Filmausschnitt von Gerhard Losher BR 1989, Foto: Isergebirgs-Museum Neugablonz
Zwischen zwei Heimaten: 80 Jahre Neugablonz – 80 Jahre Vertreibung
11. September 2026 ab 17.00 Uhr, Gablonzer Haus, Großer Saal
In drei sehr unterschiedlichen Dokumentarfilmen werden persönliche Schicksale nach der Vertreibung oder Umsiedlung aus der alten Heimat in Nordböhmen und dem erzwungenen Neubeginn gezeigt. Die Filme aus den 70ern, 80ern und dem Jahr 2025 zeigen in spannender Art und Weise wie die Menschen mit ihrem unfreiwilligen Neuanfang umgehen und welche Verbindungen sie zur alten Heimat haben.
Der Eintritt ist frei. Zur Teilnahme an der Veranstaltung ist jedoch eine Zählkarte zu besorgen. Diese kann von Dienstag bis Samstag zwischen 13:00 und 17:00 Uhr an der Museumskasse abgeholt werden. Die Bestellung von Zählkarten ist während der Öffnungszeiten des Museums auch telefonisch möglich (08341/ 965 018) oder sonst per eMail an verwaltung@isergebirgs-museum.de .
Die Filmsoiree des Isergebirgs-Museums findet in Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und dem Kulturreferat für die böhmischen Länder statt.
17 Uhr »Der Bauernknecht Alois Pöchmann«
Film von Richard Blank (BR 1978, 44 min)
Der Film zeigt das Leben des Bauernknechtes Alois Pöchmann auf einem Hof im Landkreis Illertissen im Unterallgäu. Im Dorf Greimeltshofen ist Pöhlmann der letzte Knecht auf einem Bauernhof. Wer kann, fährt in die Stadt zum Arbeiten, in die Industrie. Pöhlmann ist der Sohn von vertriebenen Bauern aus dem Böhmerwald und fing nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft an, als Knecht zu arbeiten: auf dem Hof der Familie Gossner, die im Nebenerwerb noch eine Dorfwirtschaft betreibt. Wenn er noch einmal auf die Welt käme, sagt er, wäre er selbst gerne Bauer – und nicht nur Knecht.
18 Uhr »Das Licht für die Zukunft«
Film von Lenka Ovčáčková (Světlo pro budoucnost, 2025, 58 min)
Ein poetischer Dokumentarfilm über drei 90-jährige Frauen, die von ihren Erfahrungen während und nach der Vertreibung berichten. Elfriede floh 1945 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Österreich. Ewa hatte das Glück, mit Mutter, Schwester und Bruder aus dem Brünner Internierungslager nach Bayern zu entkommen. Emmas Familie wurde zwar nicht aus der Tschechoslowakei vertrieben, aber 1948 aus dem Böhmerwald ins Erzgebirge umgesiedelt, wo Vater und Bruder im Uranbergbau arbeiten mussten.
19.15 Uhr »Neugablonz in Altgablonz«
Film von Gerhard Losher (BR 1989, 45 min)
Als verantwortlicher Redakteur für „Jetzt red i“ stößt der junge Fernsehjournalist Gerhard Losher auf das Phänomen des „Heimwehtourismus“. Mit der Vertriebenenproblematik bisher unvertraut, entschließt er sich, eine Busreise von Neugablonz nach Gablonz an der Neiße mit der Kamera zu begleiten. Es ist Frühsommer 1989 und niemand denkt daran, dass in wenigen Monaten der Eiserne Vorhang verschwinden wird.
Im Anschluss an die Vorführung Filmgespräch mit dem Autor.



















