Herilo feiert glanzvolle Premiere in Kaufbeuren – Eine eindrucksvolle Inszenierung mit Herzblut, Talent und Vision

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Ein Abend voller Klang, Geschichte und Gefühl – die Rockoper, die bleibt

Mit langem Applaus und stehenden Ovationen endete am Donnerstag, den 19. Juni, die Premiere der Rockoper Herilo in der Energie Schwaben Arena in Kaufbeuren. Rund 1.500 Besucherinnen und Besucher erlebten eine eindrucksvolle Inszenierung, die Musik, Schauspiel und Geschichte auf außergewöhnliche Weise vereinte.

Auch „Wir sind Kaufbeuren“ war vor Ort – und kam aus dem Staunen nicht heraus.

Große Erzählung mit lokaler Seele

Im Mittelpunkt der Rockoper steht die Legende von Herilo, einem jungen Mann, dessen große Liebe durch Krieg und Gewalt zerstört wird. Er wird gezwungen, in den Kampf zu ziehen. Als gebrochener Mann kehrt er zurück und gründet eine Einsiedlerzelle – Ursprung des heutigen Stadtteils Hirschzell, nahe dem heutigen Gemeinschaftshaus Sonne.

Doch „Herilo“ ist mehr als eine historische Nacherzählung. Parallel dazu entfaltet sich eine moderne Geschichte: Marie, Rocksängerin und Erbin eines alten Gasthofs, steht vor wegweisenden Entscheidungen. Ihre Beziehung gerät ins Wanken, ein rätselhafter Historiker tritt auf den Plan – und eine geheimnisvolle Verbindung zu Herilos Schicksal wird spürbar.

Zwei Zeiten, zwei Schicksale, verbunden durch zeitlose Fragen: Was gibt unserem Leben Halt? Was bedeutet Liebe – und was ist man bereit, dafür zu riskieren?

Die Bilder der Veranstaltung – Fotos Claus Tenambergen

Anspruch, Tiefe und künstlerische Klarheit

Regisseur und Dramaturg Harald Holstein sowie Drehbuchautor Franz-Josef Körner haben gemeinsam mit einem engagierten Team eine Produktion geschaffen, die weit über ein klassisches Musiktheater hinausgeht. Sie begeistert, nimmt mit und zieht einen immer wieder in den Bann aus Fragen der Zeit.

Ein gestalterisches Highlight: die 24 Meter breite LED-Wand, die mit kraftvollen Animationen und Szenenwechseln beeindruckte. Sie ermöglichte bildstarke Zeitsprünge und ersetzte auf raffinierte Weise klassische Bühnenbauten – ohne dabei Atmosphäre einzubüßen.

Stimmen, die tragen – Ensemble mit Strahlkraft

Musikalisch entfaltete sich der Abend als Gesamtkunstwerk – getragen von einem herausragenden Ensemble mit starker Bühnenpräsenz, Ausdruckskraft und stimmlicher Vielfalt.

Mit Dan Lucas, Thomas Wohlfahrt, Danny Wohlrab, Julia Haug, Lydia Pane, Sylke Rödiger, Melanie Gallien, Eugen Schreiner und Mona Steiger standen Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne, die weit mehr als ihr Handwerk beherrschten: Sie gestalteten Figuren, erzeugten Spannung, schufen Gänsehautmomente und überzeugten mit ganz großen Stimmen. Von leisen, fast intimen Balladen bis hin zu wuchtigen Rocknummern – die emotionale Bandbreite war groß, die Darbietung dabei durchweg hochklassig. Es war diese besondere Mischung aus Können und Leidenschaft, die das Publikum berührte und das Stück trug.

Bewegung, Klang und Bild als Einheit

Das Tanzensemble unter Jeanine und Jairo Bravo überzeugte choreografisch und tänzerisch und war erzählerisch ein wichtiger Bestandteil. Die Tänzerinnen und Tänzer verkörperten Krieger, Emotionen oder auch Schatten der Vergangenheit.

Ein wesentlicher Bestanteil der Aufführung – ergreifend, hochwertig, direkt an der Bühne verordnet: die Musikerinnen und Musiker von Herilo. Vom Blasorchester des Musikvereins Hirschzell unter Dirigent Arno Hirschka, bis zur Rockband des Musicals mit herausragenden Einzelkünstlern wie Frank Pané, Dieter Schaurich, Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer, Andreas Henser und Christian „Adi“ Adolf. Letzterer war nicht nur Keyboarder, sondern auch Komponist zahlreicher Stücke und Erzähler der Geschichte – eine zentrale Figur der Produktion. Beide Gruppen harmonierten bestens miteinander und begeisterten das Publikum mit Ihrer großen Klangdichte, hochklassigen Arrangements und Interpretationen.

Ebenso zur Gesamtwirkung trugen die eindrucksvoll gestalteten Kostüme von Nanni Stallmann bei. Mit viel Liebe zum Detail und einem feinen Gespür für Zeit und Charakter entwarf sie Gewandungen, die die Figuren glaubwürdig verankerten – sowohl im historischen wie im modernen Erzählstrang. Die Maske von Sabrina Schulze unterstützte diese Wirkung mit stilistisch durchdachten Akzenten: dezent, aber wirkungsvoll – und stets stimmig zur Bühnenatmosphäre. So entstanden kraftvolle Bilder, die das Visuelle mit dem Spielerischen nahtlos verbanden.

Ein Ort wird zur Bühne – und das Publikum Teil des Abends

Die Energie Schwaben Arena wurde aufwendig und atmosphärisch in einen Konzertsaal verwandelt. Licht, Akustik und Raumgestaltung funktionierten präzise – ein technischer Kraftakt, der seine Wirkung nicht verfehlte.

Das Publikum zeigte sich bewegt. Szenenapplaus, stehende Ovationen und der Wunsch nach einer Zugabe machten deutlich: Diese Premiere war mehr als nur ein gelungenes Stück – sie war ein Erlebnis.

„Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so mitnimmt“, „Und dies bei uns in Kaufbeuren“, „Einfach nur Klasse“, „Diese Stimmen – Wahnsinn!“, „Was sie aus dem Eisstadion gemacht haben – beeindruckend!“ – so lauteten Stimmen nach der Vorstellung.

Man spürte: Viele verließen die Halle mit etwas mehr als nur Musik im Ohr – sie nahmen etwas mit.

Freude, Dank – und ein Ausblick

Nach der Premiere feierten Ensemble und Team auf der Aftershow-Party sichtlich erleichtert. Monatelange, intensive Proben hatten sich gelohnt. Die größte Freude: die Resonanz aus dem Publikum.

Ein besonderer Dank galt Wolfgang und Katharina Wiedemann, deren Wiedemann Stiftung die Umsetzung des Projekts maßgeblich ermöglichte.

Wer die Premiere verpasst hat, hat noch die Chance auf ein besonderes Theatererlebnis:
Weitere Aufführungen finden am 20., 21. und 22. Juni 2025 statt.
Karten sind erhältlich unter www.herilo-rockoper.de oder an der Abendkasse.

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