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Kolumne

Wo sind AFD-Stimmen gelandet? Aktuelle Gerüchte sind einfach absurd! Kolumne von Claus Tenambergen

Claus Tenambergen ist Inhaber von Wir sind Kaufbeuren und auch Kolumnist des Internetportals

In den vergangenen Tagen wurde in der öffentlichen Diskussion – in sozialen Medien ebenso wie in Teilen der lokalen Berichterstattung – die Frage aufgeworfen, ob die Kaufbeurer Initiative (KI) beziehungsweise ihr Oberbürgermeisterkandidat Alexander Uhrle bei der jüngsten OB-Wahl in Kaufbeuren bewusst Stimmen aus dem AfD-Lager erhalten oder sogar darauf gesetzt haben könnten.

Aus welcher Ecke diese Gerüchte auch immer entstanden sind – sie entbehren jeder Logik und sind vollkommen absurd! Wer solche Behauptungen in die Welt setzt oder weiterverbreitet, sollte sich zumindest ernsthaft hinterfragen, welche Wirkung er damit auf die betroffenen Menschen und auf das politische Klima in unserer Stadt hat.

Ich lebe seit fast 30 Jahren in Kaufbeuren. In dieser Zeit hatte ich vielfach Gelegenheit, die Kaufbeurer Initiative zu beobachten – ihre Arbeit, ihr Engagement und vor allem ihre Haltung. Was diese Gruppierung über Jahrzehnte geprägt hat, ist ein großer sozialer Antrieb: der Wille, etwas für die Menschen in unserer Stadt zu tun. Sozial, demokratisch und mitmenschlich.

Viele Bürgerinnen und Bürger kennen Aktionen wie die Lebende Krippe oder zahlreiche andere Aktivitäten, bei denen Mitglieder der KI mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Einsatz für das Gemeinwohl arbeiten. Über all die Jahre hinweg ist mir kein einziger Fall bekannt geworden, in dem auch nur ein Mitglied der Kaufbeurer Initiative in die Nähe rechten Gedankenguts oder gar der AfD gerückt wäre. Dass nun ausgerechnet dieser Gruppierung unterstellt wird, bewusst mit Stimmen aus dem AfD-Lager für die OB-Wahl kalkuliert oder gar deren Nähe gesucht zu haben, ist deshalb schlicht widersinnig.

Dasselbe gilt für den Oberbürgermeisterkandidaten der KI, Alexander Uhrle. Auch ihn kenne ich seit vielen Jahren. Er ist ein Mensch, der sich enorm ehrenamtlich engagiert und sich immer wieder für andere Menschen einsetzt – mit großem persönlichen Einsatz, mit Herz und mit echter Überzeugung. Ich schätze seinen Charakter, seine Haltung und seine Mitmenschlichkeit sehr. Gerade deshalb wirkt die Behauptung, er oder die KI hätten bewusst den Schulterschluss mit der AfD gesucht, völlig abwegig. Wer sich ernsthaft mit den Menschen und ihrem Engagement beschäftigt, erkennt schnell, dass diese Unterstellung weder zur Person noch zur Arbeit der Kaufbeurer Initiative passt.

Wenn ich mich in die Lage der Betroffenen versetze, kann ich nur sagen: Mir tut es leid, dass sie sich mit solchen Unterstellungen konfrontiert sehen müssen. Das haben sie nach all den Jahren des Engagements für unsere Stadt wirklich nicht verdient.

Herzlich,
Euer Claus Tenambergen

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Kultur

Ehrungen für langjährige Mitglieder bei der Oberbeurer Bühne

Gemeinschaft, Rückblick und gute Stimmung beim traditionellen Theateressen im „Engel“

Das gemeinsame Theateressen im Gasthof Engel gehört bei der Oberbeurer Bühne seit vielen Jahren fest dazu. Traditionell trifft man sich dort zu Beginn eines Jahres, um die vergangene Saison in geselliger Runde abzuschließen. Auch heuer kam die Theatergemeinschaft im „Engel“ zusammen, um einen gemeinsamen Abend zu verbringen und auf die Spielzeit zurückzublicken. In diesem Rahmen wurden zudem langjährige Mitglieder geehrt. Kleine Einlagen und eine Show aus Videos und Fotos aus der abgelaufenen Saison sorgten wie jedes Jahr zusätzlich für eine heitere und kurzweilige Atmosphäre.

Freude herrschte auch mit Blick auf das Stück „Göttinnen weißblau“. Die Komödie kam beim Publikum äußerst gut an, die Vorstellungen waren ausverkauft und wurden mit viel Applaus begleitet. Für den Verein war es eine rundum stimmige Saison.

Dank für jahrzehntelanges Engagement

Zu Beginn des Abends nahm der erste Vorstand Alois Foldenauer die Ehrungen für Petra Schneiderat (30 Jahre), Helmut Branse (40 Jahre) und Angelika Hartz (20 Jahre) vor. Dabei zeigte er sich sichtlich gerührt: „Petra, du stehst seit 30 Jahren mit Leidenschaft für unsere Bühne auf den Brettern, Helmut ist seit 40 Jahren mit Herzblut dabei und Geli kümmert sich seit 20 Jahren in der Maske darum, dass am Ende alles stimmt. Das ist alles andere als selbstverständlich. Danke euch von Herzen für eure langjährige Treue und euren Einsatz – ich freue mich riesig, dass ihr schon so viele Jahre Teil unserer Theaterfamilie seid.“ Auch die Zweite Vorständin Ulla Foldenauer gratulierte den Geehrten herzlich und dankte ihnen für ihren langjährigen Einsatz.

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Kolumne

Premiere mit Gänsehautpotenzial – meine erste Begegnung mit HERILO. Erste Kolumne von Claus Tenambergen

Claus Tenambergen ist Inhaber von Wir sind Kaufbeuren und ab sofort neuer Kolumnist des Internetportals

Irgendwann war’s einfach klar: Wenn ich schon tagtäglich mit Leidenschaft über unsere Stadt – seien es Vereine, Organisationen, Unternehmen oder Menschen – berichte, dann sollte ich auch ab und zu persönlich ein paar Gedanken zu Papier bringen. Oder besser gesagt: in diese Kolumne gießen. Ab sofort also regelmäßig von mir ein kleiner Blick auf das, was mich in und um Kaufbeuren bewegt.

Und beschäftigt hat mich seit dem ersten Moment eine ganz besondere Sache: HERILO – die Rockoper.

Was für ein Projekt! Was für eine Dimension! Und ich meine das im allerbesten Sinne. HERILO ist keine kleine Veranstaltung am Wochenende, kein gemütlicher Musikabend. Nein, hier reden wir von einer Großproduktion mit einem Budget von rund einer halben Million Euro, finanziert von der Wiedemann-Stiftung. Das liest man – und denkt sich: Wirklich? Hier? Bei uns? Ja, tatsächlich.

Vom 19. bis 22. Juni 2025 wird unser vertrautes Eisstadion zur Opernbühne. Die energie schwaben arena verwandelt sich dann in einen Ort für episches Musiktheater. Die Geschichte des Einsiedlers Herilo – ein Mann aus dem 9. Jahrhundert, der mit seinem Mut und seiner Vision den Grundstein für das heutige Hirschzell legte – wird hier auf anschauliche und imposante Weise zum Leben erweckt. Damit das alles funktioniert, wird es übrigens auch einige Umbauten im Stadion geben – aber dazu ein andermal mehr.

Ich durfte vergangenes Wochenende bei einer Probe im Jakob-Brucker-Gymnasium hineinschnuppern. In der Turnhalle wurde getanzt, gespielt, korrigiert, geschoben und gestikuliert. Tänzerinnen und Tänzer, Schauspielerinnen und Schauspieler, Regie, Choreografie, Maske, Kostüm – alle mit spürbarer Leidenschaft und Akribie bei der Sache. Und ja, auch der Teufel war schon da. Noch ohne Maske – aber glauben Sie mir: Auch so war die Wirkung schon ziemlich eindrucksvoll. Es war deutlich zu spüren, wie professionell hier gearbeitet wird. Alles greift ineinander. Man merkt: Diese Geschichte soll mit Kraft, Tiefe und Gefühl erzählt werden.

Danach ging es weiter ins Schulgebäude – dort wurde es musikalisch. Ein beeindruckendes Bild: rund 60 bis 70 Personen in einem Raum. Vorne die Blaskapelle des Musikvereins Hirschzell, dahinter die Rockband. Sängerinnen und Sänger warteten auf ihren Einsatz. Dazwischen die Tontechnik, die Produktionsleitung – und mittendrin: der pulsierende Takt der Musik. Immer wieder dasselbe Lied, wiederholt, angepasst, verfeinert. Man hört rein, probiert etwas aus, spielt nochmal. Und nochmal. Es entsteht etwas Großes. Der Song, den ich an diesem Tag hören durfte, hat mir sofort gefallen: eingängig, modern, mitreißend. Ein echter Ohrwurm mit Wucht.

Was mich besonders freut, ist diese Mischung aus internationalen Profis und lokalen Talenten. Namen wie Frank Pané (Bonfire), Thomas Wohlfahrt (Star Search) oder Dan Lucas (The Voice Senior) treffen auf Stimmen aus der Region wie Julia Haug, Danny Wohlrab, Sylke Rödiger oder auch Melanie Gallien – eine Kombination, die neugierig macht. Und bei mir für Gänsehaut gesorgt hat.

Natürlich gehört zu einem so großen Projekt auch ein entsprechend großes Publikum. Rund 8.000 Karten sind im Verkauf, und etwa 70 Prozent davon müssen verkauft werden, damit am Ende eine schwarze Null steht. Aber ich bin optimistisch – ich vertraue auf die Kaufbeurerinnen und Kaufbeurer. Und auf alle im Umland, die sich für Kultur begeistern lassen.

Ich jedenfalls freue mich schon sehr auf die Aufführungen – und nach meinem Besuch bei der Probe noch ein gutes Stück mehr. HERILO hat das Potenzial, ein kultureller Meilenstein für unsere Stadt zu werden.

Also: nicht verpassen.

Und hier noch ein paar Bilder von der Probe

Herzlich,
Euer Claus Tenambergen

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