Kaufbeuren: Das sind die TOP-News der letzten Tage
Kaufbeuren. Neue Perspektiven für die Aktienbrauerei, zusätzliche Einblicke in die Arbeit des Stadtrats und weiterhin große finanzielle Herausforderungen für die Stadt: In Kaufbeuren hat sich in den vergangenen Tagen einiges getan. Auch bei der Wertachbrücke gibt es Neuigkeiten. Hinzu kommen Entwicklungen beim Wohnungsbau, beim Tänzelfest und im gesellschaftlichen Leben. KAUFBEUREN KOMPAKT fasst die wichtigsten Nachrichten zusammen.
Aktienbrauerei: Immobilienverkäufe ermöglichen weitere Sanierung
Bei der wirtschaftlich angeschlagenen Aktienbrauerei gibt es Fortschritte. Die ABK Betriebsgesellschaft hat mehrere nicht mehr benötigte Grundstücke und Gebäude mit insgesamt rund 15.000 Quadratmetern Fläche verkauft. Käuferin eines Großteils ist die Paul und Kreuter Bau GmbH aus Mauerstetten. Auch der Hexenturm mit einem angrenzenden Stadtmauerbereich wurde an private Investoren veräußert. Die Verkaufserlöse sollen dringend notwendige Investitionen in den Braubetrieb ermöglichen. Erste Sanierungsmaßnahmen laufen bereits. Nach dem Personalabbau beschäftigt die Brauerei noch 38 Menschen. Diese Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.
Mehr Transparenz: Stadt macht Sitzungsunterlagen öffentlich
Die Stadt Kaufbeuren erweitert ihr Bürgerinformationsportal. Ab sofort können Interessierte die Unterlagen öffentlicher Stadtrats- und Ausschusssitzungen rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 online einsehen. Künftig sollen entsprechende Dokumente nach den Sitzungen veröffentlicht werden. Die Neuerung fällt zeitlich mit einer Unterschriftenaktion für eine Informationsfreiheitssatzung zusammen. Eine Bürgerinitiative fordert damit einen weitergehenden Zugang zu städtischen Unterlagen. Die Stadt erfüllt mit ihrem neuen Angebot einen Teil dieser Forderungen, eine allgemeine Informationsfreiheitssatzung ist damit jedoch nicht verbunden. Die Dokumente sind unter https://buergerinfo.kaufbeuren.de/ abrufbar.
Stadtfinanzen: Nachtragshaushalt wird notwendig
Die Haushaltslage Kaufbeurens bleibt angespannt. Höhere Personal- und Sozialausgaben sowie zusätzliche finanzielle Verpflichtungen belasten die Stadtkasse. Allein die Bezirksumlage steigt um rund drei Millionen Euro, während die staatlichen Schlüsselzuweisungen um etwa 400.000 Euro geringer ausfallen. Nach Angaben der Kämmerei liegt der Saldo aus der laufenden Verwaltungstätigkeit bei minus 10,3 Millionen Euro. Für 2026 sind Kreditaufnahmen von 9,5 Millionen Euro vorgesehen. Der zuletzt berichtete Schuldenstand beträgt rund 65,1 Millionen Euro. Die Stadt muss deshalb ihren Haushalt nachbessern. Gleichzeitig begrenzen die Vorgaben im Zusammenhang mit staatlichen Stabilisierungshilfen den finanziellen Spielraum für Investitionen.
Wertachbrücke: Zusätzliche Kosten bis zum Neubau
Der Neubau der Wertachbrücke an der Neugablonzer Straße wurde aus finanziellen Gründen auf 2028 verschoben. Bis dahin sind regelmäßige Sicherheitsprüfungen erforderlich. Alle zwei Monate sollen Fachleute den Zustand des Bauwerks kontrollieren. Die zusätzlichen Honorarkosten werden auf rund 18.000 Euro geschätzt. Für den Verkehr gelten bereits Tempo 30 und eine verengte Fahrbahn. Der Geh- und Radweg muss aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Eine Ersatzspur auf der Fahrbahn hält die Stadt wegen der beengten Verhältnisse nicht für möglich. Erste Rodungsarbeiten zur Vorbereitung des Neubaus sollen bereits demnächst beginnen. Das Gesamtprojekt einschließlich einer Behelfsbrücke wird auf rund 9,25 Millionen Euro veranschlagt.
Wohnungsmarkt: 578 Haushalte auf der Warteliste
Wie groß die Nachfrage nach städtischem Wohnraum in Kaufbeuren ist, zeigen Zahlen, die die Stadtverwaltung bei der jüngsten Bürgerversammlung in Oberbeuren bekannt gab. Demnach verfügt die Stadt über 619 eigene Wohnungen. Davon werden derzeit 24 saniert, die übrigen sind vermietet. Gleichzeitig stehen 578 Haushalte auf der Warteliste für eine städtische Wohnung. Beim geplanten Wohnbauprojekt Blasiusblick prüft die Verwaltung neue Förderbedingungen, die ab 2027 gelten könnten. Dadurch wären nach bisherigen Einschätzungen Einsparungen im sechsstelligen Bereich möglich. Ob sich diese tatsächlich realisieren lassen, ist noch offen.
Crescentiakloster: Neue Amtszeit und Pläne für Wohnraum
Schwester Johanna Maria Höldrich bleibt für weitere fünf Jahre Oberin des Crescentiaklosters. Gemeinsam mit Schwester Angelika Wißmiller, Schwester Elisabeth Wilhelm und Schwester Annika Wörle bildet sie die von den 21 Franziskanerinnen gewählte Ordensleitung. Neben der Betreuung der klösterlichen und sozialen Einrichtungen beschäftigt die Gemeinschaft ein mögliches neues Bauprojekt: Ein leer stehendes Gebäude am Crescentiaplatz könnte künftig Wohnraum für Menschen mit Beeinträchtigung bieten. Voraussetzung dafür ist eine gesicherte Finanzierung. Die laufende Sanierung des Konventgebäudes soll bald abgeschlossen werden.
Christuskirche Neugablonz: Zwei Pfarrerinnen ordiniert
In der evangelischen Christuskirche Neugablonz wurden Dr. Marieluise Sonnemeyer und Kathrin Riedl gemeinsam ordiniert. Regionalbischof Thomas Prieto Peral leitete die feierliche Amtseinführung, an der auch Vertreter anderer christlicher Konfessionen und Oberbürgermeister Stefan Bosse teilnahmen. Sonnemeyer ist bereits mit der Christuskirche verbunden. Riedl war zuvor insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit in Oberstaufen tätig.
Frankenrieder Straße: Radweg bleibt gesperrt
Bei der Bürgerversammlung in Hirschzell informierte die Stadtverwaltung über die Situation an der Frankenrieder Straße. Der Radweg in Richtung Wertach ist wegen baulicher Schäden weiterhin gesperrt. Für die notwendige Stabilisierung wären nach Angaben der Stadt rund 100.000 Euro erforderlich. Die finanziellen Mittel stehen derzeit nicht zur Verfügung.



















