Tag der Organspende am 6. Juni
Mit einem Organspendeausweis oder dem Eintrag ins Organspende-Register kann man schon zu Lebzeiten Klarheit schaffen. Urhebervermerk: © AOK-Bundesverband
Der Tag der Organspende unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“ findet in diesem Jahr am 6. Juni statt. Er soll dazu beitragen, Ängste und Vorurteile zu diesem Thema abzubauen und sich bewusst noch zu Lebzeiten für oder gegen eine Organspende zu entscheiden.
Dokumentierter Wille entlastet Angehörige
In Bayern warten nach Angaben des Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) aktuell etwa 1.100 Menschen auf ein Spenderorgan, in ganz Deutschland rund 8.200. Im Jahr 2025 gab es in Bayern nur 143 postmortale Organspenden, 14 weniger als 2024. Der unerwartete Tod eines geliebten Menschen ist für Hinterbliebene ein schmerzhaftes Ereignis. In dieser Situation mit der Frage nach einer Organspende konfrontiert zu werden, bringt für sie eine große zusätzliche Belastung – vor allem dann, wenn der Wille der Verstorbenen nicht bekannt ist. „Mit einem Organspendeausweis oder dem Eintrag im Organspende-Register schafft man Klarheit und nimmt den Druck von den Angehörigen“, so Bernd Ruppert, Direktor der AOK Kaufbeuren-Ostallgäu. Seit März 2024 haben laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) etwas über 555.000 Menschen das digitale Organspende-Register genutzt.
Aktuell ist weiterhin in der politischen Diskussion, ob in Deutschland die sogenannte Widerspruchslösung eingeführt wird. Diese besteht in anderen Ländern Europas wie etwa in Frankreich, Irland, Italien oder Spanien: Wer dort zu Lebzeiten nicht widerspricht, gilt automatisch als Organspenderin oder -spender.
Neuregelung zur Überkreuz-Spende
Hoffnung gibt es für Patientinnen und Patienten, die eine Spenderniere benötigen. Hier kann bisher nur eine nahestehende Person Spenderin oder Spender sein, etwa Eltern, Geschwister oder Lebenspartner. Manchmal ist jedoch keine Transplantation möglich, zum Beispiel, wenn eine Blutgruppen- oder Gewebe-Unverträglichkeit (Inkompatibilität) vorliegt. Hier soll nun künftig eine Überkreuz-Spende helfen: Dabei werden Spenderpaare mit solch einer Inkompatibilität zusammengebracht, die dann „über Kreuz“ Nieren spenden dürfen. „So können künftig mehr Betroffene die dringend benötigte Transplantation erhalten“, sagt Bern Ruppert.
Entscheidungshilfen nutzen
Die AOK hilft mit dem Online-Angebot „Entscheidungshilfe Organspende“ dabei, Argumente für oder gegen eine Organspende zu finden. Dazu gehören rechtliche Fragestellungen genauso wie Fragen zu den medizinischen Voraussetzungen oder den Erfolgsaussichten für eine Transplantation. Auch der Ablauf einer Organspende wird beschrieben. „Für Menschen, die ihre Fragen lieber im persönlichen Kontakt klären wollen, gibt es ein weiteres Angebot“, so Bernd Ruppert. Die AOK unterstützt das „Infotelefon Organspende“ der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und des BIÖG. Expertinnen und Experten beraten montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr zu allen Anliegen rund um das Thema Organspende. Das Beratungsteam ist unter der kostenlosen Service-Telefonnummer 0800 90 40 400 erreichbar.
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