Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke begrüßt die Pläne des Freistaats – beim Bahnhalt Neugablonz sieht er allerdings einen „Wermutstropfen“
Für die geplanten Bahnhalte in Kaufbeuren gibt es neue zeitliche Perspektiven. Wie der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) in einer aktuellen Mitteilung berichtet, hat ihn der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, über den aktuellen Stand informiert. Demnach beabsichtigt der Freistaat trotz der angespannten Haushaltslage, den neuen Haltepunkt Kaufbeuren-Haken zu finanzieren. Nach Angaben der DB InfraGO AG wird eine Inbetriebnahme im zweiten Quartal 2029 angestrebt.
„Es freut mich sehr, dass der Freistaat Bayern trotz der angespannten Haushaltslage die Finanzierung des neuen Haltepunkts Kaufbeuren-Haken beabsichtigt und hierfür eine klare zeitliche Perspektive benennt“, erklärt Stracke.
Haken als weiterer Baustein für den Bahnverkehr
Der Bundestagsabgeordnete sieht den zusätzlichen Haltepunkt im Zusammenhang mit den derzeitigen Investitionen in den Kaufbeurer Bahnverkehr. Im März 2026 hat der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Kaufbeuren begonnen. Nach Angaben von Verkehrsminister Bernreiter investieren DB InfraGO AG, Bund und Freistaat rund 31 Millionen Euro in die Modernisierung. Der Freistaat trägt rund die Hälfte der Kosten. Zusätzlich plant die DB InfraGO AG die Weiterentwicklung des Empfangsgebäudes.
Stracke erklärt dazu: „Neben dem barrierefreien Ausbau und der Modernisierung des Empfangsgebäudes am Bahnhof Kaufbeuren ist der zusätzliche Bahnhalt in Kaufbeuren-Haken ein weiterer wichtiger Baustein, um den Bahnverkehr attraktiver zu machen und das Bahnfahren für die Menschen vor Ort einfacher und komfortabler zu gestalten.“
Bahnhalt Neugablonz soll mit Elektrifizierung kommen
Auch für den seit Langem diskutierten Bahnhalt Kaufbeuren-Neugablonz gibt es eine neue Perspektive. Im Januar 2026 hat der Freistaat die DB InfraGO AG mit den Planungen zur Elektrifizierung der Strecke Buchloe–Kaufbeuren–Biessenhofen beauftragt. Das Elektrifizierungsprojekt soll nach derzeitigem Stand bis 2040 abgeschlossen werden. Der neue Bahnhalt Kaufbeuren-Neugablonz soll in dieses Projekt integriert werden.
„Auch für den Bahnhalt Kaufbeuren-Neugablonz gibt es nun eine klare Perspektive, was ich ausdrücklich begrüße. Wie der Verkehrsminister mitteilt, soll dieser im Zuge der Elektrifizierung der Strecke Buchloe–Kaufbeuren–Biessenhofen realisiert werden. Das ist eine klare Perspektive – zugleich bleibt ein Wermutstropfen: Bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme des Bahnhalts kann damit noch viel Zeit vergehen.“
Hintergrund für die gemeinsame Umsetzung ist die notwendige Absenkung der Gleise unter der Josefsthaler Straßenbrücke im Zuge der Elektrifizierung. Würden die Bahnsteige des neuen Haltepunkts bereits vorher gebaut, müssten sie später an das veränderte Höhenniveau angepasst werden. Laut Bernreiter sollen durch die Integration in das Elektrifizierungsprojekt Doppel- beziehungsweise Fehlinvestitionen vermieden werden.
Stracke: Elektrifizierung schneller voranbringen
Stracke kann diese Entscheidung nachvollziehen, sieht den langen Zeithorizont aber kritisch: „Es ist verständlich, dass die Umsetzung des Bahnhalts Kaufbeuren-Neugablonz in das Elektrifizierungsprojekt integriert werden soll, um Doppel- und Fehlinvestitionen zu vermeiden. Schade ist jedoch, dass die Elektrifizierung erst 2040 abgeschlossen sein soll und damit auch die Inbetriebnahme des Bahnhalts in weite Ferne rückt. Jetzt muss alles darangesetzt werden, die Planungen und die Umsetzung des Elektrifizierungsvorhabens Buchloe–Kaufbeuren–Biessenhofen so schnell wie möglich voranzubringen.“



















