Traditionsreiche Einrichtung stellt die Weichen für die Zukunft
Nach mehr als 100 Jahren als reines Mädcheninternat öffnet die traditionsreiche Einrichtung der Crescentiaschwestern ihre Türen erstmals für Buben. Den Anfang machen junge Eishockey-Nachwuchsspieler des ESV Kaufbeuren e.V.. Für das geschichtsträchtige Haus ist dies ein mutiger Schritt in die Zukunft.
Die ersten Buben haben sich bereits spürbar gut eingelebt. Sie schätzen die herzliche, familiäre Atmosphäre, das gemeinsame Essen und die liebevolle Betreuung, die ihr neues „Zuhause auf Zeit“ ausmachen. Im vierten Stock haben sie ihre Zimmer bezogen – bei klarem Wetter belohnt sie ein traumhafter Blick weit bis in die Allgäuer Berge.
Zwischen Eisstadion und Hausaufgaben
Der Alltag der jungen Talente verlangt ihnen viel Disziplin und Organisation ab. Einmal in der Woche klingelt der Wecker bereits um halb sechs morgens für das Frühtraining auf dem Eis. Danach geht es nahtlos weiter in die Schule, gefolgt von gemeinsamen Mahlzeiten, festen Lernzeiten und den täglichen Trainingseinheiten. Umso wichtiger ist ein Umfeld, das den Jugendlichen Geborgenheit schenkt. Das Internat bietet ihnen genau diesen sicheren Rückzugsort, an dem sie zwischen dem Leistungsdruck im Sport und den schulischen Verpflichtungen zur Ruhe kommen können.
Bewährte Werte im neuen Gewand
Trotz des Einzugs der Jungen bleibt das Herzstück von St. Maria unverändert: Die Crescentiaschwestern und ihr pädagogisches Team setzen weiterhin auf christliche Werte, soziale Verantwortung und gegenseitige Rücksichtnahme. Die Jugendlichen werden nicht auf ihre sportliche Leistung reduziert – sie dürfen hier einfach Teenager sein, die Freundschaften schließen und ihren Weg ins Leben finden. Zum Schutz der Privatsphäre sind die Wohnbereiche der Mädchen und Buben dabei räumlich klar getrennt.
Als wertvoller Ausgleich zum straffen Trainingsplan dient das große Außengelände. Besonders die Tiere im Internatshof – darunter Ponys, Ziegen, Hasen und Hunde – bringen eine willkommene Unbeschwertheit in den Alltag und helfen den jungen Sportlern, abzuschalten.
Ein Signal des Aufbruchs
Die Kooperation mit dem ESV Kaufbeuren ist eine strategische Entscheidung, um das Internat in Zeiten sinkender Nachfrage langfristig zu erhalten. Sie knüpft an die Öffnung des Marien-Gymnasiums an, das seit dem Schuljahr 2023/2024 ebenfalls Buben aufnimmt. Die ersten Erfahrungen machen allen Beteiligten Mut. Sie zeigen, dass Tradition und moderner Wandel kein Widerspruch sein müssen, sondern der Grundstein für eine lebendige, gemeinsame Zukunft sind.



















