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Jugend Soziales

72 Stunden Jugendsozialaktion geht 2027 in die nächste Runde

Foto: Sophie Stadtmüller

Online-Infoabende für interessierte Gruppenverantwortliche am 7. Oktober oder 24. November

Am Wochenende vom 10.-13. Juni 2027 tickt die Uhr für die bundesweite Jugendsozialaktion. Jugendgruppen sind aufgerufen in ihrem Ort innerhalb von 72 Stunden ein Projekt umzusetzen, mit dem sie die Gesellschaft ein kleines Stückchen bunter, solidarischer und offener machen. Der regionale Koordinierungskreis Kaufbeuren-Ostallgäu findet mit oder für die Gruppen eine passende Aufgabe. Ob sozial, ökologisch, politisch oder interkulturell – Projektideen für große und kleine Gruppen gibt es viele. Mitmachen können alle Gruppierungen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich für eine bessere Welt engagieren wollen. Egal ob Jugendverband, Ministranten, (Berufs-) Schulklasse, Sportverein, Jugendtreff, Clique oder andere.

Unterstützung für Gruppenverantwortliche

Für alle Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter, die zum ersten Mal an der 72-Stunden-Aktion teilnehmen, bietet der Koordinierungskreis Kaufbeuren-Ostallgäu zwei Online-Infotreffen an. Die Verantwortlichen möchten die Gruppen bestmöglich vorbereiten und bereits im Vorfeld der Anmeldung unterstützen.

Bei den digitalen Treffen werden die Ziele und der Ablauf der Sozialaktion vorgestellt. Zudem erhalten die Teilnehmenden praktische organisatorische Tipps, einen Überblick über ihre Aufgaben als Gruppenverantwortliche sowie Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten durch den Koordinierungskreis.

Interessierte können zwischen zwei Terminen wählen: am Mittwoch, 7. Oktober, oder am Dienstag, 24. November, jeweils um 19:00 Uhr. Eine Anmeldung ist bis spätestens zwei Tage vor dem jeweiligen Termin erforderlich. Diese kann über die Website, telefonisch unter 08341 938211 oder per E-Mail an jugendstelle-kaufbeuren@bistum-augsburg.de erfolgen.

Die 72 Stunden Aktion ist die Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Im Ostallgäu und Kaufbeuren steht sie unter der Schirmherrschaft von Landrat Bernd Stapfner und Oberbürgermeister Stefan Bosse. Der KoKreis Kaufbeuren-Ostallgäu wird im Rahmen des Projekts „Unterstützung Bürgerengagement“ über LEADER und den bergaufland Ostallgäu e. V. gefördert. Mehr Informationen zur Sozialaktion und Anmeldung unter www.jugendstelle-kaufbeuren.de.

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Jugend Ostern

Jugendosternacht „Fürchte dich (nicht)“

Getrennt durch eine Feuersäule aber dennoch verbunden in der Angst, vor dem was kommt: Israeliten und Ägypter teilen ihre Unsicherheiten und Ängste über den eingeschlagenen Kurs am Schilffmeer. Foto: Sonja Gebauer

Jugendliche setzen Zeichen gegen Angst

Ängsten und Unsicherheiten etwas entgegenzuhalten – das war das Ziel der Jugendosternacht in Pfronten. In der voll besetzten Pfarrkirche St. Nikolaus feierten die Pfarrgemeinde und zahlreiche Interessierte aus der Region eine eindrucksvolle Osternacht unter dem Motto „Fürchte dich (nicht)“. Jugendliche und junge Erwachsene entwickelten unter der Federführung der katholischen Jugendstelle Kaufbeuren einen neuen Zugang zu den biblischen Texten.

Gleich zu Beginn wurde deutlich: „Fürchte dich nicht“ ist leichter gesagt als getan. Oft wirkt der Satz wenig beruhigend oder verstärkt sogar die Angst. Deshalb setzte das Vorbereitungsteam die fünf Lesungen der Osternacht kreativ in Szene und verband sie mit aktuellen Sorgen und Herausforderungen.

In der ersten Darstellung wurde der Begriff der Gottesfurcht kritisch hinterfragt. Eine junge Frau arbeitete eine „Checkliste für gottesfürchtige Christen“ ab und hatte Angst, Gottes Zorn auf sich zu ziehen. Bezugspunkt war die Geschichte von Abraham und Isaak. Eine Freundin stellte dem jedoch ein anderes Gottesbild entgegen: Gott sei kein Gott zum Fürchten, sondern einer, der eben zeigen wollte, dass er keine Menschenopfer wolle. Ehrfurcht bedeute vielmehr Respekt und Achtsamkeit – nicht blinde Pflichterfüllung.

Die zweite Lesung aus dem Buch Mose rückte die Angst vor Veränderung in den Mittelpunkt. In einem Rollenspiel wurden die Gedanken der Israeliten am Schilfmeer und der ägyptischen Verfolger hörbar. Zukunftsängste bestimmten beide Seiten.

Wie würde das Leben in Freiheit aussehen? Wer sollte die Arbeitskraft der Sklaven ersetzen? Sogar die Sehnsucht nach dem Altbekannten wurde laut – lieber ein Leben in Unfreiheit als in Ungewissheit. Das Team zog Parallelen zu heutigen Umbrüchen in Wirtschaft, Friedensordnung und Klima: Denn die Veränderung hat längst begonnen. Das Alte trägt nicht mehr, das Neue ist noch nicht sichtbar.

Mit einer Flut aus aktuellen Nachrichten setzte sich die dritte Lesung aus dem Buch Jesaja auseinander. Ein Audiozusammenschnitt zeigte, wie stark negative Meldungen im Gedächtnis bleiben. Eine Stimme aus dem Off rief dazu auf, den eigenen Fokus bewusst zu wählen. Darin liege ein wichtiger Schlüssel, um sich nicht von Angst bestimmen zu lassen.

Ein inneres Zwiegespräch prägte die vierte Lesung: In einem Video ringt eine Schülerin mit sich selbst nach einem Streit. Eine innere Stimme sät Zweifel und Vorwürfe und versucht, sie klein und handlungsunfähig zu machen.

Eine zweite Stimme eröffnet hingegen neue Wege. Sie ermutigt, immer wieder neu anzufangen und keine Angst vor Fehlern zu haben, um sich nicht selbst gefangen zu halten. Für das Vorbereitungsteam ist dies eine Kernbotschaft der Auferstehung: Nicht das Scheitern hat das letzte Wort.

In seiner Predigt verband Diözesanjugendpfarrer Benedikt Huber Angst mit Unsicherheit – etwa bei neuen Situationen oder wichtigen Entscheidungen. Er rief dazu auf, aktiv mit Angst umzugehen. Dankbarkeit könne helfen, das Gedankenkarussell zu durchbrechen: Wer bewusst auf das blickt, was bereits gelungen ist, könne nicht gleichzeitig Angst empfinden.

Für die musikalische Gestaltung sorgte die Band Modern Tunes aus Marktoberdorf mit einem professionellen und kraftvollen Sound.

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