Erwachsene verfügen über etwa 2.000 bis 4.000 Geschmacksknospen, im Kin-desalter sind es noch mehr, im Alter nimmt ihre Zahl ab. Bild-Urhebervermerk: © AOK-Bundesverband
Geschmack ist Teamwork
Mit unseren rund zehn Millionen Riechzellen können wir Menschen bis zu 10.000 verschiedene Gerüche wahrnehmen – von zart blumigen Nuancen bis hin zu kräftigen Aromen. Gerüche und Geschmacksnoten werden oft nur unbewusst wahrgenommen, während man sich aufs Hören und Sehen willentlich konzentriert. Dadurch werden diese beiden Sinne oft unterschätzt.
Gerüche helfen Gefahren zu vermeiden
Frauen haben ein besseres Riechvermögen als Männer. Womit das genau zusammenhängt, wird noch erforscht. Geruch und Geschmack verschaffen nicht nur Genuss, sondern haben auch eine Alarmfunktion. Ein fauliger Geruch warnt vor verdorbenen Speisen. Wenn etwas sehr bitter schmeckt, spuckt man es sofort wieder aus, weil es giftig sein könnte. Auch Brandgeruch kann man schon von Weitem wahrnehmen. „Gerüche wirken unmittelbar im limbischen System unseres Gehirns, das die Emotionen steuert“, sagt Susanne Hasel, Gesundheitsfachkraft bei der AOK Direktion Kaufbeuren-Ostallgäu. Gerüche entscheiden zudem über Zu- oder Abneigung gegenüber anderen Menschen. Das erklärt, warum Gerüche auch die Partnerwahl beeinflussen. „Die Chemie muss eben stimmen“, so Susanne Hasel.
Geschmack ist Teamwork
„Erwachsene haben etwa 2.000 bis 4.000 Geschmacksknospen an der Zunge und im Mund, bei Neugeborenen sind es deutlich mehr und bei alternden Menschen sinkt die Zahl ab“, weiß Susanne Hasel. Mit den Geschmacksknospen können fünf Geschmacksrichtungen identifiziert werden: süß, sauer, salzig, bitter und umami. Das Wort Umami kommt aus dem Japanischen und bezeichnet herzhafte und würzige Noten. Die vielfältigen Geschmackserlebnisse und köstlichen Aromen kommen gewissermaßen durch Teamwork zustande. „Ein differenzierter Geschmack entsteht erst durch die Verknüpfung mit anderen Sinnen, allen voran mit dem Geruchssinn“, so Susanne Hasel.
Zellen können sich erholen
Wie sehr Menschen Riechen und Schmecken für ihr Wohlbefinden brauchen, merken sie oft erst, wenn diese Sinne schwinden. Jedes Jahr treten bei etwa 50.000 Menschen in Deutschland Störungen des Geruchs- oder Geschmacksinns auf, verursacht etwa durch Erkrankungen der oberen Atemwege oder Heuschnupfen, durch bestimmte Chemikalien, Medikamente oder operative Eingriffe. Doch die Zellen, die für das Riechen und Schmecken zuständig sind, können sich nach einer Schädigung auch wieder erholen – anders als andere Sinneszellen. „Darüber hinaus lassen sich Gaumen und Nase gut stimulieren, zum Beispiel durch frische Kräuter beim Kochen und wenn man sich Zeit fürs Essen und Kauen nimmt“, so Susanne Hasel.
Weitere Informationen:
Geruchssinn: Wie wir riechen (https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/gehirn-nerven/geruchssinn-wie-wir-riechen/)
Wie funktioniert der Geschmackssinn? | Gesundheitsinformation.de (https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-der-geschmackssinn.html)



















