Ende Juni kehrt HERILO auf die Bühne der energie schwaben arena zurück. Mit „HERILO – Das Rad dreht sich weiter“ erwartet die Besucher eine neue Geschichte, neue Musik und zahlreiche Weiterentwicklungen. Claus Tenambergen hat sich mit Autor Franz-Josef „Joff“ Körner und Komponist Christian „Adi“ Adolf über HERILO 2026 unterhalten.
Joff, Adi – wann war für Euch klar: HERILO geht weiter?
Franz-Josef Körner: Eigentlich direkt nach den Aufführungen. Die Begeisterung war riesig. Schon damals war klar, dass dieses Projekt zu schade wäre, um es nach vier Vorstellungen einfach enden zu lassen.
Christian Adolf: Die Euphorie war noch Wochen nach der letzten Aufführung spürbar. Viele Mitwirkende aus dem HERILO-Team blieben miteinander in Kontakt. Viele schrieben, dass ihnen die gemeinsame Zeit fehlt. Deshalb war die Freude groß, als feststand: Das Rad dreht sich weiter.
Was macht HERILO für Euch so besonders?
Körner: Für mich ist es die Mischung aus bayernweit und teilweise bundesweit bekannten Künstlern sowie den vielen Künstlerinnen und Künstlern aus unserer Region. Sie bilden zusammen ein großartiges Team mit ganz viel Qualität und Energie. Alle investieren viel Zeit und Herzblut und bringen die Geschichte von Herilo auf bemerkenswerte Weise auf die Bühne.
Adolf: Daneben fasziniert mich vor allem die Dimension des Projekts. Wir sprechen über 36 Songs, ein großes Ensemble, Blasorchester, Rockband, Chor, Tänzerinnen und Tänzer sowie eine aufwendige Inszenierung mit über 80 Mitwirkenden. Solche Produktionen verbindet man normalerweise eher mit etablierten Musicalstandorten. Dass so etwas hier in Kaufbeuren entsteht, ist schon etwas Besonderes.
Warum habt Ihr Euch für eine völlig neue Geschichte entschieden?
Körner: Weil wir uns bewusst nicht wiederholen wollten. Deshalb haben wir ein komplett neues Drehbuch geschrieben.
Was bedeutet das für die Besucher?
Körner: Die Geschichte wurde nicht aus dem Buch adaptiert. Natürlich begegnen die Zuschauer bekannten Figuren wieder, aber die Handlung ist neu entstanden. Dadurch kann jeder sofort einsteigen, auch wenn er HERILO 2025 nicht gesehen hat.
Worum geht es diesmal?
Körner: Im Mittelpunkt steht die Frage nach Herilos Herkunft. Wer ist er eigentlich? Woher kommt er? Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit Themen wie Macht, Familie, Loyalität und Verantwortung.
Mittelalter und Gegenwart waren bereits zentrale Elemente von HERILO 2025. Nun kommt mit Woodstock eine weitere Zeitebene hinzu. Das wirkt zunächst überraschend. Wie entstand diese Idee?
Körner: Woodstock steht für Aufbruch, Freiheit und Veränderung. Genau diese Themen passen hervorragend zur Geschichte und zu den Figuren.
Adolf: Und musikalisch eröffnet uns diese Epoche natürlich viele Möglichkeiten. Die unterschiedlichen Zeitebenen spiegeln sich auch in den Songs wider. Als Musiker hat es mich unglaublich gereizt, Songs zu schreiben, die den Spirit der Woodstock-Zeit einfangen und musikalisch erlebbar machen.
Wie viel neue Musik steckt in HERILO 2026?
Adolf: Insgesamt umfasst das Musical 36 Songs. Rund 25 davon sind komplett neu entstanden. Wer HERILO 2025 gesehen hat, wird musikalisch ein nahezu neues Musical erleben. Gleichzeitig bleibt die musikalische DNA erhalten. Rockband trifft weiterhin auf Blasorchester. Wer den Sound von HERILO 2025 mochte, wird sich auch in HERILO 2026 sofort wiederfinden.
25 neue Songs in vergleichsweiser kurzer Zeit – wie groß war diese Herausforderung?
Adolf: Für den ersten Teil hatte ich fast zwei Jahre Zeit, diesmal deutlich weniger. Aber genau das hat den Reiz ausgemacht. Wir wollten nicht einfach Bekanntes wiederholen. Die neue Geschichte verlangte nach neuer Musik.
Der Chor wächst deutlich. Welche Rolle spielt er diesmal?
Körner: Das war eine bewusste Entscheidung. Der Chor wächst nicht nur personell, sondern wird auch stärker in die Handlung eingebunden. Zusammen mit Orchester und Rockband entsteht dadurch ein noch kraftvollerer Klang.
Auch in puncto Bühne wird sich einiges verändern. Was dürfen die Besucher erwarten?
Adolf: Die Bühne steht diesmal längs in der Arena und nicht mehr am Ende der Spielfläche. Dadurch rücken deutlich mehr Zuschauer näher an das Geschehen heran und tauchen noch intensiver in die Geschichte ein.
Körner: Gleichzeitig wird die Bühne größer und auch die LED-Wand wächst noch einmal. Das eröffnet uns neue Möglichkeiten für die Inszenierung.
Adolf: Dazu kommt, dass Band, Orchester und Chor sichtbarer werden. Gleichzeitig sorgen die Tänzerinnen und Tänzer wieder für viele starke Momente auf der Bühne. Darauf freue ich mich besonders, wenn am Ende Musik, Chor, Tanz, Schauspiel und die Bilder auf der LED-Wand zu einem großen Ganzen zusammenkommen.
Eigentlich sind die meisten Künstler aus dem vergangenen Jahr erneut dabei.
Körner: Es freut mich sehr, dass nahezu der gesamte Cast aus dem vergangenen Jahr wieder mit dabei ist. Künstlerinnen und Künstler wie Frank Pané, Dan Lucas, Thomas Wohlfahrt, Julia Haug, Lydia Pané oder Eugen Schreiner hatten sofort zugesagt. Das zeigt, wie groß die Verbundenheit aller mit dem Projekt ist und sorgt gleichzeitig für eine große Kontinuität bei der Weiterentwicklung von HERILO.
Adolf: Gerade diese Mischung aus vertrauten Gesichtern und neuen Impulsen macht HERILO 2026 aus. Viele Besucher werden ihre Lieblingscharaktere und bekannten Stimmen wiedersehen und wiederhören. Gleichzeitig entwickelt sich HERILO als Musical weiter und erhält dadurch neue Facetten und spannende Akzente.
Was wünscht Ihr Euch für die Aufführungen?
Körner: Dass die Besucher einen spannenden und unterhaltsamen Abend erleben und von der neuen Geschichte mitgerissen werden.
Adolf: Und dass sie spüren, wie viel Herzblut, Kreativität und Begeisterung von so vielen Menschen in HERILO stecken – und mit dem Gefühl nach Hause gehen, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben.
Wir danken für das Gespräch.



















