KAUFBEUREN KOMPAKT – Ausgabe 1. Weltraumpläne, neue Wohnungen, Wertachbrücke, Fußgängerzone, Parkhäuser und mehr

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Kaufbeuren: Das sind die TOP-News der letzten Tage

Kaufbeuren. Die vergangenen Tage haben eine ganze Reihe wichtiger Nachrichten für Kaufbeuren gebracht. Besonders der Fliegerhorst steht erneut im Mittelpunkt. Gleichzeitig gibt es neue Entwicklungen beim Wohnungsbau, beim Verkehr in der Altstadt und bei den städtischen Parkhäusern. Auch die schwierige Finanzlage der Stadt bleibt bei vielen Entscheidungen spürbar.

Kaufbeuren könnte Standort einer Weltraumschule werden

Eine der wohl überraschendsten Nachrichten betrifft den Fliegerhorst. Die Bayerische Staatsregierung möchte sich dafür einsetzen, dass Kaufbeuren bei den Weltraumaktivitäten der Bundeswehr eine Rolle übernimmt. Im Gespräch sind eine zentrale Weltraumschule der Luftwaffe sowie ein geschütztes Satelliten-Kontrollzentrum. Denkbar wäre dabei eine Erweiterung des bereits bestehenden Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe um einen Ausbildungsbereich für Weltraumthemen. Konkrete Entscheidungen über eine Ansiedlung gibt es allerdings noch nicht. Für den Bundeswehrstandort wäre dies ein weiterer bedeutender Entwicklungsschritt. Noch vor einigen Jahren stand dessen Zukunft grundsätzlich infrage. Inzwischen befindet sich der Standort im Wachstum und übernimmt zusätzliche Aufgaben.

Neuer Kommandeur am Fliegerhorst

Passend zu dieser Entwicklung gab es auch einen Wechsel an der Spitze des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe, Abteilung Süd. Nach dreieinhalb Jahren hat Oberst Thorsten Milewski das Kommando an seinen bisherigen Stellvertreter Oberstleutnant Marcus Berndorfer übergeben. Milewski verabschiedete sich in den Ruhestand. Gleichzeitig wurde eine neue Luftwaffensicherungsstaffel für den Schutz des Standortes in Dienst gestellt. Sie umfasst rund 140 Dienstposten, darunter etwa 120 Reservisten und 20 Soldaten aus dem neuen Wehrdienst. Die Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung des Kaufbeurer Fliegerhorstes.

Acht Kilometer neuer Sicherheitszaun geplant

Auch die Sicherung des militärischen Geländes soll ausgebaut werden. Die Bundeswehr plant, den Außenzaun des Fliegerhorstes auf einer Länge von rund acht Kilometern zu erneuern. Vorgesehen ist ein stärker gesicherter und höherer Zaun mit Untergrabungsschutz. Ein Baubeginn wird nach den bislang bekannten Informationen nicht vor 2030 erwartet. Im Kaufbeurer Stadtrat werden dabei auch mögliche Auswirkungen auf Natur und Stadtklima diskutiert. Die SPD-Fraktion hat unter anderem Fragen zu möglichen Rodungen, zur Information der Anwohner und zu Auswirkungen auf das Märzenbachtal aufgeworfen. Die Stadt ist bislang nicht unmittelbar in die Planungen der Bundeswehr eingebunden.

Mehr als 80 Wohnungen auf dem Mühlbachareal möglich

Eine wichtige Entwicklung gibt es auch beim Wohnungsbau. Für das bislang weitgehend ungenutzte Mühlbachareal im Forettle liegt ein städtebaulicher Entwurf vor, der bis zu 85 Wohnungen vorsieht. Geplant sind mehrere Gebäude, eine Tiefgarage sowie Grün- und Wegeverbindungen. Das Gelände zwischen Johannes-Haag-Straße, Bahnhof, Jordanpark und Innenstadt soll damit deutlich aufgewertet werden. Der Entwurf des Hamburger Büros Hadi Teherani Architects ist allerdings noch keine fertige Planung. Unter anderem sollen Grünflächen, Spielflächen, die Anbindung an die Schraderstraße und die öffentliche Nutzung des Areals weiter untersucht werden. Die Stadt will die Entwicklung nun über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorantreiben.

Radfahren in der Fußgängerzone soll wieder eingeschränkt werden

Auch in der Altstadt steht eine Veränderung bevor. Seit 2023 durften Radfahrer die Kaufbeurer Fußgängerzone versuchsweise auch während der Geschäftszeiten nutzen. Der Verwaltungsausschuss hat sich nun einstimmig dafür ausgesprochen, diese Regelung wieder zurückzunehmen. Hintergrund sind wiederkehrende Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern sowie die Erfahrungen von Stadtverwaltung, Polizei und Einzelhandel. Endgültig entscheiden muss noch der Stadtrat. Nach dem derzeitigen Stand könnte die Änderung zum Jahreswechsel wirksam werden. Außerhalb der Ladenöffnungszeiten soll das Radfahren weiterhin möglich bleiben. Für den Spitalhof ist eine abweichende Regelung vorgesehen: Dort soll das Radfahren weiterhin ganztägig erlaubt sein.

Städtische Parkhäuser werden schrankenlos und digital

Veränderungen stehen zudem in den beiden städtischen Parkhäusern am Rathaus und beim Kunsthaus bevor. Der bisherige Betreiber hat seinen Vertrag zum Jahresende gekündigt. Künftig soll ein digitales und schrankenloses System eingesetzt werden. Die Ein- und Ausfahrt wird über eine kamerabasierte Kennzeichenerfassung registriert. Bezahlt werden kann unter anderem digital beziehungsweise an einem Automaten; Bargeld soll künftig nicht mehr angenommen werden. Die Stadt erwartet von der Umstellung deutliche Einsparungen. Nach Angaben aus dem Verwaltungsausschuss sollen bereits bei der Anschaffung rund 100.000 Euro und beim laufenden Betrieb weitere rund 70.000 Euro eingespart werden. Für die Übergangsphase ist Unterstützung für Nutzer vorgesehen, die mit dem neuen System noch nicht vertraut sind.

Wertachbrücke wird erst 2028 neu gebaut

Die angespannte Haushaltslage der Stadt zeigt sich besonders deutlich bei der Wertachbrücke an der Neugablonzer Straße. Der ursprünglich für 2027 vorgesehene Neubau wurde auf 2028 verschoben. Ein Fachgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass dieser Aufschub vertretbar ist. Bis zum Neubau soll der Zustand der Brücke engmaschig kontrolliert werden. Das Gesamtprojekt einschließlich einer Behelfsbrücke wird mit rund 9,25 Millionen Euro veranschlagt. Bis zum Abriss sind Einschränkungen vorgesehen. Unter anderem soll der eigenständig gelagerte Geh- und Radweg gesperrt werden; außerdem wurde eine Gewichtsbeschränkung für den Schwerlastverkehr empfohlen.

„Arrow“: Politik fordert mehr Transparenz und Unterstützung

Weiterhin beschäftigt die geplante Stationierung eines Radarsensors für das Raketenabwehrsystem „Arrow“ im Königsberger Forst bei Friesenried die Region. Bei einem Gespräch mit dem Chef der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, haben Vertreter aus der Region mehrere Forderungen formuliert. Dazu gehören eine transparentere Kommunikation, Klarheit bei der Trinkwasserversorgung, Messungen möglicher Strahlenbelastungen sowie finanzielle Unterstützung für die Gemeinde und möglicherweise besonders betroffene Anwohner. An dem Austausch waren unter anderem Friesenrieds Bürgermeister Bernhard Huber, Landrat Bernd Stapfner sowie die Abgeordneten Andreas Kaufmann, Peter Wachler, Bernhard Pohl und Stephan Stracke beteiligt. Die Staatsregierung soll nach Angaben der Teilnehmer künftig stärker in den weiteren Prozess eingebunden sein. Konkrete finanzielle Zusagen gab es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Viele Entwicklungen – und die Finanzen bleiben das bestimmende Thema

So unterschiedlich die Nachrichten der vergangenen Tage sind, bei mehreren Themen zieht sich die finanzielle Situation Kaufbeurens wie ein roter Faden durch die Entscheidungen. Bei der jüngsten Bürgerversammlung machte Oberbürgermeister Stefan Bosse erneut deutlich, dass viele gewünschte Verbesserungen derzeit nur eingeschränkt oder später umgesetzt werden können. Nach seiner Darstellung seien für eine nachhaltige Entlastung strukturelle Veränderungen bei der Finanzverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen notwendig.

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