„Ganzheitliche Palliativpflege: Strategien zur Symptomkontrolle bei Mundpflege, Übelkeit und Co.“
Kaufbeuren – Bei strahlendem Frühlingswetter versammelten sich, rund 50 Pflegefachkräfte im Klinikum Kaufbeuren zur Fortbildung des Palliativ-Netzwerk Kaufbeuren-Ostallgäu. Unter dem Titel „Ganzheitliche Palliativpflege: Strategien zur Symptomkontrolle bei Mundpflege, Übelkeit und Co.“ stand vor allem eines im Mittelpunkt: alltagstaugliche, praktische Hilfen für eine würdevolle Begleitung schwer kranker Menschen.
Als Referentin führte Claudia Lerchenmüller, Palliativ-Care-Fachkraft im stationären Hospiz in Kempten und Trauerbegleiterin, mit großer Fachkompetenz und spürbarer Leidenschaft durch den Nachmittag. Unterstützt wurde sie von Simone Gnandt vom SAPV-Team Kaufbeuren. Gemeinsam vermittelten sie praxisnahe Strategien zur Linderung belastender Symptome in der letzten Lebensphase.
Im Fokus standen typische Beschwerden wie Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen, Obstipation oder Atemnot – Symptome, die die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten erheblich beeinträchtigen können. Anhand konkreter Fallbeispiele zeigten die Referentinnen, wie mit einfachen Mitteln, wenig Technik und viel Einfühlungsvermögen wirksame Unterstützung möglich ist.
Besonderes Interesse galt der Aromapflege und dem gezielten Einsatz ätherischer Öle. Auch Akupressur, unterstützende Lagerungstechniken sowie einfache Hilfsmittel für die tägliche Pflegepraxis wurden anschaulich vorgestellt und diskutiert. Dabei wurde deutlich: Oft sind es gerade die kleinen, achtsamen Maßnahmen, die für Betroffene eine große Erleichterung bedeuten.
Simone Gnandt stellte zudem ein unterstützendes Hilfsmittel für die Mundpflege vor: ein spezielles Set zur Herstellung leichter Aromaschäume. Dieses kann insbesondere bei Patientinnen und Patienten eingesetzt werden, die nicht mehr essen oder trinken können, aber weiterhin Geschmack wahrnehmen möchten. Das Gerät stieß bei den Teilnehmenden auf großes Interesse.
Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung viel Raum für kollegialen Austausch. Pflegekräfte aus unterschiedlichen Einrichtungen nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu diskutieren und voneinander zu lernen – ganz im Sinne des Netzwerkgedankens.
„Lebensqualität zu fördern, auch wenn keine Heilung mehr möglich ist, gehört zu den wertvollsten Aufgaben in der Palliativversorgung“, betonte Lerchenmüller. Dieser Leitgedanke zog sich durch den gesamten Nachmittag und fand großen Anklang.
Die kostenfreie Fortbildung war Teil der regelmäßigen Veranstaltungsreihe des Palliativ-Netzwerk Kaufbeuren-Ostallgäu.
Mit einer rundum gelungenen Veranstaltung, die Theorie und Praxis eng miteinander verband, unterstrich das Netzwerk erneut die Bedeutung einer qualitätsvollen, vernetzten und menschlich zugewandten Palliativversorgung in der Region.
Weitere Informationen sowie Termine der nächsten Fortbildungen finden Sie auf der Homepage: https://palliativnetzwerk-kf-oal.de/



















