Polizeistatistik zeigt Rückgang – aber deutlicher Anstieg bei Online-Betrug und Auslandstaten
Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt. Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner und Polizeivizepräsident Michael Haber präsentierten die aktuellen Entwicklungen im Rahmen einer Pressekonferenz.
Rückgang der Gesamtkriminalität
Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich insgesamt 33.277 bereinigte Straftaten registriert. Das entspricht einem Rückgang von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markiert den niedrigsten Stand seit zehn Jahren – ausgenommen die Pandemiejahre. Die Aufklärungsquote stieg auf 70,8 Prozent. Auch die sogenannte Häufigkeitszahl, die Straftaten pro 100.000 Einwohner abbildet, ging um 4,0 Prozent auf 3.332 zurück. Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner ordnet die Zahlen ein: „Sie leben in einer der sichersten Regionen Bayerns.“
Tatverdächtige: Leichter Rückgang
Insgesamt wurden 18.754 Tatverdächtige registriert, ein leichter Rückgang von 0,3 Prozent. Darunter befinden sich 7.314 Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sowie 1.871 Zuwanderer. Als Tatverdächtige gelten Personen, gegen die aufgrund konkreter Hinweise ermittelt wird.
Auslandstaten nehmen deutlich zu
Ein klarer Anstieg zeigt sich bei sogenannten Auslandstaten. Hier wurden 9.076 Fälle erfasst, ein Plus von 15,5 Prozent. Der entstandene Schaden beläuft sich auf rund 35 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich lediglich bei 5,0 Prozent. Grund dafür ist häufig die Begehung über digitale Wege, bei denen Täter aus dem Ausland agieren.
Weniger Rauschgift- und Gewaltdelikte
Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank um 21,5 Prozent auf 1.547 Fälle. Gleichzeitig wurden 493 Verstöße im Zusammenhang mit dem Konsumcannabisgesetz registriert. Auch die Gewaltkriminalität ging zurück: 1.367 Fälle bedeuten ein Minus von 10,7 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 86,5 Prozent. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Raub, Körperverletzung und schwere Gewaltverbrechen.
Straßenkriminalität rückläufig
Mit 4.610 Fällen ist auch die Straßenkriminalität um 8,3 Prozent gesunken. Die Aufklärungsquote liegt bei 28,3 Prozent. Den größten Anteil machen Sachbeschädigungen (2.061 Fälle) und Diebstähle im öffentlichen Raum (1.991 Fälle) aus.
Diebstahl und Einbruch: Unterschiedliche Entwicklungen
Diebstahlsdelikte insgesamt gingen um 4,7 Prozent auf 8.245 Fälle zurück. Der Beuteschaden beträgt rund 11,4 Millionen Euro, die Aufklärungsquote liegt bei 44,8 Prozent. Anders beim Wohnungseinbruch: Hier stiegen die Fallzahlen um 7,3 Prozent. Gleichzeitig verbesserte sich die Aufklärungsquote auf 26,7 Prozent. Betroffen waren vor allem Einfamilienhäuser (36 Prozent) und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (26 Prozent).
Callcenterbetrug bleibt Problemfeld
Deutlich zugenommen hat der Callcenterbetrug. Die Polizei registrierte 1.447 Fälle, ein Anstieg von 28,4 Prozent. Der Schaden beläuft sich auf rund 2,2 Millionen Euro.
Trotz intensiver Präventionsmaßnahmen – darunter zahlreiche Vorträge durch Polizei und Seniorenberater – ist bislang keine Trendwende erkennbar.


















