Das selbstgestaltete Wappen der Schraderstadt am Schulfest (Foto: Stefanie Echtler, SJR)
Wochenlang entwickelten die Schülerinnen und Schüler der Schraderschule eigene Projekte in ihren Parteien. Beim Schulfest wurden die Ergebnisse nun der Öffentlichkeit vorgestellt.
Nach dem erfolgreichen Auftakt der „Schraderstadt“ im April haben die Schülerinnen und Schüler der Schraderschule Kaufbeuren unter der Leitung des Eckpunkts, einer Einrichtung des Stadtjugendrings Kaufbeuren, in ihren selbst gegründeten Parteien engagiert weitergearbeitet. Über mehrere Wochen hinweg entwickelten sie eigene Projekte, die sie beim Schulfest der Schraderschule präsentierten. Damit stellten sie eindrucksvoll gelebte Demokratie, Mitbestimmung und gesellschaftliches Engagement unter Beweis.
In den vergangenen Wochen bereiteten die vier Parteien der „Schraderstadt“ den großen Projektabschluss beim Schulfest der Schraderschule vor. Dabei setzten die Kinder ihre Ideen eigenständig um und arbeiteten gemeinsam an konkreten Projekten für ihre Schulgemeinschaft und die Gesellschaft.
Die Kinderrechtepartei beschäftigte sich intensiv mit dem Thema Kinderrechte und deren Bedeutung für alle Kinder. Hierzu gestalteten die Schülerinnen und Schüler kreative Plakate, die die Vielfalt von Kindern sichtbar machen. Jedes Plakat zeigt ein Puzzle aus neun einzelnen Teilen, die jeweils von unterschiedlichen Kindern gestaltet wurden. Gleichzeitig verdeutlichen die Werke, dass jedes Kind Rechte besitzt und diese geschützt werden müssen. Beim Schulfest entstand daraus eine Ausstellung, durch die die Kinder die erwachsenen Besucherinnen und Besucher führten. Dabei machten sie deutlich, warum Kinderrechte wichtig sind und weshalb sie sich wünschen, dass diese stärker in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit rücken.
Die Partei „Freunde und Familie“ (F&F) entwickelte verschiedene Aktionen, um Gemeinschaft und soziales Engagement zu fördern. So wurden beispielsweise Buttons mit dem eigens gestalteten Logo der Schraderstadt hergestellt. Darüber hinaus organisierten die Kinder einen Flohmarkt zugunsten eines wohltätigen Zwecks. Dafür gestalteten sie Werbeplakate, riefen zu Sachspenden auf und brachten selbst zahlreiche Gegenstände mit. Der Flohmarkt stieß auf großes Interesse und wurde von vielen Familien unterstützt. Kleidung, Spiele, Kuscheltiere und weitere Sachspenden fanden neue Besitzerinnen und Besitzer und trugen so zum Erfolg der Aktion bei.
Die Partei „Sportliche Gesunde Bewegung“ (SGB) widmete sich der Bewegungsförderung auf dem Pausenhof. Ihr Ziel war die Einrichtung einer Spielbox, die künftig allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen soll.
Die Box soll Anregungen für gemeinsame Spiele bieten und mit verschiedenen Spielmaterialien ausgestattet werden. Bereits jetzt werden dafür unter anderem Tischtennisschläger und weitere Spielgeräte gesammelt. Die beim Schulfest eingegangenen Spenden fließen direkt in die Ausstattung der Spielbox und kommen somit langfristig der gesamten Schulgemeinschaft zugute.
Auch die Partei „Umwelt und Nachhaltigkeit“ (UNS) setzte sich mit viel Kreativität für Umwelt- und Naturschutz ein. Die Kinder schöpften eigenes Papier, in das Blumensamen eingearbeitet wurden, und fertigten daraus Postkarten an. Nach dem Versand können die Karten eingepflanzt werden, sodass Blumen daraus wachsen, die Nahrung und Lebensraum für Insekten bieten. Die selbst gestalteten Postkarten wurden beim Schulfest gegen eine Spende abgegeben. Mit dem Erlös sollen weitere Blumensamen gekauft werden, die anschließend auf dem Pausenhof der Schraderschule ausgesät werden.
Die Ergebnisse des Projekts zeigen eindrucksvoll, wie Kinder demokratische Prozesse erleben und aktiv mitgestalten können. Mit Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und großem Engagement entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen, setzten diese gemeinsam um und erfuhren dabei, dass ihre Meinung zählt und sie ihre Umgebung aktiv mitgestalten können. Damit hat die „Schraderstadt“ einmal mehr verdeutlicht, wie politische Bildung und demokratische Teilhabe bereits in der Grundschule lebendig und praxisnah vermittelt werden können.



















