Bundestagsabgeordneter besucht mit Verkehrsstaatssekretär Ulrich Lange die KAT in Kaufbeuren – Ausbildung und künftiger Personalbedarf im Mittelpunkt
Mit dem geplanten personellen und materiellen Aufwuchs der Bundeswehr steigt nach Angaben des Allgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU) auch der Bedarf an qualifiziertem Personal für die militärische Flugsicherung. Welche Anforderungen sich daraus für die Ausbildung ergeben, war Thema eines Besuchs bei der Kaufbeuren ATM Training GmbH (KAT).
Stracke hatte dazu den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Ulrich Lange (CSU), nach Kaufbeuren eingeladen. Gemeinsam mit KAT-Geschäftsführer Jan Herchenröder informierten sich die beiden Politiker über die Ausbildung am Kaufbeurer Campus.
Militärische Flugsicherungsausbildung seit 2017 in Kaufbeuren
Die KAT ist ein Tochterunternehmen der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH und hat Anfang 2017 die militärische Flugsicherungsausbildung von der Bundeswehr übernommen. Nach aktuellen Angaben der DFS werden am Standort Kaufbeuren rund 500 Lehrgangsteilnehmer pro Jahr ausgebildet.
„Wenn die Bundeswehr wächst, muss auch die militärische Flugsicherung mitwachsen“, erklärten Lange und Stracke bei ihrem Besuch. Dafür werde ausreichend qualifiziertes Personal benötigt. Zugleich müsse geprüft werden, wie die Ausbildung den künftigen Anforderungen gerecht werden könne.
Die Ausbildung von Flugsicherungspersonal dauert nach Angaben der KAT mehrere Jahre. Dazu gehören unter anderem Sprachlehrgänge in Luftfahrtenglisch, die Einweisung in einen fliegenden Verband, Lehrgänge bei der KAT und die praktische Ausbildung am Arbeitsplatz. In Kaufbeuren werden theoretische Inhalte mit dem Training an Tower- und Radarsimulatoren verbunden.
Stracke warnt vor möglichem Engpass beim Nachwuchs
Stracke verwies insbesondere auf den langfristigen Personalbedarf. „Hochqualifiziertes Flugsicherungspersonal steht nicht von heute auf morgen zur Verfügung“, erklärte der Bundestagsabgeordnete. Der Zulauf geeigneter Interessenten müsse rechtzeitig mitwachsen, damit die Ausbildung in diesem Bereich nicht zum „Flaschenhals“ beim Aufwuchs der Bundeswehr werde. Hier sieht Stracke nach eigenen Angaben das Bundesverteidigungsministerium gefordert.
Training im 360-Grad-Towersimulator
Bei einem Rundgang erhielten Lange und Stracke auch Einblicke in die technische Ausstattung des Kaufbeurer Ausbildungszentrums. Herzstück ist ein 360-Grad-Towersimulator. Damit können unter anderem Starts und Landungen, Bodenverkehr sowie unterschiedliche Wetterbedingungen und der Nachtbetrieb trainiert werden. Die moderne Simulatorausstattung des Standorts wird auch von der DFS beschrieben. DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Nach Angaben des Abgeordnetenbüros kommt dabei auch Technik aus Kaufbeuren zum Einsatz. Die UFA-Tochter ATCSim entwickle an ihren Standorten Kaufbeuren und Mainz Software für Tower- und Radarsimulationen und habe auch die bei der KAT eingesetzte ATTower-Simulationstechnik geliefert.
„Das ist Hightech aus Kaufbeuren für die Bundeswehr im gesamten Land“, sagte Stracke.
Lange hebt Zusammenarbeit hervor
Verkehrsstaatssekretär Lange bezeichnete die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privatem Unternehmen bei der KAT als erfolgreich. Deutschland nehme bei der zivil-militärischen Integration der Flugsicherung eine Vorreiterrolle in Europa ein. Diese Zusammenarbeit gelte es weiterzuentwickeln, erklärte Lange.
Stracke und Lange hoben zum Abschluss ihres Besuchs die Bedeutung von qualifiziertem Personal, Ausbildung und moderner Technik für die Flugsicherung hervor.



















