Turbo für die Jugendarbeit

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Fotos: Stadtjugendring

Nikolaus Seelemann

Die meisten Jugendverbände haben unter den Auswirkungen der Pandemie stark gelitten. Eine Aktivierungskampagne des BJR ermöglicht vielfältige Aktionen

Die meisten Jugendverbände haben unter den Auswirkungen der Pandemie stark gelitten. Ausfallende Gruppenstunden, gecancelte Veranstaltungen und keine Möglichkeit, die Freunde aus der Jugendgruppe zu treffen, haben vielen Aktiven sehr zugesetzt. Aus diesem Grund hat der Bayerische Jugendring für das Jahr 2022 die Aktivierungskampagne ins Leben gerufen. Eine Unterstützungsmaßnahme, um die Ehrenamtlichen dabei zu unterstützen, wieder durchzustarten und neue Energie für ihre Jugendarbeit zu tanken.

Diese Gelegenheit wollten sich natürlich auch die im Stadtjugendring Kaufbeuren organisierten Gruppen nicht entgehen lassen. Vor ziemlich genau einem Jahr begannen die Überlegungen, wie man die Unterstüzung bestmöglich nutzen könne. In verschiedenen Gremien, wie dem Jugend- und Verbändegespräch wurden die Möglichkeiten erörtert und ein gemeinsamer Plan geschmiedet. „Uns war es wichtig, dass wir mit den finanziellen Mitteln wirklich nur die Projekte umsetzen, die an der Basis der Jugendgruppen wirklich gewünscht werden. Deshalb haben wir die Planung der Angebote möglichst niedrigschwellig angesetzt, um allen die Möglichkeit zu bieten, mitzuentscheiden,“ meint Till Nißle, Mitarbeitender des Stadtjugendring.

In vielen Treffen wurde so ein langfristiges Konzept entwickelt, wie Jugendgruppen in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden können. Ein Team Öffentlichkeitsarbeit, bestehend aus Jugendleiter:innen verschiedener Gruppen, entwickelte mit professioneller Unterstützung ein eigenes Design für die Jugendgruppen und erste Werbemittel gingen in Druck. Ergänzend dazu hatten die Jugendgruppen die Möglichkeit zusätzliche Gelder für Aktionen und Ausflüge zu beantragen. „Spätestens als klar war, wie gering der Aufwand zum Beantragen der Gelder war, trudelte bei uns ein ganzer Stapel an Sonderanträgen ein.“ meint Gunnar Schulz, ebenfalls Mitarbeitender beim Stadtjugendring und speziell für die Jugendverbände und –gruppen Kaufbeurens zuständig. „Von der Trachtenjugend „D`Wertachtaler, über die Jugend der DLRG, bis zu den Pfadfinder:innen der CPK, waren die unterschiedlichsten Gruppen vertreten.“ ergänzt Beate Schütz, Teil der Geschäftsleitung beim Stadtjugendring und ebenfalls seit langem in der Verbandsarbeit aktiv.

Und genauso vielfältig wie die teilnehmenden Ehrenamtlichen, waren auch die Projekte, für die die Gelder beantragt wurden. So plante die Jugend der DLRG beispielsweise einen Ausflug der Gruppe ins Freizeitbad Wonnemar, der bei den 23 Teilnehmenden super ankam, während die Gauklergruppe Artistica Anam Cara gleich mit mehreren Gruppen nach Hagspiel fuhr. Die Selbstversorgerhütte des Stadtjugendring steht bei den Mitgliedern nach wie vor hoch im Kurs. Neben den Artisten zog es auch die Jugend des TV Neugablonz oder die Jugendleiter:innen der Pfadfinder CPK nach Oberstaufen. Andere, wie z.B. die Tänzelfest Knabenkapelle nutze die Möglichkeit, um im Rahmen des Orchestertags ein Kegelturnier für den Nachwuchs auszurichten, bei dem es neben attraktiven Preisen auch noch Verpflegung für die ganze Gruppe gab.

Weshalb die Aktionen so unterschiedlich waren, liegt für Lucia Hacker, Vorsitzende des Stadtjugendring, auf der Hand: „Wir haben den Jugendgruppen bei den Projekten weitestgehend freie Hand gelassen, weil wir die Chance nutzen wollten, um die einzelnen Akteure möglichst zielgenau zu unterstützen. Nach dieser unglaublich schwierigen Zeit während der Pandemie, gibt es für Jugendgruppen kein Patentrezept, um ihnen bei der Pflege der Ehrenamtlichen zu helfen. Für manche ist es wichtig, sich die Zeit für ein Klausurwochenede zu nehmen, während andere durch einen Ausflug die Gruppendynamik stärken können.“

Ob es nun also ein Ausflug zum Trampolinspringen ist, oder ein Ausbildungswochenende für angehende Jugendleiter:innen: Das Wichtigste war, dass Kaufbeurens Jugendgruppen nach wie vor mit Engagement bei der Sache sind und weiterhin so ein umfangreiches Angebot an Möglichkeiten der Selbstverwirklichung für Kaufbeurens Heranwachsende stellen. Dieses Ziel dürfte durch die Aktivierungskampagne wohl erreicht worden sein und zusätzlich wurden jede Menge Erlebnisse für die teilnehmenden Jugendlichen geschaffen, an die sie sich auch in vielen Jahren noch erinnern werden.

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