Die Rede von OB Stefan Bosse zur Eröffnung der Sonderausstellung „Ferdinand Porsche und andere Pioniere im Isergebirgs-Museum

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Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse. Foto: Stadt Kaufbeuren

Ferdinand Porsche und andere Pioniere: Sonderausstellung ab dem 22.02.2026 im Isergebirgs-Museum Neugablonz

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,

ich heiße Sie alle herzlich willkommen hier im Isergebirgsmuseum Kaufbeuren-Neugablonz zum Startschuss der Sonderausstellung „Ferdinand Porsche und andere Pioniere – Wegbereiter der Mobilität aus Böhmen und Mähren“. Es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie heute hier als Oberbürgermeister begrüßen zu dürfen.

Mein besonderer Gruß gilt den Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft, die durch ihre Arbeit dazu beitragen, Geschichte lebendig zu halten und Zusammenhänge verständlich zu machen. Ebenso begrüße ich alle Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Gäste von außerhalb, die heute den Weg nach Kaufbeuren gefunden haben.

Diese Ausstellung ist nicht nur eine Präsentation technischer Entwicklungen. Sie ist vielmehr eine Reise durch Zeit, Raum und Ideen – eine Reise zu Menschen, die mit Mut, Neugier und Tatkraft die Welt verändert haben. Einer der bekanntesten unter ihnen ist zweifellos Ferdinand Porsche, dessen Name bis heute für Innovation, Ingenieurskunst und visionäres Denken steht. Doch die Ausstellung zeigt bewusst nicht nur eine einzelne Persönlichkeit, sondern ein ganzes Netzwerk von Erfindern, Konstrukteuren und Unternehmern aus Böhmen und Mähren, die gemeinsam die Grundlagen moderner Mobilität gelegt haben.

zum Artikel hier auf Wir sind Kaufbeuren. Ferdinand Porsche und andere Pioniere: Sonderausstellung ab dem 22.02.2026 im Isergebirgs-Museum Neugablonz

Mobilität – das ist ein Wort, das wir heute oft selbstverständlich verwenden. Doch wir sollten uns bewusst machen, dass jede Form von Bewegung, die wir heute als selbstverständlich erleben, auf Ideen und Leistungen vergangener Generationen beruht. Ob Automobile, Motorräder, Straßenbahnen oder Busse – hinter all dem stehen Menschen mit Visionen. Menschen, die sich nicht mit dem Status quo zufriedengegeben haben, sondern gefragt haben: Was wäre möglich, wenn wir es anders denken?

Gerade deshalb passt diese Ausstellung so gut an diesen Ort. Das Museum bewahrt nicht nur Erinnerungen an eine Region, sondern auch an eine Kulturgeschichte der Erfindungsgabe, des Fleißes und des unternehmerischen Mutes. Viele der hier vorgestellten Persönlichkeiten mussten Brüche in ihrem Leben erleben – politische Umwälzungen, Vertreibung, Neuanfänge. Und doch haben sie ihre Kreativität und ihren Gestaltungswillen nie verloren. Diese Lebenswege sind eindrucksvolle Zeugnisse dafür, dass Fortschritt oft dort entsteht, wo Menschen Herausforderungen nicht als Hindernis, sondern als Auftrag verstehen.

Dass diese Ausstellung nun nach ihrer erfolgreichen Präsentation im Sudetendeutsches Museum München hier bei uns zu sehen ist, erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit. Sie schlägt eine Brücke zwischen Orten, Institutionen und Erinnerungsräumen. Und sie zeigt, wie wichtig Zusammenarbeit in der Kulturarbeit ist. Denn Geschichte gehört nicht einzelnen Städten oder Regionen – sie ist ein gemeinsames europäisches Erbe.

Gerade für unsere Stadt hat dieses Thema eine besondere Bedeutung. Kaufbeuren ist seit Jahrzehnten auch Heimat vieler Menschen mit sudetendeutschen Wurzeln. Sie haben das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben entscheidend mitgeprägt.

Damit wird deutlich, dass Industriegeschichte, auch Mobilität, hier in diesem Hause nicht nur Ausstellungsthemen sind, sondern ein Teil unserer lokalen Identität und Entwicklung. Fortschritt kam nicht abstrakt zu uns – er wurde von konkreten Persönlichkeiten gestaltet, die ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Tatkraft eingebracht haben.

Solche Geschichten erinnern uns daran, wie eng Innovation und Migration, Erfindungsgeist und Neuanfang miteinander verbunden sein können. Wer seine Heimat verliert, bringt oft etwas anderes mit: Ideen, Fähigkeiten, Perspektiven. Und nicht selten entstehen daraus Impulse, die eine ganze Gesellschaft voranbringen. Diese Ausstellung würdigt genau diesen Zusammenhang.

Sie lädt uns ein, Technikgeschichte nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil menschlicher Lebensgeschichten. Sie zeigt, dass hinter jedem Motor, jeder Konstruktion und jeder technischen Zeichnung ein Mensch steht – mit Träumen, Zweifeln, Mut und Ausdauer. Gerade in unserer Zeit, in der wir erneut vor großen Fragen der Mobilität stehen – Klimaschutz, nachhaltige Verkehrskonzepte, neue Antriebstechnologien – kann uns der Blick zurück Inspiration geben. Denn Fortschritt beginnt immer mit einer Idee und dem Glauben daran, dass Veränderung möglich ist.

Mein Dank gilt allen, die diese Ausstellung möglich gemacht haben: den Kuratorinnen und Kuratoren, den Leihgebern, den wissenschaftlichen Beratern, den Mitarbeitenden des Museums sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern im Hintergrund. Ohne ihr Engagement könnten wir heute nicht hier stehen.

Mein besonderer Dank gilt auch Ihnen, verehrte Gäste. Ihr Interesse zeigt, dass Geschichte lebt, wenn sie erzählt wird – und dass sie Bedeutung gewinnt, wenn Menschen bereit sind zuzuhören, zu entdecken und nachzufragen.

Lassen Sie uns diese Ausstellung daher nicht nur betrachten, sondern erleben: als Erinnerung an große Pioniere, als Würdigung menschlicher Schaffenskraft und als Anregung, selbst neugierig zu bleiben. Denn die Wegbereiter von gestern erinnern uns daran, dass auch wir Verantwortung für die Wege von morgen tragen.

In diesem Sinne wünsche ich der Sonderausstellung viele interessierte Besucherinnen und Besucher, anregende Gespräche und die Aufmerksamkeit, die sie verdient.

Vielen Dank.

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