Grafik: KI generiert
Schwanger, alleingelassen und ohne Wohnung: Wie eine junge Frau trotz Vollzeitbeschäftigung um ein sicheres Zuhause für sich und ihr ungeborenes Kind kämpfen muss.
Für Frau P. änderte sich das Leben von einem Tag auf den anderen radikal. Die 28-Jährige ist in der 22. Schwangerschaftswoche, als sie ihrem Partner mitteilt, dass sie ein Kind erwartet. Was eigentlich ein Moment sein sollte, in dem Verantwortung, Zusammenhalt und gemeinsame Zukunft gefragt sind, endet für sie in einem Schock: Ihr Partner trennt sich von ihr. Und damit verliert sie nicht nur ihre Beziehung, sondern auch ihre Wohnung. Denn die gemeinsame Wohnung gehört ihm.
Plötzlich steht Frau P. vor einer Situation, die viele sich kaum vorstellen können: schwanger, allein und ohne eigene Bleibe. Vorerst kommt sie bei ihren Eltern unter. Doch schnell wird deutlich, dass dies keine dauerhafte Lösung sein kann. Die Wohnung ist zu klein, der Platz reicht schon jetzt kaum aus – und erst recht nicht für ein Neugeborenes. Was als kurzfristige Hilfe gedacht ist, wird für die werdende Mutter zunehmend zu einer belastenden Notlage.
Dabei tut Frau P., was gesellschaftlich immer wieder eingefordert wird: Sie arbeitet in Vollzeit, hat ein eigenes Einkommen und bemüht sich, ihr Leben selbst zu tragen. Doch auf dem angespannten Wohnungsmarkt schützt selbst das nicht vor existenzieller Unsicherheit. Viele Wohnungen sind für sie schlicht nicht bezahlbar. Und dort, wo ein Angebot grundsätzlich passen würde, stößt sie häufig auf eine andere, schmerzhafte Form der Ausgrenzung.
Denn sobald sie offen anspricht, dass sie schwanger ist und das Kind nach der Geburt bei ihr leben wird, folgen nicht selten Absagen. Die Begründung bleibt meist unausgesprochen oder wird nur vorsichtig angedeutet: Eine werdende oder spätere alleinerziehende Mutter gilt vielen Vermietern als unsicher. Das Einkommen nach der Geburt sei schwer einschätzbar, das Risiko aus ihrer Sicht zu hoch.
Für Frau P. ist das eine bittere Erfahrung. Sie sucht keine große Wohnung, keinen besonderen Komfort, keinen Luxus. Sie sucht schlicht einen sicheren Ort, an dem sie mit ihrem Kind leben kann. Einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen, die Geburt vorbereiten und ihrem Baby ein Zuhause geben kann. Doch genau dieser bescheidene Wunsch wird auf dem Wohnungsmarkt zur Hürde.
Mit jeder Woche wächst der Druck. Der Geburtstermin rückt näher, die Sorge wird größer, die Absagen zermürben. Irgendwann steht sogar die Frage im Raum, ob es nicht besser wäre, die Schwangerschaft bei Wohnungsanfragen lieber zu verschweigen. Allein dieser Gedanke zeigt, wie belastend die Situation geworden ist. Denn wer aus Angst vor Ablehnung seine Lebensrealität verbergen muss, erlebt Wohnungsnot nicht nur als Mangel an Raum, sondern auch als Verlust von Würde und Sicherheit.
Schließlich hat Frau P. doch noch Glück. Über den Bekannten einer Freundin findet sie eine kleine, bezahlbare und passende Wohnung. Die Erleichterung ist groß. Noch vor der Geburt umziehen zu können, bedeutet für sie weit mehr als nur einen neuen Mietvertrag. Es bedeutet Stabilität in einer Zeit, die von Unsicherheit geprägt war. Es bedeutet die Chance, ihrem Kind einen geschützten Start ins Leben zu ermöglichen.
Der Fall von Frau P. zeigt, wie schnell Menschen in Wohnungsnot geraten können – selbst dann, wenn sie berufstätig sind und Verantwortung übernehmen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende. In Bayern müssen rund 40 Prozent von ihnen mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Wohnkosten ausgeben. Gleichzeitig begegnen ihnen auf dem Wohnungsmarkt oft Vorbehalte und Misstrauen. Das verschärft ihre Lage zusätzlich.
Wohnungsnot ist deshalb weit mehr als ein Problem aus Zahlen, Statistiken und Bauprojekten. Sie trifft Menschen in besonders verletzlichen Lebensphasen. Sie entscheidet darüber, ob Hoffnung wachsen kann oder Existenzangst den Alltag bestimmt. Der Fall von Frau P. macht deutlich: Wohnraum ist kein Nebenthema. Wohnraum ist die Grundlage für Schutz, Würde und Zukunft – und damit ein Menschenrecht.
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Infobox: DONUM VITAE Kaufbeuren
DONUM VITAE Kaufbeuren begleitet und unterstützt schwangere Frauen, Alleinerziehende und Familien in herausfordernden Lebenssituationen. Gerade für alleinerziehende Personen ist bezahlbarer und verlässlicher Wohnraum eine wichtige Grundlage für Stabilität, Sicherheit und einen guten Start in die Zukunft.
Wenn Sie alleinerziehenden Personen eine Wohnung anbieten können, melden Sie sich gerne bei:
Mirjam Schäffler
Leiterin der Beratungsstelle
DONUM VITAE Kaufbeuren
Telefon: 08341 9993650
E-Mail: kaufbeuren@donum-vitae-bayern.de
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oder bei der
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