kulturell verankert und sogar relevant? Diese vermeintliche Rivalität ist mir – im Gegensatz zu Besuchen in Franken – in Kaufbeuren bisher überhaupt noch nicht begegnet. Aber spielt sie heute in Kaufbeuren in unserer global geprägten Welt vielleicht noch immer eine Rolle?

Ich glaube nein. Und den Beweis dafür habe ich Ende Juli bekommen, als ein Aufschrei durch die Stadt ging. Die Nachricht, der Biergarten im Jordanpark müsste auf Betreiben der Stadtverwaltung in den nächsten Jahren aufgelöst werden, hat die Kaufbeurer unglaublich elektrisiert. Sofort musste ich an meine Kindheit denken, als massenweise die Menschen in München auf die Straße gingen, um die damals von der Staatsregierung ins Visier genommenen Öffnungszeiten von Biergärten zu verteidigen. Letztendlich knickte die Politik damals vor dieser oberbayerischen Massenbewegung schnell ein und der Spuk war nach ein paar Wochen vorbei. Niemand traute sich damals und bis heute mehr das bayerische Heiligtum des Biergartens anzutasten. Typisch München, typisch Oberbayern sagte man damals zu der von den Medien bezeichneten Biergartenrevolution. Aus den Reaktionen der Kaufbeurer zum Biergarten im Jordanpark weiß ich nun, es gibt eine gesamtbayerische Verbundenheit und kulturelle Gemeinsamkeit. Es muss also „typisch bayerisch“ heißen.

Was das für die Zukunft des Biergartens im Jordanparkt bedeutet, können Sie sich jetzt denken. Sehen wir uns auf a Maß im Jordanpark?

Genießen Sie die Ferienzeit. Ob weit weg oder zuhause. Es gibt unglaublich viele schöne Plätze und auch eine Vielzahl an Veranstaltungen in unserer Stadt. Wann ist das bayerische Lebensgefühl von „leben und leben lassen“ mehr zu spüren als jetzt? Es ist Sommer in der Stadt…

Herzlichst Euer Andreas Bauer

Zum Kolumnisten Andreas Bauer

Andreas Bauer ist Leiter des Wirtschafts-, Liegenschafts- und Kulturreferats der Stadt Kaufbeuren und berufsmäßiger Stadtrat. In seiner monatlichen Kolumne schreibt er über Kaufbeurer Themen, seine Aktivitäten, Eindrücke und Erlebnisse.

Der 42-Jährige war zuvor knapp 10 Jahre bei der Landeshauptstadt München beschäftigt. Dort leitete er zuletzt den Geschäftsbereich Umweltvorsorge im Referat für Klima- und Umweltschutz. Andreas Bauer kommt aus München, ist seit 20 Jahren dem Ostallgäu eng verbunden und lebt seit 2018 in Markt Kaltental. Seit Anfang 2024 ist er in seiner Funktion als Referatsleiter für die Stadt Kaufbeuren tätig.

Zum Wirtschafts-, Liegenschafts- und Kulturreferat der Stadt Kaufbeuren

Das Wirtschafts-, Liegenschafts- und Kulturreferat umfasst vier Abteilungen. Dies gliedert sich auf in die Abteilungen Wirtschaftsförderung, Liegenschaften, Kultur und das Städtische Wasserwerk Kaufbeuren. Darunter fallen auch die Bereiche Marketing, ÖPNV aber auch das gesamte Immobilienmanagement der Stadt Kaufbeuren. Dazu gehören insbesondere Gewerbe- und Wohnbauflächen, städtische Mietwohnungen, Waldbesitz sowie die Bäderbetriebe. Zur Kulturabteilung gehören wiederum die Kulturförderung, das Stadtarchiv sowie das Stadtmuseum.

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Straße: Innovapark 20
PLZ Stadt: 87600 Kaufbeuren
Tel.: 08341 99 57 30
Email: info@joas-kaufbeuren.de
Internet: www.joas-kaufbeuren.de

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