Stadt Kaufbeuren treibt nachhaltige Mobilität mit HVO weiter voran

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v.l.n.r.: Rolf Bauer (Firma Dobler), Lars Leveringhaus (Stellvertreter der Landrätin Maria Rita Zinnecker -Landkreis Ostallgäu), Oberbürgermeister Stefan Bosse, Michael Bechteler (Geschäftsführer VG Kirchweihtal), Georgio Buchs (Leiter des städtischen Bauhofs), Andreas Hausmann (Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung Firma KESLAR GmbH Energiehandel) Bildnachweis: Tobias Müller/Stadt Kaufbeuren

Erste Busflotte Bayerns stellt vollständig auf HVO um

Die Stadt Kaufbeuren setzt ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität und Klimaschutz: Bereits seit Mai 2022 werden städtische Bauhoffahrzeuge mit dem alternativen Dieselkraftstoff HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) betankt. Mit der vollständigen Umstellung der Busflotte der Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal (VGK) auf HVO wird nun ein neuer Meilenstein erreicht – erstmals in Bayern wird eine gesamte Busflotte mit dem CO₂-reduzierten Kraftstoff betrieben.

Der Weg zur Nutzung von HVO begann in Kaufbeuren im Frühjahr 2022. Nach einem Impuls aus der Wissenschaft wurde das Thema HVO Ende Februar 2022 innerhalb der Stadtverwaltung aufgegriffen und schnell die Entscheidung getroffen, ein Pilotprojekt zu initiieren. Erste Anfragen bei der VGK, weiteren ÖPNV-Unternehmen der Region und der Firma Dobler zeigten großes Interesse an einer nachhaltigen Kraftstofflösung.

Am 8. März 2022 beschloss die Stadt Kaufbeuren, im städtischen Bauhof eine Versuchsphase mit HVO zu starten. Noch am selben Tag wurde eine Anfrage an mehrere Energielieferanten darunter, die Firma Keslar GmbH Energiehandel gestellt, die bereits wenige Stunden später die Lieferfähigkeit bestätigte. Innerhalb kürzester Zeit wurde eine belastbare Lieferbeziehung aufgebaut, sodass am 24. Mai 2022 die erste Betankung von Bauhoffahrzeugen mit HVO erfolgen konnte. Parallel begann auch die Firma Dobler mit der Nutzung von HVO für die Flurförderfahrzeuge-Flotte und Baumaschinen in ihrem Dienstleistungszentrum an der Augsburger Straße in Kaufbeuren.

Am 21. Juli 2022 wurde das erfolgreich gestartete Pilotprojekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Stadt Kaufbeuren warb gleichzeitig bei regionalen Unternehmen und Kommunen für den Einsatz von HVO. Ein Bauhoffahrzeug mit der Aufschrift „Ich tanke HVO = 90% weniger CO₂-Ausstoß“ macht seit dem auf die Initiative aufmerksam.

Gemäß Verfügung von Oberbürgermeister Stefan Bosse wird der fossile Dieselverbrauch des städtischen Bauhofs Kaufbeuren künftig durch HVO Einsatz noch deutlicher reduziert.

Einen großen Schritt unternahm am 10. März 2025 die VGK: Die Erstbefüllung der Tanks der VGK mit HVO fand statt – künftig werden dort bis zu 100.000 Liter HVO gelagert. Bereits am 19. März 2025 wird die vollständige Umstellung der VGK-Busflotte auf HVO offiziell präsentiert. Damit ist die Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal Vorreiter im Freistaat Bayern.

HVO ist ein alternativer, nicht-fossiler Kraftstoff, der als Biokraftstoff der zweiten Generation gilt. Hergestellt aus Rest- und Abfallstoffen biogenen Ursprungs, reduziert er die CO₂-Emissionen um mindestens 85 %* im Vergleich zu fossilem Diesel. Im Gegensatz zu herkömmlichem Biodiesel (FAME) bietet HVO Vorteile wie eine bessere Lagerbeständigkeit, Frostsicherheit und Umweltverträglichkeit. Der Kraftstoff entspricht der Norm EN 15940 für paraffinische Dieselkraftstoffe.

Stimmen zur Initiative:

Oberbürgermeister Stefan Bosse betont: „Die Stadt Kaufbeuren setzt mit der HVO-Nutzung ein klares Zeichen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Die erfolgreiche Umstellung zeigt, dass wir durch pragmatische Lösungen große Fortschritte erzielen können. Der nächste logische Schritt war die Umstellung der VGK-Busflotte. Ich hoffe, dass weitere Kommunen und Unternehmen diesem Beispiel folgen.“

Landrätin Maria Rita Zinnecker unterstreicht: „Die Umstellung der VGK-Busse auf HVO ist eine sehr gute Nachricht – auch für das Ostallgäu, da die Busse auch hier unterwegs sind. Der Landkreis begrüßt nachhaltige Mobilitätsprojekte ausdrücklich. Die Initiative der Stadt Kaufbeuren und der VGK ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie regionale Akteure gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen leisten und damit eine zukunftsfähige Mobilität vorantreiben.“

Michael Bechteler, Geschäftsführer der VGK: „Für uns als Verkehrsunternehmen ist der Einsatz von HVO ein bedeutender Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Die Möglichkeit, unsere gesamte Busflotte auf diesen klimafreundlichen Kraftstoff umzustellen, ist ein großer Erfolg für die Region und zeigt unser Engagement für eine umweltfreundliche Mobilität.“

Andreas Hausmann Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung Firma KESLAR GmbH Energiehandel: „Die Firma KESLAR, mit ihrer Niederlassung in Kaufbeuren tief in der Region verwurzelt, engagiert sich aktiv für nachhaltige Mobilität. Seit 2020 bieten wir unseren Kunden AVIA Next Diesel HVO 100 an, einen Kraftstoff, der zu 100% aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt wird und eine sofortige Reduzierung von CO2-Emissionen ermöglicht. „Als gebürtiger Kaufbeurer ist es für mich im und das gesamte KESLAR Team eine Herzensangelegenheit, dieses wichtige Gemeinschaftsprojekt zur Dekarbonisierung im Landkreis Ostallgäu zu begleiten.“

Rolf Bauer, Prokurist und Leo Müller, Fuhrparkmanager der Firma Dobler Bauunternehmung stellen fest: „Die Umstellung unserer Baumaschinen, innerhalb des Dienstleistungszentrums in Kaufbeuren, von fossilem Diesel auf den umweltfreundlichen HVO-Kraftstoff hat problemlos funktioniert, insbesondere auch in den kalten Wintermonaten. Sogar in Baumaschinen älterer Bauart hat sich HVO bestens bewährt, u.a. hinsichtlich Schmierfähigkeit, positiver Rußentwicklung und geringerem Wartungsaufwand.“

Mit der Öffnung der HVO-Tankanlage der VGK für gewerbliche Dritte kann sich der Einsatz von HVO in der Region deutlich vergrößern. Die Stadt Kaufbeuren und private Unternehmen planen bereits die Ausweitung ihrer HVO-Nutzung, um den CO₂-Ausstoß weiter zu reduzieren.

Firmen wie Liebherr entwickeln ihre Fahrzeuge zunehmend für den HVO-Betrieb und liefern sie bereits mit HVO vorbetankt aus. Auch große Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Coca-Cola und Bosch setzen auf diesen Kraftstoff für ihre Logistik. Nahezu alle Nutzfahrzeughersteller – darunter MAN, Daimler, Scania, Volvo, DAF, Deutz, Deere und AGCO – haben ihre Dieselmotoren für den Einsatz von HVO freigegeben.

Mit der konsequenten Umstellung auf HVO zeigt Kaufbeuren, dass Klimaschutz und innovative Mobilitätslösungen erfolgreich zusammengebracht werden können.

*(Methode zur Berechnung der Lebenszyklus-Emissionsreduzierung entspricht der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien.)

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