Blasiusblick: Heimatverein Kaufbeuren äußert Bedenken zur geplanten Wohnbebauung

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Der Blasiusblick in Kaufbeuren. Foto: Claus Tenambergen, Wir sind Kaufbeuren

Historische Verantwortung und nachhaltige Stadtentwicklung in Einklang bringen

Die ungekürzte Stellungnahme des Heimatvereins Kaufbeuren

Der Heimatverein Kaufbeuren verschließt sich nicht einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung, die den aktuellen Herausforderungen wie Schaffung bezahlbaren Wohnraums, wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit sowie Flächensparen und Klimaschutz gerecht wird. Gleichzeitig gilt es aber auch historische und soziale Aspekte zu berücksichtigen.

In der Gesamtschau sieht der Vorstand des Heimatvereins Kaufbeuren daher das geplante Projekt Blasiusblick aufgrund seiner Bebauungsdichte und -höhe sowie aufgrund des erforderlichen massiven Starkregen- und Hochwasserschutzes immer mehr in einer Schieflage. Eine unveränderte Umsetzung am geplanten Standort in der historischen über Jahrhunderte unverbauten Verteidigungszone der Stadtbefestigung am Fuße der Stadtmauer ginge zum einen klar zu Lasten des einzigartigen Stadtbildes. Zum zweiten bedürfen die bereits jetzt feststehenden hohen Kosten und erwartbare Steigerungen aufgrund der Baupreisentwicklung, des schwierigen Baugrunds und des zusätzlich notwendigen Schutzes der Wohnungen vor Überflutung einer kritischen Betrachtung. Es darf die Frage gestellt werden, ob hier „nicht weniger mehr“ wäre.

Der Heimatverein Kaufbeuren befürwortet und unterstützt ganz klar die Maßnahmen zur Attraktivierung der Altstadt auf der östlichen Seite der Stadtmauer, die unter anderem in Förderprogrammen für Sanierungen in der Altstadt und in dem Programm Altstadt 2030 – „Kaufbeuren packt an“ zusammengefasst sind oder beispielsweise Initiativen des Fünfknopfturmvereins umfassen.

Gleichzeitig halten wir es für ebenso wichtig, die vermeintliche Rückseite der seit ca. 1200 bestehenden mittelalterlichen Stadtmauer mit der anschließenden historischen Verteidigungszone behutsam in Wert zu setzen. In der Vergangenheit wurde die jetzt zur Bebauung vorgesehene Fläche aufgrund der schwierigen Gegebenheiten nur extensiv gewerblich und noch nie für eine Wohnbebauung genutzt. Aus Sicht des Heimatvereins bedauerlich, fand diese Fläche bislang keine Aufnahme in das Programm der Städtebauförderung.

Der Vorstand des Heimatvereins macht sich zusammenfassend beim Vorhaben Blasiusblick stark für eine Kompromisslösung. Er plädiert auf die beiden fünfgeschossigen Häuser im engsten Umfeld der Stadtmauer – östlich des Märzenbaches – zu verzichten. Diese Fläche könnte als gefördertes öffentliches Grün und ökologische Fläche gestaltet werden und wie bisher die Funktion eines natürlichen Regenrückhaltebeckens erfüllen. Das Bauvorhaben würde damit gleichzeitig finanziell überschaubarer und risikoärmer. In diesem Zusammenhang sollte auch geprüft werden, ob die für die Wärmenetzförderung aktuell erforderlichen 101 Wohneinheiten nicht auch durch Einbeziehung von Bestandswohnungen oder Bauvorhaben im Umfeld erreicht werden können.

Durch die vorgeschlagenen Änderungen würde dem historischen Bauwerk der Stadtmauer mit Blasiuskirche weiterhin Raum zum Wirken gegeben und das Baugebiet dem Namen „Blasiusblick“ für alle gerecht werden. Die Erweiterung des innerstädtischen Grünraums wäre eine Bereicherung für die Bürgerinnen und Bürger sowie für das Stadtklima. Und nicht zuletzt würde der abendliche Besuch zum Sonnenuntergang am „Heidele“ seine Magie behalten.

Ihre Meinung ist uns wichtig

Ihre Meinung ist uns wichtig! Haben Sie eine eigene Sicht auf die Planungen zum Wohnviertel Blasiusblick? Dann schreiben Sie uns gerne an info@wir-sind-kaufbeuren.de. Bitte geben Sie Ihren Namen (wird veröffentlicht) und Ihre Adresse (wird nicht veröffentlicht) an. Ihre Meinung wird in unserem Portal veröffentlicht – wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

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