V.l.n.r.: Manuel Hagemann, Tobias H. und Gabriele Sandler. Drei langjährige Mitarbeitende, die stellvertretend für die Vielfalt und das persönliche Engagement einer großen Zahl von Jubilar*innen stehen, die die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren und die Wertachtal-Werkstätten im vegangenen Jahr ehren konnten.
Engagement, das seit Jahrzehnten prägt
Ostallgäu/Kaufbeuren, 25.03.26 – Im vergangenen Jahr feierten 124 langjährige Mitarbeiter*innen und Beschäftigte der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren und der Wertachtal-Werkstätten ihre Jubiläen. Drei von ihnen stehen exemplarisch für das Engagement, das die Arbeit der Einrichtungen seit Jahrzehnten prägt. Ihre Geschichten zeigen, wie Vielfalt, Eigeninitiative und nachhaltige Begleitung Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gleichermaßen stärken.
Ein Berufsweg mit Eigeninitiative, Mut und Herz
Tobias H. arbeitete ursprünglich als Dachdecker. Nach einem Unfall konnte er seinen gelernten Beruf körperlich nicht mehr ausüben. Vor 20 Jahren kam er so zu den Wertachtal-Werkstätten. Dort wurden ihm andere Möglichkeiten geboten und sich auch um einen Außenarbeitsplatz bemüht. Doch Tobias wollte mehr: Abwechslung, Verantwortung und vor allem Austausch mit anderen Menschen. Mit viel Eigeninitiative fand er schließlich seinen Platz in der Hausverwaltung Oswald in Buchloe, wo er seit fast drei Jahren das Telefon betreut, Wasserschäden koordiniert und als zentrale Anlaufstelle fungiert. „Früher war ich Dachdecker – da hatte ich den ganzen Tag mit Menschen zu tun. Heute ist das wieder so“, sagt er. Begleitet wird er dabei auch von den Job Coaches der Wertachtal-Werkstätten, die seine Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen.
Entwicklung ermöglichen und Perspektiven schaffen
Manuel Hagemann feierte sein 10-jähriges Jubiläum bei den Wertachtal-Werkstätten, doch sein Weg in die soziale Tätigkeit begann bereits vor fast 20 Jahren. Als gelernter Elektroinstallateur entdeckte er seine Leidenschaft für die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung. In der P-Werkstatt Neugablonz (Werkstatt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen) baute er den Berufsbildungsbereich (BBB) mit auf und engagierte sich als Betriebsrat. Nun wartet als Gruppenleiter der Wäscherei, zusätzlich zu seiner Aufgabe als Teamleiter des Standortes, eine neue Herausforderung auf ihn. Besonders berührt ihn dabei, dass viele Beschäftigte der Wäscherei früher bei ihm im BBB waren. „Haben Sie Sehnsucht nach uns?“, wird er gefragt. Für Manuel sind das Begegnungen, die bleiben. Entwicklung mitzuerleben und nun selbst von den Beschäftigten in ihrem Fachbereich zu lernen, empfindet er als großes Geschenk.
Eine eigene Stimme finden
Gabi Sandler feierte ihr 20-jähriges Jubiläum. Ihr Weg bei der Lebenshilfe begann jedoch bereits 1988 als erste Logopädin des Vereins. Heute ist sie zwischen Tages- und Förderstätte, Werkstatt und Therapiehaus unterwegs und begleitet Menschen in unterschiedlichsten Lebensphasen. Ein besonderes Anliegen ist ihr die „Unterstützte Kommunikation“: In der „Talker“-Gruppe ermöglicht sie Menschen ohne Lautsprache mithilfe technischer Hilfsmittel, sich auszudrücken und „hörbar“ zu werden. Seit 2017 prägt sie den gleichnamigen Arbeitskreis, der sich für den Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung der Kommunikationsmöglichkeiten in allen Bereichen einsetzt und auch Fortbildungen anbietet. „Unsere Arbeit lebt von Entwicklung, Beziehung und Vertrauen. Das braucht Zeit. Nur so entstehen stabile Bindungen und genau diese bilden die Grundlage für nachhaltige, gelingende Begleitung. Das ist eine große Stärke der Lebenshilfe und der Wertachtal-Werkstätten“, so die langjährige Mitarbeiterin.



















