Sanierungsmaßnahmen an der Kaufbeurer Martinskirche stehen bevor
Der Kaufbeurer Stadtpfarrer Bernhard Waltner stellte im Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Staatsminister Markus Blume (CSU) die Baumaßnahmen an der historischen Martinskirche in der Kaufbeurer Innenstadt und den Finanzierungsplan vor. An dem Termin, den der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (FREIE WÄHLER) organisiert hatte, nahmen neben Pohl auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) der Generalkonservator des Freistaats Bayern Professor Mathias Pfeil sowie wie Vertreter des Ministeriums und des Denkmalamts teil.
Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Pfarrkirche wurde in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach umgebaut und erweitert. Die Pfarrkirche wurde um 1200 als romanische Basilika errichtet, nach einem Brand im 14. Jahrhundert gotisch wiederaufgebaut und in späteren Jahrhunderten barockisiert sowie neugotisch umgestaltet. Die Martinskirche ist als Denkmal von nationaler Bedeutsamkeit eingestuft.
Es haben sich bei statischen Untersuchungen allerdings deutliche Schäden offenbart, die in nächster Zukunft bauliche Maßnahmen in erheblichem Umfang erforderlich machen. Vor 50 Jahren hat man sowohl im Fundament als auch im Taufbereich des Chorraumes einen massiven Stahlbetonring eingebaut, der den Chorraum auf zwei Ebenen wie eine Klammer umfasst. Dieser war jedoch zu kurz und muss verlängert werden. Des Weiteren stehen dringende Arbeiten am Dachstuhl an, die komplette Eindeckung muss erneuert werden. Die gesamten Baumaßnahmen werden voraussichtlich Kosten in einer Größenordnung von rund 8 Millionen Euro verursachen. Das Projekt wurde nun in vier Abschnitte unterteilt. Der erste Bauabschnitt mit einem Volumen von 2,6 Millionen Euro soll in den Jahren 2027 und 2028 in Angriff genommen werden.
Den Löwenanteil (60 %) für den ersten Bauabschnitt der Finanzierung übernimmt die Diözese Augsburg. Es bleibt aber ein Eigenanteil in Höhe von 1.055.000 Euro. Dieser Betrag soll mit Mitteln der Katholischen Kirchenstiftung in Höhe von 262.500 Euro, Mittel des Freistaats Bayern in Höhe von 400.000 Euro (minus 10 %) sowie einer Bundesförderung in einer Größenordnung von 300.000 Euro aufgebracht werden. Außerdem gibt es in geringem Umfang noch Fördermittel des Denkmalschutzes.
Stadtpfarrer Bernhard Waltner, aber auch Generalkonservator Professor Mathias Pfeil hoben die besondere Bedeutung des Sakralbaus hervor. Auch Wissenschaftsminister Markus Blume stufte die Maßnahme in ihrer Bedeutung ganz oben ein. Wissenschaftsminister Markus Blume betonte, man werde dem Bund gegenüber deutlich machen, dass diese Maßnahme höchste Priorität habe und man dem Bund daher dingend empfehle, die insoweit noch fehlende Förderung auszureichen. Für eine Förderung durch den Bund will sich der Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke, der die Maßnahme seit Bekanntwerden begleitet, weiterhin gezielt in Berlin Einsetzen. „Die Martinskirche ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung und gehört untrennbar zu Kaufbeuren. Der Freistaat hat mit seiner Förderung bereits einen wichtigen Beitrag geleistet. Jetzt geht es darum, den verbleibenden Eigenanteil durch eine Bundesförderung weiter zu reduzieren. Ich werde mit den zuständigen Berichterstattern der Koalition im Haushaltsausschuss das Gespräch suchen und mit Nachdruck für eine Förderung werben. Diese sei jedoch angesichts der angespannten Haushaltslage im Bund allerdings schwer zu erreichen“, betonte er.
Bernhard Pohl hat als stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Bayerischen Landtags für die Landesförderung bereits gesorgt: „Wir haben in 2026 eine Fraktionsinitiative in Höhe von 400.000 Euro beschlossen. Sie ist Bestandteil des Haushaltsgesetzes. Die Mittel können jederzeit auf 2027 übertragen werden, sie stehen vollumfänglich für die Sanierung der Martinskirche zur Verfügung. Der Freistaat leistet hiermit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung bedeutenden Kulturguts in Kaufbeuren.“
Stadtpfarrer Bernhard Waltner: „Die Martinskirche ist Mittelpunkt der Stadt Kaufbeuren, ein ganz besonderer Ort. Hier feiern wir die Begegnung mir Gott. Es stehen nun Sanierungsmaßnahmen an. Diese können dann gelingen, wenn die einzelnen Finanzierungsbausteine ineinandergreifen. Schon jetzt danke ich allen, die sich dafür einsetzen und rufe zu einer Spendenaktion auf, um diese wunderbare Kirche zu erhalten.“



















